70 Schilderbrücken auf A2 werden erneuert

Hannover.  Schilderbrücken mit Leuchtzeichen sollen die Gefahr schwerer Unfälle mindern. Die Anlagen sind aber teilweise veraltet und anfällig für Ausfälle

Veraltet und störanfällig - für rund 20 Millionen Euro werden Schilderbrücken in Niedersachsen ersetzt.

Veraltet und störanfällig - für rund 20 Millionen Euro werden Schilderbrücken in Niedersachsen ersetzt.

Foto: Peter Steffen / dpa

Sie sollen schwere Auffahrunfälle vermeiden und Autofahrer rechtzeitig warnen - auf der vielbefahrenen Autobahn 2 müssen veraltete Schilderbrücken mit Leuchtschildern aber erneuert werden. Es handele sich um 70 Anlagen, sagte Jens-Thilo Schulze von der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Gerade die alten Wechselverkehrszeichen sind aufgrund ihrer langen Nutzungsdauer störanfällig geworden und fallen entsprechend häufig aus“, sagte Schulze zur Begründung.

Zwischen Wunstorf-Luthe und Buchholz sowie zwischen Wolfsburg/Königslutter und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt befinden sich der Straßenbaubehörde zufolge die ältesten Anlagen mit dementsprechend veraltetem technischen Standard. „Ersatzteile sind nur noch bedingt verfügbar“, erläuterte Schulze. Die noch lichtfaseroptischen Verkehrszeichen würden durch moderne in LED-Vollmatrix ersetzt, um die Anzeigemöglichkeiten deutlich zu erhöhen.

Verkehrszeichen werden durch LED-Technologie ersetzt

„Der Baubeginn ist für 2021 vorgesehen“, sagte Schulze. Eine erste Kostenschätzung beläuft sich ihm zufolge auf rund 20 Millionen Euro, die vom Bunde getragen werden. Über die Schilderbrücken werden Geschwindigkeiten und Überholverbote angepasst, mit ihnen wird vor Stausituationen gewarnt sowie auf Regen, Nebel und Glätte hingewiesen. Die Arbeiten sollen voraussichtlich 2022 beziehungsweise 2023 fertig sein.

Die Schilderbrücken sind aus Sicht des ADAC sehr sinnvoll, weil sie die Leistungsfähigkeit einer Autobahn erhöhen. „Sie warnen rechtzeitig vor Unfällen, Behinderungen, Baustellen, Staus und Wetterkapriolen, auch kurzfristige Hinweise sind möglich“, zählte Sprecherin Alexandra Kruse auf. Seit längerem seien dem Automobilclub aber ausgefallene Anlagen zwischen Wolfsburg und Helmstedt aufgefallen.

Dabei sind funktionierende Schilderbrücken auf der unfallträchtigen A2 dringend notwendig. „Denn insbesondere bei stockendem Verkehr und am Stauende kommt es häufiger zu schwerwiegenden Auffahrunfällen mit erheblichen Folgen“, sagte die Braunschweiger Polizeisprecherin Carolin Scherf. Jeder Einsatz sei mit einer besonderen Gefahr verbunden. Die Leuchtschilder reduzieren ihr zufolge die Gefahr von Folgeunfällen deutlich.

Kosten der A2-Schilderbrücken: 20 Millionen Euro

Erst im September war die A2 nach einem Gefahrgutunfall bei Peine rund 48 Stunden gesperrt. Vier Lastwagen, darunter der Gefahrguttransporter, waren an dem Zusammenstoß beteiligt gewesen. Vier Fahrer wurden dabei verletzt, zwei von ihnen schwer. Danach trug sich ein weiterer Unfall zu, bei dem drei Menschen verletzt wurden. Nach einer Serie mit schweren Lkw-Unfällen im vergangenen Jahr sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Hannover: „2018 ist leider ein Jahr mit auffällig vielen Verkehrstoten.“ Im Zuständigkeitsbereich der Direktion auf der A2 hatte es bis dahin bei acht Unfällen schon zehn Todesopfer gegeben.

„Derzeit ist das Vertrauen in die Anlagen nicht immer vorhanden, eben weil nicht angezeigt wird, warum es Einschränkungen gibt“, erläuterte ADAC-Sprecherin Kruse. Technisch sei deutlich mehr möglich. Der Autoclub kritisiert, dass es von der Ausschreibung bis zur Fertigstellung so lange dauere. Dadurch sei dann auch die verbaute Technik bereits nicht mehr auf dem neuesten Stand.

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