„Ganztagsschulen sind keine wirkliche Entlastung für die Eltern“

Vechelde  Die Vechelder Grundschule weist Vorwürfe zurück. Auch Mensa-Essen steht in der Kritik.

Die Ausgabe des Mittagessens in der Mensa im Vechelder Schulzentrum an die Schüler.

Die Ausgabe des Mittagessens in der Mensa im Vechelder Schulzentrum an die Schüler.

Schulen werden zu Ganztagsschulen – das ist gesellschaftlicher und politischer Wille. An solchen Nachmittagsangeboten hat ein Leser auf unserem Internetportal Alarm 38 aber Kritik geäußert: „Von einer Ganztagsschule in Vechelde erwarte ich, dass die Mitarbeiter aktiv die Kinder unterstützen. Ein reines Abhaken reicht nicht aus.“ Den Kindern bringe es nichts, wenn „sie nachmittags erneut ihre Spielzeit opfern und mit den Eltern die Hausaufgaben überarbeiten müssen“. Eine wirkliche Unterstützung und Entlastung für die Eltern sei das nicht.

Martina Pausewang, Leiterin der Vechelder Grundschule, verweist darauf, dass sie „tolle Leute“ für das Ganztagsangebot habe: An drei Nachmittagen – montags, mittwochs und donnerstags – bietet die Schule Angebote bis 15.20 Uhr an, wobei die Teilnahme für die Kinder freiwillig ist.

„Alle Personen, die unsere Nachmittagsangebote leiten, haben Erfahrung in der Betreuung von Kindern“, verdeutlicht Martina Pausewang – sämtliche Angebote von Sport über Musik bis hin zur Hausaufgabenhilfe seien pädagogisch wertvoll. Dass es dennoch bei Hausaufgaben etwas nachzuarbeiten gebe, sei klar, meint sie: „Das wissen die Eltern aber auch.“ Die Rektorin geht ins Detail: 18 Stunden im Nachmittagsbereich würden Lehrer übernehmen, weitere 18 Stunden andere Mitabreiter, die im Umgang mit Kindern geübt seien – darunter seien Lehramtsstudenten und Mitarbeiter der Jugendpflege.

Darüber hinaus bietet die Gemeinde Vechelde als Schulträgerin in der Vechelder Grundschule als freiwilliges Angebot eine Grundschulkinderbetreuung an (die Teilnahme der Kinder ist auch hier freiwillig).

„Diese Betreuung findet in Form einer ,sonstigen Tageseinrichtung’ mit einer Betriebserlaubnis des Landesjugendamts nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz statt“, führt Vecheldes Bürgermeister Ralf Werner aus: „Je Gruppe mit 20 Kindern muss mindestens eine pädagogische Fachkraft eingesetzt werden – also eine Kinderpflegerin, Sozialassistentin oder Erzieherin.“ Die Zweitkraft dürfe eine sonstige Kraft sein, die über „keine pädagogische Ausbildung verfügen muss“. Ralf Werner: „Unsere Mitarbeiterinnen erfüllen diese Anforderungen.“

An der Grundschule Vechelde findet die Kinderbetreuung dienstags von 12 bis 16.30 Uhr und freitags von 12 bis 15 Uhr statt – bis zu 100 Mädchen und Jungen nehmen laut Gemeindeverwaltung das Angebot an. Ralf Werner: „Den Kindern werden ein Mittagessen, eine Hausaufgabenbetreuung sowie Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten geboten.“

Darüber hinaus ärgert sich unser Leser im Internetportal über die Qualität des Mittagessens in der Mensa im Vechelder Schulzentrum: „Dieses ,warme Essen’ kann man den Hunden geben.“ Die Hinweise auf das Essen gebe sie an den Mensaverein weiter, versichert an Martina Pausewang. Weder dem Landkreis Peine als Träger der Mensa, noch dem Vechelder Gymnasium als Nutzer und der Vorsitzenden des Mensavereins seien Beschwerden über das Essen bekannt, teilt Kreissprecherin Katja Schröder mit.

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