Maddie-Verdächtigter beantragt doch vorzeitige Haftentlassung

Hannover/Kiel.  Der Verdächtige im Fall Maddie stellt erneut einen Antrag auf Haftentlassung. Derweil äußert sich sein Anwalt abschätzig über die Ermittlungen.

Derzeit sitzt der Verdächtige in Kiel wegen Drogenhandels ein. Nun hat er erneut einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt – dieses Mal in Kiel. (Archivbild)

Derzeit sitzt der Verdächtige in Kiel wegen Drogenhandels ein. Nun hat er erneut einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt – dieses Mal in Kiel. (Archivbild)

Foto: Marcel Kusch / dpa

Der Verdächtige im Fall der verschwundenen Britin Madeleine McCann hat erneut einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt. Dafür sei nun das Landgericht Kiel zuständig und nicht mehr wie bei dem vorherigen, vor zwei Tagen zurückgezogenen Antrag das Landgericht Braunschweig, teilte der Rechtsanwalt des 43-Jährigen, Friedrich Fülscher, am Donnerstag der dpa mit. Der Verdächtige sitzt derzeit in Kiel eine Gefängnisstrafe wegen Drogenhandels ab. Das Haftende ist für den 7. Januar 2021 terminiert - zwei Drittel dieser Strafe waren am 7. Juni dieses Jahres verbüßt.

Der neue Antrag geht an die Justiz in Kiel, nicht mehr an die in Braunschweig

Der 43-Jährige hatte zuvor über seinen Anwalt erklärt, das Vertrauen in die Braunschweiger Justiz verloren zu haben, nachdem das dortige Landgericht ihn seiner Auffassung nach zu Unrecht wegen Vergewaltigung einer 72-jährigen Amerikanerin verurteilt hatte. Nachdem der Bundesgerichtshof aber das Landgericht Braunschweig in der Frage der Haftentlassung für zuständig erklärt hatte, hatte der Verdächtige seinen Antrag zurückgezogen. Wie der Rechtsanwalt erläuterte, sei bei dem erneuten Antrag nun das Landgericht am Sitz der Haftanstalt zuständig, in die der Mann einsitzt, das ist Kiel.

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Bei einer vorzeitigen Haftentlassung könnte der Verdächtige trotz der laufenden Ermittlungen gegen ihn im Fall Maddie auf freien Fuß kommen. Grundsätzlich steht im zwar noch die Verbüßung der Strafe in dem Vergewaltigungsfall bevor. Nach Überzeugung der Braunschweiger Richter vergewaltigte der Mann im Jahr 2005 - rund anderthalb Jahre vor Maddies Verschwinden - im portugiesischen Praia da Luz die 72-Jährige. Gegen das im Dezember 2019 gesprochene Urteil hatte der 43-Jährige aber Revision eingelegt.

Anwalt des Verdächtigen vermutet Staatsanwaltschaft auf der falschen Fährte

Derweil äußerte sich der Anwalt des Verdächtigen, Friedrich Sebastian Fülscher, gegenüber der HAZ zur

. Er bezeichnete die Durchsuchung als „pure Verzweiflungstat der Staatsanwaltschaft.“ Ihm scheine es so, als fiele es den Ermittlern schwer, sich einzugestehen, auf das falsche Pferd gesetzt zu haben, so Fülscher weiter. Er mutmaßt, dass die Durchsuchung den Eindruck erwecken soll, dass die Ermittlungen weiterkämen.

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