7600 Corona-Tote: RKI erklärt Anstieg der Reproduktionszahl

Berlin.  Das Coronavirus sorgt weiter für große Einschränkungen in Deutschland. Doch es gibt Lockerungen. Alle Entwicklungen im Newsticker.

Corona-Krise: Deutsche werden aus Zentralamerika ausgeflogen

Aufatmen bei Deutschen, die wegen der Corona-Krise in Zentralamerika festsitzen: Frankreich fliegt etwa 300 Europäer von Panama und Honduras aus in Richtung Paris aus.

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Die wichtigsten Nachrichten des Tages:

  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) wehrte sich auf seiner Pressekonferenz gegen Kritik
  • Das RKI meldet 116 neue Todesfälle nach einer Covid-19-Erkrankung
  • In Russland verschärft sich die Pandemie weiter
  • Der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat sich nach Medienberichten mit dem neuartigen Coronavirus infiziert
  • In einem Schlachthof im baden-württembergischen Birkenfeld bei Pforzheim sind erneut mehr als 80 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden
  • Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat die grundsätzliche Quarantänepflicht für aus dem Ausland Einreisende außer Vollzug gesetzt
  • Bundeskanzlerin Merkel ruft die Deutschen erneut zur Vorsicht im Umgang mit dem Coronavirus auf – und kritisiert Corona-Mutproben
  • Jens Spahn warnt davor, die Fortschritte bei der Bekämpfung der Pandemie zu gefährden
  • Die UN befürchten 500.000 zusätzliche Aids-Tote wegen Corona-Krise
  • Laut Robert-Koch-Institut (RKI) liegt die Reproduktionszahl derzeit bei 1,13 – damit ist der kritische Wert von 1 wieder überschritten
  • In Deutschland sind nach unseren Recherchen bislang mehr als 172.000 Coronavirus-Infektionen gemeldet worden – über 7600 Patienten starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung
  • Hinweis: Wir haben diesen Newsticker geschlossen. Den Link zum neuen Newsticker finden Sie etwas weiter unten.

Zum Wochenstart sind zahlreiche Lockerungen in der Coronavirus-Pandemie in Kraft getreten – von der erweiterten Kita-Notfallbetreuung bis hin zur Öffnung aller Geschäfte. Das Robert-Koch-Institut warnte in einer Pressekonferenz am Dienstag vor einem zu lockeren Umgang der Deutschen mit den noch bestehenden Corona-Maßnahmen.

Am Wochenende waren im ganzen Land wieder viele Leute unterwegs. Auch bei Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen gingen in verschiedenen deutschen Städten tausende Menschen auf die Straße – darunter Verschwörungstheoretiker und Rechtsextreme.

In Dortmund griff ein Rechtsextremer ein WDR-Team an. In der vergangenen Woche waren bereits Journalisten von ARD und ZDF attackiert worden.

Coronavirus-News-Ticker: Alle aktuellen Infos zur Pandemie

In der Bundesrepublik sind mehr als 172.000 Personen mit dem Coronavirus infiziert, über 7600 Menschen starben nach einer Erkrankung mit der Lungenkrankheit Covid-19.

Dienstag, 12. Mai 2020: RKI äußert sich zur Reproduktionszahl – 116 neue Todesfälle seit Montag

16.24 Uhr: Wir schließen diesen Newsticker. Alle weiteren Nachrichten, wie etwa zum neuen Drosten-Podcast im NDR finden Sie in unserem neuen Corona-Newsticker.

14.48 Uhr: Der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat sich nach Medienberichten mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. „Ja, ich bin krank und werde behandelt“, zitierten die russischen Nachrichtenagenturen Tass, Interfax und RIA Nowosti am Dienstag Präsidentensprecher Dmitri Peskow. Peskow wird demnach derzeit im Krankenhaus behandelt.

13.55 Uhr: Die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, Malu Dreyer (SPD), hat Forderungen aus der Union zurückgewiesen, wegen der Corona-Krise auf eine Erhöhung der Rundfunkgebühren zu verzichten. „Die Medien und damit auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk sind systemrelevant“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin unserer Redaktion.

Dreyer weiter: „Sie nehmen mit ihrem breiten Informationsangebot eine Schlüsselrolle in der Pandemie-Bewältigung ein. Deshalb sprechen wir uns auch dafür aus, die Beitragsanpassung entsprechend der KEF-Empfehlung zum 1. Januar 2021 umzusetzen.“ Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) empfiehlt für 2021 eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent von 17,50 Euro auf 18,36 Euro.

13.34 Uhr: Die Gründe für den großen Unterschied zwischen theoretisch möglichen Corona-Tests in Deutschland und der Zahl der tatsächlich vorgenommenen Tests bleiben unklar. In einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Frage von FDP-Fraktionsvize Christian Dürr, die am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP vorlag, wird darauf nicht eingegangen. Dürr nennt das eine „Unverschämtheit“.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht einmal pro Woche Daten zu den Kapazitäten für Corona-Tests sowie zu den tatsächlich vorgenommenen Tests und deren Ergebnissen. Der jüngsten Veröffentlichung zufolge können die Labore demnach theoretisch knapp 965.000 Tests pro Woche durchführen. Zuletzt wurden in der Woche ab dem 27. April aber lediglich knapp 318.000 Untersuchungen vorgenommen.

FDP-Politiker Dürr sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: „Es ist leichtsinnig, dass das Gesundheitsministerium die Corona-Testmöglichkeiten offenbar bewusst nicht nutzt.“

Mehr lesen: Corona-Regeln: Das ist in Ihrem Bundesland erlaubt – und verboten

12.56 Uhr: In einem Schlachthof im baden-württembergischen Birkenfeld bei Pforzheim sind erneut mehr als 80 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit steige die Zahl der Mitarbeiter, die dort mit Sars-CoV-2 infiziert sind oder waren, auf rund 400, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes am Dienstag. Das ist mehr als ein Drittel der Belegschaft von etwa 1100 Mitarbeitern.

Fast 150 Mitarbeiter seien inzwischen genesen. Das bedeutet, dass sie zwar wieder zur Arbeit dürfen. Sie unterliegen aber weiter der Betriebsquarantäne und dürfen sich nur zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bewegen, wie die Sprecherin weiter erklärte.

Die infizierten Mitarbeiter, die in beengten Wohnverhältnisse lebten, sind vom Landratsamt seit einiger Zeit in Ausweichunterkünften untergebracht. Laut Sprecherin war eine Schließung des Unternehmens – auch in Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt – geprüft, aber verworfen worden. Dafür gebe es keine rechtliche Handhabe, solange die Firma sich an die Auflagen halte.

Corona-Krise verschärft sich in Russland

12.23 Uhr: In Russland ist die Zahl der Covid-19-Infektionen zuletzt so stark gestiegen, dass es laut der Johns-Hopkins-Universität nun nach den USA das Land mit den meisten Coronavirus-Erkrankungen der Welt ist: 232.200 Fälle wurden dort nachgewiesen. Bislang hatte Spanien auf Platz 2 der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder gelegen.

