Jung kauft Alt – Dem Leerstand entgegenwirken

Edemissen  Das Förderprogramm der Gemeinde Edemissen wird gut angenommen.

Nicht in Edemissen, aber dennoch ein prachtvolles Beispiel: Das Büro von Stefan Haar in Wolfenbüttel.

Foto: Haar

Nicht in Edemissen, aber dennoch ein prachtvolles Beispiel: Das Büro von Stefan Haar in Wolfenbüttel. Foto: Haar

Acht Anträge sind bei der Gemeinde eingegangen, fünf bewilligt, bei drei weiteren steht die Bewilligung in Aussicht, sobald die Kaufverträge abgeschlossen wurden: Das Förderprogramm „Jung kauft Alt – Junge Menschen kaufen alte Häuser“, das die Gemeinde Edemissen in diesem Frühjahr aufgenommen hat, wird gut angenommen.

„Alte Häuser und ihr kulturelles Umfeld entdecken und zur Erhaltung beitragen.“
Stefan Haar über die Aufgabe der Interessengemeinschaft Bauernhaus

Der Gemeinderat hat im März als erste Gemeinde im Landkreis Peine einen besonderes Angebotsmix beschlossen: 15 000 Euro wurden zur Verfügung gestellt, um drohendem Leerstand in den alten Ortskernen entgegenzuwirken. „Die Gemeinde unterstützt Käufer von Immobilien, die vor 1970 errichtet wurden, finanziell“, erklärt Gemeinde-Mitarbeiter Oliver Völkening. Fünf Jahre lang erhalten sie einen Grundbetrag von 600 Euro, für jedes Kind kommen weitere 300 Euro hinzu, maximal 1 500 Euro pro Familie.

„Es sind somit noch Mittel für zwei bis drei Familien vorhanden“, sagt Oliver Völkening zum aktuellen Stand. Er betont, dass die Gemeinde zwar Zuschüsse vergibt, selbst aber keine Immobilien anbietet.

„Es lohnt sich, durch die Dörfer zu spazieren“, weiß Völkening. Denn in nahezu allen Dörfern der Gemeinde gibt es alte Häuser, die zum Verkauf stehen. „Die Immobilien, die bisher gefördert wurden, stehen in unter anderem Wipshausen, Rietze, Abbensen und im Zentralort Edemissen. Ihre neuen Besitzer kommen aus der Gemeinde, aber auch aus Hannover und Braunschweig.“

Zusätzlich zum Förderprogramm „Jung kauft Alt“ vergibt die Gemeinde im Monat zwei bis drei Beratungsgutscheine. „Damit können sich Kaufinteressenten mit einem unserer Vertragspartner, zum Beispiel Stefan Haar, dem Bundesvorsitzenden der Interessengemeinschaft Bauernhaus, zusammen die Immobilie anschauen, für die sie sich interessieren und sich im Hinblick auf Wärmedämmung, Heizung, modernes Wohnen und weitere Themen beraten lassen. Die circa dreistündige Beratung bezahlt die Gemeinde und ist für die Kaufinteressierten kostenlos. Zu diesen Angeboten kommen noch die Beratungs- und Förderungsmöglichkeiten der Dorferneuerung. Insgesamt eine runde Sache“, sagt Völkening.

VORTRAG „NACHHALTIGE WÄRMEDÄMMUNG IM ALTBAU“

Der Ortsverband der Grünen Edemissen lädt für Mittwoch, 10. September, zum Vortrag über

„Nachhaltige Wärmedämmung im Altbau“ ein. Er beginnt um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, Oelheimer Weg 1 in Edemissen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Referent ist Stefan Haar. Er ist Bundesvorsitzender der Interessengemeinschaft Bauernhaus und seit 22 Jahren selbstständig mit Schwerpunkt Altbausanierung und Denkmalpflege.

Die Gemeinde Edemissen hat Stefan Haar als Vertragspartner hinsichtlich der Erstberatung zum Erwerb und der Modernisierung eines Altbaus in der Gemeinde Edemissen verpflichtet. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Altbausanierung, der Denkmalpflege und dem Lehmbau für überwiegend private Bauleute.

Thema des Abends ist nicht nur „Innendämmung oder Außendämmung“, sondern auch die Frage nach geeigneten Dämm-Materialien und Heizungsarten wird beantwortet, ebenso wie allgemeine Aspekte über die Sanierung von Fachwerk- und Backsteinhäusern.

Richtlinien und Antragsformulare für das Förderprogramm „Jung kauft Alt – Junge Menschen kaufen alte Häuser“ stehen im Internet auf der Seite man auf www.edemissen.de

Weitere Informationen gibt es im Internet auf den Seiten www.gruene-peine.de/edemissen und www.igbauernhaus.de.

An die Angebote der Gemeinde knüpft nun der Gemeindeverband der Grünen an – er hat Stefan Haar für Mittwoch, 12. September, zu einem Vortrag ins Rathaus eingeladen. Haar wird dort über nachhaltige Wärmedämmung im Altbau referieren. Auch Fragen nach geeigneten Dämm-Materialien und Heizungsarten und allgemeine Aspekte über die Sanierung von Fachwerk- und Backsteinhäusern sollen angesprochen werden.

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