Klimawandel: „Erde sendet wohl ihr letztes Alarmsignal“

Madrid/Genf.  Klimawandel wird sichtbar: Der Sauerstoffverlust der Meere wird zu einer Gefahr. Fischbestände sind bedroht. Es ist ein Alarmsignal.

Greta Thunberg mit ernüchterndem Fazit in Madrid

Die 16-Jährige hoffe, dass die 25. Weltklimakonferenz etwas Konkretes hervorbringt. Denn bisher habe sich immer noch nichts geändert, so die Schwedin.

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Der Klimawandel wird immer spürbarer – und das nicht nur für uns Menschen. Für viele Tierarten sind die Veränderungen bereits seit Jahren spürbar. Viele Lebensräume verschwinden anscheinend unaufhörlich. Besonders die Weltmeere sind betroffen.

Verschmutze Strände, Plastik im Wasser, dazu der Klimawandel - den Meeren geht es schlecht, wie schlecht, geht jetzt aus einem Bericht hervor, den die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Samstag in Madrid bei der Weltklimakonferenz vorstellte. Der Sauerstoffverlust der Meere wird zu einer wachsenden Bedrohung für Fischbestände. Betroffen seien etwa 700 Meeresregionen in aller Welt.

„Das ist möglicherweise das letzte Alarmsignal, dass wir von dem unkontrollierten Experiment bekommen, dass die Menschheit in den Ozeanen der Welt ausgelöst hat“, sagte Dan Laffoley, einer der Herausgeber des Berichts. Der sinkende Sauerstoffgehalt in den Ozeanen hat dem Bericht zufolge in der Hauptsache zwei Gründe.

Klimawandel und Verschmutzung der Gewässer sind das Problem

So kommt es zum sinkenden Sauerstoffgehalt:

  • Heizt sich das Meerwasser auf, enthalte es tendenziell weniger Sauerstoff.
  • Zum anderen führe eine Verschmutzung der Gewässer mit Nährstoffen etwa aus Fischzuchten oder Düngemitteln aus der Landwirtschaft insbesondere in Küstenregionen zu einem starken Algenwachstum.
  • Bei ihrem Abbau verbrauchen sie Sauerstoff.
  • In sauerstoffarmen Gewässern überlebten Mikroben, Quallen und Tintenfische besser als Fische.
  • Vom Sauerstoffrückgang betroffen sind auch die Ostsee und das Schwarze Meer.

„Dies sind die größten geschlossenen Meeresökosysteme mit niedrigem Sauerstoffgehalt“, heißt es in dem Bericht. Während es im Schwarzen Meer teils natürliche Gründe gebe, seien in der Ostsee vor allem die Düngemittel und der Klimawandel Schuld.

Große Gefahr für Thunfische und Haie

In wärmeren Gewässern vermischten sich sauerstoffreiche und -arme Schichten weniger gut, heißt es in dem Bericht. Thunfische und Haie brauchten wegen ihrer Größe und ihres Energiebedarfs viel Sauerstoff.

Greta Thunberg mit ernüchterndem Fazit in Madrid
Greta Thunberg mit ernüchterndem Fazit in Madrid

Sie würden in relativ sauerstoffreiche Schichten an höheren Lagen gezwungen und setzten sich dann der Gefahr aus, gefischt zu werden. Überfischung sei die Folge, so die IUCN. Lesen Sie hier: Diese deutschen Städte werden durch den Klimawandel verschwinden.

Klimawandel – Weltklimakonferenz in Madrid

Mallorca hat den Massen an Plastik den Kampf angesagt. Ein neues Gesetz soll dazu führen, dass die Insel nicht weiter im Müll versinkt. Ein weiteres Problem sind herrenlose Fischernetze im Meer. Im November hatten die Umweltminister der Küstenländer verkündet den Kampf gegen Geisternetze im Meer zur staatlichen Aufgabe machen.

In Madrid findet gerade die zweiwöchige Weltklimakonferenz statt. Greta Thunbergs Besuch löste am Freitag in Madrid so viel Begeisterung aus, dass sie den Klima-Protestmarsch verlassen musste. (dpa/msb)

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