Kommentar

Trumps hohes Risiko

Knapp einen Monat nach den US-Wahlen hat Präsident Donald Trump immer noch Probleme damit, das Unvermeidliche einzugestehen und dem Sieger Joe Biden zu gratulieren. Stattdessen setzt er weiter auf absurde Theorien – wie mit seiner Twitter-Forderung, der Demokrat müsse „beweisen“, dass er 80 Millionen Stimmen bekommen habe. Nun, die Beweise dafür werden die Zertifizierungen der Ergebnisse in den einzelnen Bundesstaaten sein. Und selbst von Republikanern berufene Richter haben jetzt– wie in Pennsylvania –deutlich gemacht, dass am Ende Stimmzettel und nicht Eingaben von Trump-Anwälten zählen.

Mit seinen anhaltenden Attacken riskiert Trump allerdings auch einen massiven Rückschlag für seine Partei. Denn im Januar stehen zwei Stichwahlen im Bundesstaat Georgia an, die über die Mehrheit im US-Senat entscheiden werden – und damit die Frage, ob Joe Biden weitgehend ungestört seine politische Agenda durchsetzen kann.

Doch mit seiner Ansicht, bei den Wahlen sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen, demotiviert Trump auch die eigenen Anhänger, in Georgia abzustimmen. Mittlerweile wird in dem Bundesstaat von Konservativen sogar ein Boykott der Stichwahl debattiert. Die Folgen wäre dann für das Machtgefüge in Washington und für die Republikaner dank des Präsidenten verheerend.

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