Eine Schule für die Ärmsten, die Afrika Hoffnung macht

Braunschweig.  Kandidaten für den Gemeinsam-Preis: Die German Church School in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ist ein Hoffnungs-Modell.

Blick auf den Schulhof der German Church School.

Blick auf den Schulhof der German Church School.

Foto: Henning Noske

Vom Schulhof dringen die Kinderstimmen über eine hohe Mauer an der Angola Road, auf der sich gerade das tägliche Chaos im Millionen-Moloch Addis Abeba abspielt. Die exakte Einwohnerzahl der äthiopischen Hauptstadt ist unbekannt, geschätzt werden mehr als fünf Millionen Menschen. Und hier, wo Armut auch tatsächlich Armut bedeutet, ist eine Hoffnung für Afrika herangewachsen und muss täglich bewahrt werden ­– es ist die mehrfach preisgekrönte German Church School, die als Modell für eine Schule für die Ärmsten der Armen gilt.

Mehr als 800 Kinder und Jugendliche sind es, die hier auf dem Gelände der deutschsprachigen evangelischen Kirchengemeinde unterrichtet werden. Sie lernen, essen, tanken Gemeinschaft und Emotionen. Sie kommen nicht nur aus prekärsten sozialen Bedingungen in Wellblechsiedlungen, sondern sehr viele von ihnen sind blind oder sehbehindert. Es ist wahre Inklusion, die hier stattfindet, bis hin zu einem faszinierenden Patensystem der gegenseitigen Unterstützung.

Dass dies alles möglich ist und bis heute insbesondere durch Spenden finanziert und abgesichert werden kann, ist ein großes Verdienst des deutschen Fördervereins Melkam Edil mit der Vorsitzenden Barbara Reske (Eppelheim, Baden-Württemberg) und des früheren Braunschweiger Dompredigers Joachim Hempel. Beide stehen stellvertretend für die German Church School mit Schulleiter Teklu Tafesse und seinem Team, die von der Redaktion für den Gemeinsam-Preis vorgeschlagen wird.

„Lebenschancen gemeinsam gestalten. Das ist das Wichtigste“, sagt die pensionierte Lehrerin Barbara Reske. Für sie heißt das: gemeinsam in Afrika, gemeinsam mit Afrika. Bewusst werden die Spenden, die den Betrieb der Schule in Äthiopien sichern, beim Verein Melkam Edil in Deutschland verwaltet. Sollte es in Addis Abeba unsicher werden, liegt die Kontrolle in Eppelheim.

Braunschweig gilt für die German Church School als Spenden-Hochburg. Dafür sorgt Joachim Hempel, der die Schule und die Kirchengemeinde in Äthiopien seit mehr als vier Jahrzehnten begleitet. Und der Braunschweiger Dom und seine Gemeinde, die bundesweit zu den größten Spendern zählen.

Der Gemeinsam-Preis:

Am 16. November ehrt unsere Zeitung mit dem Braunschweiger Dom zum 17. Mal Menschen für ihr Bürgerengagement. In den nächsten Wochen stellen wir hier täglich die Kandidaten für den Preis vor.

Heute:

Name German Church School, vertreten durch Barbara Reske und Joachim Hempel

Das Ziel: Schule für die Ärmsten der Armen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba

Kontakt: Förderverein Melkam Edil, www.melkam-edil.de

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