Bilanz von „Sabine“: viele umgestürzte Bäume und Stromausfälle

Hannover.  Am Sonntag traf Orkan „Sabine“ in unserer Region ein. Er verlief recht glimpflich. Trotzdem fiel Schulunterricht aus. Große Probleme im Zugverkehr.

In Schöningen kippte ein Baum auf eine Straße.

In Schöningen kippte ein Baum auf eine Straße.

Foto: Feuerwehr Schöningen

Orkanartige Böen, Sturm, Regen, Hagel – alles hatte Orkantief „Sabine“ im Gepäck. Der heftige Wintersturm richtete aber nach einer ersten Bilanz in Niedersachsen weniger Schäden als befürchtet an.

In Bremen gab die Feuerwehr am Montag offiziell Entwarnung. In der Nacht sollte der Wind laut Deutschem Wetterdienst vorübergehend abflauen. Während sich der Verkehr auf Straße und Schiene zunächst weitgehend normalisierte, stellten sich Küsten und Inseln auf Sturmfluten ein.

Bei einem Orkan liegt die mittlere Windgeschwindigkeit bei mindestens 120 Kilometern pro Stunde. „Es wird sehr wahrscheinlich der stärkste Sturm des bisherigen Winterhalbjahres werden“, sagte der DWD-Meteorologe Thore Hansen mit Blick auf Niedersachsen.

Der Bahnverkehr lief am Montag wieder im Regionalverkehr langsam wieder an. „Das sieht alles relativ gut aus“, so eine Bahnsprecherin mit Blick auf den Norden. Am Sonntagabend ging dagegen nichts mehr. Die Deutsche Bahn hatte auch am Hauptbahnhof Hannover Übernachtungszüge bereitgestellt, die von 110 gestrandeten Fahrgästen genutzt wurden. Eine von ihnen war Birgit Schiller.

„Wirklich geschlafen habe ich nicht“, sagt die Brandenburgerin aus Luckenwalde, die übers Wochenende Freunde in Holzminden im Weserbergland besucht hatte. Die Bahn habe Essenspakete, Zahnbürsten und Decken bereitgestellt. „Der Bahn kann man da keinen Vorwurf machen, die hat ja tagelang vorher gewarnt. Ich dachte einfach, dass ich es vor dem Sturm noch schaffe“, erzählt Schiller.

Die meisten Regionalbahnen haben am Montagmittag den Betrieb wieder aufgenommen, führen allerdings noch langsamer, sagte eine Sprecherin.

Das Regionalbahnunternehmen Metronom hat den Zugverkehr nach dem Sturm „Sabine“ am Montagmorgen wieder aufgenommen. Allerdings fahren die Züge mit verminderter Geschwindigkeit, wie das Unternehmen mitteilte. Deshalb sei mit großen Verspätungen zu rechnen. Ein Streckenabschnitt der Linie RE3 zwischen Uelzen und Bienenbüttel könne außerdem noch nicht wieder befahren werden. Grund dafür seien Bäume im Gleisbett. Es werde versucht, einen Ersatzverkehr mit Bussen einzurichten. Das Unternehmen bedient die Strecken Uelzen-Celle-Hannover-Göttingen, Hamburg-Lüneburg-Uelzen und Hamburg-Rotenburg-Bremen.

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In einigen Schulen, zum Beispiel im Landkreis Goslar, in Hannover und in Hildesheim, fällt am Montag der Unterricht aus. Auch in Salzgitter findet am Montag kein Unterricht statt, das betrifft auch die Berufsschulen. In Wolfsburg sorgt das Sturmtief ebenfalls für Schulausfälle: Laut Stadt bleiben alle allgemeinbildenden Schule am Montag geschlossen. An Berufsbildenden Schulen findet Unterricht statt.

