Tote Schöningerin aus der Weser: Mit Steinplatte versenkt

Balge/Schöningen.  Nach der Obduktion steht fest, dass die junge Frau versenkt wurde und dann ertrunken ist. Die Polizei vermutet die Täter im Rotlichtmilieu.

Traurige Gewissheit: Die 19-Jährige aus Schöningen ist an einer Steinplatte gefesselt ins Wasser geworfen worden. Als Todesursache gilt somit: Sie ist ertrunken. (Symbolbild).

Traurige Gewissheit: Die 19-Jährige aus Schöningen ist an einer Steinplatte gefesselt ins Wasser geworfen worden. Als Todesursache gilt somit: Sie ist ertrunken. (Symbolbild).

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Die Ende April tot in der Weser bei Balge (Landkreis Nienburg) entdeckte 19-Jährige aus Schöningen ist mit einer Steinplatte versenkt worden und ertrunken. Das teilten die Polizei Nienburg/Schaumburg und die Staatsanwaltschaft Verden am Freitag unter Berufung auf die Obduktionsergebnisse mit.

Täter vermutlich aus Rotlichtmilieu

Die Täter, mindestens zwei Männer, seien vermutlich dem Rotlichtmilieu zuzuordnen, heißt es in der Mitteilung. Um den Fall aufzuklären, hoffen die Ermittler auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung. Derzeit gehen Polizei und Staatsanwaltschaft etwa 30 Hinweisen nach.

Die Leiche der Schöningerin war am 28. April im Wasser des Schleusen-Kanals nahe Balge von Binnenschiffern entdeckt worden. Weil schnell klar war, dass die Frau das Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war, bildete die Polizei die Mordkommission „Anker“, bestehend aus 25 Ermittlern.

Die nun veröffentlichten Erkenntnisse bestätigen Medienberichte vor sechs Wochen, in denen es hieß, dass die junge Frau noch gelebt habe, als sie mit auf dem Rücken gefesselten Händen und mit Betonplatten beschwert ins Wasser geworfen wurde.

Tatzeit zwischen 5. und 6. April

Die Staatsanwaltschaft Verden wollte am Freitag auf unsere Nachfrage weitere Einzelheiten mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen weder preisgeben noch kommentieren. Die Ermittlungsbehörden hoffen aber auf weitere, sachdienliche Hinweise und wenden sich mit diesen speziellen Fragestellungen an die Öffentlichkeit: Wer hat in der Zeit zwischen dem 5. und 6. April 2020 Beobachtungen am Schleusenkanal gemacht? Auch scheinbar unwichtige Dinge könnten dabei bedeutsam sein. Allerdings beziehen sie sich auf die örtlichen Gegebenheiten im Kreis Nienburg.

Kennzeichen-Suche eingekreist

Interessant für die Ermittler sind daher Beobachtungen von Fahrzeugen, neben NI- Kennzeichen auch Kennzeichen WTM und FRI. Sie stehen für die Landkreise Nienburg, Wittmund und Friesland. Wer hat Andrea K. in Nienburg oder Umgebung gesehen? Wer kann Angaben zu ihrem Aufenthaltsort und/oder Wohnort machen? Wer kann Hinweise auf unerlaubte Prostitution im Bereich Nienburgs geben?

Wertvoll seien auch Hinweise aus der Szene. Insbesondere für diesen Personenkreis fügt die Staatsanwaltschaft hinzu, dass Hinweise auch vertraulich entgegengenommen werden können. Bei der Polizei ist ein Hinweis-Telefon eingerichtet. Rund um die Uhr: (0172) 26 28 714.

Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

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