Am Dienstag kamen den Angaben russischer Behörden zufolge fast 10.900 neue Infektionen hinzu. 43.500 Menschen galten demnach als genesen. Die Behörden erklären den starken Anstieg damit, dass deutlich mehr Menschen auf das Virus getestet werden als zu Beginn der Epidemie. Es wird aber mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Präsident Wladimir Putin hatte am Montag die landesweite arbeitsfreie Zeit als Maßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Virus für beendet erklärt. An diesem Dienstag durfte etwa in Moskau wieder auf Baustellen und in Industriebetrieben gearbeitet werden. Über weitere Lockerungen entscheiden die Gouverneure in den Regionen nun selbst.

In der Hauptstadt Moskau gilt seit Dienstag auch eine Schutzmasken- und Handschuhpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Supermärkten. Menschen über 65 Jahre und mit chronischen Erkrankungen müssen weiter zu Hause bleiben. Auch Großveranstaltungen sind verboten. In Russland starben bislang 2116 Menschen nach einer Infektion.

11.42 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie beeinflusst offenbar auch die Lebensmittelpreise in den von Bürgerkriegen schon schwer getroffenen Ländern Syrien und Jemen. In Syrien sei die Versorgung einer Familie im April zwölf Prozent teurer gewesen als im März und mehr als 100 Prozent teuer als vor einem Jahr, berichtete das UN-Welternährungsprogramm (WFP) am Dienstag in Genf. Im Jemen sei der Preis für die Versorgung einer Familie innerhalb eines Monats um 19 Prozent gestiegen.

Neben der dort geltenden Corona-Ausgehbeschränkungen sind Probleme bei der Ernte und der Belieferung von Märkten durch Krieg und Gewalt weitere Gründe für den Preisanstieg. In Nordafrika und im Nahen Osten rechnet das Welternährungsprogramm als Folge des Wirtschaftseinbruchs durch die Corona-Krise mit zusätzlich 6,7 Millionen Bedürftigen – damit gibt es in der Region 47,6 Millionen Menschen, die nicht immer wüssten, wann und wo sie ihre nächste Mahlzeit bekommen können.

11.06 Uhr: Nun will auch Spanien im Kampf gegen das Coronavirus alle Einreisenden aus dem Ausland in eine zweiwöchige Quarantäne schicken. Die Regelung soll am Freitag in Kraft treten und bis zum Ende des Ausnahmezustands gelten, wie aus einem am Dienstag im spanischen Amtsblatt veröffentlichten Dekret der Regierung hervorgeht. Der Ausnahmezustand gilt derzeit bis zum 24. Mai. Sollte er darüber hinaus verlängert werden, gilt auch die Quarantäne-Regelung weiter.

Auch in Deutschland muss sich derzeit jeder, der aus dem Ausland einreist, für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Spanien ist mit fast 27.000 Toten eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder weltweit. Am Montag hatten die ersten Regionen die strikte Ausgangssperre gelockert: Die Hälfte der 47 Millionen Einwohner Spaniens dürfen nun wieder auf die Straße. In der besonders betroffenen Hauptstadt Madrid, in Barcelona und in mehreren Provinzen bleibt die Ausgangssperre vorerst noch bestehen.

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Robert-Koch-Institut erklärt letzten Anstieg der Reproduktionszahl

10.41 Uhr: Typisch für eine Pandemie sei das derzeitige „Plateau“ der Reproduktionszahl nicht, so RKI-Vizepräsident Lars Schaade. Die Stabilisierung des R-Werts ist laut dem RKI-Forscher Folge der Corona-Maßnahmen. Er sieht weiterhin die Gefahr von weiteren Infektionswellen. Um die Reproduktionszahl zu senken, müsste es weitere Anstrengungen zur Bekämpfung der Pandemie geben. Schaade: „Das ist ganz klar.“

In der RKI-Pressekonferenz lobte Schade das Vorgehen von Bund und Ländern in der Pandemie: „Es waren Maßnahmen mit Augenmaß, die zur Reduzierung der Fallzahlen geführt haben.“

10.22 Uhr: Den letzten Anstieg der Reproduktionszahl sieht Schaade als „nicht kritisch“ an: „Einzelne Tage sind nicht das Problem.“ Die RKI-Forscher wollen den Verlauf des R-Werts weiter beobachten. Schaade wehrte sich gegen Kritik, das RKI habe die Reproduktionszahl aufgrund der stark angestiegenen Testzahl überschätzt.

10.08 Uhr: RKI-Vizepräsident Lars Schaade äußerte sich am Dienstagvormittag zur Erhöhung der Reproduktionszahl, die seit Samstag wieder über dem kritischem Wert von 1 liegt. Der RKI-Vizepräsident betonte, dass die Reproduktionszahl lediglich eine von mehreren Faktoren bei der Beobachtung der Coronavirus-Lage sei. Weitere Faktoren seien die Auslastung des Gesundheitswesens, die Zahl der Neuinfektionen und die Schwere der zu beobachtenden Krankheitsverläufe.

Als Gründe für den Anstieg der Reproduktionszahl nannte Schaade zum einen Meldeverzögerungen und Problematiken bei der Berechnung des R-Werts. Schaade: „Die Fallzahlen in Deutschland werden grundsätzlich kleiner – dadurch verstärken kleinere Ausbrüche die Reproduktionszahl stärker.“ Man nähere sich einem „Plateau der täglichen Fallzahlen“ an, Schaades Institut will künftig einen „geglätteten R-Wert“ veröffentlichen, der aus Sicht der Forscher den tatsächlichen Verlauf der Pandemie in Deutschland genauer darstellen soll. Schaade erinnerte an die bestehende Kontaktsperre: „Bleiben Sie weiterhin, soweit es geht, zuhause.“

Ryanair will Flugbetrieb im Sommer aufnehmen – US-Wirkstoff Remdesivir darf mehr eingesetzt werden

9.35 Uhr: Der irische Billigflieger Ryanair will sein in der Corona-Krise weitgehend eingestelltes Angebot im Sommer wieder deutlich ausweiten. Vom 1. Juli an sollten pro Tag nahezu tausend Flüge stattfinden, teilte die Fluggesellschaft am Dienstag mit. Das entspricht rund 40 Prozent des ursprünglichen Angebots von Ryanair. Mit den knapp tausend Flügen sollen dem Unternehmen zufolge 90 Prozent der Strecken der Fluglinie bedient werden.

Zugleich teilte Ryanair mit, dass sowohl Besatzung als auch Passagiere Gesichtsmasken tragen und sich Temperaturkontrollen unterziehen müssten.

9.28 Uhr: Zur Behandlung schwerer Coronavirus-Infektionen hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA ihre Empfehlungen für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffs Remdesivir ausgeweitet. Es könne nun zusätzlich bei bestimmten stationären Patienten angewandt werden, die nicht auf Beatmungsgeräte angewiesen seien, teilte die EMA am Montag mit.

