Leben nach dem Krebs

„Niemand sollte den Krebs bagatellisieren, doch der Umgang mit ihm sollte sich normalisieren.“

Krebskranke fühlen sich nach der Diagnose oft hilflos und ohnmächtig. Das liegt einerseits an der niederschmetternden Nachricht, andererseits aber auch an fehlenden Informationen und Orientierung. Zwar erkrankt jeder Zweite im Laufe seines Lebens an Krebs, die Krankheit ist aber immer noch ein Tabuthema.

Das wurde beim Leserforum unserer Zeitung mehr als deutlich. Die Initiative „Yeswecan!cer“ will mit ihrer Selbsthilfe-App namens „Yes!App“ und dem Ende September zum ersten Mal verliehenen „Yes!Award“ Abhilfe schaffen. Das sind zwar ziemlich viele sperrige Modewörter, dahinter verbirgt sich aber die größte Krebs-Selbsthilfegruppe Deutschlands. Für Krebskranke kann diese eine segensreiche Wirkung entfalten.

Wünschenswert wäre es, denn über die App, auf der Patienten anderen Patienten helfen oder sich einfach nur mit ihnen austauschen können, soll das Thema Krebs ins Licht gerückt werden.

Obwohl so viele Deutsche erkranken, gibt es immer noch viel zu viele Fehldiagnosen. Die Pharmaindustrie könnte deutlich mehr in die Forschung investieren. Und ausgerechnet im Gesundheitswesen hinkt die Digitalisierung noch hinterher. Niemand sollte den Krebs bagatellisieren, doch der Umgang mit ihm sollte sich normalisieren. Denn zum Glück gibt es immer häufiger ein Leben nach dem Krebs.

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