Schule Groß Twülpstedt: Grüne bestehen auf Versprechen

Velpke.  Wenn heute der Samtgemeinderat ab 18 Uhr im Rathaus Velpke tagt, dann haben dessen Mitglieder ein ordentliches Pensum vor der Brust.

Carola Jacobs-Schütte wünscht sich, dass der Grüne Dietrich Hansmann immer wieder auf einen Grundschulneubau in Velpke besteht. Sie begründet das mit einem alten Versprechen aus den 70er Jahren.

Carola Jacobs-Schütte wünscht sich, dass der Grüne Dietrich Hansmann immer wieder auf einen Grundschulneubau in Velpke besteht. Sie begründet das mit einem alten Versprechen aus den 70er Jahren.

Foto: Erik Beyen

20 Punkte zählt die Tagesordnung, nicht alle durchweg spannend, aber: Ein Thema birgt Sprengstoff, nämlich die Erweiterung der Grundschule am See in Groß Twülpstedt. Heute soll der Rat endgültig über das Projekt entscheiden. Es gilt als gesichert, dass die Pläne auch das höchste Gremium auf Samtgemeindeebene passieren.

Ebenso dürfte aber sicher sein, dass aus den Reihen der Grünen Widerspruch kommt. Dort plädiert man seit Jahren für einen Schulneubau in Velpke. Zu diesem Thema erreichte unsere Zeitung ein Leserbrief von Carola Jacobs-Schütte. Sie ist ehemalige Ratsfrau in Velpke und unterstützt die Position der Grünen, also von Barbara und Dietrich Hansmann. Mit seinen Eingaben, sagt Jacobs-Schütte, lege Dietrich Hansmann den Finger in die Wunde. „Das muss er immer wieder und wieder tun“, ergänzt sie in einem Gespräch. Die aktuelle Schiedsfrau in Velpke bringt zum Lokaltermin einen Ordner mit. Der Inhalt beschreibt die vergeblichen Bemühungen einer Elterninitiative in den 90er Jahren, die Politik an ein altes Versprechen zu erinnern und dieses einzulösen. Gegeben hatten es CDU und SPD 1971 im Samtgemeinderat. Es lautete: Die alte Schule in Velpke wird 1972 geschlossen, die Beschulung vorübergehend verlagert. 1974 bekommt Velpke eine neue Grundschule.

„Nur unter dieser Bedingung hatte der Elternrat damals zugestimmt“, sagt Jacobs-Schütte. Sie kann das mit einem Originalprotokoll belegen. Auch den Hergang der Bemühungen in den 90er Jahren kann sie nachweisen. Heute scheint klar: Die Politik hat ihr Versprechen damals offenbar gebrochen. Jacobs-Schütte sieht die Kosten für Erweiterungen und Sanierungen der bestehenden Schulen in der Samtgemeinde als eine Folge der damaligen Entscheidungen: „Dafür hätten wir problemlos eine Schule in Velpke bauen können“, sagt sie.

Und dann führt sie all die Argumente an, die bekannt sind, aber aus Sicht der Grünen schlichtweg ignoriert werden: „Warum müssen die Kleinen mit dem Bus fahren?“, fragt sie. Das überfordere Erst- und Zweitklässler. Als Folge erlebe man den Bring- und Abholverkehr der Eltern. „Eine Katastrophe ist das.“ Auch die Kosten für die Busfahrten kritisiert sie, daran besonders die Gleichgültigkeit der Verantwortlichen, denn den Schülertransport zahle der Landkreis.

Die Erweiterung der Grundschule Groß Twülpstedt gilt als beschlossen. Ihre Hoffnung will Jacobs-Schütte aber nicht aufgeben, so lange nicht, wie etwa Hansmann seinen Finger weiterhin in die klaffende Wunde aus den 70er Jahren legt.

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