Eine klinische Studie aus den USA hatte darauf hingewiesen, dass die Verabreichung bei Covid-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung um mehrere Tage verkürzen könnte. Den ersten Ergebnissen zufolge führte das Medikament allerdings nur zu einer geringfügig niedrigeren Sterblichkeitsrate. Auch fehlen noch gesicherte Angaben zu Nebenwirkungen und dazu, welche Patienten am ehesten von einer Behandlung profitieren könnten.

Die EMA werte vorliegende Daten derzeit im Rahmen der fortlaufenden Prüfung von Remedesivir aus, hieß es. Verwendet werden kann das Mittel nach der EMA-Empfehlung nun etwa auch bei nicht-invasiver Beatmung oder wenn der schwer erkrankte Patient mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt wird.

Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt und ist bislang in keinem Land der Welt als Medikament zugelassen. Es gilt als mögliches Mittel zur Behandlung schwerer Coronavirus-Infektionen. Die USA erteilten Anfang Mai eine Ausnahmegenehmigung für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffes in Krankenhäusern. Auch in Deutschland ist das Mittel innerhalb eines Arzneimittel-Härtefallprogrammes zugänglich und wird in klinischen Studien getestet.

9.03 Uhr: Bei einem Brand in einem Krankenhaus für Corona-Patienten in St. Petersburg sind mindestens fünf Menschen gestorben. 150 Patienten und Mitarbeiter seien bei dem Feuer am Dienstagmorgen in Sicherheit gebracht worden, teilte ein Sprecher des Rettungsdienstes der Staatsagentur Ria Nowosti zufolge weiter mit. Über die Zahl der Verletzten lagen zunächst keine Angaben vor. Der Brand brach der Agentur Interfax zufolge auf einer Intensivstation im sechsten Stock der Klinik aus.

Bei den Opfern soll es sich um Patienten gehandelt haben, die an Beatmungsgeräten angeschlossen waren. Vermutlich habe eines dieser Geräte wegen Überlastung Feuer gefangen, zitierte die Agentur eine nicht näher genannte Quelle. Das Krankenhaus sei erst Mitte März für die Behandlung von Menschen mit dem Coronavirus neu ausgestattet worden. In einem Video ist zu sehen, wie Rauch aus einem Fenster steigt. Die Feuerwehr löschte den Brand.

Erst in der Nacht zum Montag starben neun Menschen beim Brand in einem Hospiz in der Stadt Krasnogorsk rund 20 Kilometer westlich der russischen Hauptstadt. Als Ursache wird ein Kurzschluss vermutet.

8.01 Uhr: Lehrerinnen und Lehrer sollen sich nach Ansicht der Kultusministerkonferenz-Vorsitzenden Stefanie Hubig (SPD) auf Fernunterricht nach den Sommerferien vorbereiten. „Es wäre klug, wenn sich Lehrerinnen und Lehrer während der Ferien auch darüber Gedanken machen“, sagte Hubig am Dienstag im RTL/n-tv „Frühstart“.

Inwiefern ein regulärer Schulbetrieb möglich sein werde, wollte sie nicht einschätzen. „Wir können im Moment nicht seriös sagen, wie der Unterricht nach den Ferien aussieht, weil das ganz maßgeblich davon abhängt, ob die Infektionszahlen weiterhin so stabil bleiben und ob die Abstandsregeln mit 1,50 Meter weiter gelten.“

Hubig, die auch Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz ist, glaubt nicht, dass die Schüler im nächsten Jahr unverhältnismäßig viel Stoff werden nachholen müssen. „Ich denke, die Lücke wird nicht so groß sein, dass es ein hartes Schuljahr wird“, sagte Hubig.

7.06 Uhr: Neben mutmaßlich professionellen Betrügern haben offenbar auch Dutzende Arbeitslose, Studenten oder verschuldete Unternehmer in Nordrhein-Westfalen unberechtigt Corona-Soforthilfen beantragt – und auch bekommen. In einem Bericht des nordrhein-westfälischen Justizministeriums an den Landtag sind etliche Fälle dokumentiert, in denen nun ermittelt wird.

In vielen Fällen hatten Banken die Behörden aufmerksam gemacht: Plötzlich waren auf Konten etwa von Hartz-IV-Empfängern 9000 Euro eingegangen.

In den besagten Fällen hatten die Beschuldigten ihre Konten offenbar nicht professionellen Kriminellen als Strohmänner überlassen, sondern das Geld selbst kassiert. Von 24 Betrugsverfahren, die bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf geführt werden, schlug in zehn Fällen die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) Alarm wegen seltsamer Kontobewegungen: Die Schadenssummen hätten zwischen 9000 und 15.000 Euro gelegen.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg berichtete von mehreren Fällen, die etwa von der Sparkasse gemeldet wurden: Unter anderem von einem Studenten, vier Arbeitslosen und zwei Rentnern. Bei einem verschuldeten Unternehmer sei es auch zu einer Razzia gekommen.

Allein die Staatsanwaltschaft Wuppertal bezifferte den Schaden durch 20 Verfahren – allesamt durch die FIU gemeldet – auf 186.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft Hagen berichtete von einem Verdächtigen, der binnen weniger Tage „unter im Wesentlichen identischen Personalangaben“ insgesamt dreizehn Anträge auf Gewährung der Corona-Soforthilfe gestellt habe. Der Sachbearbeiter bei der Bezirksregierung merkte es – Geld floss nicht.

6.48 Uhr: Frankreich hat mehr als 150 Europäer, die wegen der Corona-Pandemie in Zentralamerika festgesessen hatten, in Richtung Paris ausgeflogen. Wie der französische Botschafter in Panama, Brice Roquefeuil, am Montag mitteilte, waren unter den Passagieren neben 57 Franzosen auch 18 Deutsche. Ferner waren Italiener, Niederländer, Spanier sowie Bürger mehrerer anderer europäischer Länder an Bord.

Die Reisenden wurden den Angaben zufolge aus Panama und Honduras herausgeholt. Die Maschine startete in Panama-Stadt und machte eine Zwischenlandung im honduranischen San Pedro Sula, wo rund 60 weitere Europäer an Bord gingen.

Ursprünglich hatten 300 Bürger aus 22 europäischen Ländern in einem Flug nach Paris gebracht werden sollen. Aufgrund der französischen Corona-Regeln zum Mindestabstand zwischen Passagieren musste die Rückholaktion jedoch auf zwei Flüge aufgeteilt werden. Der zweite Flug soll am Mittwoch stattfinden.

6.04 Uhr: Dan Smith, Direktor des Friedensforschungsinstituts Sipri, sagt: Das Coronavirus schwächt Staaten. Warum der Friedensforscher vor einem „Wiederaufflammen des IS“ warnt, lesen Sie hier. Auch Interessant ist unser Hintergrund: Coronavirus – Wie die Gegenmaßnahmen Kriege neu entfachen

3.25 Uhr: Der Kurznachrichtendienst Twitter hat damit begonnen, in seinem Netzwerk verbreitete Falschinformationen und Verschwörungstheorien zum Coronavirus mit Warnhinweisen zu versehen. „Irreführende“ und „umstrittene“ Botschaften zu der Pandemie würden gekennzeichnet, teilten die Twitter-Manager Yoel Roth und Nick Pickles in einem Internetbeitrag mit.

