Bombendrohung: Womöglich rechtsextreme Droh-Mail aufgetaucht

Berlin  In sieben Großstädten hat es für Gerichtsgebäude Drohungen gegeben. Unter anderem Hamburg, Kiel, Potsdam und Erfurt waren betroffen.

Die Polizei in Wiesbaden erklärte in einer Meldung, sie habe den Einsatz nach einer E-Mail mit einem Hinweis auf einen gefährlichen Gegenstand gestartet. Auch in Potsdam suchte die Polizei mit Spürhunden.

Beschreibung anzeigen

In Potsdam, Magdeburg, Hamburg, Erfurt, Wiesbaden, Saarbrücken und Kiel hat es Bombendrohungen gegen Justizgebäude gegeben. Die Gebäude wurden geräumt, die Polizei sucht nach Sprengsätzen.

In allen Städten sind die Drohungen offenbar per E-Mail eingegangen. Der Absender ist dabei anonym geblieben. Auffällig ist, dass es sich bei allen Städten und die jeweiligen Landeshauptstädte der Bundesländer handelt. Laut Polizei Magdeburg wurde in der Mail mit einem Anschlag auf bundesweiter Ebene gedroht.

Bundesjustizministerin Katarina Barley hat die Bombendrohungen gegen mehrere Landgerichte als Angriff auf die Justiz und das demokratische Gemeinwesen verurteilt. „Die Bombendrohungen an mehreren Landgerichten und den Angriff auf den Bundesgerichtshof in der Silvesternacht in Leipzig verurteile ich scharf“, sagte die SPD-Politikerin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

So ist die Lage in den einzelnen Städten:

• Kiel

Die Drohung gegen das Landgericht Schleswig-Holstein in Kiel ist in der Nacht zu Freitag eingegangen. Auch sie kam per E-Mail. Beamte waren mit Sprengstoffsuchhunden im Gebäude unterwegs. Die Polizei gab das Justizzentrum jedoch gegen 11.30 Uhr wieder frei. Ein Sprengsatz wurde nicht gefunden.

„Es ist eine Mail eingegangen, die mit „nationalsozialistische Offensive“ gezeichnet ist“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag in Kiel.

In den vergangenen Wochen hatten laut NDR bereits mehrere Landgerichte in Schleswig-Holstein Bombendrohungen erhalten.

• Hamburg

Auch gegen das Landgericht Hamburg gab es eine Drohung. Jedoch sei dort der Betrieb weitergelaufen. Die Polizei hatte relativ schnell nach dem Einfang der Drohung Entwarnung geben können, sagte ein Gerichtssprecher. Auch in Hamburg habe das Drohschreiben rechtsextreme Bezüge gehabt.

• Magdeburg

In Magdeburg ist das Landgericht evakuiert worden. 40 Personen waren nach Polizeiangaben von der Räumung betroffen. Die Betroffenen konnten nach einer Überprüfung jedoch wieder am Nachmittag das Gebäude betreten. Sprengstoff wurde nicht gefunden.

• Potsdam

In Potsdam wurde das Justizzentrum am Freitagvormittag geräumt. Rund 200 Menschen mussten das Gebäude verlassen. Auch in Potsdam war ein Sprengstoffspürhund im Einsatz. „Alles abgeschlossen, nichts gefunden“, sagte ein Polizeisprecher jedoch gegen kurz nach 13 Uhr.

• Erfurt

Wie in Magdeburg war in Erfurt eine Bombendrohung per E-Mail eingegangen. Das Vorgehen der Behörden glich dem in den anderen Städten. Das Landgericht wurde evakuiert. Laut MDR Thüringen hatten zunächst nur 25 Personen das Gebäude verlassen müssen.

• Wiesbaden

Das Justizzentrum in Wiesbaden ist am Freitag wegen einer möglichen Bedrohung geräumt worden. Passanten wurden gebeten, den Bereich rund um das Justizzentrum und die Umgebung zu meiden. Wie die Polizei über Twitter mitteilte, sei ein verdächtiger Gegenstand im Landgericht gemeldet worden. Hintergrund des Einsatzes war nach Angaben eines Polizeisprechers auch hier eine Mail an das Landgericht mit einer konkreten Drohung.

Die Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat am Nachmittag Entwarnung gegeben. Die Lage sei geklärt und kein Sprengstoff gefunden worden, sagte die CDU-Politikerin am Freitagmittag in Wiesbaden.

• Saarbrücken

Auch in Saarbrücken war das Landgericht bedroht worden. Doch auch hier wurde das Gebäude nach einer Prüfung wieder freigegeben, wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet. (dpa/ac)

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder