Masern-Ausbruch an zwei weiteren Schulen in Hildesheim

Hildesheim.  Der Masernausbruch in Hildesheim weitet sich aus. Die Mitschüler müssen nun ihren Impfschutz nachweisen, damit die Krankheit eingegrenzt werden kann.

Vor dem Gesundheitsamt steht ein Schild mit der Aufschrift "Gesundheitsamt".

Vor dem Gesundheitsamt steht ein Schild mit der Aufschrift "Gesundheitsamt".

Foto: Christophe Gateau / dpa

Der Masernausbruch in Hildesheim hat sich auf zwei weitere Schulen in der Stadt ausgebreitet. Betroffen seien die Waldorfschule und die St. Augustinus-Oberschule mit jeweils einem erkrankten Schüler, teilte der Landkreis Hildesheim am Freitag mit. Die Gesundheitsbehörden ermittelten im Moment die Kontaktpersonen der betroffenen Schüler im privaten und schulischen Umfeld. Die Eltern sämtlicher Schüler würden informiert. Am Montag müssen die Schüler der Jahrgangsstufen, die die beiden Erkrankten besucht haben, ihre Impfpässe zum Nachweis eines Impfschutzes vorlegen.

Rund 60 Schüler der bereits mit mehreren Masernfällen betroffenen Oskar-Schindler-Gesamtschule dürfen die Schule wegen einer fehlenden Impfung noch bis Ende kommenden Woche nicht besuchen. Im Landkreis Hildesheim ist die Zahl der Masernfälle mit den beiden neuerkrankten Schülern auf 26 seit Jahresbeginn gestiegen.

Landesweit 28 Masernfälle

Wie das Landesgesundheitsamt in Hannover mitteilte, liegt die Zahl der Masernfälle landesweit seit Jahresbeginn bei 28. Ein zunächst bereits registrierter weiterer Masernfall habe sich später nicht bestätigt, sagte Behördensprecher Holger Scharlach am Freitag. Das Kreisgesundheitsamt treffe die erforderlichen Schritte, um den Masernausbruch in Hildesheim einzugrenzen. Weitere Maßnahmen seien nicht erforderlich.

Vor der Gesamtschule war in Hildesheim bereits das Gymnasium Andreanum mit einer erkrankten Schülerin Ende Februar von einem Masernausbruch betroffen. 13 Schüler und 2 Lehrer konnten für knapp zwei Wochen wegen eines fehlenden Impfschutzes die Schule nicht besuchen. Das Infektionsschutzgesetz schreibt vor, dass ein Kind nicht in den Kindergarten, die Schule oder eine andere Gemeinschaftseinrichtung gehen darf, wenn es an bestimmten Infektionskrankheiten erkrankt ist oder ein entsprechender Krankheitsverdacht besteht.

"Wer auf den Impfschutz verzichtet, gefährdet seine Kinder und die Kinder anderer"

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hatte schon in der vergangenen Woche allen Menschen geraten, ihren Impfstatus zu überprüfen und bei Bedarf Impfungen nachzuholen. "Die aktuell aufgetretenen Masernfälle in Niedersachsen zeigen die große Bedeutung eines ausreichenden Impfschutzes in der Bevölkerung", sagte sie. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) appellierte an die Eltern: "Wer auf den Impfschutz verzichtet, gefährdet seine Kinder und die Kinder anderer." dpa

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