Bei der Identifizierung solcher fragwürdigen und mutmaßlich schädlichen Inhalte arbeite Twitter mit „vertrauenswürdigen Partnern“ zusammen, hieß es in der Mitteilung, ohne dass diese Partner genannt wurden. Das Unternehmen entwickle zugleich die Instrumente fort, die dafür sorgen sollten, dass die Nutzer „glaubwürdige und authentische“ Informationen auf Twitter fänden.

1.03 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) pflichtet seinem saarländischen Amtskollegen Tobias Hans (CDU) sowie der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei. Er fordert, weitere staatliche Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zurückzunehmen.

Nach dem Ende des Lockdowns in Frankreich müssten in Deutschland die Quarantäne-Maßnahmen für Rückkehrer aus den europäischen Ländern gelockert werden, verlangte Laschet im Gespräch mit der „Rheinischen Post“.

Jeder, der derzeit aus dem Ausland nach Deutschland einreist, muss sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Für Menschen, die mit einer Ausnahmegenehmigung einreisen – also etwa für Berufspendler – gilt diese Pflicht allerdings nicht. Frankreich hatte am Montag seine strengen Ausgangsbeschränkungen gelockert. Die Bewegungsfreiheit bleibt aber eingeschränkt. Wer sich mehr als 100 Kilometer von seinem Wohnort fortbewegen möchte, braucht einen triftigen Grund.

0.01 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat auf seiner Website die Corona-Fallzahlen aktualisiert. Demnach liegen die gemeldeten Covid-19-Fälle bei 150.508, die Zahl der Corona-Toten bei 7533, das sind 116 mehr im Vergleich zum Vortag.

Die Zahlen des RKI unterscheiden sich leicht von unseren eigenen Daten. Das liegt daran, dass das RKI die Gesamtzahlen pro Bundesland und Landkreis veröffentlich, die dem Institut bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Das RKI zählt dabei nur die elektronisch übermittelten Fälle.

Die Gesamtzahlen für Deutschland in unserer eigenen Echtzeitkarte beziehen wir hingegen aus den offiziellen Pressemitteilungen und Meldungen der Landesgesundheitsämter, die sie entweder auf ihren Webseiten veröffentlichen oder per E-Mail an ihre Presseverteiler verschicken. So kommt es zu Abweichungen bei den Fallzahlen.

Montag, 11. Mai 2020: Merkel mahnt zur Vorsicht – zahlreiche Lockerungen in Europa

20.04 Uhr: Das RKI hat einen neuen Lagebericht auf seiner Internetseite veröffentlicht und dabei auch eine neue Reproduktionszahl angegeben.

19.15 Uhr: Die britische Regierung hat am Montag ihren Fahrplan für eine Lockerung der wegen des neuartigen Coronavirus verhängten Schutzmaßnahmen verkündet - Wales und Schottland wollen jedoch lieber vorsichtiger vorgehen und halten an einer strikten Ausgangssperre fest. Nordirland will laut Presseberichten am Dienstag eigene Empfehlungen veröffentlichen. Damit dürften die Regierungsempfehlungen praktisch nur für England gelten.

Zu den ersten Lockerungen in dem 50-seitigen Regierungspapier gehört, dass ab Mittwoch wieder uneingeschränkt Sport im Freien erlaubt ist. Die Menschen dürfen zudem wieder jeweils eine Person von außerhalb ihres eigenen Haushalts treffen und Ausflüge unternehmen.

18.57 Uhr: Die Vereinten Nationen befürchten, dass in Afrika durch die Corona-Krise bis 2021 rund 500.000 Menschen zusätzlich an Aids oder damit zusammenhängenden Krankheiten sterben könnten. Nach einer Schätzung der WHO und der Organisation UNAIDS würde sich damit die Zahl der Opfer im Vergleich zu 2018 verdoppeln. Es müsse alles getan werden, dass es nicht zu einer sechsmonatigen Unterbrechung der Versorgung der HIV-Infizierten mit einer antiviralen Therapie komme, schrieben die Organisationen am Montag in einem gemeinsamen Appell auf Grundlage diverser Szenarien.

Aktuell seien viele Einrichtungen für HIV-Patienten angesichts des Kampfes gegen das Coronavirus geschlossen oder die Versorgungskette mit Anti-Aids-Medikamenten sei unterbrochen. Halte dieser Zustand an, drohe bei Infizierten der Ausbruch der Immunschwächekrankheit. „Wir müssen das als Weckruf an alle Länder verstehen, ihre wichtigen Gesundheitseinrichtungen aufrecht zu erhalten“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

In Afrika südlich der Sahara leben schätzungsweise knapp 26 Millionen Menschen mit HIV. 16,4 Millionen von ihnen erhalten laut WHO eine antivirale Therapie, die vor dem Ausbruch der Krankheit schützen soll. Vor wenigen Wochen hatte die WHO eine ähnliche Warnung mit Blick auf Malaria veröffentlicht. Auch an dieser Infektionskrankheit könnten wegen der mit Covid-19 einhergehenden Mängel in anderen Bereichen wesentlich mehr Menschen sterben als bisher.

Merkel ruft zu anhaltender Vorsicht gegenüber Coronavirus auf
Merkel ruft zu anhaltender Vorsicht gegenüber Coronavirus auf

17.47 Uhr: Den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland droht unter anderem wegen der Corona-Krise laut einem Bericht des Berliner „Tagesspiegel“ im laufenden Jahr ein Minus von 14,1 bis 14,6 Milliarden Euro. Grund seien sinkende Beitragseinnahmen bei zugleich deutlich steigenden Kosten, berichtete das Blatt am Montag. Vor einer Telefonkonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montagnachmittag forderten die Kassen daher eine deutliche Erhöhung des Bundeszuschusses.

Der „Tagesspiegel“ berief sich auf interne Schätzungen der Kassen. Wenn der Bund nicht einspringe, müsse der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Versicherten von derzeit 1,1 Prozent auf bis zu 2,2 Prozent verdoppelt werden, hieß es.

Für das kommende Jahr seien wegen einer vermutlich höheren Arbeitslosigkeit sowie Nachholeffekten bei Behandlungen in Krankenhäusern weitere Finanzprobleme zu erwarten. Ein Teil des Minus entfällt allerdings dem Bericht zufolge auf die Auswirkungen gesetzlicher Neuregelungen, die nichts mit der Corona-Pandemie zu tun haben

17.25 Uhr: Der Deutsche Ferienhausverband hat einheitliche Regeln für den touristischen Neustart in der Corona-Krise gefordert. Vermieter, Reisevermittler und Gäste müssten vor der Sommersaison wissen, „was, ab wann und zu welchen Bedingungen möglich ist“, erklärte Michelle Schwefel, Geschäftsstellenleiterin des Verbands, am Montag. Anstatt mit unterschiedlichen Startterminen und Regeln zu Hygienestandards und Auslastungen Verwirrung zu stiften, sollten sich die Bundesländer „untereinander weitestmöglich abstimmen“.

