Corona in Braunschweig: Alle Fakten auf einen Blick

Braunschweig.  Aktuell am Montag: Vier erkrankte Personen. Betreiber des Astor-Kinos übt heftige Kritik. Fast 2,5 Millionen Soforthilfen aus Härtefallfonds.

Von Woche zu Woche kommen weitere Lockerungen: Die Restaurants freuen sich auf noch mehr Gäste (hier die Osteria all Ombretta mit Besitzerin Beatrice Sciavilla. Die Stadt Braunschweig wirbt mit der Aktion „Zeige Herz“ für die Einhaltung der Corona-Regeln (hier mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Feuerwehr-Chef Torge Malchau). In den Parks wird wieder Sport gemacht. Auf dem Messegelände gibt’s die „Kirmes to go“. In den Biergärten verfolgen etliche Fans die Geisterspiele, und in der Innenstadt steigen die Passantenzahlen.

Von Woche zu Woche kommen weitere Lockerungen: Die Restaurants freuen sich auf noch mehr Gäste (hier die Osteria all Ombretta mit Besitzerin Beatrice Sciavilla. Die Stadt Braunschweig wirbt mit der Aktion „Zeige Herz“ für die Einhaltung der Corona-Regeln (hier mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Feuerwehr-Chef Torge Malchau). In den Parks wird wieder Sport gemacht. Auf dem Messegelände gibt’s die „Kirmes to go“. In den Biergärten verfolgen etliche Fans die Geisterspiele, und in der Innenstadt steigen die Passantenzahlen.

Foto: Bernward Comes, Norbert Jonscher, Peter Sierigk, Florian Kleinschmidt (Bestpixels.de)/Stadt Braunschweig

Fast 2000 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln hat es in Braunschweig bislang gegeben. In 299 Bußgeld-Verfahren haben die Betroffenen Widerspruch eingelegt.

Für den Einzelhandel ist die Lage nach wie vor schwierig. Die Industrie- und Handelskammer gibt nun Empfehlungen. Es geht um Online-Marktplätze, Digitallotsen und um die Qualität in einer vitalen Stadt.

Die Chefs des Braunschweiger Astor-Kinos betonen: „Die Branche steht am Abgrund!“ Betreiber Hans-Joachim Flebbe ist wütend: Mit 1,50-Meter-Mindestabständen sei kein wirtschaftlicher Betrieb möglich.

Über den Braunschweiger Corona-Härtefallfonds wurden bislang fast 2,5 Millionen Euro ausgezahlt. Ein Drittel der Anträge kommt aus der Gastronomie und von Hotels, ein großer Teil auch aus Bereichen wie Marketing, Events und Tourismus.

Das Projekt #wirzusammen ist beendet: Rund 100.000 Euro sind laut den Initiatoren zusammengekommen. Der Erlös kommt jetzt 115 Unternehmen und Künstlern zugute.

Eine triefende Nase, ein leichter Schnupfen reichten in den vergangenen Wochen aus, damit ein Kind von der Kita abgeholt und 14 Tage zu Hause betreut werden musste. Das wird sich nun ändern: Braunschweigs Kitas dürfen verschnupfte Kinder betreuen. Das Landesgesundheitsamt hat die Vorgaben geändert – zur Erleichterung von Eltern, Arbeitgebern und Ärzten.

Braunschweiger Investoren ermöglichen Corona-Forschung: Ein Privatier und zwei Unternehmer-Familien beteiligen sich an einer hochspezialisierten Biotech-Firma, wollen aber partout nicht genannt werde

Kaum Neuinfektionen: Das Corona-Mobil der kassenärztlichen Vereinigung ist vorerst nicht mehr unterwegs. Das Projekt wurde zum 15. Juli eingestellt, ebenso der Coronatest-Drive-In in Braunschweig. Eine beteiligte Ärztin zieht ein positives Fazit.

Dem Braunschweiger Gesundheitsamt lagen Anfang Juli schon 241 Anträge auf Entschädigung vor. Es geht um Verdienstausfälle wegen Quarantäne oder Kita- und Schulschließungen. Noch unklar: Ist im Home-Office Kinderbetreuung zumutbar?

Braunschweigs kleinste und zurzeit einzige Tanzfläche ist am Start: Die Öffentliche Versicherung startet mit dem Kultviertel-Verein die „Pop Up Disko“. In der umgebauten Telefonzelle kann getanzt werden.