Orkan „Sabine“: Verhältnismäßig ruhige Nacht in der Region

In unserer Region deckte der Orkan am Sonntagabend Dächer ab, fällte Bäume und Stromleitungen. Am Montagmorgen berichtet die Polizei Braunschweig von einer verhältnismäßig ruhigen Nacht: „Außer ein paar umgestürzten Bäumen und ein paar herabgefallenen Dachziegeln ist in Braunschweig in der Nacht nichts weiter passiert“, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Feuerwehren hatten dennoch viel zu tun. Chefredakteur Armin Maus dankt den vielen Einsatzkräften und Helfern in seinem Leitartikel.

Ein Feuerwehrsprecher in Salzgitter bestätigte die Lage: Auch dort rückten die Wehrleute bis Montagmorgen lediglich zu umgestürzten Bäumen und herabgestürzten Dachziegeln aus.

Die Feuerwehr Gifhorn rückte bis Mitternacht zu 17 Einsätzen aus. Wie Feuerwehrsprecher Tobias Nadjib mitteilt, blieb es ruhiger als erwartet. In Gifhorn krachte ein Baum auf ein Hausdach, das dabei aber kaum beschädigt wurde. Die Feuerwehr war dennoch mit einer Drehleiter und einem Kran im Einsatz. Im Nordkreis beschädigte ein umgestürzter Baum eine Stromleitung. Hier musste die Feuerwehr mit besonderer Vorsicht vorgehen: Durch den Funkenflug bestand Brandgefahr. Die Wehrleute mussten die Leitung zunächst erden. Zeitweise fiel der Strom aus. Welche Ortschaften genau betroffen waren, konnte die Feuerwehr noch nicht sagen.

In Peine berichtet die Polizei am Montagmorgen von Fahrzeugen, die teilweise durch weggewehte Gegenstände beschädigt worden sind. Vereinzelt knickten Äste und Bäume um. „Alle Gefahrenstellen konnten jedoch schnell abgesichert und geräumt werden. Seit dem frühen Morgen ließ der Sturm offensichtlich nach. Es kam zu keinen Schulausfällen im Landkreis Peine“, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Straßen teilweise gesperrt

Am Montagmorgen berichtet Feuerwehrpressesprecher Andreas Meißner, dass die Wehrleute im Landkreis Helmstedt in der Nacht zu rund 20 Einsätzen ausrücken mussten, die über die Einsatzleitstelle gemeldet wurden. „Hinzu kommen noch die Einsätze, die direkt in den Gerätehäusern gemeldet wurden, oder auf der Einsatzfahrt selber entdeckt wurden“, sagt Meißner. Der Schwerpunkt der Einsätze belief sich auf die Bereiche der Gemeinden Lehre, Velpke und Grasleben. Betroffen waren aber alle Gemeindebereiche. Vornehmlich musste die Feuerwehr Bäume von den Straßen entfernen.

Bereits am Sonntagabend knickte auf der K43 am Ortseingang Rickensdorf ein Telefonmast um und ragte in die Fahrbahn. Umgefallene Baugerüste aber auch Stromausfälle waren ebenfalls Folgen des Orkans „Sabine“. Am schlimmsten ist laut Mirko Wogatzki, Feuerwehr-Pressesprecher der Samtgemeinde Velpke, die stark befahrene L647 zwischen Danndorf und Velpke betroffen. Die Einsatzkräfte beseitigten hier 18 umgefallene Bäume von der Straße. Da weitere Bäume auf die Straße zu fallen drohen, ist die L647 zwischen den Ortschaften bis auf weiteres komplett gesperrt. Insgesamt mussten die Wehrleute 36 Bäume zerkleinern und beseitigen. In der Samtgemeinde Grasleben rückte die Feuerwehr zu zehn Einsätzen aus – auch hier waren hauptsächlich abgeknickte Bäume die Einsatzursache.

In Schöningen war gegen Mitternacht in der Burgstraße ein Baum auf die Straße gekippt, den die Feuerwehr zerkleinerte und beiseite räumte.

Auf der Liegnitzer Straße löste sich das Dach eines Carports und beschädigte mehrere Fahrzeuge. Das Dach wurde zerkleinert und auf einem Anhänger fixiert. Laut Alexander Weis, Pressesprecher der Feuerwehr Helmstedt, war es der einzige Einsatz im Stadtgebiet Helmstedt. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 1000 Euro. Verletzt wurde niemand.

