Bebauungsplan erlaubt Hotel im Romantik-Park Landleben
Wolfsburg Es gibt bereits eine Bauvoranfrage für ein Hotel in der Kästorfer Dorferlebnisanlage – diese stammt aber nicht vom neuen Pächter.
Die Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft des Romantik-Parks Landleben hat sich am Freitag zu Wort gemeldet. „Ja, es stimmt. Herr Castellana ist der neue Pächter der Anlage. Er macht nun die Gastronomie“, bestätigte Julia Niess den Bericht unserer Zeitung. Darüber hinaus wollte sie sich zu dem neuen Geschäftskonstrukt in der Kästorfer Dorferlebnisanlage aber nicht äußern: Alles Weitere befinde sich noch in der Klärung.
Pächter Filippo Castellana sagte am Freitag, dass er im Falle eines Landleben-Kaufs wegen der Hotel-Pläne auf jeden Fall Kontakt mit dem Ortsrat aufnehmen wolle. Das sei eine Selbstverständlichkeit, falls es gelinge, das Landleben zu kaufen. Er betonte, dass es bei der Stadt eine Bauvoranfrage gebe – die sei aber nicht von ihm, sondern stamme noch vom Investor der Betreibergesellschaft. Er selbst habe andere Ideen, wollte aber über die mögliche Zimmer-Gesamtzahl noch nichts sagen. Dafür sei es zu früh. Offen ließ er auch, ob die Anlage im Falle eines Kauf umbenannt wird.
Kästorfs Ortsbürgermeister Ralf Fruet würde sich freuen, wenn es gelänge, die Anlage zur lange erhofften Attraktion zu machen. „Aber ich bin inzwischen echt skeptisch. Ich habe schon so viele Konzepte gesehen, die in die Hose gegangen sind. Es gab mal ein sehr gutes Ur-Konzept.“ Doch seitdem habe der Betreiber nun mehrfach gewechselt.
Was den Ortsbürgermeister vor allem umtreibt, ist das angedachte Hotel-Projekt: „Ich will von der Verwaltung wissen, wie es mit Größe, Parkmöglichkeiten und Zufahrten aussieht. Vorher mache ich mir davon gar ein Bild.“
Klar ist jedenfalls: Mit der Verpachtung der Anlage durch die Romantik Park Landleben Vermietungs- und Verwaltungs GmbH an Familie Castellana hat die Stadt nichts zu tun: „Bei einer Weiterverpachtung ist keine Genehmigung erforderlich“, bestätigt Stadt-Sprecherin Stefanie Geisler.
Anders sähe es im Falle eines Verkaufs aus, denn die Betreibergesellschaft mit Geschäftsführerin Julia Niess hat das Areal wie zuvor schon Begründer Hartmut Gehrmann von der Stadt nur gepachtet. Doch Pächter Castellana hatte angekündigt, einen Kauf anzustreben. Allerdings ist dafür kein politischer Beschluss notwendig. „Wenn das Erbbaurecht weiterverkauft werden soll, muss nur der Eigentümer zustimmen“, erläutert die Stadt-Sprecherin.
Das 13 Hektar große Areal ist städtischer Grund, verwaltet von der 100-prozentigen Stadt-Tochter WSB (Wolfsburger Struktur- und Beteiligungsgesellschaft). Über einen möglichen Verkauf entscheidet der WSB-Verwaltungsrat.
Ebenfalls ohne politisches Votum könnte – im Rahmen des Bebauungsplans – auf dem Gelände ein Hotel gebaut werden, denn das war bisher Bestandteil jeder Landleben-Konzeption. Dafür wäre allerdings eine Baugenehmigung notwendig. Diesbezüglich teilt Stefanie Geisler mit, dass der Stadt eine Bauvoranfrage vorliege, die derzeit geprüft werde. Weitere Auskünfte dazu lehnt die Verwaltung mit Verweis auf den Datenschutz ab.
