Entlastung auf Pump

„Nicht alle Kosten der Corona-Krise können und dürfen auf die Allgemeinheit abgeladen werden.“

Klingt gut und wäre sehr populär: Die Bundesregierung erwägt eine Unterstützung für Arbeitnehmer im Homeoffice. Geplant ist eine steuerliche Entlastung von 5 Euro täglich beziehungsweise maximal 600 Euro im Jahr. Aber ist der Plan gut? Jein.

Zu begrüßen ist der Ansatz, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Bisher konnten Kosten nur für ein Arbeitszimmer abgesetzt werden. Das besitzt aber nicht jeder, der wegen Corona zur Heimarbeit gezwungen ist.

Auf der anderen Seite können und dürfen nicht alle Kosten der Corona-Krise auf die Allgemeinheit abgeladen werden. Deshalb ist die geplante Begrenzung der Steuerentlastung für zwei Jahre richtig . Schon jetzt gilt: Werden die Entlastungen umgesetzt, würden Steuereinnahmen fehlen. Das würde sehr wahrscheinlich zu einer noch höheren Staatsverschuldung führen, denn in Corona-Zeiten muss der Staat mit vielen Milliarden Unternehmen und ganze Branchen vor dem Untergang retten, das Gesundheitssystem stabilisieren. Zahlen werden die Zeche über viele Jahre wir Steuerzahler und unsere Kinder.

Für die Corona-Krise gibt es keine Verantwortlichen, keine Schuldigen. Die Pandemie und ihre Auswirkungen fallen in die Kategorie allgemeines Lebensrisiko. Deshalb wäre es besser, Arbeitnehmer würden Mehrkosten für die Heimarbeit als ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise betrachten. Kluge Arbeitgeber, die sich das finanziell leisten können, sollten ihren Beschäftigten einen Bonus zahlen – als Anerkennung und Ausgleich.

Parallel dazu muss grundsätzlich über die Themen Heimarbeit und mobiles Arbeiten politisch und arbeitsrechtlich beraten werden. Corona verändert die Arbeitswelt und die Art des Arbeitens. Das erfordert neue Antworten, die weit über steuerliche Entlastungen hinausgehen.

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