Ein Braunschweiger Chor feierte in einer Industriebrache seine „Corona-Premiere“: Die Groove-Connection um Chorleiter Anatoll Krug probt mit Abstand und einem erarbeiteten Sicherheitskonzept. Der Ort ist extrem ungewöhnlich.

Storno statt Strandbad: Braunschweiger Reisebüros haben vor allem mit Stornierungen zu tun. Neu gebucht wird kaum. Einzelne trauen sich nach Spanien und Griechenland.

Mitte Juli startete der „Wolters Kulturgarten“: Drei Wochen lang gibt es ein wechselndes Liveprogramm auf dem Gelände des Hofbrauhauses – mit Künstlern und Gastronomie aus der Region.

Die aktuellen Regelungen

In der Öffentlichkeit und in Restaurants dürfen bis zu zehn Personen zusammenkommen, ohne dass sie aus gemeinsamen Haushalten kommen. Dies gilt auch für Picknicks und das Grillen in Parks. Auch Geburtstagsfeiern im eigenen Garten sind ohne besondere Abstandsvorgaben mit bis zu zehn Personen möglich. Zwei Haushalte, die zusammen mehr als zehn Personen bilden, können sich weiterhin treffen. Für sie gilt die Obergrenze nicht. Bei Beerdigungen und Hochzeitsfeiern sind bis zu 50 Personen zulässig.

Eine Maske ist weiterhin dort zu tragen, wo Abstände von 1,5 Metern nicht eingehalten werden können. Pflicht ist sie insbesondere beim Einkaufen und in Bussen und Bahnen.

Für Supermarktbetreiber entfällt die Vorgabe, den Einlass auf im Schnitt eine Person pro zehn Quadratmeter zu begrenzen.

Kulturelle Veranstaltungen sind jetzt bis zu einer Personenanzahl von 500 wieder möglich. Dies gilt unter anderem für Kulturzentren, Theater und Opernhäuser, aber auch für Kinos. Wenn die Besucher sitzen, dürfen sie die Maske ablegen ­– beim Laufen ist sie zu tragen. Die Kontaktdaten aller Besucher müssen dokumentiert werden.

Das Universum-Kino hat schon wieder geöffnet. Das Astor-Filmtheater öffnet Anfang oder Mitte August. Der Grund: Zurzeit gibt es dem Kino zufolge kein Filmangebot, das eine Eröffnung wirtschaftlich rechtfertigt. Die staatlich geforderten Auflagen seien noch so einschneidend und umfassend, dass ein Kinobesuch nur mit inakzeptablen Einschränkungen möglich sei.

Die Komödie am Altstadtmarkt spielt im Sommer open air im Stadtpark auf der Freiluft-Bühne des Restaurants „Heinrich“. Auch das Theater Fadenschein tritt dort auf. Das Staatstheater Braunschweig präsentierte bis Saisonende Open-Air-Formate, zum Beispiel Liederabende auf der Dachterrasse und Direktmusik im Hof.

Heimbewohner und Krankenhauspatienten dürfen von mehr als einer Person gleichzeitig Besuch erhalten, wenn es die örtlichen Hygienemaßnahmen zulassen.

Im Mannschaftssport und auch im Fußball dürfen wieder Teams zu Wettkämpfen gegeneinander antreten. Erlaubt ist Kontaktsport, wenn er in festen Kleingruppen von nicht mehr als 30 Personen erfolgt. Für diesen Fall sind die Kontaktdaten der einzelnen Personen der Kleingruppe zur Nachverfolgung nach dem üblichen Muster zu erheben. Ein Abstand von zwei Metern muss dann nicht eingehalten werden. Gleiches gilt auch für die Sportausübung im öffentlichen Raum. Auch hier gilt die Regel, dass nur feste und nicht ständig wechselnde Gruppen zusammen Sport treiben dürfen.

Darüber hinaus sind bei Sportveranstaltungen 500 erlaubt, wenn jeder Zuschauer einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person einhält, die weder zum eigenen noch zu einem weiteren Hausstand noch zu einer gemeinsamen Gruppe von nicht mehr als 10 Personen gehört, einhält. Beträgt die Zahl der Zuschauer mehr als 50, gelten strengere Regeln wie Zuschauen im Sitzen und Dokumentation der Anwesenden.

