Braunschweiger holt sich einen Deal in der Höhle der Löwen

Braunschweig.  Klaus Skottki findet für seinen Marderschutz in dem Unternehmer Ralf Dümmel einen Investor.

Klaus Skottki hat in der Höhle der Löwen in Ralf Dümmel einen Investor gefunden.

Klaus Skottki hat in der Höhle der Löwen in Ralf Dümmel einen Investor gefunden.

Foto: Frank W. Hempel / TVNOW

Dass Klaus Skottki Judith Williams Traummann ist, hätte sich der 70-jährige Braunschweiger wohl nicht gedacht. „Wären Sie in paar Jahre früher gekommen“, sagte die Unternehmerin in der Sendung „Die Höhle der Löwen“, die am Montagabend ausgestrahlt wurde. Eine Odyssee liege hinter ihr. „Wie oft ich schon wegen Marderbissen mit dem Auto liegen geblieben bin.“ Und dann erst die Marderfamilie auf dem Dachboden der Eltern. Gut, dass Skottki eine Lösung für das Problem präsentierte. Sein Produkt Gomago, das Marder mit einem synthetisch nachgeahmtem Duftstoff, den diese in Paniksituationen verströmen, vertreiben soll, kam äußerst gut an. Und es fand prompt einen Investor, als Skottki sagte: „Ich hoffe, dass der Duftstoff bei Ihnen umgekehrt funktioniert. Steigen Sie ein.“

Da Williams sich eher wohlriechenden Düften widmen wolle, erklärte sie jedoch: „Die Liebe ist aus und ich bin raus.“ Nicht raus waren hingegen Georg Kofler und Ralf Dümmel, die Skottki die gewünschten 80.000 Euro für 20 Prozent an einer noch zu gründenden Firma anboten. Kofler: „Ich habe daran gerochen und fühle mich zu ihnen hingezogen.“ Skottki entschied sich dennoch für Dümmel: „Ich bin ein Nordlicht und ich würde das gerne mit einem Nordlicht zusammen machen.“

Dümmel: Selten jemanden gesehen, der bei seinem Produkt so kompetent ist

„Es hat Spaß gemacht“, sagte Skottki am Tag nach der Sendung. „Beim Pitch musste ich mich an den Ablauf halten, da war es anstrengend, dass man sich nicht vertut.“ Aber danach sei alles wie von selbst gelaufen. „Ich hatte auf jede Frage eine Antwort.“ Und das lobten auch die potenziellen Investoren. Dümmel sagte: „Ich habe selten jemanden gesehen, der bei seinem Produkt so kompetent ist.“ Egal ob zur Verhaltensweise der Marder oder der Summe der Versicherungsschäden, die Marder jährlich anrichten – Skottki musste nicht zögern, hatte jede Antwort parat.

Und das gilt natürlich auch für die Wirkweise seines Produkt, die mit Williams Wunsch „Ich will den Marder nicht umbringen, ich will nur, dass er auszieht“ absolut vereinbar ist. „Ich bin auf das Tierwohl bedacht“, betont Skottki am Tag nach der Sendung. Sein Produkt vertreibt den Marder mit seinen eigenen Waffen, einem Duftstoff. Es schadet ihm nicht. Und Skottki wirbt gar für Verständnis: „Seit es kaum noch kleine Hütten auf den Feldern gibt oder Holzstapel an den Häusern haben wir den Mardern die Rückzugsorte genommen. Und da wundern wir uns, dass sie auf den Dachboden ausweichen.“

Skottki gibt Führung in der Firma aus der Hand

Apropos Dachboden. „Gibt es auch eine Dose für das Haus?“, fragte Carsten Maschmeyer, als die potenziellen Investoren eine Dose für das Auto in der Hand hielten. Auch hier war Skottki vorbereitet und konnte die Frage bejahen. Fünf Jahre Entwicklung und drei Jahre am Markt liegen hinter ihm. Auch das überzeugte die Investoren. Auch wenn die jährlichen Umsätze bisher noch im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich lagen. Doch, so Dümmel: „Jedes Hochhaus fängt im Keller an und ich würde gerne den Weg mit ihnen gehen.“

Diesen Weg wird Skottki künftig nicht mehr in der aktiven Rolle gehen. Das sieht die Vertriebskooperation mit Dümmels Firma vor. Wie genau die Vereinbarungen lauten, darüber haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Für Skottki war aber klar: Mit 70 Jahren weitere fünf bis acht Jahre in den Aufbau einer Firma zu investieren, sei eine zu große Verpflichtung gewesen. Das Gesicht von Gomago bleibt er aber. „Und da, wo ich gebraucht werde, um das Produkt in den Markt zu bringen, bin ich dabei.“

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