Senioren im Kreis Helmstedt plaudern jetzt digital

Helmstedt.  In der Corona-Krise herrscht Besuchsverbot in den Alten- und Pflegeheimen, die Belastung für die Mitarbeiter steigt.

Ganz so entspannt wie hier bei einem Sommerfest im Alten- und Pflegeheim des DRK in Langeleben geht es derzeit in den Pflegeheimen nicht zu. Corona ist auch hier ein beherrschendes Thema.

Ganz so entspannt wie hier bei einem Sommerfest im Alten- und Pflegeheim des DRK in Langeleben geht es derzeit in den Pflegeheimen nicht zu. Corona ist auch hier ein beherrschendes Thema.

Foto: privat

Senioren- und Pflegeheime sind für Besucher geschlossen, Mitarbeiter und Bewohner sollen Abstand halten, Hygienemaßnahmen rücken noch mehr in den Fokus – die Corona-Krise hat die Einrichtungen voll im Griff.

„Die Lage ist natürlich etwas angespannt, aber keinesfalls dramatisch. Die Umstände erfordern einige Sondermaßnahmen, mit denen aber alle Beteiligten in der Regel souverän und angemessen umgehen“, berichtete uns Mark-Henry Spindler, Kreisvorstandsvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das im Landkreis mehrere Einrichtung für ältere oder zu pflegende Mitbürger betreibt.

Unfreiwillig bietet die Corona-Krise nun auch den Älteren Zugang zu den vermeintlichen Segnungen der Digitalisierung. Das DRK hat für die Einrichtungen iPads angeschafft, mittels des Chat-Dienstes Facetime können nun Sozialkontakte in Wort und Bild gepflegt werden. „Das ersetzt natürlich nicht das direkte Gespräch mit Angehörigen, bietet aber zumindest die Möglichkeit, sich auch mal zu sehen. Sonst bliebe ja nur das Telefon zum Gesprächen zwischen den Bewohnern und ihren Angehörigen oder Freunden“, betonte Spindler.

Das DRK setzt aber nicht nur auf die Digitalisierung, um den Heimbewohnern möglichst viele Gesprächskontakte zu ermöglichen. „Wir setzen nun unsere Schulbetreuer in den Senioren- und Pflegeeinrichtungen zur Verstärkung der ohnehin vorhandenen Betreuungsteams ein“, berichtete der DRK-Kreisvorstandsvorsitzende.

Besuche von Angehörigen sind einzig auf den Palliativstationen möglich. „Das müssen und wollen wir ermöglichen, mit den entsprechenden Schutzmaßnahmen funktioniert es“, erklärte Schindler.

Bezüglich der Hygienemaßnahmen sieht Schindler keine Probleme. Alle Mitarbeiter seien ohnehin geschult, es gebe Hygienepläne und -beauftragte für die einzelnen Einrichtungen: „Natürlich wird jetzt noch mehr Händedesinfektion betrieben als vor der Corona-Zeit, doch insgesamt geht es um einen sachgerechten, vernünftigen und angemessenen Umgang mit dem Thema Hygiene. Es ist wenig hilfreich, das Thema zu dramatisieren.“

Spindler stellte aber auch klar, dass die Situation – insbesondere bedingt durch das Besuchsverbot – „schwierig für die Bewohner“ sei und auch die Mitarbeiter „langsam an ihre Grenzen“ gelangen würden. „Über einen längeren Zeitraum lässt sich solch eine Konstellation, wie wir sie jetzt haben, nicht aufrecht erhalten. In einigen Wochen müssen wir unbedingt das Für und Wider der derzeit geltenden Einschränkungen, die ich derzeit als vollkommen berechtigt ansehe, neu abwägen“, bekräftigte Mark-Henry Spindler.

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