Feuerwehr-Gerätehaus in Groß Twülpstedt wird teurer als geplant

Velpke.  Die Kita-Übergangslösung in Velpke und Mehrkosten für das Feuerwehrgerätehaus in Groß Twülpstedt machen einen Haushaltsnachtrag nötig.

Ein Blick auf das neue Feuerwehrgerätehaus in Groß Twülpstedt: Bei der Abrechnung des Gebäudes ist der Verwaltung in Velpke ein Fehler unterlaufen.

Ein Blick auf das neue Feuerwehrgerätehaus in Groß Twülpstedt: Bei der Abrechnung des Gebäudes ist der Verwaltung in Velpke ein Fehler unterlaufen.

Foto: Erik Beyen

Am Anfang ihrer Sitzung am Mittwochabend staunten die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen in der Samtgemeinde Velpke nicht schlecht. Der Ratssaal war mit neuen Stühlen und Tischen ausgestattet. Demnächst sollen noch das Licht und eine mobile Medienwand folgen. Doch das stand nicht auf der Tagesordnung des Gremiums. Es ging ausschließlich um den ersten Nachtragshaushalt der Samtgemeinde, verbunden mit guten und einer schlechten Nachrichten.

Beginnen wir mit der schlechten Nachricht: Das neue Feuerwehrgerätehaus in Groß Twülpstedt wird teurer als geplant. Das liege, so Verwaltungschef Rüdiger Fricke, unter anderem an eingeplanten Eigenleistungen, die letztlich aber nicht hätten erbracht werden können. Der erste Mann in der Samtgemeinde sagte das ohne jeden Groll. Immerhin hätte der harte Kern der Wehr ganze 16.000 Arbeitsstunden abgeleistet. Aber auch die Verwaltung hat wohl nicht korrekt gearbeitet, gab Fricke zu. Er habe sich alle Zahlen geben lassen und festgestellt, dass durch Nichtbuchung von Eigenleistungen Gelder vermeintlich zur Verfügung gestanden hätten, die tatsächlich nicht mehr abrufbar waren. „Vermutlich hat das auch etwas mit der Länge des Bauvorhabens zu tun“, so Fricke. Zudem seien die Eigenleistungen einfach viel zu hoch bewertet worden, ein Fehler, den man nicht erneut machen werde. Am Ende braucht das Bauvorhaben, auch, weil Facharbeiten ausgelagert worden sind, maximal 200000 Euro mehr. Darüber hätte man die Politik deutlich früher in Kenntnis setzen müssen.

Für seine selbstkritische Art bekam Rüdiger Fricke durchweg Zuspruch aus dem Ausschuss, zumal der schlechten Nachricht eine gute folgte: Die Samgemeinde bekommt mehr Schlüsselzuweisung. Und die bewirke letztlich, dass der Ergebnishaushalt trotz der vermeintlich schlechten Botschaft eine grüne Zahl trägt. Man habe ja bereits aus dem Fehler gelernt, und die Eigenleistungen beim Neubau des Gerätehauses in Wahrstedt deutlich vorsichtiger bewertet, so Detlev Pilzecker von der CDU. Mark Kreutzberg von der SPD lobte die offene Art und Weise des Verwaltungschefs.

Apropos: Der Nachtragshaushalt ist auch nötig, weil man die Nachfrage nach Plätzen in Kindertagesstätten mit einer Übergangslösung in der Carl-Friedrich-Gauß-Oberschule abfangen will. Kostenpunkt: rund 565000 Euro abzüglich Zuschüsse vom Landkreis, deren Höhe noch nicht ganz klar ist. Unabhängig davon muss die Samtgemeinde am Ende wohl mehr Kredite aufnehmen, nämlich 365.800 Euro mehr, verbessert durch die Schlüsselzuweisung aber den Ergebnishaushalt um 228.100 Euro.

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