Einige Länderverordnungen ließen derzeit „wichtige Fragen offen oder sind nur schwer verständlich“, kritisierte Schwefel. Doch gerade Anbieter, die überregional tätig sind, benötigten transparente Richtlinien, was zukünftig für eine Vermietung gelten soll. Als Diskussionsgrundlage für bundesweit einheitliche Leitlinien hatte der Ferienhausverband vergangene Woche zusammen mit dem Deutschen Tourismusverband Schutz- und Hygieneempfehlungen für die Wiedereröffnung von Ferienunterkünften, darunter die kontaktlose Schlüsselübergabe und Bezahlung oder eine Standardausstattung mit bestimmten Hygieneprodukten.

15.48 Uhr: Nach einer Videokonferenz mit Vertretern des Gesundheitsamts im Harz hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eindringlich an die Bürger appelliert, sich an das Abstands- und Maskengebot im Kampf gegen das Coronavirus zu halten.

Es werde in der aktuellen neuen Phase der Pandemie notwendig sein, „dass wir bei all den Lockerungen auch wirklich Sicherheit haben, dass die Menschen sich an die Grundgebote halten: Also Abstand, Mundschutz tragen mit Nasenschutz. Aufeinander Rücksicht nehmen“, sagte Merkel. Die Kanzlerin fügte hinzu: „Das ist ganz wichtig.“

15.03 Uhr: Die Commerzbank bläst wegen der Corona-Krise den Verkauf ihrer polnischen Tochter mBank ab. Die mBank bleibe Teil des Commerzbank-Konzerns, teilte das Frankfurter Institut am Montag mit. Die Commerzbank hatte Ende September angekündigt, dass sie sich von ihrer Mehrheitsbeteiligung an der mBank trennen will.

Der Verkaufserlös sollte nach damaligen Angaben unter anderem dafür genutzt werden, die Kosten für Stellenabbau und Filialschließungen zu stemmen. Konzernchef Martin Zielke hatte das Ziel ausgegeben, den Verkaufsprozess bis Ende 2020 abzuschließen.

14.44 Uhr: An diesem Montag sind weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen in den Ländern in Kraft getreten. In einigen Bundesländern öffnen wieder Restaurants. Welche Regeln gelten in Ihrem Bundesland? Hier haben Sie den Überblick.

14.27 Uhr: Die Bundesregierung stellt bis zu 750 Millionen Euro für die Entwicklung und Produktion eines Corona-Impfstoffs zur Verfügung. Dies sei „ein bisher einmaliges Sonderprogramm“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Montag in Berlin. Das Programm ergänze die internationalen Anstrengungen Deutschlands bei der Impfstoffentwicklung.

Wie Karliczek sagte, setzt das Programm auf zwei Säulen. Die erste Säule sei die Entwicklung, die zweite die Produktion. Es sollten bei der Entwicklung mit Hilfe des Sonderprogramms Studien mit einer größeren Anzahl von Probanden ermöglicht werden, als dies sonst üblich ist. Dies verspreche schnellere Fortschritte.

So könnten frühzeitig medizinisches Personal oder Menschen aus den Risikogruppen, etwa Ältere oder an Krebs vorerkrankte Menschen, mit einbezogen werden. Die Teilnahme an Studien erfolge ausschließlich auf der Basis von Freiwilligkeit.

13.53 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auch angesichts der Demonstrationen gegen Auflagen in der Corona-Krise erneut zur Vorsicht beim Umgang mit der Pandemie gemahnt. Ihr sei berichtet worden, dass viele Menschen am Wochenende ohne Schutzmasken Einkaufen gewesen seien, sagte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Montag in einer Videoschalte des CDU-Präsidiums.

Zum Teil sei dieses Verhalten sogar als Mutprobe angesehen worden, kritisierte die Kanzlerin. Das Gebot sei aber immer noch, sich an die geltenden Abstandsregeln zu halten. Merkel sagte demnach weiter, erst in zwei bis drei Wochen werde man wissen, wie sich die vergangene Woche beschlossenen Lockerungen der Corona-Beschränkungen auf die Infektionszahlen auswirkten.

In einer Regierungsbefragung am Mittwoch will Merkel sich demnach erneut zu den für die Bundesregierung relevanten Maßzahlen zur Einordnung des Pandemiegeschehens äußern.

12.43 Uhr: In der Regierungspressekonferenz haben sich Regierungssprecher Steffen Seibert und die Vertreter der Ministerien am Mittag zur Corona-Lage geäußert. Dabei ging es vor allem um die Reproduktionszahl, die Überschreitung der Obergrenze für Neuinfektionen und die Demonstrationen vom Wochenende.

Besonders im Hinblick auf die zuletzt mehrfach überschrittenen Obergrenzen betonte Seibert, dass es nicht „um Schuldzuweisungen in Richtung der Landkreise“ ginge. Vielmehr wolle man einen Fokus auf besonders betroffene Gebiete legen und entsprechende Maßnahmen treffen – wie etwa die verschobenen Lockerungen in Coesfeld.

Auch Hanno Kautz, der Pressesprecher des Bundesgesundheitsministeriums, hob hervor, dass das Infektionsgeschehen in diesen Kreisen vor allem lokal stattgefunden hätte – etwa in Asylunterkünften, Pflegeheimen oder unter den Mitarbeitern von Schlachthöfen.

Über die Demonstrationen am Wochenende sagte Seibert, Kritik an den Maßnahmen sei in Ordnung. Gleichzeitig hätten die Demonstrierenden auch eine Verantwortung gegenüber ihrem Mitbürgern und Mitbürgerinnen, wenn sie sich nicht an Abstandsregeln oder die Maskenpflicht halten würden.

Aggressionen gegenüber der Polizei und der Presse, wie es sie zuletzt mehrfach gegeben hatte, verurteilte der Regierungssprecher scharf: Wer Polizisten und Journalisten angreife, könne sich nicht hinter dem Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlung schützen.

Für Fragen hatte auch eine über 80-seitige „interne Analyse“ eines Mitarbeiters des Bundesinnenministeriums (BMI) gesorgt, das dieser offenbar unter dem Briefkopf des Ministeriums verbreitet hatte. BMI-Sprecher Steve Alter erklärte, der Mitarbeiter habe seine „private Meinung“ mitgeteilt. Es werde aber „im Rahmen der gängigen Verfahren“ dafür gesorgt, dass er das nicht mehr könne.

Hier sehen Sie die gesamte Pressekonferenz:

Pressekonferenz der Bundesregierung

BKA-Chef: Hohe Dunkelziffer im Bereich der familiären Gewalt während Pandemie

11.05 Uhr: Seit der Corona-Krise gingen bei der Polizei nicht mehr Hinweise auf Gewalt und Missbrauch in Familien ein als sonst, teilte der Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, am Montag in Berlin mit. Die Einschränkungen in der Pandemie könnten dazu beitragen, dass familiäre Konflikte eskalieren und das Dunkelfeld in dem Bereich groß sei.

