EU-Gerichtshof setzt hohe Hürde für Abschuss von Wölfen

Brüssel.  Der Europäische Gerichtshof hat jetzt eine hohe Hürde für den Abschuss von Wölfen gesetzt. Der Hintergrund ist ein Fall aus Finnland.

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Die Diskussion um den Abschuss von Wölfen sorgte in Deutschland in den vergangenen Monaten immer wieder für Schlagzeilen. Jetzt hat der Europäische Gerichtshof Genehmigungen zum Abschuss von Wölfen enge Grenzen gesetzt.

Die Luxemburger Richter beschrieben in einem Urteil am Donnerstag strikte Bedingungen für Ausnahmen von dem im EU-Recht verankerten Verbot der absichtlichen Tötung von Wölfen. Unter anderem müssen Behörden ein klares Ziel definieren und wissenschaftlich belegen, dass der Abschuss diesem dient und dass es keine Alternativen gibt. (Rechtssache C-674/17)

Die „gesellschaftliche Toleranz“ gegenüber Wölfen soll erhöht werden

Hintergrund ist ein Fall aus Finnland. Ein Umweltverband hatte gegen die Entscheidung der Wildtierbehörde geklagt, zwei Jägern den Abschuss von insgesamt sieben Wölfen zu erlauben. Die Behörde begründete die Genehmigung mit „Bestandspflege“ und der Eindämmung von Wilderei. Schäden an Hunden sollten verhindert und das allgemeine Sicherheitsgefühl der Menschen erhöht werden.

Letztlich sollte nach Angaben der Behörde die „gesellschaftliche Toleranz“ gegenüber Wölfen erhöht werden. Das oberste finnische Verwaltungsgericht bat den EuGH um Rat bei der Auslegung der EU-Habitatrichtlinie, die Lebensräume, Tiere und Pflanzen schützen soll.

Hintergrund: Wolf und Hund: Nur wenige Mischlinge in Deutschland

Nach der Richtlinie ist die Tötung einer Reihe streng zu schützender Arten grundsätzlich verboten, darunter auch die des Wolfs. Ausnahmen sind bereits in der Richtlinie vorgesehen; die EU-Richter haben sie nun genauer definiert.

Die Prüfung, ob die beschriebenen Bedingungen in dem finnischen Fall erfüllt sind, verwiesen die EU-Richter zurück an das dortige Gericht.

Wölfe haben in Niedersachsen und Schleswig-Holstein Nutztiere gerissen

Der Wolf breitet sich immer mehr in Deutschland aus. Naturschützer freuen sich darüber, einige Menschen sind beunruhigt und haben Angst vor Wölfen. Im Mai 2019 sorgten die Pläne der Bundesregierung für Schlagzeilen. Jäger sollen künftig mehr Wölfe als bisher schießen dürfen.

Anfang des Jahres war es zu Angriffen von Wölfen gekommen. Wölfe hatten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein Nutztiere wie Schafe, Pferde und Rinder gerissen. (dpa/msb)

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