Ehefrau und Baby bedroht: Polizei erschießt 34-jährigen Mann

Hamburg  In Hamburg ist ein Polizeieinsatz tödlich geendet. Ein Mann hatte dort seine Frau und ein Neugeborenes bedroht. Er wurde erschossen.

Mitarbeiter der Mordkommission ermitteln vor dem Haus, in dem der 34-Jährige von einem Polizisten erschossen wurde.

Mitarbeiter der Mordkommission ermitteln vor dem Haus, in dem der 34-Jährige von einem Polizisten erschossen wurde.

Foto: Bodo Marks / dpa

Bei einem Polizeieinsatz in Hamburg ist am Mittwochmorgen ein Mann gestorben. Der 34-Jährige wurde durch den Schuss eines Polizisten getötet. Er erlag seinen Verletzungen noch vor Ort.

Die Polizei war zu der Doppelhaushälfte gerufen worden, weil eine Frau (32) und ihr Neugeborenes von dem Mann bedroht wurden. Als die alarmierten Polizeibeamten eintrafen, ging der mutmaßliche Täter offenbar mit einem Messer auf die Beamten zu. Einer von ihnen schoss daraufhin auf den Mann, der dadurch lebensgefährlich verletzt wurde.

Polizist erschießt Mann: Mordkommission ermittelt

Sowohl die Frau und das Baby als auch die Polizeibeamten sind unverletzt und werden nun psychologisch betreut. Die Mordkommission ist vor Ort. Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 34-jährigen Briten, bei der Mutter des Kindes um seine 32-jährige Ehefrau, eine Russin.

Das Kind wurde nach Angaben der Nachbarn vor zwei Tagen geboren. Der 34-Jährige soll Mutter und Kind nach der Geburt aus dem Krankenhaus abgeholt und nach Hause gebracht haben.

Polizeigewerkschaft: „Das ist ein Ausnahmefall“

Beamte des Beziehungsgewaltdezernats der Region Harburg nahmen wegen der Bedrohungslage und des Angriffs auf die Polizeibeamten erste Ermittlungen auf. Wegen des polizeilichen Schusswaffengebrauchs werden Beamte des Dezernats Interne Ermittlungen ebenfalls ermitteln.

„Das ist ein Ausnahmefall“, sagte der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Joachim Lenders. Es komme in Deutschland nur selten vor, dass ein Mensch bei einem Polizeieinsatz erschossen werde.

2017 wurden 14 Menschen von Polizisten getötet

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Hamburg, Andreas Schmidt, betonte, wie stark belastend es für Beamte sei, von der Schusswaffe Gebrauch machen zu müssen. „Die psychische Belastung zieht der Beamte nicht mit der Uniform aus“, sagte er.

Im Jahr 2017 waren dabei 14 Menschen getötet und 39 weitere verletzt worden, wie aus den jüngsten verfügbaren Zahlen der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster hervorgeht. Ein Grund für Polizeischüsse sind immer wieder Messerattacken.

Ende 2018 sorgte ein Fall aus Bochum für Aufsehen. Dort war eine Kontrolle eskaliert, woraufhin ein Polizist einen 74 Jahre alten Mann erschoss. Im April desselben Jahres erschoss die Fuldaer Polizei einen Mann, der in einer Bäckerei randaliert hatte. (zv/cia/dpa)

Dieser Text ist zuerst auf abendblatt.de erschienen.

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