Immobilien-Cheflobbyist beeindruckt von Helmstedt

Helmstedt.  Die Projekte der KWG gelten bei führenden Vertretern der Immobilienbranche als mustergültig. Diesen Eindruck gewinnen sie bei einem Rundgang.

KWG-Geschäftsführer Wito Johann (Mitte) erklärt die Projekte. Von links: Landrat Gerhard Radeck, GdW-Präsident Axel Gedaschko, neben Johan stehen vdw-Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt und Erster Stadtrat Henning Konrad Otto. 

KWG-Geschäftsführer Wito Johann (Mitte) erklärt die Projekte. Von links: Landrat Gerhard Radeck, GdW-Präsident Axel Gedaschko, neben Johan stehen vdw-Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt und Erster Stadtrat Henning Konrad Otto. 

Foto: Jürgen Paxmann

Alle zwei Jahre ist der Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen auf Sommertour. Sie führt ihn dann in mehrere Regionen des Verbandsgebiets Niedersachsen/Bremen. Am Donnerstag war Axel Gedaschko, so heißt der Präsident, eigener Einschätzung nach im Paradies: in Helmstedt.

Dieses Bonmot gebrauchte der Berliner Gast, als er die Quadratmeterpreise von Wito Johann vernahm. Der Geschäftsführer des Kreiswohnungsbau-Gesellschaft (KWG) führte ihn und die niedersächsische Verbandspräsidentin Dr. Susanne Schmidt bei einem Stadt-Rundgang zu Projekten, die die KWG realisiert. Allein 30 Millionen Euro stecken in Vorhaben in der Kreisstadt. Insgesamt bewegt das kommunale Unternehmen ein Investitionsvolumen in Höhe von aktuell 58 Millionen Euro.

Helmstedts Erster Stadtrat Henning Konrad Otto und Landrat Gerhard Radeck waren ebenso beim Treffen dabei. Die Verwaltungschefs gehören dem Aufsichtsrat an und wissen aus zwei Perspektiven, wie der Wohnungsbau sich hier entwickelt. Offenbar weit besser als in den Ballungszentren. Damit sind wir bei den paradiesischen Preisen: Was denn beim Projekt Edelhöfe der Quadratmeter koste, wollte Gedaschko erfahren. Die Antwort: 3000 Euro für Käufer, 8,40 Euro kalt für Mieter.

„Für die 65 Wohnungen haben wir bereits 100 Nachfrager. Die Hälfte will kaufen“, informierte Johann. Die Namen aller Interessenten kommen zunächst auf eine Warteliste. Damit nicht genug: Der riesige Baukörper soll überdies Platz schaffen für Angebote des DRK für betreutes Wohnen, eine Tagespflege und Sozialstation.

Warum Axel Gedaschko eingangs schmunzelte, war der Unterschied zum Preisniveau, den er tags zuvor in Städten wie Paderborn und Münster erfahren hatte. Dort seien die Wohnungen fast doppelt so teuer. „Überhaupt müssen wir darauf schauen, dass nicht allein die Wohnungsnot in Berlin im Fokus der Politik steht“, betonte Gedaschko. „Genau!“, pflichtete ihm die Hannoveraner Verbandspräsidentin Susanne Schmidt bei. „Es ist extrem wichtig, dass die Mittel für den Städtebau in die Fläche fließen. Dort sehe ich den größten Handlungsbedarf.“

Umso mehr freute es die Besucher, dass Helmstedt die Zeichen der Zeit erkannt und sich zum Beispiel ein Integriertes Entwicklungskonzept verpasst habe. Erster Stadtrat Henning Konrad Otto führte aus: „Uns kommt zugute, dass der Wohnungsmarkt hier nicht überhitzt ist. Dennoch haben wir durch Funktionsverluste Leerstand in der Innenstadt. Was können wir dagegen tun? Ihn durch neue Nutzungen in historischer Substanz minimieren. Dazu gibt es keine Alternative.“

Insofern stelle ein Unternehmen wie die KWG ein ganz wichtiger Baustein dar, stellten Landrat Gerhard Radeck und Axel Gedaschko unisono fest. Nur im Verbund mit Politik und Partnern vor Ort könne die städtebauliche Entwicklung funktionieren – übrigens auch in großen Nachbarkommunen wie Königslutter oder Velpke, wie sich an diesem Tag noch zeigen sollte.

In Helmstedt ging es von der Baustelle der Edelhöfe hinüber zum Campus-Projekt zwischen Kybitz- und Schuhstraße. Die vor vier Jahren begonnene Sanierung der alten Bausubstanz, die vier Gebäude umfasst, trägt nun Früchte. Von den 17 Wohnungen sind einige schon bezugsfertig beziehungsweise bereits vergeben.

Ebenso kurz vor dem Abschluss steht die Bebauung des Brandruinen-Grundstücks am langen Steinweg/Ecke Schützenwall (wir berichteten mehrfach). Das Besondere daran: Mit städtischer Förderung und Mitteln der N-Bank entstehen dort 25 Wohnungen, die den Vorgaben des sozialen Wohnungsbau unterliegen. Quadratmeterpreis: 5,60 Euro.

Die Tour der Wohnungsbau-Experten führte anschließend weiter ins Centro KÖ, dem Ärzte- und Therapiezentrum in Königslutter, danach ins Seniorenzentrum Velpke und zum Projekt MuT, wo Mehrgenerationswohnen und Tagespflege mit betreuter Wohngruppe zusammengeführt werden und die Öffentlichkeit mit einbezogen wird.

Was die Besuchergruppe am Nachmittag in Wolfsburg an Informationen, zum Beispiel zu Kaufpreisen im Baugebiet „Steimker Gärten“, gewonnen haben, ist uns nicht bekannt. Es ist zu vermuten, das dieses durchgestylte Quartier die Paderborner Preise toppen dürfte, die Helmstedter sowieso.

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