Fahrlässige A2-Aktion

„Ja, wir brauchen eine Verkehrswende! Aber das rechtfertig nicht, Menschenleben zu gefährden.“

Mit ihrer Abseil-Aktion an der A 2 haben die Umwelt-Aktivisten verantwortungslos gehandelt. Ihr Anliegen ist wichtig: Ja, wir brauchen eine Verkehrswende! Aber das rechtfertig nicht, Menschenleben zu gefährden. Nichts anderes haben sie getan: Das Risiko von Unfällen direkt an der Brücke war groß, weil Autofahrer während des Abseilens hätten abgelenkt werden können. Und dass es am Ende von Staus immer wieder zu tödlichen Auffahrunfällen kommt, weiß jeder. Wer einen Stau erzwingt, nimmt dies billigend in Kauf. Wenn die Aktivisten dann noch argumentieren, man greife doch gar nicht in den Straßenverkehr ein, wirkt das einfach nur zynisch. Ebenso die Erklärung, dass auf Autobahnen jeden Tag Menschen bei Unfällen sterben, und dass Autobahnen beziehungsweise der Verkehr das eigentliche Problem seien.

Die Aktivisten wollen maximale Aufmerksamkeit. Unmittelbar vor der Aktion wurde unsere Redaktion aus anonymer Quelle informiert, dass im Nordwesten Braunschweigs irgendetwas stattfinden soll. Der konkrete Ort wurde erst mitgeteilt, als die Aktion begonnen hatte. Die Aktivisten haben ihre Bilder bekommen. Aber Verständnis erhalten sie dafür wohl kaum. Eher Wut und Empörung. Verständnis lässt sich nicht erzwingen. Es ist jedoch die Voraussetzung dafür, dass die Verkehrswende eine Chance hat.

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