Stromausfall im Landkreis Helmstedt

In Königslutter musste die Feuerwehr zu drei Einsätzen ausrücken. In Groß Steinum war ein Baugerüst schon teilweise umgestürzt und drohte, weiter zu kippen. Eine Fachfirma musste das Gerüst abbauen. Die Feuerwehr sperrte die Straße „Am Fuchsberg“ ab. Tückisch bei diesem Einsatz: In Rottorf und Groß Steinum kam es zu einem Stromausfall, weshalb die Feuerwehr nicht mehr über die Sirene alarmiert werden konnte.

Laut Verkehrsmanagement-Zentrale sind zwischen der B188 und der B244 in Velpke und Danndorf wegen Sturmschäden beide Fahrtrichtungen gesperrt.

Auch in Wolfenbüttel verlief die Sturmnacht weitgehend ruhig. Laut Feuerwehrsprecher Tobias Stein rückten die Wehrleute am Roseggerweg in Wolfenbüttel zu einem umgestürzten Baum aus, am Montagmorgen lag ein Ast an der Mascheroder Straße und an der Leopldstraße wurde ein Dach gesichert. „Es bleibt abzuwarten, was im Tageslicht noch für Sturmschäden auffallen werden“, sagte Stein am Montagmorgen.

Umgestürzte Bäume, abgeknickte Äste und herrenlose Mülltonnen sowie verwehte Baunzaunelemente und Verkehrsbaken meldete die Polizei als Folgen des Orkans „Sabine“ im Wolfsburger Stadtgebiet. Verletzt wurde demnach aber niemand. Zwischen Neindorf und Wolfsburg und auf der Erich-Netzeband-Straße in Fallersleben stürzten Bäume auf die Fahrbahn. Auf der Nordsteimker Straße mussten größere Äste von der Fahrbahn geräumt werden. Die Wolfsburger Polizei rückte zu 15 Einsätzen aus.

Tausende Einsätze in Niedersachsen und Bremen

Die Feuerwehren und Rettungsdienste in Niedersachsen und Bremen haben am Sonntag zu tausenden Einsätzen wegen des Sturmtiefs „Sabine“ ausrücken müssen. Die Sturmschäden sind in Niedersachsen nach ersten Erkenntnissen geringer ausgefallen als erwartet. „Auch wenn wir viele Einsätze gefahren sind, ist am Ende doch weniger passiert als erwartet“, sagte ein Sprecher der Polizei Hannover am frühen Montagmorgen.

Im Verkehr kam es zu Behinderungen. So mussten die Autobahnen A1, A7 und A39 zur Räumung kurzfristig gesperrt werden. Die A27 bleibt nach Angaben der Polizei vom Montagmorgen noch länger gesperrt. Es kam zu einigen leichten Verkehrsunfällen durch Autofahrer, die in umgestürzte Bäume und auf der Straße liegende Äste fuhren. Insgesamt gab es in Niedersachsen bis zum frühen Montagmorgen rund 1000 Polizeieinsätze. Auf der A7 krachte am Sonntag gegen 17.30 Uhr ein Streifenwagen der Polizei bei Hildesheim gegen einen Baum. Zwei Beamte wurden laut Polizei verletzt.

So fällt der Sturm in unserer Region aus

Weil die Sturmwarnung noch bis Dienstag gilt, bereiteten sich die Feuerwehren in der Region auf ein erhöhtes Einsatzaufkommen vor. Um 19 Uhr am Sonntag meldeten die Feuerwehren aber noch keine größeren Einsätze. Um 20 Uhr sah das schon anders aus – abgerissene Stromleitungen und umgefallene Bäume häuften sich. Der Höhepunkt des Sturms wird für Mitternacht erwartet.