Zudem seien Kinder weniger in Kontakt mit Erziehern, Lehrerinnen oder Ärztinnen, denen sie sich anvertrauen können, so Münch. Es sei wichtig, dass die Menschen im Umfeld von Kindern trotz physischer Distanz aufmerksam blieben und sich bei einem Verdacht an die Behörden wendeten.

Daran appellierte auch der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig. Er mache sich Sorgen, dass der Kampf gegen Missbrauch und für den Kinderschutz auf der politischen Prioritätenliste nach unten rutsche.

9.53 Uhr: Der Rechtsmediziner und Charité-Professor Michael Tsokos warnt vor vermehrten Suiziden in Verbindung mit der Angst vor einer Coronavirus-Infektion. Im Gespräch mit der RBB-„Abendschau“ sagte Tsokos, das ginge aus den Polizeiakten hervor, in denen auch Abschiedsbriefe und die Erklärungen von Angehörigen enthalten sind. Tsokos sprach von acht solcher Fälle.

  • Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 und 116-123 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de.

9.26 Uhr: Trotz der andauernden Corona-Krise steigt die Zahl der neu angemeldeten Insolvenzen in Deutschland bisher nicht signifikant. Vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge hatte die Zahl der eröffneten Insolvenzverfahren im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent zugenommen. Im April war die Zahl allerdings um 13,4 Prozent gesunken.

„Die durch die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu deren Eindämmung verursachte wirtschaftliche Krise spiegelt sich im März und April somit nicht in einem Anstieg der eröffneten Insolvenzverfahren wider“, hieß es beim Statistischen Bundesamt. Das sei aber nicht überraschend, denn Unternehmen, die durch die Krise pleite gingen, wurden vorübergehend von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreit.

Coronavirus: Experten gehen von steigender Impfbereitschaft aus

8.22 Uhr: Obwohl am Wochenende auch zahlreiche Impfgegner auf die Straßen gingen, vermuten Experten durch die Corona-Krise eine erhöhte Impfbereitschaft. Bernd Hader von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften geht davon aus, dass Impfskeptiker in Zukunft womöglich mehr auf Schutzimpfungen vertrauen: „Weil sie sehen, wie eine Welt ohne Impfen aussehen könnte.“

Das bestätigte auch der Erlanger Infektionsimmunologe Christian Bogdan, der auch Mitglied der Ständigen Impfkommission des RKI ist. Dennoch gebe es laut Harder eine kleine Gruppe, die sich durch die Corona-Krise und die eindämmenden Maßnahmen in ihrem „Kampf gegen eine Diktatur des Impfens“ bestätigt.

8.14 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ruft zu Einigkeit in der Corona-Pandemie auf. In einem freiheitlichen Land gehörten Debatten über die Einschränkungen dazu, sagte Spahn im ZDF. Die Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft nehme aus seiner Sicht aber immer weiter zu – und gefährde Erfolge im Kampf gegen das Virus.

Entscheidend sei, wie die Debatten geführt werden, so Spahn: „Führen wir sie so, dass wir in der Kontroverse einander achten, oder führen wir sie so, dass einige versuchen, wie wir das auf den Demonstrationen gesehen haben, zu spalten, ihr Süppchen zu kochen und alle auseinanderzutreiben?“

Coronavirus: Rosenheim überschreitet erneut Obergrenze für Neuinfektionen

8.01 Uhr: Die bayerische Stadt Rosenheim hat erneut die Obergrenze für Neuinfektionen gerissen. Statt der festgelegten 50 Fälle pro 100.000 Einwohner lag der Wert laut Behörden am Sonntag bei 50,5. Bereits am Donnerstag hatte die Stadt den am Mittwoch von Bund und Ländern festgelegten Grenzwert überschritten.

Neben Rosenheim zählten auch die Landkreise Greiz und Sonneberg in Thüringen, Coesfeld in Nordrhein-Westfalen und Steinburg in Schleswig-Holstein Neuinfektionen über dem Grenzwert. NRW hatte am Freitag bereits den Notfallmechanismus für solche Fälle aktiviert und angekündigte Lockerungen verschoben.

7.56 Uhr: Wie geht es Schülern und Schülerinnen mit den aktuellen Lockerungen? Lesen Sie, was Corona für Abiturienten bedeutet – und wie der Nachteil eines Corona-Bonus reduziert werden könnte.

SPD-Chefin Saskia Esken verurteilt Ausschreitungen gegen Schutzvorschriften

7.41 Uhr: SPD-Chefin Saskia Esken hat die ausufernden Proteste gegen Corona-Beschränkungen scharf verurteilt. Wer die Pandemie leugne und zum Verstoß gegen Schutzvorschriften aufrufe, nutze die Verunsicherung der Menschen schamlos dafür aus, die Gesellschaft zu destabilisieren und zu spalten, sagte Esken unserer Redaktion.

„Wegschauen und schweigen hilft nicht. Hier müssen wir gegenhalten und uns als streitbare Demokraten erweisen.“ Als Beispiele nannte Esken oder Diskussionen mit Kollegen. Wo immer möglich, müsse Aufklärung geleistet werden.

Je länger die Beschränkungen andauerten, desto lauter werde die Debatte um ihre Angemessenheit, fügte Esken hinzu. „Diese Debatte ist berechtigt und muss von der Politik durchaus geführt werden, und auch Demonstrationen bleiben legitim, wenn alle sich an die Regeln halten.“ Gewalt gegen die Einsatzkräfte der Polizei sei aber ebenso wenig zu tolerieren wie tätliche Angriffe gegen Journalisten. Lesen Sie mehr: Proteste gegen Corona-Regeln – Wer sind die Demonstranten?

6.31 Uhr: Viele europäische Länder starten die neue Woche mit Lockerungen in der Corona-Krise. Unter anderem in Belgien, der Schweiz, Dänemark, Tschechien und Frankreich dürfen auch die Geschäfte wieder öffnen. In Litauen dürfen EU-Bürger und Ausländer mit Visa wieder einreisen, müssen sich allerdings 14 Tage in Quarantäne begeben.

Spanien geht regional unterschiedlich vor. Die Balearen mit der Hauptinsel Mallorca beginnen am Montag „Phase 1“ der Normalisierung und öffnen Hotels, Restaurants und Bars im Freien. Wird mit den Lockerungen ein Sommerurlaub auf Mallorca möglich sein?

