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Peine

Celler Klinik zum Kauf bereit

AHK will Kreiskrankenhaus erwerben – Millionen-Investition geplant

Jörg Fiene

PEINE. Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Celle steht bereit für die Operation Übernahme des Kreiskrankenhauses Peine. Der Landkreis indes hält sich weiter an die selbstauferlegte Schweigepflicht. Landrat Franz Einhaus erklärte aber, dass er mit AKH-Vorderen verhandelt und Gespräche mit einem zweiten Bewerber führt.

Die Celler Klinik verfügt über 691 Betten und ist mit 1400 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Nachbarkreis. "Wir wollen im Verbund sehen, wie wir die Klinikstandorte zukunftssicher und wettbewerbsfähig machen können. Wir sind in unseren Vorstellungen dicht beieinander. Ich sehe keine großen Schwierigkeiten zwischen uns und dem Landkreis Peine", erklärte Klaus Wiswe gestern auf PN-Anfrage. Am Mittwochabend hatten der Celler Landrat und AHK-Verwaltungsdirektor dem Peiner Kreisausschuss ihre Position vorgestellt.

Das Ungewöhnliche an dem möglicherweise bevorstehenden Geschäft: Das AKH ist als Stiftung eine eigenständige Klinik – allerdings unter kommunaler Aufsicht mit dem Landrat an der Spitze – und gehört keinem der Klinik-Konzerne an, die üblicherweise bundesweit bei Krankenhausverkäufen tätig werden.

Obwohl das AKH Wiswe zufolge Rücklagen gebildet hat, sucht es Partner, um den steigenden Kosten und sinkenden Einnahmen sowie dem Wettbewerbsdruck im Gesundheitswesen standzuhalten. "Unter dem Kostendruck ist nicht so weiter zu machen wie bisher. Wir könnten günstiger dastehen, wenn wir uns vergrößern", so der Celler Landrat.

Um den zusätzlichen Anforderungen der zum 1. Januar eingeführten Fallpauschalen-Verordnung gerecht zu werden, sei die räumliche Nähe zu Peine ideal. Erst ein bestimmte Anzahl von Eingriffen je nach Art der Operation sichert der Klinik nach diesem neuen Modus die Vergütung. "Wir können ohne großen Fahrtaufwand Operations-Teams bilden und so diese Vorgaben leichter erfüllen", so Wiswe, der auch beim Einkauf von Medikamenten, Software und Geräten kostensparende Synergie-Effekte durch den Zusammenschluss erwartet. Nicht ausgeschlossen, dass es auch zu fachlichen Spezialisierungen an den Standorten kommt.

Ziel ist "auf Dauer der wirtschaftliche Betrieb" des Peiner Krankenhauses, das eine eigenständige Klinikleitung erhalten soll. Wiswe geht jedoch von einer anfänglichen Durststrecke aus und rechnet in den nächsten zehn Jahren zunächst mit Investitionen in Höhe "eines zweistelligen Millionen-Betrags" – vor allem in die Bausubstanz.

Das Personal würde, wie in Celle, nach Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt. Allerdings müssten die Peiner Verhandlungsführer bei der Forderung nach Rahmendienstplänen, die den Mitarbeitereinsatz bis ins Detail regeln, nachgeben. "Das käme teilweise einer Besserstellung gegenüber den Celler Bediensteten gleich", so Wiswe. Entschieden tritt er Mutmaßungen aus der Kreispolitik entgegen, das Celler Haus wolle sich auf Kosten Peines eine bessere Marktposition verschaffen: "Wir wollen beide Standorte stärken."

Gegenbewerber ist nach PN-Informationen eine private Klinikgruppe aus dem Süddeutschen mit 78 Einrichtungen und 20 000 Mitarbeitern in Deutschland und den USA.

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Veröffentlicht: 09.01.2003 - 21:21 Uhr
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