Die Feuerwehr Braunschweig ist sowohl personell als auch technisch vorsorglich auf größere Schadensereignisse und entsprechende Einsätze eingestellt. Dazu wurden auch zwei zusätzliche Leitstellen eingerichtet. Die „Winterkunstzeit“ auf dem Kohlmarkt endet vorzeitig.

Für den Kreis Peine sagte Kreisbrandmeister Rüdiger Ernst: „Wir hoffen, dass es uns nicht zu stark erwischt, aber derzeit sieht es danach leider nicht aus. Man weiß es aber nicht...“

Die Feuerwehr Peine bittet darum, sich genau zu überlegen, ob die Feuerwehr gerufen werden müsse – es sei nicht für jeden Ast notwendig, auszurücken. Am Sonntagabend war noch nicht all zu viel los im Landkreis Peine – die Feuerwehren meldeten keine Einsätze.

Die Feuerwehr Wolfenbüttel bereitete sich mit Kettensägen, einer durchgeplanten Kommunikation und erhöhter Bereitschaft auf den Sturm vor, wie die Einsatzkräfte berichten.

Am Sonntagabend krachte in Adenheim eine 25 Meter hohe Tanne auf ein Wohnhau s. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand. Die Feuerwehr sicherte das Gelände, der Baum muss aber die Nacht über liegen bleiben.

Im Stadtgebiet Wolfenbüttel kam es am Sonntagabend zu einzelnen Einsatzstellen. So rückte die Ortsfeuerwehr Fümmelse zu einem Baum aus, der auf eine Straße gefallen war.

Kurz danach sicherten die Feuerwehrleute aus Fümmelse eine weitere Einsatzstelle ab: Dort drohten Dachziegel vom Haus zu fallen. Im Stadtgebiet Wolfenbüttel drohte ein Dachgiebel abgerissen zu werden. Auch ein Trampolin wurde durch die Gegend geweht.

Für den Elm meldet die Verkehrsmanagementzentrale, dass alle Zufahrtsstraßen aufgrund von Sturmschäden bis Montag, zirka 16 Uhr, gesperrt seien.

In Salzgitter-Lebenstedt hat der Sturm ein Dach angehoben. Die Feuerwehr war zugegen, um es wieder zu befestigen. In Salzgitter waren am Montagmittag 600 Haushalte ohne Strom, weil ein Baum auf eine Leitung gekracht ist.

Als ruhig beschrieben die beiden Sprecher der Kreisfeuerwehr Helmstedt die Wetter- und Einsatzlage im Laufe des Sonntags. Die Warnungen vor den Auswirkungen des Sturms Sabine bewahrheiteten sich für den Landkreis zumindest bis zum Sonntagabend nicht.

Autobahnen waren gesperrt

Die zentrale Nord-Süd-Verbindung, die Autobahn A7, war zwischen Hildesheim und dem Dreieck Salzgitter die komplette Nacht und am Montagmorgen wegen Sturmschäden gesperrt. „Das war schon ein großer Sturm für uns“, sagte Erhard Wien von der Autobahnmeisterei Hildesheim. Bei Tagesanbruch begannen die Aufräumarbeiten. Mithilfe von Kettensägen entfernten Straßenmeister einige umgestürzte Bäume. „Durch den Sturm ist viel Gehölz auf der Fahrbahn. Das wird noch einige Zeit dauern, weil wir die komplette Strecke abfegen müssen.“ Die A1 und A39 mussten zur Räumung kurzfristig gesperrt werden.

In ganz Niedersachsen sorgte „Sabine“ bereits am Sonntag für einen Dauereinsatz der Feuerwehren. Abgedeckte Dächer und umgestürzte Bäume hielten sie beschäftigt. Ein Feuerwehrmann wurde bei einem Einsatz in Papenburg verletzt. Umstürzende Bäume beschädigten Häuser.

