Impfskandal Friesland

Kochsalzlösung statt Impfstoff: Betroffene erhalten Entschädigung

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Nachdem eine examinierte Krankenschwester im Landkreis Friesland Kochsalzlösungen statt Corona-Impfungen verteilt haben soll, können Betroffene eine Entschädigung für die Nachimpfung beantragen.

Nachdem eine examinierte Krankenschwester im Landkreis Friesland Kochsalzlösungen statt Corona-Impfungen verteilt haben soll, können Betroffene eine Entschädigung für die Nachimpfung beantragen.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Jever.  Eine Krankenschwester im Kreis Friesland hat Spritzen mit Kochsalzlösung statt Impfstoff aufgezogen. Für Nachimpfungen erhalten Betroffene nun Geld.

Nach möglichen Impfungen mit Kochsalzlösungen bieten das Land Niedersachsen und der Landkreis Friesland den über 10.000 Betroffenen eine Entschädigung an. Eine Aufwandsentschädigung von 35 Euro erhielten diejenigen, die eine Impfung wiederholen müssen, 50 Euro erhalte, wer zweimal nachgeimpft werden müsse, gab der Landkreis Friesland online bekannt.

Dafür müsse ein Antrag gestellt werden, das Antragsformular stehe auf der Homepage des Landkreises zum Herunterladen bereit. Das Formular müsse ausgefüllt, ausgedruckt und unterschrieben werden und könne per E-Mail oder Post beim Landkreis eingereicht werden. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Entschädigung kann per Formular beantragt werden

Alternativ könne der Vordruck auch bei den Städten und Gemeinden abgeholt werden, teilte der Landkreis weiter mit. Derzeit werde an einem Online-Formular gearbeitet, das von Ende kommender Woche an zur Verfügung stehen solle. Der Nachweis über die Nachholimpfung müsse dem Antrag beigefügt werden. Die Kosten übernehme das Land, die Auszahlung erfolge über den Landkreis. „Ich möchte ausdrücklich dem Land Niedersachsen danken, dass wir gemeinsam diese unbürokratische Lösung anbieten können“, sagt Landrat Sven Ambrosy.

Eine Krankenschwester hatte zugegeben, am Kreisimpfzentrum sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben könnte. Um die möglichen fehlenden Impfungen nachzuholen, sollten daher rund 10.000 Betroffene als Vorsichtsmaßnahme nachgeimpft werden.

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Ermittlungen richten sich gegen examinierte Krankenschwester

Zuletzt hatte der „Spiegel“ berichtet, dass eine Mitarbeiterin des Impfzentrums bereits fünf Tage vor Bekanntwerden des Falles am 24. April ihre Vorgesetzten beim DRK vor der nun beschuldigten Krankenschwester gewarnt haben soll. Demnach soll die mutmaßliche Impfgegnerin der Zeugin in Chats Texte und Videos mit Verschwörungsfantasien geschickt haben.

Laut „Spiegel“ leitete die Zeugin diese Nachrichten an ihre Vorgesetzten weiter, diese sollen aber nicht reagiert haben. Die Polizei machte auf Anfrage dazu keine näheren Angaben. Allgemein teilten die Beamten mit, dass die Abläufe im Impfzentrum grundsätzlich Teil der Ermittlungen seien. Eine Anfrage beim DRK-Kreisverband Jeverland dazu blieb bislang unbeantwortet.

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