Leser wählen Kerstin Mücke zur Helmstedterin des Jahres

Lesedauer: 6 Minuten
Helmstedter des Jahres - die komplette Verleihung

Helmstedter des Jahres - die komplette Verleihung

Für unseren Ehrenamtspreis zum Helmstedter des Jahres haben wir im Corona-Jahr auf eine digitale Preisverleihung zurückgegriffen. Den kompletten Livestream der Feierstunde gibt es hier nochmals zu sehen.

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Helmstedt.  Unsere Leser haben die 51 Jahre alte Intensiv-Krankenschwester aus Grasleben zur „Helmstedterin des Jahres 2020“ gewählt.

Unsere Leserinnen und Leser haben sich entschieden: die Helmstedterin des Jahres heißt Kerstin Mücke. Am Mittwochabend wurde die Intensiv-Krankenschwester in einer Online-Ehrungsveranstaltung unserer Zeitung ausgezeichnet.

Mit ihrem Votum verliehen unsere Leser einer der vielen „Corona-Heldinnen des Alltags“ den Titel. Die 51-Jährige aus Grasleben arbeitet seit mehr als 20 Jahren im Helmstedter Krankenhaus. Seit März 2020 betreut sie dort schwer erkrankte Covid-19-Patienten. Kerstin Mücke wurde für ihr Engagement als Fachschwester für Anästhesie und Intensivmedizin im Zuge der Corona-Pandemie ausgezeichnet.

Platz zwei ging an Martin Lehmann, der sich seit Gründung des Fördervereins Waldbad Birkerteich als dessen Vorsitzender leidenschaftlich für den Erhalt des idyllischen Freibades einsetzt. Rosemarie Winkler aus Helmstedt wurde mit dem dritten Platz gewürdigt. Sie ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich aktiv, ob in der Kirchenarbeit oder im Türmer-Team der Stadt. Zudem bildete sie viele Kinder an der Flöte aus und kümmert sich um die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“.

Mehr Unterstützung vom Staat statt nur Applaus

„Mehr Unterstützung vom Staat statt nur Applaus lautet eine der Forderungen unserer Preisträgerin“, hob die Chefredakteurin unserer Zeitung, Kerstin Loehr, in ihrer Laudatio hervor. „Kerstin Mücke appelliert eindringlich an ihre Mitmenschen, die Gefahr einer Corona-Erkrankung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.“ Es freue sie besonders, so betonte Loehr, dass die „Helmstedterin des Jahres 2020“ ihre Auszeichnung ausdrücklich „stellvertretend für das gesamte Krankenhaus-Personal, vom Empfang über die Normalstationen bis hin zu den Ärzten, entgegennehme. „Für all die, die in diesem Jahr unglaubliches geleistet haben – und leisten.“

Auszeichnung als Ausrufezeichen

Die Auszeichnung zum Helmstedter des Jahres habe sie wirklich jedem gegönnt, erklärte Kerstin Mücke nach der Preisverleihung, dennoch: „Für die vielen, vielen Pflegekräfte weltweit habe ich gehofft, dass wir mit der Auszeichnung ein Ausrufezeichen setzen können“, sagte sie spürbar ergriffen von der Ehrung: „Ich habe noch ein richtiges Zittern in mir.“

Ihr Beruf lasse sich nicht ohne Emotionen ausüben: „Es berührt mich unwahrscheinlich, wenn ich sehe, wie viele Menschen diese Krankheit nicht überstanden haben“, sagte die 51-Jährige. Derzeit erholt sie sich selbst von einer Operation. „Ich hoffe ich, dass die endlich mit den Impfungen hinterherkommen, damit wir die Pandemie in den Griff bekommen und ein einigermaßen normales Leben möglich ist“, erklärte sie.

Schlittenhunde geben ihr Kraft für den beruflichen Alltag

Es sei durchaus nachvollziehbar, dass die Menschen ungeduldig würden, und es nicht erwarten könnten, Urlaub machen zu dürfen oder einfach nur im Café sitzen zu können. Kraft für ihren beruflichen Alltag schöpfe sie aus der Arbeit mit ihren Schlittenhunden: „Man fühlt sich frei, wenn man mit diesen Tieren arbeitet. Sie geben einem unheimlich viel zurück.“ Wenn man mit ihnen unterwegs sei, lasse sich einfach abschalten und man fühle sich frei.

