Helmstedter Handwerks-Nachwuchs trifft den richtigen Ton

Helmstedt.  Mit dem Thema Denkmalschutz konnten sich fünf Auszubildende des Maler- und Lackiererhandwerks zwei Tage lang intensiv beschäftigen.

Sie sind mit dem Ergebnis der Wandsanierung sehr zufrieden (von links): Doris Noll, Wolfgang Brumund, Silvia Heidenreich, Claudius Nitschke und Martin Bauermeister.

Sie sind mit dem Ergebnis der Wandsanierung sehr zufrieden (von links): Doris Noll, Wolfgang Brumund, Silvia Heidenreich, Claudius Nitschke und Martin Bauermeister.

Foto: dirk fochler / Dirk Fochler

Sie gaben einer Giebelwand des Hauses des Handwerks am Helmstedter Holzberg einen neuen Anstrich.

Das unter Denkmalschutz stehende Haus der Kreishandwerkerschaft am Holzberg wurde Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet und wird derzeit umfänglich umgebaut und saniert. In diesem Zusammenhang wurde eine rückwärtige Wand aufgearbeitet und instandgesetzt. „Ein direkt angrenzendes Gebäude auf dem Nachbargrundstück wurde im Jahr 1993 abgerissen. Danach wurde die Wand nur provisorisch hergerichtet“, berichtete die städtische Denkmalpflegerin Doris Noll am Mittwoch bei einem Ortstermin.

Nun erscheint die Wand, einst Teil eines ehemaligen Stallgebäudes, in neuem Glanz. „Die Aufarbeitung der Wand ermöglichte allen Beteiligten einen tiefen Einblick in die grundsätzlichen Fragen und Problemstellungen hinsichtlich des Denkmalschutzes“, berichtete Kreishandwerksmeister Martin Bauermeister. Verbaut waren originalgetreue Materialien wie Lehmziegel, aber auch später eingesetzte Kalksandsteine oder gebrannte Ziegel. Auch mussten die alten Eichenbalken des Fachwerks an einigen Stellen erneuert werden.

Nachdem Zimmermänner, Maurer und Putzer ihre Arbeit erledigt hatten, schlug die Stunde des Maler- und Lackierernachwuchses. „In eigener Verantwortung sollten sie die Fassade streichen. Also selber entscheiden, wie die Holzbalken und der Putz möglichst nah am historischen Original aufgearbeitet werden“, erklärte Bauermeister.

Zur Zufriedenheit der städtischen Denkmalpflege entschieden sich die Azubis Felix Kleist, Justin Neumann, Morris Pause, Pascal Resl und Maik Schmidt für einen Beige-Ton des Putzes – die Eichenbalken ließen sie unbehandelt. „Es ist ein gelungenes Werk, das sich harmonisch in das Quartier einfügt“, urteilte Denkmalpflegerin Noll.

Claudius Nitschke, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, lobte die Selbstständigkeit der Auszubildenden und deren Engagement und Kreativität. Die Auszubildenden wurden von den Malerbetrieben Bauermeister aus Bahrdorf, Lucas aus Helmstedt, Schröter aus Königslutter und Nowack aus Schöningen abgestellt.

Koordiniert wurden die Arbeiten von der Maler- und Lackiererinnung. Das Haus des Handwerks liegt in einem städtischen Sanierungsgebiet. Die Sanierung des Hauses des Handwerks wird aus Fördertöpfen des Bundes, des Landes und der Stadt Helmstedt mit etwa 120.000 Euro unterstützt. Insgesamt investiert die Kreishandwerkerschaft rund 350.000 Euro in ihr Domizil am Holzberg.

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