„Landwirte haben es schwer genug“

Die Bauerninitiative „Land schafft Verbindung“ fuhr zum Protest gegen strengere Auflagen mit Traktoren in Hannover.

Die Bauerninitiative „Land schafft Verbindung“ fuhr zum Protest gegen strengere Auflagen mit Traktoren in Hannover.

Foto: Sina Schuldt / dpa

Zu „5000 Landwirte protestieren“ vom 23. Oktober:

Dass die Landwirte protestieren, ist nur nachvollziehbar, ist doch ihre Existenz bedroht. Als wenn sie es noch nicht schwer genug haben – jetzt soll ihnen auch noch vorgeschrieben werden, wie sie zu Düngen haben und dass sie nur bedingt Pflanzenschutz nehmen dürfen. Sie werden doch dazu gezwungen, hohe Erträge zu erzielen, sonst würden sie nichts verdienen.
Es ist doch ganz einfach, die Regierung muss den Landwirten eine Anreiz geben, auf biologischen Landbau umzustellen, um wieder Leben in die Böden zu bringen. Beispiele dafür gibt es genug, auch in unserer Region. Agrarwissenschaftler sagen, durch die Umstellungen auf Biolandwirtschaft können die Böden mehr CO2 aufnehmen. Wollen wir hoffen, dass die Europäische Kommission hier Zeichen setzt, wenn unsere Regierung schon nicht dazu in der Lage ist.

Uwe Gülzow, Meine

Wir müssen bereit sein, uns zu verändern

Zum selben Thema:

Na klar ist es immer am besten, wenn alles so weiterläuft wie bisher. Gülle und Pestizide werden großflächig aufgebracht und alles läuft nach dem Motto: Es wird schon gut gehen, das haben wir doch schon immer so gemacht. Die konventionelle Landwirtschaft muss sich – wie alle Bereiche des Lebens – dem Wandel unterwerfen. Die Böden sind ausgelaugt, die obersten Erdschichten sind tot, das Grundwasser reichert sich mit den Rückständen der Gülle an. Irgendwann wird auch das Glyphosat und die Pestizide gegen Schädlinge nicht mehr wirken. Das es auch anders geht, sagen Agrarökonome schon seit mehr als 30 Jahren. Statt immer mehr Soja und Mais für Tierfutter in Monokultur anzubauen, brauchen wir wieder mehr Vielfalt auf den Feldern. Beispiele für alternative Landwirtschaft gibt es mehr als genug.
Statt Glyphosat kann man Unkraut maschinell entfernen. Statt Gülle kann man Äcker nach der Ernte so belassen statt umpflügen. Wichtig ist, dass wir bereit sind, uns zu verändern.

Ralf Bosse, Büddenstedt

Golf-Präsentation: fehlende Kontrolle

Zur Berichterstattung über den neuen Golf 8 auf der Hintergrundseite in der Ausgabe vom 25. Oktober:

Auf der Hintergrundseite, auf der die Berichterstattung über den neuen Golf 8 läuft, ist ein Foto zu sehen, das das Cockpit-Display eines neuen Golf zeigt.

Zu sehen ist unter anderem Michael Jackson und der Song „Leave me alone“. Dies mag eine Petitesse sein, der aufmerksame Beobachter erkennt daran aber, dass die Kontrollmechanismen beim Volkswagenkonzern weiterhin nicht funktionieren und dass offenbar immer noch eine Kultur vorherrscht, in der Political Correctness keine große Rolle spielt.

Wieso wird für die Fotos nicht ein unumstrittener Sänger mit einem anderen Liedtitel gewählt?

„Leave me alone“ ist geradezu eine Steilvorlage für die Antwort: „Keine Sorge, ich lasse dich allein, Golf – ich kaufe mir ein anderes Auto.“ Und dass Michael Jackson aufgrund seiner Vergangenheit höchst umstritten ist, dürfte selbst in Wolfsburg angekommen sein. Dies zeugt von null Sensibilität und ganz schlechten Kontrollmechanismen.

Christian Briesen, Schwerin

Dem Landesbischof gebührt Respekt

Zum Interview mit Frank Oesterhelweg, Chef des Braunschweiger CDU-Landesverbands, vom 19. Oktober:

Bei der Begründung Oesterhelwegs, warum die CDU nicht mit gegen den AfD-Parteitag demonstriere, fällt auf, dass er die anderen Extremisten, nämlich die AfD, nicht einmal wagt beim Namen zu nennen. Das beweist, wie blind die Braunschweiger CDU auf ihrem rechten Auge scheinbar immer noch ist.

Im Gegensatz dazu gebührt dem Landesbischof der evangelischen Landeskirche, Christoph Meyns, mein allergrößter Respekt, sich für eine menschenfreundliche und weltoffene Stadt, gemeinsam mit anderen Demokraten und weltoffenen Europäern, gegen die AfD mit ihrem völkischem, fremdenfeindlichem Gedankengut, mit dem diese uns vor Überfremdung Angst machen will, zu demonstrieren.

Gerald Otto, Meine

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