So ist die Lage im Harz

Der Deutsche Wetterdienst geht davon aus, dass spätestens in der Nacht zum Montag in den Hochlagen des Harzes Windgeschwindigkeiten von mehr als 120 Stundenkilometern erreicht werden. In Böen auf dem 1141 Meter hohen Brocken könnten es sogar 180 Kilometer in der Stunde sein. Auf dem Brocken sind am Sonntag tagsüber bereits extreme Orkanböen mit Tempo 156 gemessen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes sagte. Am frühen Montagmorgen sind Windgeschwindigkeiten von bis zu 171 Stundenkilometern gemessen worden.

Im Landkreis Goslar fällt am Montag an allen allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen der Unterricht aus. Betroffen sind auch die Grundschulen.

Der Sturm Sabine hat im Harz für zahlreiche blockierte Straßen gesorgt. Betroffen seien vor allem Nebenstrecken im Oberharz, aber auch mehrere Bundesstraßen, sagte ein Polizeisprecher in Goslar am Montag. Vielerorts lägen umgestürzte Bäume auf den Fahrbahnen.

Die Feuerwehren hätten am Morgen begonnen, die Straßen zu räumen. Behinderungen gebe es unter anderem noch auf der Bundesstraße 4 nahe Torfhaus, der B 498 an der Staumauer der Okertalsperre und auf der B 242 nahe Dammhaus. Wie groß das Ausmaß der Schäden in den Wäldern im Oberharz ist, lasse sich noch nicht absehen, hieß es am Montagmorgen.

Nach dem Durchzug des Orkantiefs „Sabine“ hat die Nationalparkverwaltung Harz dringend vor einem Besuch der Wälder gewarnt. „Es besteht weiterhin eine akute Gefahr für Leib und Leben“, sagte ein Sprecher am Montag. Es könnten weiterhin Äste herunterfallen oder bereits geschädigte Bäume umstürzen. Wegen der erheblichen Gefahr schicke der Nationalpark vorerst seine Mitarbeiter nicht in die betroffenen Waldgebiete. Eine Bestandsaufnahme der Sturmschäden sei erst im Lauf der kommenden Tage möglich.

Auch am Dienstag hatte Orkan Sabine den Harz im Griff: Auf dem Brocken warnte der Wetterdienst vor Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h.

Weitere Auswirkungen: Die Bahn löst Zugbindungen auf

Die Bahn zeigt sich kulant. Alle Tickets im Fernverkehr, die an den kritischen Tagen vom 9. bis einschließlich 11. Februar betroffen sind, behalten ihre Gültigkeit – und können bereits am Samstag und bis mindestens Dienstag, den 18. Februar, genutzt werden. Das gelte auch für zuggebundene Tickets. Alternativ lassen sich die Fahrkarten kostenlos stornieren.

Nach dem Fernverkehr hat die Deutsche Bahn mittlerweile auch den Regionalverkehr eingeschränkt. In Nordrhein-Westfalen wurde der Fernverkehr komplett eingestellt. Die Bahn kündigte am Sonntagabend an, den Zugverkehr bundesweit nach und nach einzustellen.

Die Fahrten der Regionalexpress-Züge zwischen Bremen und Norddeich wurden eingestellt, teilte die Deutsche Bahn mit.

Eingestellt wurden im Weserbergland die Linie zwischen Bodenfelde und Northeim sowie die S-Bahnlinien von Hannover ins westfälische Minden sowie nach Nienburg. Keine Einschränkungen meldeten unterdessen zunächst die Westfalenbahn, der Metronom, die Eurobahn und die Nordwestbahn, die andere der Regionalstrecken quer durch Niedersachsen betreiben.

Im Emsland ist außerdem ein Intercity gegen einen umgestürzten Baum gefahren. In dem Zug aus Amsterdam Richtung Berlin befanden sich rund 300 bis 350 Reisende, wie eine Bahnsprecherin sagte. Die Feuerwehr schneide derzeit die Strecke frei.

