Bilder, die aus dem Rahmen wachsen

Braunschweig.  Das Braunschweiger Photomuseum zeigt Arbeiten zwischen Fotografie, Installation und Malerei.

Rauminstallation und Foto-Collagen von Frauke Dannert im Photomuseum Braunschweig.

Rauminstallation und Foto-Collagen von Frauke Dannert im Photomuseum Braunschweig.

Foto: Photomuseum

Der linke Raum im südlichen Torhaus des Museums für Photographie ist fast nicht wiederzuerkennen. Große weiße Formen, aus Teppichboden geschnitten, laufen über den Boden, werden länger und länger wie ein heller, der Lichtquelle vorauseilender Schatten, klettern die Rückwand hinauf und vereinigen sich mit den Balken und Neonröhren unter der Decke.

Der rechte Winkel, in dem Wände und Decke zusammenstoßen, ist in diesem dynamischen Ansturm kaum mehr auszumachen, alles geht fließend ineinander über. An den Wänden des Raumes sind sehr sparsam einige Collagen gehängt, deren Elemente aus Scans von Blättern geschnitten und zu neuen vegetabilen Formen und Strukturen zusammengefügt wurden. Diese Formen und Strukturen scheinen von dort aus in den Raum hineingewuchert und -gewachsen zu sein.

Geschaffen hat diese Installation Frauke Dannert, die in den vergangenen zwei Jahren Dorothea Erxleben-Stipendiatin und -Lehrbeauftragte an der HBK Braunschweig war. Dannert, 1979 in Herdecke geboren, lebt und arbeitet in Köln. Ihre Ausbildung begann sie 2001 mit dem Studium der Malerei an der Kunstakademie Münster, das sie aber nicht befriedigte. 2004 wechselte sie an die Kunstakademie Düsseldorf, in die Klasse von Prof. Thomas Grünfeld, wo sie endlich fand, was sie suchte: einen medien- und gattungsübergreifenden künstlerischen Ansatz.

Die Collage ist das Prinzip ihrer künstlerischen Arbeit, sie setzt Collagen, fotografische Arbeiten, Projektionen, Wandmalerei und Bodenarbeiten in ortsbezogenen Installationen zueinander in Beziehung. In Braunschweig zeigt sie erstmals auch ein filmisches Werk.

An der HBK Braunschweig gab die Künstlerin ein Seminar zum Thema „Fotografie als Werkzeug“. Den Arbeitsergebnissen der Studierenden ist der zweite Teil der Ausstellung „Multiple Exposure“ im nördlichen Torhaus gewidmet.

Sie werden in vier Gruppen von je drei Künstlerinnen und Künstlern präsentiert, zu jedem Wechsel gibt es eine eigene Eröffnung. Zum Auftakt hat Noemi Kleibrink ein faszinierenden Wechselspiel zwischen Malerei und Fotografie inszeniert, mit Wandmalerei und Aufnahmen von abstrakten malerischen Strukturen.

Charlotte Maria Kätzl hat eine Rauminstallation erarbeitet, die von einem selbst geschaffenen Science-Fiction-Kostüm ihren Ausgang nimmt; Fotos von Personen, die in diesem Kostüm stecken, werden von altmodischen Epidiaskopen an die Wände projiziert.

Valentin Wedde zeigt zwei Schwarzweiß-Aufnahmen zum Thema innen-außen, eine davon an einem großen Billboard im Außenraum neben dem Torhaus.

Bis 1. Dezember, Di.-Fr. 13-18 Uhr, Sa./So 11-18 Uhr.

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