Klimaserie: Niedersachsen setzt auf „Grünen Wasserstoff“

Hannover.  Die Landesregierung fordert eine „Wasserstoffwirtschaft“ vom Bund - und sieht die Region in einer Schlüsselrolle.

ARCHIV - 01.04.2019, Niedersachsen, Laatzen: "H2" steht bei der Eröffnung einer Wasserstofftankstelle im Stadtgebiet Hannover auf einer Tankklappe. Niedersachsen macht nun beim Bund Druck, auf „grünen Wasserstoff“ als Zukunftstechnologie zu setzen.

ARCHIV - 01.04.2019, Niedersachsen, Laatzen: "H2" steht bei der Eröffnung einer Wasserstofftankstelle im Stadtgebiet Hannover auf einer Tankklappe. Niedersachsen macht nun beim Bund Druck, auf „grünen Wasserstoff“ als Zukunftstechnologie zu setzen.

Foto: Foto: Ole Spata / dpa

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) und Landesumweltminister Olaf Lies (SPD) machen gemeinsam Druck in Sachen Wasserstoff. „Grüner Wasserstoff wird der entscheidende Energieträger der Zukunft sein“, sagte Lies.

Bei „grünem Wasserstoff“ wird der Strom zur Elektrolyse aus erneuerbaren Energien bezogen und nicht aus fossilen Energieträgern.

Die Landesregierung brachte nun einen Antrag an den Bundesrat auf den Weg. In ihm fordert sie vom Bund unter enger Einbindung der Länder der Aufbau einer „Wasserstoffwirtschaft“ auf Basis erneuerbarer Energien. „Der Wandel in der Energieerzeugung hin zu erneuerbaren Energien ist das zentrale Instrument zur Umsetzung der klimapolitischen Ziele“, betonte Umweltminister Lies nach der Sitzung der Landesregierung. Grüner Wasserstoff sei ein wichtiger Wegbereiter für diesen Prozess und gleichsam eine große Chance für den Wirtschaftsstandort.

Althusmann fordert faire Bedingungen

Wirtschaftsminister Althusmann betonte, der Bund müsse dazu faire Bedingungen am Markt schaffen. „Die Wettbewerbsfähigkeit von „grünem“ Wasserstoff ist über eine Reform der Steuern und Umlagen im Energiesektor gezielt und wirksam zu stärken“, heißt es daher in dem Antrag an den Bundesrat. Die Bundesregierung solle sich für den Erhalt und Ausbau der vorhandenen Infrastruktur zum Transport und zur unterirdischen Speicherung von Wasserstoff sowie die Bereitstellung der Infrastruktur zum Import von „grünem“ Wasserstoff über deutsche Häfen einsetzen. „Vor dem Hintergrund des zusätzlichen Bedarfs an erneuerbaren Energien für die Herstellung von Wasserstoff“ sei die Beschränkung des Windenergieausbaus an Land in Netzausbaugebieten „nicht zweckmäßig“, so der niedersächsische Antrag weiter.

„Raum Salzgitter hat Riesenchance“

Niedersachsen hatte in Sachen Wasserstoff bereits Ende 2018 einen Vorstoß im Bundesrat, der Deutschen Länderkammer, unternommen. Die Bundesregierung hat unterdessen für Ende des Jahres eine Wasserstoff-Strategie angekündigt. „Es ist gelungen, den Bund auf unsere Seite zu kriegen“, sagte Lies. Althusmann betonte, die norddeutschen Länder hätten sich auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt.

„Der Raum Salzgitter hat eine Riesenchance, gerade in der Frage der Anwendung von grünem Wasserstoff“, sagte Lies unserer Zeitung. Er verwies unter anderem auf das Projekt von Salzgitter Stahl für „grünen Stahl“. „Die Region Braunschweig-Wolfsburg-Salzgitter ist eine Zukunftsregion genau für dieses Thema“, so Lies. Auch Althusmann sprach von „besten Voraussetzungen“ für die Region. Alstom baute in Salzgitter die weltweit ersten Wasserstoff-Brennstoffzellen-Züge.

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