Die Deutsche Bahn hofft, dass es in Norddeutschland in diesem Winter weniger Sturmschäden gibt als früher. Es seien viele Bäume und Äste an den Strecken entfernt worden, sagte eine Sprecherin. „Wir haben unser Vegetationsmanagement verstärkt.“

Allerdings habe die Bahn nicht überall an Waldstrecken direkten Zugriff auf das Gelände neben den Gleisen. Nach Stürmen kommt es in Norddeutschland häufig zu Behinderungen und Ausfällen im Zugverkehr, da umgefallene Bäume Gleise und Oberleitungen blockieren und beschädigen.

Auch auf den Flughäfen Hannover und Bremen wurden am Sonntag etliche Verbindungen wegen des Unwetters gestrichen. In Hannover waren Flüge von und nach Paris, Amsterdam, München und Frankfurt betroffen, wie der Flughafen mitteilte. Am Bremer Airport ging es ebenfalls um Verbindungen nach Frankfurt, München, Amsterdam sowie nach Stuttgart.

Spaziergänge im Wald vermeiden

Die niedersächsischen Landesforsten warnten Spaziergänger und Wanderer vor dem Betreten der Wälder. „Es besteht die Gefahr, dass Äste abbrechen oder ganze Bäume umgeworfen werden“, sagte ein Sprecher am Freitag.

Dies gelte vor allem für Waldgebiete, in denen die Bäume durch die Trockenheit der beiden vergangenen Sommer ohnehin geschwächt seien. Die Landesforsten planten, Maschinen und Fahrzeuge aus den Wäldern zu holen. So soll verhindert werden, dass diese durch umgestürzte Bäume beschädigt werden.

Die Schule fällt vielerorts aus

Viele Schulen in Niedersachsen und Bremen bleiben wegen der Auswirkungen von Sturmtief „Sabine“ am Montag geschlossen. Wie die Behörden am Sonntagabend mitteilten, sind unter anderem die allgemeinbildenden Schulen sowie die Berufsschulen in Wilhelmshaven sowie in den Landkreisen Northeim, Goslar, Oldenburg, Osnabrück, Diepholz, Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Holzminden und Göttingen und dem Emsland betroffen. Auch in Bremerhaven, Delmenhorst, Bad Bentheim und im Emsland sollen die Schulen geschlossen bleiben.

So wird sich der Orkan wohl an den Küsten auswirken

Am Montag könnte es an manchen Küstenorten zu einer leichten Sturmflut kommen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erwartet erhöhte Wasserstände. „Es besteht Überflutungsgefahr für Strände, Vorländer und Hafenflächen“, hieß es. Nach der Prognose vom Freitag besteht für die ostfriesische Insel Norderney, für Emden und Bensersiel in Ostfriesland, Wilhelmshaven, Cuxhaven und Bremerhaven die Gefahr einer leichten Sturmflut.

„Eine leichte Sturmflut kommt bis zu zehn Mal im Jahr vor“, sagte NLWKN-Sprecher Carsten Lippe. „Ein solches Ereignis ist an der Küste während der winterlichen Sturmflutsaison nichts ungewöhnliches.“ Die zuständigen Behörden seien vorbereitet, es gebe Rufbereitschaften und NLWKN-Mitarbeiter auf den ostfriesischen Inseln. „Die Kollegen sind in der Lage kurzfristig zu reagieren.“Lippe zufolge gibt es verschiedene Vorgaben für die winterliche Sturmflutsaison, die ab Oktober beginnt. So müssen alle Strandkörbe weggeräumt werden, damit sie bei einer Sturmflut nicht zur Gefahr werden können.

Fährverkehr in Ostfriesland weiter behindert

Der Fährverkehr zu den ostfriesischen Inseln ist wegen des Sturmtiefs am Montag weiter behindert: Wangerooge, Langeoog, Baltrum und Helgoland sind derzeit nicht per Schiff zu erreichen. Das sagten Sprecher der Reedereien am Montag. Die Inseln Borkum, Norderney, Spiekeroog und Juist werden dagegen weiter angefahren, hieß es von den Fährgesellschaften. Ein Sprecherin der AG Ems, die von Emden aus nach Borkum übersetzt, sagte am Morgen: „Es ist noch ein bisschen windig, aber der Fährverkehr findet statt.“

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