Die Schwimmbäder haben wieder geöffnet, und erste Kurse finden auch schon statt. Die Stadtbad GmbH plant zusätzliche Schwimmkurse für den Herbst. Auch Saunen dürfen wieder öffnen.

Die Kitas dürfen wieder mehr Kinder betreuen. Die Stadt bittet aber um Verständnis, dass es voraussichtlich nur schrittweise und eingeschränkt vorangeht. Der Kindergarten der Lebenshilfe startete als erster in Braunschweig in den Regelbetrieb. In den Kitas ist der Alltag anders als vor Corona. Wie kommen Kinder, Eltern und Erzieher damit klar?

Das Angebot im neuen FiBS-Ferienprogramm verspricht jede Menge Spaß. Allerdings stehen etliche Angebote unter Vorbehalt. Eine weitere gute Nachricht: Jugendreisen und -veranstaltungen sind künftig bis zu einer Gruppengröße von 50 Teilnehmenden erlaubt, auch Reisen mit Übernachtung. Dies wird sich auch auf das FiBS-Programm auswirken. Und: Braunschweiger Familien können einwöchige Ferien-Urlaube in Lenste an der Ostsee buchen!

Bei allen touristischen Angeboten wie Schifffahrten, Kutschfahrten, Stadt- und Naturführungen gilt die 10-Personen-Regel. Das heißt, dass Gruppen von bis zu 10 Personen keinen Abstand untereinander einhalten müssen. Bei größeren Gruppen muss der Stadtführer sicherstellen, dass jede teilnehmende Person einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person einhält, die weder zum eigenen noch zu einem weiteren Hausstand noch zu einer gemeinsamen Gruppe von nicht mehr als 10 Personen gehört.

Hotels und andere Beherbergungseinrichtungen dürfen wieder voll belegen.

Entwicklung der Infektionen in Braunschweig

Bislang wurden insgesamt 357 Corona-Infektionen in Braunschweig nachgewiesen (Stand Montag, 3. August). Vier Menschen Person sind zurzeit erkrankt, 335 sind genesen.

Kurzzeitig hatte es im Juni zwei Tage lang keine Corona-Erkrankten in Braunschweig gegeben. Der zwischenzeitlich letzte Erkrankte war am 16. Juni aus der Quarantäne entlassen worden.

Bislang sind in Braunschweig 18 Menschen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben. Alle Verstorbenen waren zwischen 55 und 96 Jahren alt, darunter insgesamt vier Bewohnerinnen und ein Bewohner des Awo-Pflegeheims in Querum. In der Statistik werden alle Menschen erfasst, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. Es wird nicht differenziert, ob ein Patient direkt an Covid-19 gestorben ist oder aufgrund einer anderen schweren Vorerkrankung.

In Braunschweigs Krankenhäusern werden zurzeit 4 Patienten mit Verdacht auf Covid-19 behandelt. Darunter sind auch Patienten aus der Region. (Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Menschen wird von der Stadtverwaltung einmal wöchentlich erhoben. Die nächste Aktualisierung erfolgt voraussichtlich am 5. August.)

Ab 90 Neu-Infektionen innerhalb von sieben Tagen ist in Braunschweig wieder mit Beschränkungen zu rechnen. Das Ziel: eine Überlastung von Kliniken und Gesundheitsamt verhindern. Die Stadtverwaltung hat dem Rat die „Corona-Ampel“ vorgestellt.

Mit einer großen Plakat- und Anzeigenkampagne unter dem Motto „Zeige Herz“ will die Stadt für das besondere Leben in Corona-Zeiten sensibilisieren. Es geht um die wichtigen Regeln im Miteinander.

Es gab viele Diskussionen über Corona-Tests: Wer sollte getestet werden? Wie sinnvoll ist das? Welche Kapazitäten gibt es? Wer ist zuständig? Im Interview erläutert Professor Dr. Jan Kramer vom LADR Laborverbund Details zu den Testverfahren.

Was noch NICHT geht

Für die Fußball-Bundesligen und andere Profi-Mannschaftssportarten gelten laut Innenministerium weiterhin die erstellten Hygienekonzepte, die keine Zuschauer vorsehen.

Clubs und Discos sowie Läden, in denen Shisha-Pfeifen zum Konsum angeboten werden, bleiben geschlossen.

Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern wie auch Volks- und Schützenfeste sind laut Verordnung noch bis 31. Oktober untersagt, Messen bis zum 31. August. Für Braunschweig bedeutet das: Das Magnifest Anfang September kann in diesem Jahr nicht stattfinden (zumindest nicht in der gewohnten Form).