Sonntag, 10. Mai 2020: Mehr als vier Millionen Coronavirus-Infektionen weltweit

21.48 Uhr: Nach den deutschlandweiten Protesten gegen die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben mehrere Abgeordnete vor einer Radikalisierung des Protests gewarnt. „Es ist in einer Demokratie legitim und selbstverständlich, Maßnahmen infrage zu stellen und Unmut zu äußern“, sagte der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Konstantin von Notz der „Welt“. „Aber es laufen all jene mit, die das System grundsätzlich infrage stellen und Politiker insgesamt für Marionetten von George Soros und Bill Gates halten.“

Die SPD-Innenpolitikerin Ute Vogt sprach von einem „gefundenen Fressen für die Rechten“. Die versuchten, die Unzufriedenheit mit den Corona-Auflagen auszunutzen, sagte sie dem Blatt. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Georg Maier (SPD), erinnerte an den rassistisch motivierten Anschlag von Hanau: „Wir haben in Hanau erlebt, dass ein Mensch andere umbrachte, weil er sich unter anderem durch Verschwörungstheorien radikalisiert hat.“

In vielen deutschen Städten waren am Wochenende Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Einschränkungen in der Corona-Krise zu protestieren.

20.21 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson will die seit sieben Wochen geltende Corona-Ausgangssperre im Land bis Juni verlängern. Die Ausgangsbeschränkungen blieben noch bis mindestens zum 1. Juni in Kraft, sagte Johnson am Sonntagabend in einer Fernsehansprache. Ab dem 1. Juni könne der Unterricht an Grundschulen schrittweise wieder aufgenommen werden und einige Geschäfte wieder öffnen.

Spanien und Belgien lockern am Montag Corona-Beschränkungen

19.35 Uhr: Mit Spanien und Belgien lockern am Montag zwei der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas ihre strikten Ausgangssperren. Wegen sinkender Infektions- und Todeszahlen wollen die beiden Staaten nach fast zwei Monaten einen Schritt in Richtung Normalität wagen. In Spanien darf die Hälfte der 47 Millionen Einwohner in einer ersten Phase der Lockerung unter strikten Abstandsvorkehrungen wieder auf die Straße.

Restaurants sollen für beschränkten Betrieb im Freien öffnen dürfen. Im Freundes- und Familienkreis dürfen sich bis zu zehn Menschen treffen. Aus Angst vor einer zweiten Infektionswelle werden die Ausgangssperren in den besonders betroffenen Regionen Madrid und Barcelona jedoch noch nicht aufgehoben. In Belgien werden die Geschäfte wiedereröffnet. Restaurants, Bars und Cafés bleiben jedoch weiterhin geschlossen.

19.25 Uhr: Laut dem Robert-Koch-Institut liegt die Reproduktionszahl am Sonntag bei 1,13. Damit gibt es wieder einen leichten Anstieg zum Vortag – am Samstag betrug der Wert noch 1,10, am Mittwoch betrug er sogar nur 0,65.

Das Institut erklärte allerdings auch: „Aufgrund der statistischen Schwankungen, die durch die insgesamt niedrigeren Zahlen verstärkt werden, kann weiterhin noch nicht bewertet werden,ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetzt oder es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt.“

Ab Montag treten mehr Corona-Lockerungen in Kraft

19.02 Uhr: In weiten Teilen Deutschlands wird der Alltag in der Corona-Pandemie von Montag an wieder etwas leichter. In mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Bayern werden die Auflagen zur Eindämmung des Virus weiter gelockert. Auch große Geschäfte dürfen wieder öffnen, Beschränkungen etwa für gastronomische Betriebe oder im Sport werden gelockert, weitere Schüler kehren an die Schulen zurück.

In Berlin beraten die Gremien mehrerer Bundesparteien über die Lage in Deutschland. Die CDU-Spitze schaltet sich um 9 Uhr zusammen. Bei der Videokonferenz von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer mit ihren Stellvertretern, Kanzlerin Angela Merkel und dem weiteren engsten Führungszirkel der CDU dürfte auch der jüngste Anstieg der Ansteckungsrate eine Rolle spielen.

Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viele andere Menschen ein Infizierter ansteckt, war nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag zuletzt von 0,65 am Mittwoch auf 1,13 gestiegen. Laut RKI ist wegen statistischer Schwankungen aber noch nicht klar, ob es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt.

Coronavirus: Diese Lockerungen kommen jetzt
Coronavirus- Diese Lockerungen kommen jetzt

19.01 Uhr: In Frankreich werden ab Montag die strengen Ausgangsbeschränkungen schrittweise gelockert. Die Menschen im Land dürfen wieder ohne Passierschein und triftigen Grund vor die Tür gehen, Sport oder Spaziergänge sind nicht mehr örtlich und zeitlich begrenzt. Die Geschäfte sollen wieder öffnen - Restaurants und Bars bleiben aber zu. Auch die Schulen öffnen schrittweise wieder für einige Jahrgänge, ebenso die Krippen. Im Nah- und Fernverkehr gilt Maskenpflicht.

Wer sich mehr als 100 Kilometer von seinem Wohnort fortbewegen möchte, braucht weiterhin eine Bescheinigung und darf dies nur aus dringenden familiären oder beruflichen Gründen. Auch die Einreisebeschränkungen nach Frankreich bleiben noch mindestens bis zum 15. Juni bestehen.

Ebola-Medikament Remdesivir könnte bald gegen Covid-19 genutzt werden

18.01 Uhr: Das Gesundheitsamt im Harz bekommt am Montag einen besonderen Dankeschön-Anruf. Am Nachmittag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Vertretern der Behörde telefonieren, um sich für die Arbeit in der Corona-Pandemie zu bedanken. Mit dem Gespräch wolle sie stellvertretend ihren Dank ausdrücken für alle Beschäftigten der Gesundheitsbehörden. Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff und Landrat Martin Skiebe (beide CDU) werden sich zuschalten. Das Gespräch ist nicht öffentlich. Im Anschluss wollen Skiebe und die Chefin des Gesundheitsamts von ihren Eindrücken berichten, wie eine Kreissprecherin sagte.

Die Wahl des Harzer Gesundheitsamts für den stellvertretenden Dank kommt nicht von ungefähr. Die dortigen Beschäftigten mussten die schwierige Situation in der zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) in Halberstadt mit 800 Bewohnerinnen und Bewohnern managen. Dort war das neuartige Coronavirus ausgebrochen. Mehr als 120 Menschen steckten sich an. Bewohnerinnen und Bewohner mussten getestet und isoliert werden. Die Gemeinschaftsunterkunft stand bis Anfang Mai unter Quarantäne.

16.54 Uhr: Laut dem Leiter der Infektiologie am Universitätsklinikum Köln, Gerd Fätkenheuer, könnte es schon in Kürze ein Medikament zur Bekämpfung der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 geben. Dies berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Fätkenheuer sagte, das Präparat Remdesivir werde binnen Wochen oder wenigen Monate zur Verfügung stehen.

Der Infektiologe ist ist der deutsche Studienleiter eines internationalen Konsortiums zur Erforschung von Remdesivir, ein Präparat, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt worden war. Weltweit gibt es Studien, die sich mit der Wirksamkeit von Remdesivir gegen Covid-19 beschäftigen.

