Hannover: Vergewaltiger auf Freigang belästigt Kinder

Hannover.  Nach dem Vorfall in Hannover prüft das Sozialministerium den Fall. Der 52-Jährige sollte nach Therapien offenbar bald freikommen.

Das Schild des Maßregelvollzugszentrums in Moringen (Niedersachsen). Das für den Maßregelvollzug zuständige Sozialministerium prüft nach einer Anzeige die näheren Umstände eines Freigangs.

Das Schild des Maßregelvollzugszentrums in Moringen (Niedersachsen). Das für den Maßregelvollzug zuständige Sozialministerium prüft nach einer Anzeige die näheren Umstände eines Freigangs.

Foto: Foto: Peter Steffen / dpa

Ein 52 Jahre alter Vergewaltiger soll auf einem Spielplatz in Hannover Kinder angesprochen haben. Das niedersächsische Sozialministerium kündigte an, den Fall zu überprüfen. Der Mann war als Freigänger unterwegs. Er wurde zurück in den Maßregelvollzug nach Moringen gebracht. Dort befindet sich eines von drei Maßregelvollzugszentren in Niedersachsen.

„Der Vorfall ist polizeilich angezeigt“, sagte ein Sprecher der Polizei Hannover unserer Zeitung. Nach bisherigen Aussagen soll der Mann am Sonntagnachmittag im Ortsteil Bemerode versucht haben, Kinder in sein Auto zu locken. Bei den Kindern soll es sich um zwei Jungen und ein Mädchen im Alter zwischen 6 und 9 Jahren gehandelt haben. Den Jungen soll Kontakt mit einer Frau versprochen worden sein, von der der Mann pornografisches Bildmaterial dabei gehabt und gezeigt haben soll. Die Kindern weigerten sich. Als die Eltern hinzukamen, soll der Mann in sein Auto mit Northeimer Kennzeichen gesprungen und verschwunden sein. Da sich die Eltern das Kennzeichen notieren konnten, ermittelte die Polizei den Halter.

Der Mann wurde in den Maßregelvollzug in Moringen im Landkreis Northeim gebracht. Laut eines Polizeisprechers wird wegen Verbreitens von pornografischen Schriften an Personen unter 18 ermittelt. Dass er die Kinder ins Auto locken wollte, soll der Mann ausdrücklich bestreiten.

„Alle Lockerungen sind gestrichen“, erklärte der Sprecher des für Maßregelvollzug zuständigen Sozialministeriums in Hannover, Uwe Hildebrandt. Offenbar sollte der Mann im Januar 2020 eigentlich freikommen. Seit einem Jahr durfte er außerhalb des Anstaltsgeländes „Probewohnen“. Wie ein Sprecher des Justizministeriums bestätigte, war der Mann aus dem Baugewerbe 2005 zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt worden, die er aber zeitlich unbefristeten im Maßregelvollzug absitzen sollte. Er galt unter anderem wegen schwerer seelischer Abartigkeit und Gewaltfantasien als vermindert schuldfähig. Er hatte 2005 in Seelze eine 37-Jährige vergewaltigt, die ihren Hund ausführte, im selben Monat eine 20-Jährige in Osnabrück. Einer 16-Jährigen soll der Mann sehr schmerzhaft in die Brust gekniffen haben. Im Maßregelvollzug soll er sich dann aber so verhalten haben, dass Lockerungen beschlossen worden waren.

Ein Sprecher des Sozialministeriums verwies auf jährlich rund 40.000 Lockerungen im Maßregelvollzug. „Wenn die Maßregelvollzugseinrichtung zu dem Ergebnis kommt, dass eine Vollzugslockerung gewährt werden soll, wird der Fall mit allen erforderlichen Unterlagen dem juristischen Kompetenzzentrum zur dortigen Bewertung vorgelegt“, heißt es im Ministerium. Das Kompetenzzentrum teile seine Einschätzung der Einrichtung mit, die diese bei seiner Entscheidung zu berücksichtigen habe.

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