Am 22. Juni wurden bundesweit viele Kulturstätten rot angestrahlt. Die Aktion „Night of Light“ soll auf die schwere Krise der Branche aufmerksam machen. Auch etliche Braunschweiger Veranstalter beteiligen sich.

Braunschweig kommt wieder in Schwung

Der Lichtparcours wurde am 13. Juni eröffnet – mit Corona-Sicherheitskonzept. Nicht nur der versenkte VW Golf ist ein Hingucker mit Botschaft. Entlang der Braunschweiger Okerumflut sind 15 spannende Arbeiten zu entdecken. Das Programmheft ist an vielen öffentlichen Stellen wie der Touristinfo (Kleine Burg 14) erhältlich. So verlief die Eröffnung.

Unter strengen Auflagen richtet Braunschweig am 8./9. August im Eintracht-Stadion die Leichtathletik-DM 2020 aus – ohne Publikum. Die Stadt hofft dennoch auf einen Imagegewinn und setzt darauf, den Zuschlag für die Titelkämpfe 2021 zu erhalten.

Anfang Juli wurde die Mehrwertsteuer für sechs Monate gesenkt. Händler müssen nur 16 statt 19 beziehungsweise nur 5 statt 7 Prozent Mehrwertsteuer an den Staat abführen. Diese Entscheidung der Bundesregierung soll dazu beitragen, den Konsum anzukurbeln und dem Handel in der Zeit der Einschränkungen durch die Corona-Krise zu helfen. Aber ob der Handel wirklich davon profitiert und ob die Reduzierung auch beim Kunden ankommt – Braunschweiger Handelsvertreter sind skeptisch.

Alle Selbsthilfegruppen mussten ihre regelmäßigen Treffen in den letzten Monaten einstellen. Eine schwere Zeit, denn viele Betroffene sind darauf angewiesen. Jetzt gibt es wieder grünes Licht für Selbsthilfegruppen: Das Braunschweiger Gesundheitsamt erlaubt persönliche Treffen. Doch nicht alle Selbsthilfegruppen haben passende Räume. Viele treffen sich zum Beispiel in Begegnungsstätten, die bis auf weiteres noch geschlossen blieben, weil in ihnen viele ältere Menschen zusammenkommen.

Das Braunschweiger Musiker-Duo Tiana Kruškic und Billy Ray Schlag hat einen Song über die Sehnsucht geschrieben, dass Corona bald vorbei ist: „When the Sh*t is gone“. Das Lied haben mittlerweile Radiostationen weltweit in ihr Programm aufgenommen, etwa Radio NewYork. In dem Song geht es um all das, was man nach der kontaktbeschränkten Zeit unbedingt wieder machen möchte.

Fahrradhändler erleben zurzeit eine sehr starke Nachfrage. Doch nicht alle Kundenwünsche gehen in Erfüllung. Der Handel klagt über unterbrochene Lieferketten zu den Herstellern in Asien.

Auch Braunschweigs Jugendherberge ist wieder geöffnet. Die ersten Gäste waren schon da. Doch Klassen- und Gruppenfahrten sind noch verboten – damit liegt das Hauptgeschäft brach.

Die Schwimmbäder haben geöffnet. Das Bad Gliesmarode und die Wasserwelt sind am Start – unter Wahrung aller Hygienevorgaben.

Die Braunschweiger trainieren unter freiem Himmel: „Bürgersport im Park“ der Bürgerstiftung Braunschweig ist in eine neue Saison gestartet. Sieben Vereine bieten 18 Sportangebote von Aroha bis Yoga an.

Die Braunschweig Stadtmarketing GmbH bietet wieder Stadtführungen an. Der „Stadtspaziergang durch die Löwenstadt“ findet regelmäßig samstags um 14 Uhr und sonntags um 11 Uhr statt. Zudem sind verschiedene Gruppenführungen buchbar. Und: Es gelten bestimmte Regeln!

Lust auf Rummel? Dann nichts wie hin zum Messegelände an der Eisenbütteler Straße. Die Braunschweiger Schausteller haben dort eine „Kirmes to go“ aufgebaut. Man kann sogar mit dem Auto vorfahren.

