In Schöningen wird nach Ideen für den „Schichtwechsel“ gesucht

Schöningen.  Die Zusammenarbeit der vier vom Kohle-Ausstieg betroffenen Reviere in Sachen Strukturwandel soll in Schöningen intensiviert werden.

Dr. Jordi Serangeli, Senckenberg-Wissenschaftler und Grabungsleiter der Speere-Fundstelle am Schöninger Paläon, stellte den Teilnehmern der Fachtagung das Helmstedter Revier-Projekt „Wildnis wagen“ vor. 

Dr. Jordi Serangeli, Senckenberg-Wissenschaftler und Grabungsleiter der Speere-Fundstelle am Schöninger Paläon, stellte den Teilnehmern der Fachtagung das Helmstedter Revier-Projekt „Wildnis wagen“ vor. 

Foto: Markus Brich

Der Strukturwandel in den vier deutschen Braunkohlegebieten Helmstedter Revier, Rheinisches Revier, Mitteldeutsches und Lausitzer Revier steht im Mittelpunkt einer zweitägigen Fachtagung in Schöningen.

Rund 60 Teilnehmer und Referenten diskutierten am Dienstag im Herzoginnensaal des Schlosses unter dem Motto „Schichtwechsel – die Zukunft der Braunkohlereviere gestalten“ über bestehende und teils bereits umgesetzte Ideen für den wirtschaftlichen wie landschaftlichen Neustart nach dem Kohleabbau. Einem Fakten-Check zum aktuellen Stand der Entwicklung in den einzelnen Revieren am Vormittag folgte am Nachmittag die Präsentation konkreter Projektbeispiele.

Für das Helmstedter Revier stellte Dr. Jordi Serangeli, Senckenberg-Wissenschaftler und Grabungsleiter der Speere-Fundstelle am Schöninger Paläon, das Projekt „Wildnis wagen“ vor. Zuvor hatte Michael Schmidt von der Planungsgesellschaft Amtshof Eicklingen den Gästen in einem Kurzvortrag den aktuellen Sachstand der Strukturwandel-Bemühungen im Helmstedter Revier erläutert.

„Rund ein gutes Dutzend Projektsteckbriefe wurden in der zweiten Wettbewerbsrunde des Förderprogramms ,Unternehmen Revier’ eingereicht“, erklärte Schmidt im Gespräch mit unserer Zeitung am Rande der Tagung. „Fünf davon wurden vom regionalen Empfehlungsgremium nach der Bewertung beschlossen.“ Dazu zählten das Projekt des Braunschweiger Start-Ups Frog-Coffee, das in der ehemaligen Schöninger Feuerwehrwache eine Kaffee-Rösterei ansiedeln will, sowie die Neuausrichtung der Paläon gGmbH, die laut Schmidt „nach den Wünschen der Gesellschafter zu einem Erlebnis-, Bildungs- und Projektentwicklungsmanagment umgebaut werden soll. Sie könnte auch als Träger für das ,Wildnis wagen’-Projekt dienen.“ Über die drei weiteren empfohlenen Äntrage, die sich derzeit in der Bearbeitung befinden, könne aus Gründen des Datenschutzes noch nichts gesagt werden.

In der ersten Wettbewerbsrunde des Förderprogramms „Unternehmen Revier“ waren zwei Ideen zur Umsetzung gekommen: die Gewässerwoche Schunter und der Umbau der Alten Helmstedter Post in ein Gründerzentrum für Unternehmer.

„Für den Strukturwandel muss es mehr geben, als touristisch nutzbare Seen-Landschaften“, forderte Stephanie Müller von der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume, die die Tagung gemeinsam mit mit der Leader-Region Grünes Band im Landkreis Helmstedt organisiert hat. Die Ideen, Projekte und Ansätze aus den Revieren sollen am Mittwoch in mehreren Arbeitsgruppen weiterentwickelt werden, um so eine Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Kohlerevieren zu intensivieren.

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