„The Voice“-Battles radikal: Sido macht den Kahlschlag

Berlin.  Das gab es noch nie: Bei den ersten Battles schockt Sido mit seiner Entscheidung. Doch der Sender lässt ihm den Regelbruch durchgehen.

Alice Merton: "Das wird mein cooler Spruch für "The Voice"
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Es ist Zeit für die Battles bei „The Voice of Germany“. Normalerweise heißt das, zwei Talente aus einem Team treten gegeneinander an. Im Duett. Der Coach entscheidet im Anschluss, wer eine Runde weiter darf und wer gehen muss. Normalerweise. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Denn Sido ist dabei.

„Ihr habt beide keine Chance hier. Das war für mich nicht gleich gut, es war gleich schlecht“, begründet Sido seine Entscheidung. Seine Kollegen reagieren geschockt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Casting-Show entscheidet sich ein Coach gegen beide Talente.

Tyrone Frank (22, Graben-Neudorf) und Janet Gizaw (28, Köln) sind die beiden Kandidaten, um die es hier geht. In den Blind Audition lieferten beide sehr gute Leistungen ab – Janet hat den nötigen Soul, Tyrone den Flow. Das weckte Erwartungen, die die beiden am Sonntagabend nicht erfüllen.

„The Voice“ – Das waren die Paarungen in den ersten „Battles“

  • Christian Haas vs. Marvin Merkhofer mit „Carless Whisper“
  • Maciek vs. Julian Mauro mit „I don’t care“
  • Chiara Alessia Innamorato vs. Freschta Akbarzada mit „When We Were Young“
  • Luke Voigtmann vs. Kaan Bülte mit „One More Time“
  • Tyron Frank vs. Janet Gizaw mit „What’s my Name“
  • Judith Jensen vs. Marie Weiß mit „Alles Neu“
  • Lukas Linder vs. Fidi Steinbeck mit „Flugzeuge im Bauch“

„The Voice“: Sidos Kahlschlag – „Das ist hier kein Traumschiff“

Schon als Sido ihnen den Song „What’s My Name“, im Original gesungen von Rihanna mit einem Feature von Drake, zuteilt, reagieren die beiden wenig begeistert. Tyrone passt der Style nicht, er ist eigentlich im „Old School Hip Hop“ Zuhause, Janet hat Angst, nicht ihre komplette Stimmgewalt zeigen zu können.

„Das ist hier kein Traumschiff“, erklärt Rapper Sido im Studio von DJ Desue, in das er die Talente eingeladen hat. Denn da hängen ganz viele Goldene und Platin-Platten. Die sollen Ehrfurcht schaffen, meint der 38-Jährige. Und Ehrgeiz wecken.

Schon in den Proben wirken die beiden verunsichert. „Ich habe Angst, dass Sido sich eher für den Rapper entscheidet. Schließlich ist er auch Rapper“, meint Janet Gizaw. Wenn beide gleich gut gewesen wären, hätte er das auch getan, erklärt Sido.

Doch der Auftritt dieses Battle-Paares ist vor allen Dingen langweilig und emotionslos. Janets Frisur erinnert an einen Teletubby, ihr Gesang wirkt gehemmt und verunsichert. Tyrone guckt während der Performance wie ein verschrecktes Reh. Und somit entscheidet sich Sido gegen beide Talente.

Doppelter Steal Deal – und eine zweite Chance für Sidos Opfer

Das ermöglicht den anderen einen doppelten Steal Deal: Auch da gibt es in diesem Jahr eine Neuerung. In den vergangenen Jahren konnten die Coaches ein „rausgeflogenes“ Talent in ihr Team holen. In diesem Jahr gibt es im Backstage vier Stühle. Dort nehmen die „Steal Deals“ Platz.

Fünf Fakten zu The Voice of Germany

Doch diesmal kann auch nachdem schon ein Talent in ein anderes Team „gerettet“ wurde, weiter „gestealed“ werden, sodass die „Steal Deals“ im backstage gegebenenfalls ausgetauscht werden und doch noch rausfliegen.