Schritt für Schritt hebt sich der Bleimantel der Corona-Krise: Nach dem Lockdown entsteht endlich Aufbruchstimmung. Geschäfte freuen sich wieder auf Kunden, Museen haben geöffnet, Freiluftsport ist möglich. Wir zeigen viele mutmachende Beispiele von zuversichtlichen Unternehmen und Leuten, die mit viel Ausdauer und guten Ideen trotz Covid-19 durchstarten: „Wir sind wieder da!“


Die Folgen von Corona in Braunschweig

Architekturstudenten der TU Braunschweig veranstalteten vergangene Woche eine Protestaktion. Sie fordern Zugang zu Zeichensälen und Präsenzlehre in kleinen Gruppen.

Mit der „Night of Light“ hat Braunschweigs Veranstaltungsbranche ein kräftiges Zeichen gesetzt. Viele Gebäude leuchten rot, unter anderem die Stadthalle und das Staatstheater. Jetzt geht es um Solidarität und um mehr Unterstützung durch die Politik.

Der Schaustellerverband und die Stadt arbeiten zurzeit an einem Konzept, wie Buden und Fahrgeschäfte in der Innenstadt aufgestellt werden können. Der Rummel soll in die Stadt kommen. Bislang sind einige Schausteller auf dem Harz-und-Heide-Gelände.

Die Immobilienpreise in Braunschweig steigen immer weiter. Der Gutachterausschuss sagt zum ersten Halbjahr 2020: Die Corona-Pandemie bremst die Kauflust nicht. Acht Häuser, die mehr als eine Million Euro kosteten, wechselten den Besitzer.

Alle Städte müssen finanzielle Einbußen hinnehmen. Der Bund hat nun Hilfen in Milliardenhöhe zugesagt. Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth begrüßt das Konjunkturpaket des Bundes. „Besonders wichtig ist dabei zum einen die Zusage, die Hälfte der Ausfälle bei der Gewerbesteuer zu übernehmen. Zum anderen hilft uns die Erhöhung der Kostenübernahme bei den Unterkunftskosten für Arbeitslosengeld-II-Empfängern auf bis zu 75 Prozent.“ Für Braunschweig könne sich eine dauerhafte Entlastung von bis zu zwölf Millionen Euro ergeben.

Seit Beginn der Corona-Krise haben in Braunschweig mehr als 2800 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet – unklar ist allerdings, wie viele Beschäftigte sich tatsächlich in Kurzarbeit befinden. Die Zahl der Arbeitslosen ist seit Mitte März um 1400 gestiegen. Allerdings: Im Mai fanden 304 Braunschweiger auch einen neuen Arbeitsplatz.

Auf Braunschweigs Straße lag die Verkehrsmenge Anfang Juni Zählungen zufolge bei rund 75 Prozent des normalen Niveaus.

Das Wichtigste rund um Kita und Schule

Wegen Corona entfiel für 2000 Viertklässler die Radfahrprüfung. Die Polizei bittet Eltern, mit Kindern das Radfahren im Straßenverkehr zu üben.

Das „Home Schooling“ stellt alle Schüler vor eine große Herausforderung. Um mögliche Hindernisse abzubauen und Nachteile zu vermeiden, bietet die „Kommunale Schulsozialarbeit“ für die Schüler aller Haupt- und Realschulen sowie der IGS Querum und der Sally-Perel-Gesamtschule ein „Home Schooling“ in Zusammenarbeit mit 15 Braunschweiger Jugendzentren an. Die Jugendzentren stellen Räumlichkeiten, Zeiten und technische Voraussetzungen wie WLAN und Rechner zur Verfügung. Bei Interesse können sich Schüler, Lehrer und Eltern Kontakt melden: Informationen gibt es bei Andreas Zimpel unter der Telefonnummer (0531) 470-8643 oder per E-Mail: andreas.zimpel@braunschweig.de, Stichwort: Kommunale Schulsozialarbeit.

Im Mai waren wieder alle Schüler im Präsenzunterricht – zumindest gruppenweise. Außerdem wurden Schulsport, Abschluss- und Einschulungsfeiern sowie Zeugnisübergaben ermöglicht. Wie der „erste Schultag“ gelaufen ist und worauf Kinder und Lehrer achten müssen, erläutert Gabriele Hübner, die Leiterin der Grundschule Hohestieg, im Interview.

