Corona – Helmstedts Bürgermeister spürt schwarze Schafe auf

Helmstedt.  Helmstedts Bürgermeister Wittich Schobert ist derzeit auch am Telefon gefordert wie selten zuvor. „Viele wollen wissen, was noch erlaubt ist.“

Das Helmstedter Rathaus ist derzeit für Besucher geschlossen. Bürgermeister Wittich Schobert leistete am Donnerstag Außendienst.

Das Helmstedter Rathaus ist derzeit für Besucher geschlossen. Bürgermeister Wittich Schobert leistete am Donnerstag Außendienst.

Foto: Michael Strohmann

Die Liste der behördlichen Verfügungen mit Einschränkungen und Verboten ist lang, manch einer verliere da den Überblick, berichtete Schobert am Donnerstag. Es gebe aber auch einige schwarze Schafe, die die Verfügungen zu umgehen oder gar zu ignorieren versuchten.

Am Donnerstag begab sich Schobert, der in dieser Woche im Home Office arbeitet, in den Außendienst, um die Einhaltung der Auflagen stichprobenhaft zu überprüfen. Dabei sei er auf Situationen gestoßen, in denen Kunden Speisen direkt in gastronomischen Betrieben bestellen wollten – „am offenen Fenster sozusagen“, so Schobert. Das habe er sofort untersagt. „Bestellungen dürfen nur telefonisch oder per Internet aufgegeben werden, manch einer hat das immer noch nicht verstanden.“

Erfreulich sei die Zahl der Hilfe-Angebote, die ihn täglich am Telefon erreiche, erzählte Schobert. „Junge Leute rufen an und bieten an, Einkäufe für Senioren oder Kranke zu tätigen, das finde ich ganz toll.“ Auch kämen viele Vorschläge herein zur Bewältigung der Corona-Krise im Alltag. „Eine Frau gab die Anregung, an einem Bauzaun kostenlos Beutel mit Lebensmitteln aufzuhängen. Obdachlose sollten sich dort bedienen können“, berichtete Schobert. Auch wenn diese Idee nicht umgesetzt werde, weil die Gefahr bestehe, dass sich mehrere Personen an dem Zaun versammeln, sei es ermutigend zu beobachten, wie intensiv Helmstedter Bürger über das Schicksal von Mitmenschen nachdenken würden. Grundsätzlich würden alle Vorschläge notiert. „Bei Bedarf greifen wir darauf zurück“, versprach Schobert.

Helmstedts Bürgermeister berichtete außerdem von einer „sehr guten Zusammenarbeit“ der Kommunen im Landkreis, die sich gegenseitig informieren und unterstützen würden. Der beim Landkreis angesiedelte Krisenstab leiste hervorragende Arbeit. „In normalen Zeiten wird viel geschimpft über den Bürokratismus in Deutschland. In der Krise aber erleben wir, wie gut es ist, mehrere Verwaltungsebenen zu haben, vom Bund bis zu den Gemeinden. Sonst könnten wir all die Regelungen gar nicht so flächendeckend umsetzen.“

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