Kreis Gifhorn will Eltern wieder Impfempfehlungen geben

Gifhorn.  Der Landkreis plant für den Herbst die diesjährige Durchsicht der Impfdokumente in den 6. und 9. Klassen aller Schulen.

Eine Arzthelferin impft in einer Arztpraxis eine Patientin mit einer Spritze.

Eine Arzthelferin impft in einer Arztpraxis eine Patientin mit einer Spritze.

Foto: Ole Spata/dpa

Haben die Schülerinnen und Schüler des Landkreises alle entscheidenden Impfungen? Braucht es Auffrischungen? Um das festzustellen und den Eltern Empfehlungen zu geben, plane der Landkreis für den Herbst die diesjährige Durchsicht der Impfdokumente in den 6. und 9. Klassen aller Schulen im Landkreis Gifhorn.

„Wir bieten das den Eltern jährlich an, fahren in die Schulen und schauen in die Impfbücher“, sagt Barbara Franke, die Leiterin des Fachbereichs Kinder- und Jugendärztliche Dienst. „Wir machen jetzt Termine mit den Schulen.“ Die Kontrolle sei freiwillig, allerdings bitte der Kreis die Eltern um die Mithilfe, um eine hohe Abgabequote der Impfausweise in den Schulen zu erreichen, heißt es in einer Pressemitteilung. Den Schülern werde rechtzeitig der Termin bekanntgegeben, an dem das Impfbuch mit in die Schule gebracht werden soll.

Gesamtbeteiligung lag zuletzt bei 63 Prozent

Das Fehlen von Auffrischungsimpfungen werde den Eltern in Form einer schriftlichen Empfehlung mitgeteilt. Hinzu komme die Bitte, sich zu diesen Impfungen von ihrem Kinder- beziehungsweise Hausarzt beraten zu lassen und den Impfschutz zu komplettieren. Jeder Schüler erhält vom Gesundheitsamt eine Broschüre über die öffentlich empfohlenen Kinderimpfungen, Informationen zu den Erkrankungen vor denen die Impfungen schützen sollen, sowie einen aktuellen Impfkalender.

Die letzte Durchsicht der Impfdokumente fand im vergangenen Herbst statt. Von 3134 Schülern wurden 1983 Impfdokumente eingesehen, das entspricht einer Gesamtbeteiligung von 63 Prozent. Die Quote lag bereits um 8 Prozent höher als 2018. Die Zahl der abgegebenen Impfbücher variiere stark zwischen den einzelnen Schulformen. So wurden in den Hauptschulen nur 41 Prozent der Impfbücher vorgelegt, in den Oberschulen 52 Prozent, in den Realschulen 58 Prozent und in den Gymnasien 76 Prozent. Die drei integrierten Gesamtschulen im Landkreis haben sich mit 64 Prozent an der Aktion beteiligt. Damit steigerten die Gesamtschulen ihre Beteiligung um 39 Prozent im Vergleich zu 2018.

Bei Gifhorner Schülern besteht relativ guter Impfschutz

„Die Schüler im Kreis Gifhorn sind schon ganz gut durchgeimpft“, sagt Franke. Ein relativ guter Impfschutz bestehe gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Hepatitis B. Die Impfungen gegen diese Krankheiten seien zu 92 Prozent vollständig. Erfreulich hoch sei auch die Impfbereitschaft bei Masern, Mumps und Röteln. 97 Prozent aller Kinder, deren Impfbücher überprüft wurden, seien gegen diese Krankheiten vollständig immunisiert. Im Landkreis Gifhorn sei somit die Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation erfüllt, gegen Masern einen Durchimpfungsgrad von 95 Prozent zu erreichen, um die Krankheit langfristig auszurotten.

Weiterhin haben 79 Prozent der Kinder eine vollständige Windpockenimmunisierung erhalten. Auf einem relativ niedrigen Niveau liegt nach wie vor die Quote der HPV Impfung (Humane Papillomviren, verantwortlich zum Beispiel für Feigwarzen im Genitalbereich und Gebährmutterhalskrebs). 40 Prozent der Neuntklässlerinnen seien ohne Schutz, bei den Jungen sogar 80 Prozent.

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