Die Schulen in Braunschweig müssen die Hygienepläne umsetzen. Doch in Detailfragen gibt es Unterschiede – etwa beim Thema Mund-Nasen-Schutz: Wann müssen die Schüler ihn tragen und wann nicht?

Einschulungen sind auch ohne Schuleingangsuntersuchung möglich. Aufgrund der Corona-Beschränkungen mussten die Untersuchungen zeitweise ausgesetzt werden.

In der Realschule Maschstraße hatte es im Mai einen Corona-Fall gegeben. Wie läuft der Unterricht jetzt ab? Der Schulleiter berichtet.

Der Stadtschülerrat hat ein Video gedreht mit Tipps, wie sich Schüler am besten vor einer Infektion schützen können. Fünf Regeln werden insgesamt aufgestellt. Inzwischen gibt es auch ein Video für Grundschulen.

Schule im Corona-Modus: Schüler des zehnten Jahrgangs der Sally-Perel-Gesamtschule in Volkmarode hatten an ihrem ersten Schultag nach der Corona-Zwangspause aufgeschrieben, was sie bewegte. Entstanden sind sehr persönliche „Innere Monologe“.

Schüler der IGS Franzsches Feld und anderer Schulen hatten gefordert, dass die Abitur-Prüfungen ausfallen sollen. Die Lernbedingungen seien unfair und die Angst vor einer Infektion mit Corona sei groß. Sie hatten einen Brief an den Kultusminister geschrieben und Unterstützung von ihrem Schulleiter erhalten. Die Antwort kam schnell – und die Enttäuschung war groß.

So sind die Stadtverwaltung und andere wichtige Einrichtungen erreichbar

Die Stadtverwaltung hat weitere Abteilungen für den Besucherverkehr geöffnet, unter anderem in den Fachbereichen Soziales und Gesundheit sowie Kinder, Jugend und Familie. Nach wie vor sind Anmeldungen nötig.

Die Beratungsstelle Planen-Bauen-Umwelt, der Fachbereich Stadtplanung und Geoinformation sowie der Fachbereich Tiefbau und Verkehr sind ab sofort wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Beratungen sowie die Wahrnehmung anderer Dienstleistungen sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich, um eine Besuchersteuerung zu erreichen. Um die Zahl der Kontakte möglichst gering zu halten, soll weiterhin vorrangig die elektronische oder telefonische Kommunikation genutzt werden.

Ortskundeprüfungen für Taxifahrer können mit begrenzter Anzahl an Teilnehmern stattfinden.

Die KFZ-Zulassungsstelle und die Führerscheinstelle in der Porschestraße sind wieder geöffnet. Auch die Kassenautomaten können wieder genutzt werden. Wichtig: Es muss vorher ein Termin vereinbart werden. Lediglich Abmeldungen können weiterhin nur auf schriftlichem Weg erfolgen.

Die Abteilung Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten, die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz sowie die Abteilung Umweltschutz und Umweltplanung, alle in der Richard-Wagner-Straße 1, haben wieder geöffnet. Persönliche Vorsprachen sind aber nur nach vorheriger Terminvereinbarung per Telefon oder Mail möglich. Die Ansprechpartner sind auf den Seiten der jeweiligen Abteilungen unter www.braunschweig.de zu finden. Es besteht Maskenpflicht. Die Trichinenabgabe für die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz ist nur montags von 8 bis 10 Uhr mittels der vor dem Haupteingang aufgestellten Kühlbox möglich.

Seit Dienstag, 28. April, sind die Abteilung Allgemeine Bürgerangelegenheiten in der Friedrich-Straße-Seele 7 sowie die Bezirksgeschäftsstellen in Wenden, Stöckheim und Broitzem wieder geöffnet. Überall gilt: Alles läuft nur eingeschränkt und mit Auflagen.

Die Stadtbibliothek hat geöffnet. Es gelten verschiedene Einschränkungen. Auch die Ortsbüchereien sind wieder geöffnet.

Lage in den Krankenhäusern und Altenheimen

Heimbewohner und Krankenhauspatienten dürften wieder von mehr als einer Person gleichzeitig Besuch erhalten, wenn es die örtlichen Hygienemaßnahmen zulassen. Die Braunschweiger Stadtverwaltung betont: Die Hygienekonzepte dürfen Selbstbestimmungsrechte von Bewohnern nicht aushebeln. Besuche müssen auch in den Zimmern der Bewohner möglich sein.

