Förderscheck mal ohne Presse

Bei Scheckübergaben ist die Presse normalerweise stets gern gesehen.

Bei Scheckübergaben ist die Presse normalerweise stets gern gesehen – zum einen, um dem edlen Spender öffentlich zu danken, zum anderen, um zu erklären, welche gute Tat damit finanziert wird. Der Wunsch nach Öffentlichkeit führte gar dazu, dass die Redaktion entschieden hat, ein Foto gibt es nur ab 1000 Euro, ist die Spendensumme geringer, bleibt es bei einem Text. Ausnahmen sind beispielsweise Schulklassen, die ihr Taschengeld für einen guten Zweck spenden. Ministerinnen sind eigentlich keine Ausnahme. Wenn sie mit einem Scheck in Höhe von 32.952 Euro vorstellig werden, sind sie eigentlich gesetzt. Dass die Presse zur Übergabe vor altehrwürdiger Schlosskulisse nicht eingeladen war, geschah sicher mit sorgenvoller Rücksicht auf die zumeist prall gefüllten Terminkalender der Journaille. Wahrscheinlich waren sich die Beteiligten einig, dass die kostbaren 30 Minuten besser für investigative Recherche verwendet werden sollten oder auch zum Schreiben dieser Kolumne. Indes, auf Öffentlichkeit verzichten wollten die Beteiligten nicht. Und so erreichten uns zu dieser Scheckübergabe gleich drei Pressemitteilungen. Die erste kam Donnerstag 15.18 Uhr vom Büro des SPD-Landtagsabgeordneten Philipp Raulfs. Da kam in aller Bescheidenheit derjenige, der das Fördergeld bekommt, erst gar nicht vor. Und auch das Bild war gewissermaßen etwas parteilastig: SPD-Ministerin umrahmt von SPD-Landtagsabgeordneten. Die nächste Mail kam 16.04 Uhr aus dem Sozialministerium. Diesmal mit Landrat und Mitarbeitern der Leitstelle sowie der Sachbearbeiterin Rettungswesen. Die dritte Mail folgte Freitag, 8.12 Uhr vom Landkreis. Sie war inhaltlich identisch mit der des Ministeriums. Zu dem Zeitpunkt war der Text, die leicht redigierte Variante Ministerium, bereits online. Genug der Plauderei aus dem Redaktions-Alltag. Ansonsten war die Woche geprägt vom Aus des Gifhorner Weihnachtsmarkts, der Erhöhung der Parkgebühren und der Suche nach einem Kompromiss bei den Friedhofsgebühren. Das passt irgendwie zum Ewigkeitssonntag.

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