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Maischberger: Palmer will 5000 Euro Strafe für Ungeimpfte

| Lesedauer: 4 Minuten
Multitalent Sandra Maischberger im Porträt

Multitalent Sandra Maischberger im Porträt

Journalistin, Moderatorin, Autorin und Geschäftsfrau - Wie Sandra Maischberger von einer Studiumsabbrecherin zu einer von Deutschlands besten weiblichen Journalisten wurde, erfahren Sie in diesem Video.

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Berlin  Maischberger diskutiert über eine allgemeine Corona-Impfpflicht. Grünen-Politiker Boris Palmer setzt auf die Wirkung von Bußgeldern.

“Beim Impfen hört der Spaß bei ganz vielen auf”, sagt Moderatorin Sandra Maischberger an diesem Mittwoch und meint damit die Menschen, die seit einiger Zeit regelmäßig montags gegen die Corona-Regeln protestieren. Gesamtgesellschaftlich gesehen handle es sich dabei um wenige, eine “sehr lautstarke Minderheit”, sagt die “FAZ”-Journalistin Helene Bubrowski.

“Spiegel”-Journalist Markus Feldenkirchen sagt: “Das Problem ist sehr groß” und meint damit vor allem die Gruppe, die das für “einen rechtsmotivierten, politischen Protest gegen das System nutzt.” Moderator Jörg Pilawa ist der Meinung, dass die Politik es verschlafen habe, die Menschen mitzunehmen.

"Maischberger" – Das waren die Gäste

  • Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen (Grüne)
  • Linda Teuteberg, Bundestagsabgeordnete (FDP)
  • Prof. Helga Rübsamen-Schaeff, Virologin
  • Jörg Pilawa, Moderator
  • Helene Bubrowski, Journalistin “FAZ”
  • Markus Feldenkirchen, Journalist “Der Spiegel”

Die Frage, ob eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland überhaupt kommen wird, debattiert derzeit der Bundestag. Doch die Ampelkoalition ist sich in der Frage danach, im Zeitplan und in der Umsetzung uneinig. Boris Palmer (Grüne) ist Oberbürgermeister von Tübingen und spricht sich bei “Maischberger” für eine allgemeine Impfpflicht der Risikogruppe ab 60 Jahren aus.

Umsetzen will er die mit Bußgeldern. “Wenn die Leute wüssten, es kostet 5000 Euro, ungeimpft zu sein, dann hätten wir 98 Prozent Impfquote“, sagt er. “Wir diskutieren so lange, bis es zu spät ist. Wenn die Omikronwelle durch ist, brauchen wir die Impfpflicht nicht mehr. Wir müssen jetzt Ergebnisse liefern”, so der Grünen-Politiker.

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Zwar wisse man inzwischen, dass eine Corona-Impfung die Infektionswelle nicht aufhalten könne, aber sie könne schwere Verläufe verhindern und so die Krankenhäuser entlasten. Palmer zufolge sei eine Impfpflicht der einzige Weg. “Wir haben alles getan, die Argumente liegen alle auf dem Tisch. Jetzt überzeugen wir kaum noch jemanden zur Erstimpfung. Deshalb komme ich zu dem Schluss: Weil die Quote nicht reicht, ist die Impfpflicht jetzt die richtige Antwort.”

Corona bei “Maischberger”: “Impfpflicht löst keine Probleme”

Linda Teuteberg (FDP) sieht das anders. Sie spricht sich gegen eine allgemeine Impfpflicht aus, weil die “für mehr Trotz und Widerstand” sorgen würde. “Weder Angst noch Wut sind gute Ratgeber, wenn es um so etwas Sensibles wie die körperliche Unversehrtheit geht” sagt sie.

“Wir lösen mit der Impfpflicht keine Probleme”, so Teuteberg. Die FDP-Politikerin äußert nicht nur verfassungsrechtliche Bedenken. Sie glaubt auch, dass durch die Einführung einer Impfpflicht ein Misstrauen erwachse – zu häufig hätten Politikerinnen und Politiker diese in der Vergangenheit kategorisch ausgeschlossen. “Daraus entsteht ein Transfer des Misstrauens auf andere politische Fragen”, sagt sie.

“Maischberger”: Virologin zerstört Hoffnung

Virologin Helga Rübsamen-Schaeff hält eine Impfpflicht für sinnvoll, “weil sie die unnötige Gefahr, schwer zu erkranken minimiert”. “Eine Impfung schützt vor schwerer Krankheit, sie schützt vor Tod. Sie hält Krankenhäuser und Leichenhallen frei”, sagt sie. Das Ziel, dass sich keiner mehr mit dem Virus anstecke, könne die Impfung alleine hingegen nicht erreichen.

Rübsamen-Schaeff glaubt, dass “Medikamente der Infektion bis Ende dieses Jahres den Schrecken nehmen können”. Ihrer Einschätzung nach sei eine Kombination von Impfungen, Medikamenten, die gegen bei einer Erkrankung schnell eingesetzt werden können und weiteren Maßnahmen, wie etwa dem Tragen von Masken, ein Weg aus der derzeitigen Situation. Ein Ende der Coronapandemie bedeute das aber noch lange nicht. Die Virologin geht derzeit davon aus, dass diese uns noch mindestens drei weitere Jahre begleiten werde.

"Maischberger": So liefen die vergangenen Sendungen:

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