Forstwirte wollen Teilhaben am Niedersächsischen Weg

Rixförde.  Mit dem Niedersächsischen Weg haben verschiedene Akteure ein Natur- und Artenschutzprogramm beschlossen. Waldbesitzer waren bis dato nicht dabei.

Der sogenannte Niedersächsische Weg ist ein Natur- und Artenschutzkonzept verschiedener Akteure auf Landesebene. Nur die Waldbesitzer und Forstwirte waren bisher nicht dabei. (Archivbild)

Der sogenannte Niedersächsische Weg ist ein Natur- und Artenschutzkonzept verschiedener Akteure auf Landesebene. Nur die Waldbesitzer und Forstwirte waren bisher nicht dabei. (Archivbild)

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Waldbesitzer und Forstwirtschaft in Niedersachsen wollen sich neben Landesregierung, Landwirtschaft und Naturschutzverbände für den Artenschutz engagieren. Die Waldwirtschaft sei bislang beim „Niedersächsischen Weg“ nicht ins Boot geholt worden, sagte am Donnerstag Dirk Schäfer von der Niedersächsischen Allianz für Wald- und Forstwirtschaft. „Das ist ein Novum, eine Einmaligkeit, und das löst bei den forstlichen Verbänden wirklich Entsetzen aus“, sagte Schäfer. Die Waldwirtschaft wolle sich aktiv in die Ausgestaltung des „Niedersächsischen Weges“ einbringen.

Forstwirte kritisieren, dass der aktuelle Plan mit der bewährten Praxis bricht

Sachlich kritisieren Waldbesitzer und Forstwirtschaft, dass es bereits Vorfestlegungen zu einem Waldumbau gebe. So solle die Anpflanzung nicht-europäischer Bäume nur in Ausnahmefällen erlaubt sein. Hiesige Waldbesitzer hätten aber schon seit Jahrzehnten positive Erfahrungen mit Baumarten aus Nordamerika gemacht, sagte Schäfer. „Solche Optionen im Rahmen der forstlichen Fördeurng bei der Waldverjüngung rauszunehmen, heißt, den Waldbesitzern die Möglichkeit einer soliden Zukunftsentwicklung zu nehmen.“

Aus dem Landesumweltministerium hieß es dazu, dass es neben den Verhandlungen mit den Unterzeichnern des „Niedersächsischen Weges“ auch einen Dialog mit weiteren betroffenen Akteuren geben solle. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) habe im Waldbeirat des Landes über das Modell berichtet und nachdrücklich um Unterstützung geworben. In der kommenden Woche wolle sie mit Umweltminister Olaf Lies (SPD) erneut bei dem Gremium zu Gast sein.

Landwirte und Nabu liegen im Klinsch, denn der Nabu soll in einem Volksbegehren Kritik am gemeinsamen Plan äußern

Der „Niedersächsische Weg“ war im Mai vom Land, Bauern und Umweltorganisationen auf den Weg gebracht worden. Parallel betreiben der Nabu, der Deutsche Berufs- und Erwerbs-Imker-Bund und die Grünen das Volksbegehren Artenvielfalt. Landwirte verübeln dem Nabu, der auch Vertragspartner des Niedersächsischen Wegs ist, die Teilnahme an dem Volksbegehren. Das Volksbegehren geht in Details über den „Niedersächsischen Weg“ hinaus, etwa bei der Quote des Ökolandbaus oder bei der Breite der Randstreifen an Gewässern.

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