Pompöse Eröffnung des Astor Filmtheaters in Braunschweig

Braunschweig.  Betreiber Hans-Joachim Flebbe feierte mit 400 Gästen die Renovierung zum Premium-Kino. Am Donnerstag ist das Haus ganz in der Hand unserer Leser.

Kino-Chef Hans-Joachim Flebbe und Theaterleiter Frank Oppermann umgeben von Tänzerinnen während der Eröffnung vom Astor Kino am Mittwoch (09.10.2019) in Braunschweig.

Kino-Chef Hans-Joachim Flebbe und Theaterleiter Frank Oppermann umgeben von Tänzerinnen während der Eröffnung vom Astor Kino am Mittwoch (09.10.2019) in Braunschweig.

Foto: Philipp Ziebart / Philipp Ziebart/BestPixels.de

Mit glamourösen Revue-Girls, einem quirligen Freddie-Mercury-Darsteller und einem brandaktuellen Blockbuster auf der großen Leinwand: Kinobetreiber Hans-Joachim Flebbe machte die Wiedereröffnung seines Großkinos an der Langen Straße am Mittwoch zu einem erinnerungsträchtigen Abend.

Das C1 Cinema in Braunschweig wird zum Astor Filmtheater

Aus dem C1 Cinema ist nach der Renovierung das Astor Filmtheater geworden. Fast acht Millionen Euro hat Flebbe in das modernisierte Kino gesteckt. Zur Wiedereröffnung hatte der 68-Jährige rund 400 Gäste geladen; am Donnerstagabend steht das Haus dann ganz im Zeichen der exklusiven BZ-Filmpremiere für unsere Leser („Ich war noch niemals in New York“), bevor das Astor am Freitag für den regulären Betrieb öffnet.

Noch nicht ganz fertig

„Seit 40 Jahren eröffne ich Kinos, und immer ist es am Tag zuvor ganz unvorstellbar, dass wir es tatsächlich rechtzeitig schaffen“, gestand Flebbe lachend. Auch diesmal sei noch nicht alles komplett und fertig. „Aber wir wollen hier schließlich noch in 20 Jahren Filme zeigen, und da kommt es jetzt ja nicht auf einen Tag an“, meinte er und gestand, dass die Möbel des italienischen Designers noch nicht fertig seien und die Gäste daher ein paar Wochen lang mit Leihmöbeln vorlieb nehmen müssten.

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Die Geladenen störte das offensichtlich nicht. Sie schauten sich neugierig in den renovierten Sälen um, bestaunten die langbeinigen Tiller Girls und beklatschten heftig den Überraschungsgast Sascha Lien, der eine mehr als überzeugende Freddie-Mercury-Show ablieferte. Der 49-Jährige hatte 2007 die Hauptrolle im Queen-Musical „We will rock you“ ergattert.

Zu guter Letzt gab es auch Kino: die Premiere der Comicverfilmung „Joker“. Dessen Weg führt über dunkle Abgründe hin zum irren Clown, der er schließlich ist, als er auf Batman trifft. Ein gar bedrückendes Werk.

Gehobene Qualität als Konzept

Flebbes Kino-Konzept: topmoderne Technik und gehobene Qualität. Ganz besonders im Logenbereich: Dort gibt es Ledersitze, deren Fußteil sich elektrisch ausfahren lässt, Bedienung am Platz bis Filmbeginn, Begrüßungsgetränk und speziell kreierte Fingerfood-Häppchen vom benachbarten Restaurant Bolero. Zugunsten der Beinfreiheit hat Flebbe die Zahl der Sitzplätze in den acht Sälen von 2600 um 800 reduziert. „Sicher, es wird nun auf manchen Plätzen etwas teurer, doch Gäste in unseren anderen Premium-Kinos haben uns immer wieder bestätigt, dass ihnen der Komfort den höheren Ticket-Preis durchaus wert sei.“ Er habe das Kino mit der Renovierung zukunftssicher machen wollen, betonte Flebbe und verwies dabei auch auf das neue Sound-System Dolby Atmos.

Für einigen Diskussionsstoff wird sicher das Foyer sorgen: Das hat nun eine 70er-Jahre-Retro-Optik. Dunkel an den Wänden, aber an Boden und Decke aufgepeppt mit wilden Teppichmustern und bunten Lichtstrahlern. Geschmackssache.

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