Krankenhäuser dürfen wieder planbare Operationen vornehmen, müssen aber Kapazitäten für Corona-Patienten vorhalten.

Das im Vienna-Hotel geplante Behelfskrankenhaus wird nicht kommen. Die Stadt hat den Mietvertrag, der zunächst bis Ende Juni lief, nicht verlängern. Stattdessen hält das Städtische Klinikum jetzt in einem Neubau eine Etage mit 45 Betten frei. Dadurch verzögert sich der Umzug der Kinder- und Jugendklinik von der Holwedestraße an die Salzdahlumer Straße.

Die wochenlange Absage aller planbaren Operationen und die gestiegenen Preise für dringend benötigte Schutzausrüstung führten in den Krankenhäusern zu finanziellen Verlusten. Angesichts der Corona-Beschränkungen meldeten die Krankenhäuser außerdem einen auffälligen Rückgang der Notfall-Patienten. Offensichtlich schieben Patienten mit schweren Erkrankungen einen Arztbesuch wochenlang vor sich her. Menschen etwa mit einer fortgeschrittenen Herzschwäche oder einer Magenblutung warten zu lange, bevor sie ins Krankenhaus gehen. Die Krankenhäuser appellieren daher an alle Patienten, Notfälle nicht zu verschleppen: Niemand müsse befürchten, sich im Krankenhaus mit Corona anzustecken.

Die Haus- und Fachärzte arbeiten wieder im Regelbetrieb. Auch Routinekontrollen, Vorsorgeuntersuchungen und ambulante Operationen sind in Praxen möglich. Notwendig ist eine telefonische Terminvereinbarung. Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Osteopathen praktizieren wieder.

Hilfe und Unterstützung in der Corona-Krise

Braunschweigs Gabenzaun ist umgezogen: Weiterhin können Spenden für Wohnungslose und andere Bedürftige abgegeben werden: jetzt ein paar Meter weiter am „Lebensmittelpunkt“ vor dem Theologischen Zentrum in der Schützenstraße.

Die Solidarität angesichts der Corona-Krise war und ist immens. Unzählige Braunschweiger bieten ihre Hilfe an – und etliche sind genau darauf angewiesen, ältere und kranke Nachbarn, Obdachlose, arme Familien mit Kindern, Pflegeheime, Gastronomen und Händler, Künstler, Studenten und viele mehr. Eine Übersicht über alle wichtigen Ansprechpartner und Projekte finden Sie hier. Inzwischen hat sich etliches normalisiert. Die Aufstellung zeigt dennoch etliche Ansprechpartner, Projekte und Spendenaktionen.

Ärzte, Bereitschaftsdienst und Corona-Tests

Um das Corona-Virus weiter einzudämmen, ist die kassenärztliche Bereitschaftsdienstpraxis zurzeit geschlossen. Bis auf weiteres werden die Ärzte, die bisher in den Bereitschaftsdienstpraxen den Dienst versehen haben, mobil eingesetzt. Erreichbar ist der Bereitschaftsdienst über die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116117.

In unserer Region startete ein bundesweit einmaliger Test: Ärztenotdienst per Videosprechstunde. Leichte Beschwerden wollen die Ärzte in unserer Region nun am Computer abklären. Gerade jetzt in Zeiten von Corona und geschlossenen Bereitschaftsdienstpraxen soll das neue Angebot die derzeit zu Hausbesuchen tourenden mobilen Bereitschaftsdienst-Ärzte an Wochenenden und Feiertagen entlasten.

Wirtschaft in Braunschweig

Die Nachfrage nach Hilfsgeld aus dem Härtefallfonds der Stadt Braunschweig ist groß. Der Fonds wurde kürzlich um eine Million auf insgesamt vier Millionen Euro aufgestockt. Profitieren können unter anderem Gastronomen, Hoteliers und Kulturschaffende. Übrigens: Insbesondere zur Unterstützung freier Künstler und Kulturinstitutionen ist noch Geld vorhanden.

Die Stadt will Unternehmen entlasten, die von der Corona-Pandemie betroffen sind. Auf Antrag kann die Gewerbesteuer gestundet werden. Vorauszahlungen sollen angepasst und Vollstreckungsmaßnahmen aufgeschoben werden.

Braunschweiger Gastronomen und Einzelhändler können auf der städtischen Internetseite auf ihre Abhol- und Lieferangebote hinweisen. Unter www.braunschweig.de/bestellen-liefern werden entsprechende Angebote gesammelt. Außerdem gibt es auf Instagram die Accounts supportyourlocal_bs und die „Lieferliste38“ eingerichtet.

