Digitalisierung erhöht Chancen für den Kreis Helmstedt

Helmstedt.  Der Startschuss für die Schaffung eines Gründer-Ökosystems im Landkreis Helmstedt ist im Juleum gefallen.

Helmstedt Juleum Auftaktveranstaltung zum Prozess "nachhaltige Gründungsstrukturen schaffen"; Professor Reza Asghari. Foto: Dirk Fochler

Helmstedt Juleum Auftaktveranstaltung zum Prozess "nachhaltige Gründungsstrukturen schaffen"; Professor Reza Asghari. Foto: Dirk Fochler

Foto: dirk fochler / Dirk Fochler

Firmengründer mit innovativen Ideen sollen im Landkreis Helmstedt künftig gezielt und systematisch gefördert und unterstützt werden. Am Montag fand im Juleum eine Auftaktveranstaltung dazu statt. Eingeladen war Professor Reza Asghari, Leiter des Entrepreneurship Hub der Technischen Universität Braunschweig und der Ostfalia Fachhochschule, als erfahrener Impuls- und Ideengeber, als Netzwerker, aber auch als Mutmacher und als ein Mann mit klarem Blick für die Realität.

„Zweifelsfrei können Unternehmensgründungen im ländlich geprägten Raum wie dem Landkreis Helmstedt erfolgreich verlaufen. Denn dank der Digitalisierung spielt es im Grunde keine Rolle, an welchem Ort sich Unternehmen gründen“, erklärte Asghari. Im Rahmen einer Projektpartnerschaft haben es sich der Landkreis, vertreten durch das Helmstedter Regionalmanagement (HRM), die Kommunen sowie der Entrepreneurship-Hub der TU Braunschweig zur Aufgabe gemacht, eine nachhaltige Gründungs-Struktur, ein sogenanntes Gründer-Ökosystem, zu schaffen (wir berichteten). An diesem Gründer-Ökosystem sollen sich bereits bestehende Unternehmen ebenso sie Banken und die Wolfsburg AG sowie die Allianz für die Region als Unterstützer und Wegbereiter beteiligen.

„Das HRM ist dabei Moderator und Multiplikator, gibt auch Informationen zu Fördermöglichkeiten. Ein Konzept, wie dann alles ablaufen könnte und sollte, wird gerade von einem Mitarbeiter unseres Lehrstuhls erstellt“, berichtete Asghari im Juleum.

Das vorerst auf ein Jahr angelegte Projekt zur Schaffung einer nachhaltigen Gründungsstruktur beinhaltet auch die Durchführung von Gründerwettbewerben, von Unternehmertagen und von Themenworkshops sowie insbesondere individuelle Beratungsangebote. Für Landrat Gerhard Radeck ist die Schaffung des Gründer-Ökosystems nur ein Baustein von mehreren in dem Bemühen, im Landkreis nach dem Ende des Kohleabbaus einen Strukturwandel einzuleiten und die Region wirtschaftlich zu entwickeln. „Natürlich müssen und wollen wir über unser Regionalmanagement und die kreisweite Wirtschaftsförderung auch gewerbliche Neuansiedlungen realisieren und bereits vorhandene Unternehmen in ihrer Entwicklung fördern. Wir müssen aber auch mutig sein, ins Risiko gehen und wollen mit dem Gründer-Ökosystem vor allem jungen Menschen eine Plattform bieten“, erklärte Radeck.

Dass der Landkreis Wachstum und Innovationen benötige, verdeutliche ein Blick auf die Zahlen. Laut HRM-Geschäftsführer Goebel liege die Wirtschaftskraft des Landkreises etwa 50 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Und zur Besserung könnten laut Goebel insbesondere junge, innovative Existenzgründungen, so genannte Start-up-Unternehmen, beitragen. „Start-ups beleben die technische und wirtschaftliche Entwicklung vor Ort, durch sie erhöht sich auch der Druck auf bereits existierende Unternehmen, ebenfalls an Innovationskraft zuzulegen“, erläuterte Goebel die Wirkung.

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