Corona-Ampel zeigt in Niedersachsen fast überall rot

Braunschweig.  Nur noch 8 von 45 Landkreisen liegen unter der kritischen Schwelle von 50 Corona-Neuinfektionen – darunter Helmstedt und Goslar.

Die Bereitschaftspolizei kontrolliert in Braunschweigs City die Einhaltung der Corona-Regeln.

Die Bereitschaftspolizei kontrolliert in Braunschweigs City die Einhaltung der Corona-Regeln.

Foto: Bernward Comes

Die Zunahme der Corona-Infektionen in Niedersachsen hat sich am Montag auf den ersten Blick etwas verlangsamt. So stieg die Zahl der laborbestätigten Covid-19-Fälle im Vergleich zum Vortag um 677 auf 46.983, wie das Gesundheitsministerium auf seinen Internetseiten bekanntgab. Am Sonntag waren noch 1320 neue Fälle hinzugekommen.

Und doch überschreiten immer mehr Landkreise und kreisfreie Städte die kritische Schwelle von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Nur noch 8 von 45 Landkreisen lagen unter diesem Wert, einen Tag zuvor waren es noch 10.

Niedersachsen steht bundesweit noch ganz gut da

Mit den Landkreisen Goslar und Helmstedt kommen zwei der Landkreise aus unserer Region. Sie sind nur sehr leicht unter die kritische Marke gerutscht. Die Zahlen gehen am Wochenende und zu Beginn der Woche naturgemäß zurück, da die Gesundheitsämter die gemeldeten Zahlen aus den Kliniken und Arzt-Praxen erst wieder neu aufnehmen müssen.

Landesweit erreicht derweil die Zahl der in den vergangenen sieben Tagen festgestellten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner 102. Unter den westdeutschen Bundesländern steht Niedersachsen somit nach Schleswig-Holstein immer noch am besten da. Und doch wird es nur noch sehr wenige Tage dauern, bis Niedersachsen die Marke von 50.000 Infektionen reißt. Das dürfte am Mittwoch der Fall sein und am Donnerstag vom Landesgesundheitsministerium vermeldet werden. Innerhalb von einem Monat hat sich die absolute Zahl der Infizierten übrigens mehr als verdoppelt. Am 9. Oktober gab es noch 22.900 bestätigte Fälle.

Salzgitter sticht in der Region hervor

Ab einer Schwelle von 50 neuen Fällen gilt ein Landkreis als Corona-Risikogebiet. Am höchsten fällt die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Cloppenburg mit 318,7 aus. Der Landkreis hatte und hat schon seit Wochen mit Ausbrüchen in Altenheimen und auch der fleischverarbeitenden Industrie zu kämpfen. Am wenigsten betroffen ist der Landkreis Holzminden mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 28,4. Im Landkreis leben vergleichsweise wenige Menschen, die Ansteckungsgefahr ist demnach geringer.

In unserer Region sticht ganz besonders die Stadt Salzgitter mit einem Wert von fast 170 hervor. Die Stadt ist seit ein paar Wochen der negative Spitzenreiter zwischen Harz und Heide. Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) sprach von einem diffusen Bild. Der Anstieg der Fallzahlen sei nicht auf eine Großveranstaltung oder auf einen lokal begrenzten Bereich zurückzuführen und aus diesem Grund nur sehr schwer einzugrenzen.

Corona-Schnelltests in Pflegeheimen

Wenn auch längst nicht exponentiell, so steigen aber auch die Zahlen der Corona-Toten in Niedersachsen und der Patienten, die auf den Intensivstationen liegen. Demnach meldete das Gesundheitsministerium am Montag 827 an Corona erkrankte Personen, die gestorben sind. Vor einer Woche waren es noch 762. Und auf den Intensivstationen liegen nun 176 Personen. Vor einer Woche waren es noch 141. Diese Zahlen dürften aufgrund der Zunahme der Fallzahlen insgesamt in den nächsten Wochen noch deutlich steigen.

Zum Schutz vor Infektionen ist in Niedersachsen der Einsatz neuer Corona-Antigen-Schnelltests in Pflegeheimen angelaufen. Begonnen wurde damit unter anderem in privaten Heimen, etwa im Seniorenpflegeheim Lindenriek in Burgwedel, wie der Betreiber mitteilte. Eine Übersicht, wie viele Heime bereits testen, hat das Land noch nicht. Die neuen Tests sollen dazu beitragen, Bewohner, Personal und Besucher besser zu schützen. Die Tests liefern nach rund einer halben Stunde ein Ergebnis, gelten aber als nicht ganz so genau.

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