"ZeitRäume" – "jeder wirft dem anderen vor zu lügen"
2011-09-19T18:34:00+0200Sie ist Ungarin, lebt in Braunschweig, und befasst sich mit den "ZeitRäumen": Nikolett Nemeth schreibt eine Magisterarbeit über diese Stätte..
"Ein emotionsgeladenes Thema", hat sie bereits festgestellt. Etliche Gespräche hat Studentin der Politikwissenschaften an der Technischen Universität (TU) Braunschweig bereits zu den Bodenstedter "ZeitRäumen" geführt – mit der Vechelder Verwaltung sowie den Bürgerinitiativen pro und contra dieses Projekts. "Jeder wirft dem anderen vor zu lügen", hat Nikolett Nehmet erfahren – fassungslos fasst sie sich durch ihr langes blondes Haar. "Und jede Seite betrachtet die ,ZeitRäume’ aus eigenem Blickwinkel, der völlig anders ist als der der Gegenseite."
Auf dieses heikle Thema gekommen ist die 30-Jährige durch Ulrich Menzel aus Vechelde, Politikprofessor an der TU Braunschweig. "Ich mag Kommunalpolitik", betont Nikolett Nehmet mit voller Überzeugung. In Ungarn habe sie "Staatliche Verwaltung" studiert, erinnert die Verwaltungsfachfrau.
In ihrer Magisterarbeit will Nikolett Nehmet zum einen die Geschichte der 1878 erbauten Hofstelle darlegen: Im Zweiten Weltkrieg haben dort Zwangsarbeiter gelebt, nach dem Kriegsende Flüchtlinge – eine Tatsache, die "ich als Ungarin sicherlich anders aufnehme als Deutsche, zumal wenn sie das selbst erlebt haben", gibt sie zu.
Beim zweiten Schwerpunkt der Magister könnte es darum gehen, warum es bei der Hofstelle zum Bürgerentscheid gekommen ist: Dabei müssten sicher die Argumente für und gegen dieses Projekt zu Sprache kommen. "Für mich ist es erstaunlich zu hören, dass sich Bürger engagieren, ohne einen persönlichen Vorteil davon zu haben", schildert Nikolett Nehmet. Sie stelle sich auch die Frage, warum die Beteiligung am Bürgerentscheid nicht ausgereicht hat: "Spiegelt dieses Ergebnis die Meinung der Bevölkerung wider?" Fest vorgenommen hat sich Nikolett Nehmet: "Ich möchte bei dem Konflikt nicht Partei ergreifen."