Die IHK Braunschweig hat eine Beratungshotline für ihre Mitgliedsunternehmen geschaltet: Unter der Telefonnummer (0531) 4715-222 beraten die IHK-Mitarbeiter zu Fragen rund um Liquiditätshilfen, Gespräche mit Lieferanten und Vermietern, Staatliche Hilfen/Unterstützungsangebote von Bund und Land.

Auf der Internetseite der Stadt gibt es eine Übersicht zu allen Hilfspaketen und Ansprechpartnern für Unternehmen: www.braunschweig.de/wirtschaft-corona. Arbeitgeberverband, IHK, Handwerkskammer, Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und weitere Verbände und Einrichtungen wollen damit den Unternehmen vor Ort bei der Bewältigung der Corona-Krise bestmöglich zur Seite zu stehen.

Was die Braunschweiger Wissenschaft in der Corona-Pandemie beiträgt

Eine Investorengruppe unterstützt mit dem Land Niedersachsen die Braunschweiger Start-ups Yumab und und Corat Therapeutics. Das gemeinsame Ziel ist ein Medikament gegen Corona. Mit Hilfe der neuen Gesellschafter sind nun sechs bis acht Monate Luft. Das reicht, um die klinische Studien zu beginnen. Noch Ende des Jahres sollen die ersten Tests an Menschen stattfinden.

Wissenschaftler der TU Braunschweig haben sich mit der Frage befasst, wie effizientere Corona-Tests möglich sind. Simulationen zeigen ihnen zufolge: Ein Zehntel der Bevölkerung Deutschlands könnte innerhalb von rund zehn Tagen getestet werden – mit Proben-Pooling.

Wissenschaftlern des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung, des Braunschweiger Unternehmen Yumab und der Technischen Universität Braunschweig ist ein großer Schritt auf dem Weg zu einem Medikament gegen Covid-19 gelungen. Sie haben einen Antikörper nachgewiesen, der das Coronavirus erfolgreich am Eindringen in Zellen hindert.

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) warnten Mitte April davor, die Beschränkungen zu lockern. Sie regten sogar an, zu überlegen, ob die Einschränkungen im sozialen Leben kurzfristig noch verstärkt werden sollten, um die Ausbreitung weiter zu verlangsamen.


Die wichtigsten Telefonnummern

Krankheitssymptome: Wer grippeähnliche Symptome hat (Fieber, trockener Husten, Abgeschlagenheit, Halskratzen, Atemproblemen, Kopf- und Gliederschmerzen) sollte seinen Hausarzt anrufen. Bitte NICHT in die Notaufnahmen der Kliniken gehen. Hörgeschädigte können eine Mail an buergertelefon@braunschweig.de schicken.

Außerhalb der Hausarzt-Sprechzeiten: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117 (Montag, Dienstag und Donnerstag ab 19 Uhr, Mittwoch und Freitag ab 15 Uhr sowie Sonnabend, Sonntag und Feiertag ab 8 Uhr und jeweils bis 7 Uhr des darauffolgenden Tages). Beim ärztlichen Bereitschaftsdienst gibt es zurzeit lange Wartezeiten. Bitte nur in dringenden Fällen anrufen!

Corona-Hotline der Stadt: Für allgemeine Fragen ist das Gesundheitsamt unter (0531) 470-7000 erreichbar, und zwar montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr.

Hilfe bei häuslicher Gewalt: In einer großangelegten Kampagne macht das Braunschweiger Gleichstellungsreferat auf das bundesweite Hilfe-Telefon aufmerksam: (0800) 0116016

Bei psychischen und familiären Problemen stehen die bekannten Braunschweiger Beratungsstellen auch jetzt grundsätzlich telefonisch zur Verfügung, etwa der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes unter (0531) 470-7272 und der Psychosoziale Krisendienst unter (0531) 470-7777.

Seit Kurzem gibt es den Physiotherapeuten-Notdienst. Der Eintrag auf der Seite www.physiotherapeuten-notdienst.de ist für alle Praxen kostenlos, egal ob Verbandsmitglied oder nicht. Patienten oder Kliniken können durch eine Suchfunktion schnell und einfach weiterhin geöffnete Praxen in der Nähe des Wohnortes des Patienten finden.


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