„Nur ganz wenige Stimmen lagen am Ende der Auszählung zwischen Platz eins und zwei“, verriet die Helmstedter Lokalredakteurin Sebahat Arifi in ihrer Würdigung des Zweitplatzierten. „Martin Lehmann steht wie kein anderer in Helmstedt für das Waldbad Birkerteich.“ Als es vor rund 20 Jahren geschlossen werden sollte, stand er auf und sagte: „Nein, wir brauchen ein Freibad!“ Seither setze er sich nicht nur unermüdlich für den Erhalt des Bades ein, sondern habe auch dessen Ausbau zu einer Event-Location vorangetrieben.

„Ohne das Vorstands-Team und die vielen freiwilligen Helfer und Mitglieder wäre das nicht möglich gewesen“, betonte Lehmann und ließ die Gelegenheit nicht verstreichen, auch in diesem Jahr zum Besuch des Waldbades aufzufordern: „Schon jetzt haben wir 25 Veranstaltungen geplant, von Konzerten bis hin zum Poetry-Slam ist für jeden Helmstedter etwas dabei.“

Das Lebensmotto der Drittplatzierten, Rosemarie Winkler, laute „Wem ich helfen kann, dem helfe ich gern“, hob der stellvertretende Helmstedter Redaktionsleiter Jürgen Paxmann hervor. Sie wirke mit ihrem ehrenamtlichen Engagement auf vielen Ebenen seit Jahrzehnten nicht nur für das Gemeinwohl im Landkreis, sondern in vielen Teilen Europas. Und in ihrer Rolle als Türmer-Geselle dürfe man Rosemarie Winkler durchaus als ein „Gesicht der Stadt Helmstedt“ bezeichnen. „Wegen der Corona-Reglungen werden wir Türmer vor Ostern die Wochen wohl nicht mehr abblasen können“, bedauerte die Helmstedterin und versicherte zugleich: „Aber wir Vier scharren schon mit den Hufen und stehen bereit, wenn es wieder losgehen kann. Denn es macht einfach Spaß, mit unserem Dienst die alte Historie unserer Stadt zu vertreten.“

Alle Kandidaten haben viele Stimmen eingesammelt

Die Leserinnen und Leser unserer Zeitung hatten im Herbst 2020 viele Vorschläge eingereicht, eine Redaktionsjury suchte aus diesen Vorschlägen nach eingehender Prüfung sechs Bewerberinnen und Bewerber für die Wahl zum „Helmstedter des Jahres 2020“ aus. „Alle Kandidatinnen und Kandidaten haben bei der Wahl viele Stimmen eingesammelt“, hob der Helmstedter Redaktionsleiter Michael Stohmann hervor, der den Livestream moderierte.

„Von daher bedeutet die Reihenfolge der Platzierung nicht, dass sich irgendjemand als Verlierer fühlen sollte. Auf Platz vier wählten unsere Leser Leonardo Emilian Meyer-Welz aus Altena bei Bahrdorf, der zu seinem Geburtstag Spenden für das Hospizhaus in Wolfsburg gesammelt hatte, gefolgt von Thomas Winterboer aus Ochsendorf. Er hatte für Schlagzeilen gesorgt, weil er nach einem A2-Unfall 16 Tonnen Milchprodukte vor der Vernichtung rettete, um sie an Hilfsorganisationen zu verteilen. Mit Platz sechs zeichneten unsere Leser Igel-Schützerin Uta Offelmann aus Helmstedt aus.

Gesellschaft lebt vom Engagement der Menschen

Mit der Vergabe des Titels „Helmstedter des Jahres“ würdigt unsere Zeitung jährlich das besondere Engagement von Menschen aus dem Kreis Helmstedt. Offizieller Partner und Unterstützer der Aktion ist das Unternehmen Energy from Waste (EEW). „Diese Gesellschaft lebt davon, dass sich viele Menschen privat ehrenamtlich oder auch beruflich für sie engagieren. Gerade jetzt ist das besonders wichtig, um gemeinsam durch diese schwere Zeit zu kommen“, sagte EEW-Geschäftsführer Rüdiger Bösing.

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