Als der Countdown zum Steal Deal runterzählt, drücken alle drei übrigen Coaches ihre Buzzer. Alice Merton und Rea Garvey wollen Tyrone, Mark Forster Janet. Tyrone entscheidet sich für Team Rea.

Rea Garvey – Kopf oder Bauch?

Abgesehen von dieser Sensation ist es eine sehr durchwachsene Sendung. Höhepunkte sind die Battles Allan vs. Andrea sowie Fidi vs. Lukas. Mit dem Song „Little Lion Man“ von Mumford & Sons zeigen Allan Garnelis (42, Gutach im Breisgau) und Andrew Telles (36, Berlin) ein Duett, wie es im Buche steht.

Die beiden scheinen fast schon als Einheit zu verwachsen, stützen sich gegenseitig, bringen reichlich Emotionen auf die Bühne und harmonieren perfekt. Lediglich als sie im A-Capella enden, entweicht ihnen ein Ton.

Für Rea ist es eine Entscheidung zwischen Kopf und Bauch. Sein Kopf sagt Allan, weil er nichts an dem Auftritt kritisieren kann, doch sein Herz sagt Andrew, der manchmal vielleicht etwas unsicherer ist, doch die weniger „glatte“ Stimme hat. Rea entscheidet sich für sein Herz.

„Flugzeuge im Bauch“: Fidi überzeugt mehr

Fidi Steinbeck (35, Hamburg) und Lukas Linder (26, Kastellaun) treten gegeneinander für das Team Mark an. „Flugzeuge im Bauch“ ist ihr Song. Lukas kennt ihn nicht. Zum Entsetzen Marks. Es geht um Herzschmerz, das Gefühl, wenn etwas nicht mehr aus Liebe, sondern nur noch mechanisch geschieht. Fidi sieht kein Problem sich da hineinzuversetzen. Lukas kann es sich nicht so ganz vorstellen, schließlich ist er ja schon neun Jahre in seiner Beziehung. Doch er will es versuchen.

Bei ihrem Auftritt lassen die beiden sich komplett aufeinander ein. Ein Talent überzeugt letztendlich deutlich mehr: Fidi. Mit ihrem Cello auf der Bühne, ihrer bezaubernden Art und der leicht luftigen Stimme zieht sie sowohl das Publikum als auch die Coaches in ihren Bann.

Selbst Sido, der das letzte Mal heftig gegen einen Musical-Sänger austeilte, gibt zu, dass er völlig begeistert von ihr ist – auch wenn er auf das Cello verzichten könnte. Erwartungsgemäß entscheidet sich Mark für die 35-Jährige und gegen den „Bürgermeister“, wie er Lukas tauft. Viel treffender hätte man ihn wohl nicht beschreiben können.

The Voice - so lief es zuletzz:

Alice Merton noch ohne Glück: Alles zum Weghören

Tiefpunkte sind die Battles aus Team Alice. Sowohl Luke Voigtmann (22, Hünstetten, Hessen) vs. Kaan Bülte (28, Frankfurt) als auch Judith Jensen (22, Heddesheim, Baden-Württemberg) vs. Marie Weiß (24, Nossen, Sachsen) können nicht überzeugen.

Beide Auftritte sind so anstrengend, dass man den Wunsch hegt, sich die Ohren zuzukleben. So charismatisch Alice als Coachin wirkt, so wenig Händchen beweist sie in der Songauswahl. Da kann man nur hoffen, dass das in den nächsten Sendungen besser wird.

Viele Zuschauer fragten sich, warum bei „The Voice“ Sido und Co. immer dasselbe tragen. Abgesehen davon wird die Show aber immer emotionaler – nur Sido ist genervt. Eine echte Flop-Entscheidung legte Forster mit seinem Horror-Rocker hin.

„The Voice“ - Ganze Folgen anschauen

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