„Auch Kinder verstehen Satire“

Entschuldigte sich für das „Umweltsau“-Lied: WDR-Intendant Tom Buhrow. Das Thema treibt weiterhin unsere Leser um (Archivbild).

Entschuldigte sich für das „Umweltsau“-Lied: WDR-Intendant Tom Buhrow. Das Thema treibt weiterhin unsere Leser um (Archivbild).

Foto: Oliver Berg / dpa

Zum Leserbrief „Kindesmissbrauch in Form von Hetze?“ vom 2. Januar:

Eine Oma wird als „Umweltsau“ bezeichnet. Wieso wird das in Leserbriefen mit den Begriffen Mohr, Neger und Jude in Verbindung gebracht? Die Oma kann Jüdin, Christin oder Muslima sein und weiße, schwarze oder braune Haut haben. Es ist ein Unterschied, ob jemand wegen seines Verhaltens oder allein wegen seiner Abstammung oder Religion beurteilt wird.

Außerdem wird hier nicht über alle Omas, bzw. eine ganze Generation geurteilt, sondern über eine nicht namentlich genannte Oma, der die Umwelt und damit die Zukunft ihrer Enkel nicht wichtig ist. Offensichtlich erkennen sich einige in dem beschriebenen Verhalten wieder und entrüsten sich – nicht über ihr Verhalten, sondern über die Kritik daran.

Ich sehe auch nicht, dass die Kinder „missbraucht“ oder „instrumentalisiert“ wurden. Es wurde ausdrücklich gesagt, dass das Lied vorher mit den Kindern und ihren Eltern besprochen wurde. Wer das Video gesehen hat, sieht, dass die Sängerinnen nicht verbiestert, sondern gut gelaunt sind. Auch Kinder verstehen Ironie oder Satire – wenn mit ihnen gesprochen wird.

Eleonore Bischoff, Wolfenbüttel

Wir brauchen mehr Satiriker

Ebenfalls zum Thema:

Es ist doch erstaunlich, wie viele Menschen heute Satire überhaupt nicht mehr verstehen und sich über eine Kunstgattung aufregen können, deren Wesen es ist, mit scharfem Witz, maßloser Übertreibung und Spott an Personen und Ereignissen Kritik zu üben. Die wohl schlimmste Reaktion kam vom Sender selbst, indem er sich für einen politischen Witz, der klar als solcher zu erkennen war, entschuldigte. Man muss einen satirischen Witz ja nicht bejubeln, man muss ihn aber auch nicht unbedingt moralisch deuten wollen.

Im Allgemeinen sollte in Deutschland wieder eine liberale und tolerante Diskussionskultur entstehen. Politische Themen werden oft verbissen und mit dem Duktus der moralischen Deutungshoheit diskutiert. Den wirklichen politischen Debatten fehlt die Tiefe, in die man gehen muss, um komplexe Thematiken verstehen zu können.

Satire dagegen muss nicht tiefgründig sein, und sie muss auch nicht politisch korrekt sein. Sie soll den Menschen einfach einen Moment die ernsten Themen unserer Zeit vergessen machen. Vielleicht brauchen wir in Deutschland mehr Satiriker.

Marc Röthig, Königslutter

Australien braucht Pipelines für Wasser

Zu „Australien kämpft gegen die Feuerhölle“ vom 3. Januar:

Wenn es um den Weitertransport von Erdöl und Erdgas geht, dann sehen wir, dass es technisch kein Problem ist, sichere Leitungsrohre über Tausende von Kilometern über unwegsamstes Gelände zu verlegen. Und was für Öl und Gas möglich ist, sollte für Wasser erst recht kein Problem darstellen.

Wenn man die immensen Brandschäden bedenkt, die Feuer in von der Hitze so arg gefährdeten Ländern wie eben auch Australien anrichten, dann ist es doch eigentlich unverständlich, warum hier nicht Vorkehrungen dieser Art getroffen werden, damit in Gebieten, wo sich Brände besonders verheerend ausbreiten könnten, Wasser zur Verhinderung und zum Löschen von Bränden dank solcher Pipelines ausreichend und schnell vorhanden ist! Und ich denke, die Milliarden, die solch ein weitsichtiger Natur-, Mensch- und Tierschutz kosten würde, würden sich am Ende auch rechnen! Wenn der Mensch sich über eines ganz sicher keine Sorge machen muss, dann ist es wohl die Ressource Wasser – es muss nur dorthin gelangen, wo es dringend nötig ist. Was fehlt ist der rechte Menschenwille!

Rüdiger Reupke, Isenbüttel

Heute ähnlich wie zu Fontanes Zeiten

Zum Leserbrief „Politisch unkorrekt gedacht?“ vom 3. Januar:

Natürlich ist dies heute ähnlich wie zu Fontanes Zeiten. Betrachten wir nur das ständig aktive Ehe-Roulette unserer Prominenz, die aus Politikern, Künstlern und weiteren gesellschaftlichen Kreisen besteht. Dazu kommt der sogenannte Geldadel.

In diesen Kreisen sind Ehe und das, was solche Personen für Liebe halten, zu einem abstrusen Gesellschaftsspiel verkommen. Es geht, genau wie zu Fontanes Zeiten, nicht um den Menschen, sondern um Ansehen, Macht, Besitz und Reichtum. Solche Dinge werden in den Medien pausenlos gefeiert und als interessant für die Medienkonsumenten dargestellt. Nach den Normalos der Gesellschaft fragt niemand. Es gibt nur „Adelsexperten“, die ihre Sülze auf die Menschheit loslassen.

Müssen wir diesen Blödsinn eigentlich wissen? Ich sage nein. Es gibt viele Dinge, die wichtiger und echt interessant sind.

Menschen betrachten ihren Partner mehr als Besitz, als Ware, anstatt als lebendiges Wesen.

Kurt Wolfgang Ringel, Braunschweig

Asse – Gar nichts wird zurückgeholt werden

Zu „Die Bemühungen um die Asse reichen nicht aus“ vom 31. Dezember:

Die unendliche Geschichte über die geplante Rückholung des strahlenden Drecks aus der Asse ist so traurig, dass sie schon fast wieder lustig ist. Gar nichts wird aus der Asse zurückgeholt werden, weil es niemals funktionieren kann. Wie sollen verbeulte, zum Teil schon verrostete oder gar geborstene Fässer, die in den letzten Jahren der „Einlagerung“ nur noch in das Lager gekippt wurden, zurückgeholt werden?

Man sollte dem Volk endlich die Wahrheit sagen, dass nämlich eine Rückholung nicht möglich ist, anstatt weiterhin Milliarden hirnlos zum Fenster hinaus zu pulvern. Eine Verfüllung wäre meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit, den Berg zumindest zu stabilisieren. An der mittelfristig zu erwartenden radioaktiven Verseuchung der gesamten Asse-Region wird auch eine Verfüllung nichts ändern. Aber damit können sich dann zukünftige Landräte, Ämter, Behörden und Bürgerinitiativen befassen. Pläne auszuarbeiten soll ja angeblich Spaß machen. Bis zu dieser Einsicht gilt anscheinend weiterhin: „Money for nothing“ (Dire Staits).

Werner Knurr, Hornburg

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