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"Maischberger": Kritik an Laschet als "Verlierer der Woche"

| Lesedauer: 4 Minuten
Multitalent Sandra Maischberger im Porträt

Multitalent Sandra Maischberger im Porträt

Journalistin, Moderatorin, Autorin und Geschäftsfrau - Wie Sandra Maischberger von einer Studiumsabbrecherin zu einer von Deutschlands besten weiblichen Journalisten wurde, erfahren Sie in diesem Video.

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Berlin  Sandra Maischberger begrüßte zur ersten Folge nach der Sommerpause. Es ging um Bundestagswahl, Hochwasser, Corona - und Armin Laschet.

Es waren hochaktuelle Themen, die Sandra Maischberger in ihrer ersten Talk-Sendung nach der Sommerpause am Mittwochabend diskutierte: Die schleppend verlaufende Corona-Impfkampage in Deutschland und die Umweltkatastrophen, die diesen Sommer weltweit prägen. Über den Themen schwebte der Bundestagswahlkampf.

Während die Impfbereitschaft sinkt, steigen die Corona-Fallzahlen in Deutschland bundesweit. Mit impfkritischen Äußerungen sorgte Hubert Aiwanger, Parteichef der Freien Wähler und bayerischer Wirtschaftsminister, zuletzt für eine kleine politische Krise im Freistaat. Im politischen Kreuzverhör mit ARD-Talkerin Sandra Maischberger versuchte Aiwanger am Mittwochabend, seine Positionen zu erklären.

Auch Robert Habeck, Co-Chef der Grünen, durchlebt gerade einen turbulenten Sommer: Im Bundestagswahlkampf von Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kam es immer wieder zu Fehlern. Gleichzeitig wird die Klimakrise dringender – das zeigen auch die Flutkatastrophen, Waldbrände und Hitzewellen in diesem Sommer. Die Grünen reagierten in dieser Woche mit Plänen für ein Klimaschutz-Sofortprogramm, fordern darin unter anderem ein Klimaschutzministerium.

"Maischberger" – das waren die Gäste

  • Robert Habeck, Grüne (Co-Vorsitzender)
  • Hubert Aiwanger, Freie Wähler (bayerischer Wirtschaftsminister)
  • Hape Kerkeling (Entertainer und Autor)
  • Amelie Fried (Autorin und Moderatorin)
  • Robin Alexander (stellv. Chefredakteur der "Welt")
  • Wolfram Weimer (Verleger "The European")

"Maischberger": Impfskeptiker Hubert Aiwanger

Im Interview mit Sandra Maischberger bekräftigte Hubert Aiwanger, dass er sich nicht impfen lassen wolle. Schon zuvor sprach er unter anderem von "massiven Impfnebenwirkungen" in seinem persönlichen Umfeld, sorgte damit für heftige Diskussionen. Konkrete Gründe für seine Einstellung lieferte der bayerische Wirtschaftsminister auch im ARD-Talk von Sandra Maischberger. Aiwanger sagte: "Jeder Einzelne hat sein Freiheitsrecht, selbst zu entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht." Solange es keine Impfpflicht – gegen die er sich klar aussprach – gäbe, sei die Impfung freiwillig.

Für "Welt"-Journalist Robin Alexander eine "wirklich seltsame Position". Er vermutete, dass Aiwanger sich durch diese kontroversen Äußerungen bundesweit bekannter machen wolle, um bessere Chancen bei der Bundestagswahl zu haben. Das sah Kolumnist Wolfram Weimer ähnlich und ergänzte: "Die Freien Wähler stehen bundesweit in den Umfragen jetzt über drei Prozent. Es gibt ein großes Milieu aus dem Umfeld der Union." Die letzten Wahlen hätten gezeigt, dass die Partei auf Landes- und Kommunalebene erfolgreich sein könne.

Entertainer Hape Kerkeling, der zuletzt sein TV-Comeback ankündigte, sagte: "Ich finde das nicht wirklich cool." Die schnelle Entwicklung von Impfstoffen sei "ein Segen für die Menschheit". Und doch: Nicht etwa Aiwanger, sondern CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet war für Journalist Robin Alexander der "Verlierer der Woche". Hintergrund: Fehler im Wahlkampf, etwa Laschets Lachen hinter Bundespräsident Steinmeier während eines Besuchs im Hochwassergebiet.

"Maischberger": Kostet die Flut Laschet die Kanzlerschaft?

Robin Alexander sagte: "Wenn er Pech hat, kostet ihn dieses Flutbild die Kanzlerschaft." Ähnlich sah es Autorin Amelie Fried. Sie sagte: "Solche Schludrigkeiten sind wir seit Jahren nicht mehr gewöhnt." Damit spielte sie allerdings auch auf die Fehltritte von Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock an. Robert Habeck, Co-Parteivorsitzender der Grünen, sagte dazu im Gespräch mit Sandra Maischberger: "Es wird entscheidend sein, das Vertrauen wieder aufzubauen."

Auf die Heftigkeit der Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland und der Hitzewellen in Südeuropa und der Türkei angesprochen, prognostizierte Habeck: "Es wird wärmer werden. Es ist ausgeschlossen, dass es so bleibt, wie es ist." Deshalb müsse die Erderwärmung so verlangsamt werden, dass sich die Gesellschaft anpassen und vor katastrophalen Zuständen schützen könne. Dabei würde nicht nur ein mögliches neues Klimaschutzministerium eine Rolle spielen, auch das Finanzministerium sei "extrem wichtig".

Die Frage, ob er Finanzminister werden wolle, wollte Habeck zwar nicht beantworten, dennoch sagte er: "Die richtige Finanzpolitik unterstützt die Projekte, die man umsetzen will. Wir glauben, dass ein großes Investitionsjahrzehnt die deutsche Wirtschaft, das Wachstum und Klimaneutralität versöhnen kann." Das mögliche Klimaschutzministerium könnte – ähnlich wie das Finanzministerium – mit einem allgemeinen Veto-Recht ausgestattet werden. So könnten keine Gesetze mehr gegen den Klimaschutz beschlossen werden.

"Maischberger" - So liefen die letzten Folgen:

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