Fätkenheuer sagte dem Stadt-Anzeiger: „Wir können sagen: Remdesivir wirkt. Wir haben nachgewiesen, dass das Medikament bei einer Covid-19-Erkrankung den schweren Verlauf abmildert und verkürzt.“ Gleichzeitig warnte der Experte auch davor, die Lockerungen der Corona-Regeln zu sehr auf die leichte Schulter zu nehmen: „Wir müssen befürchten, dass es sich jetzt schleichend, gleichsam unter dem Radar, ausbreitet und es zu der immer wieder genannten zweiten Welle kommt, die dann von unvergleichlich größerer Wucht sein wird.“ Lesen Sie mehr: Diese Medikamente werden gegen Covid-19 getestet

Kemmerich entschuldigt sich für Fehltritt bei Anti-Corona-Demo

14.52 Uhr: Thüringens Ex-Ministerpräsident Thomas Kemmerich hat eingestanden, sich während einer Kundgebung gegen Corona-Beschränkungen in Gera falsch verhalten zu haben. Es sei ein Fehler gewesen, dass er dabei zeitweise die Abstandsregeln nicht eingehalten und auch keinen Mundschutz getragen habe, sagte der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Thüringer Landtag am Sonntag.

Zwar habe er vor Beginn eines sogenannten Spaziergangs auf die Einhaltung dieser Hygienevorschriften geachtet. Anschließend habe er das aber unterlassen, wie mehrere Fotos zeigen. „Dafür kann ich mich nur entschuldigen“, sagte Kemmerich.

Gleichzeitig erklärte er, es sei nie seine Absicht gewesen, mit der Kundgebung der AfD oder Verschwörungstheoretikern eine Plattform bieten zu wollen. Er sehe aber ein, dass er genau das getan habe. Für sein Verhalten war er zuvor harsch kritisiert worden, auch innerhalb der eigenen Partei, etwa vom FDP-Vorsitzenden Christian Lindner.

Kemmerich hatte sich am Samstag im ostthüringischen Gera an Protesten gegen corona-bedingte Einschränkungen in Deutschland beteiligt. Auf Bildern ist etwa zu sehen, wie Kemmerich dabei ohne Mundschutz dicht neben anderen Protestierenden läuft. Etwa 600 Menschen nahmen an der Demonstration nach Polizeiangaben teil.

Walter-Borjans drängt auf Öffnung der Grenzen innerhalb der EU

12.52 Uhr: SPD-Chef Norbert Walter-Borjans drängt auf eine Öffnung der Grenzen innerhalb der Europäischen Union. „Schutz und Durchlässigkeit in den Grenzregionen schnellstmöglich zu gewährleisten, ist ein gesamteuropäischer Auftrag“, sagte Walter-Borjans unserer Redaktion. „In Deutschland ist der Bundesinnenminister gefordert, kreativere Lösungen zu präsentieren als den Rückfall in das vorige Jahrhundert.“

Würden Corona-Auflagen im Inland gelockert, dürfe es nicht bei der harten Grenzschließung bleiben, forderte der SPD-Vorsitzende. Innenminister Horst Seehofer (CSU) müsse die Grenze nach Luxemburg sofort wieder öffnen. Wenn es in französischen Grenzregionen noch Gefahrenorte gebe, müssten „Deutschland und Frankreich das punktuell lösen und nicht durch Schlagbäume wie in alten Zeiten“. Für die anderen Nachbarländer gelte das ebenso. „Ansonsten reißen die Bilder von Freunden und Nachbarn hinter Zäunen wieder Wunden auf, die nur langsam verheilen“, warnte Walter-Borjans.

12.22 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik in Coesfeld ist die Zahl der positiv auf das Virus getesteten Arbeiter bis Sonntagmittag auf 205 gestiegen. Nach Angaben des Kreises lag knapp die Hälfte der Ergebnisse von bisher rund 950 Corona-Tests vor.

Erneut seien am Sonntag Teams des Gesundheitsamtes vor Ort, um die Arbeiter des betroffenen Betriebes der Firma Westfleisch in ihren verstreut im Kreis Coesfeld liegenden Unterkünften zu testen und über die Quarantäne zu belehren, sagte ein Sprecher. Dabei unterstützten sie Dolmetscher. Die Arbeiter würden „engmaschig betreut“. Insgesamt hat der betroffene Betrieb rund 1200 Beschäftigte.

Die Arbeiter sind nach Angaben von Westfleisch mehrheitlich in Wohnungen mit drei, vier oder fünf Personen untergebracht. Viele Arbeiter in der Fleischbranche kommen aus Osteuropa.

Der Kreis Coesfeld hatte in Abstimmung mit der NRW-Landesregierung als Konsequenz aus dem Corona-Ausbruch bereits einen Großteil der eigentlich von Montag an landesweit geplanten Lockerungen der Corona-Auflagen um eine Woche verschoben. Außerdem sollen die bis zu 20.000 Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe in Nordrhein-Westfalen auf das Corona-Virus getestet werden.

Coronavirus Italien: Regierung macht Hoffnung auf Sommerurlaub

11.15 Uhr: Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat seinen Landsleuten in der Corona-Krise Hoffnung auf einen Sommerurlaub am Strand gemacht. „Diesen Sommer werden wir nicht auf dem Balkon verbringen, und die Schönheit Italiens wird nicht in Quarantäne bleiben. Wir können ans Meer fahren, in die Berge, unsere Städte genießen“, sagte Conte der Zeitung „Corriere della Sera“. Ob Touristen aus dem Ausland kommen dürfen, sagte er nicht.

Derzeit dürfen die Italiener nicht von einer Region in die andere fahren – nur aus triftigen Gründen. Es sei noch nicht klar, wann genau die Menschen wieder reisen könnten, sagte Conte. Die Zahl der Neuansteckungen in Italien geht seit längerem zurück.

8.33 Uhr: Weltweit sind inzwischen mehr als vier Millionen Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. Europa ist mit mehr als 1,6 Millionen bestätigten Ansteckungen und 155.485 Todesfällen der am schwersten betroffene Kontinent. Die USA sind mit fast 79.000 Corona-Toten das Land mit den meisten Opfern – gefolgt von Großbritannien mit 31.587 Todesfällen, Italien (30.395) und Spanien (26.478).

7.45 Uhr: Peter Altmaier (CDU) hat in einem Gespräch mit unserer Redaktion eine Ausweitung der Maskenpflicht ins Gespräch gebracht. Außerdem erkärte der Bundeswirtschaftsminister, dass die Regierung die Produktion von Atemschutzmasken massiv ankurbeln will.

7.12 Uhr: Nach einem Anstieg der Zahl lokal übertragener Corona-Infektionen in Südkorea wächst die Furcht vor einer möglichen Destabilisierung der Lage. Die Gesundheitsbehörden teilten am Sonntag mit, am Samstag seien 34 zusätzliche Fälle festgestellt worden. Das war der höchste Anstieg seit vier Wochen in dem Land, das wegen seiner entschlossenen Test- und Quarantänemaßnahmen als Vorbild im Vorgehen gegen die Ausbreitung des Coronavirus gilt.

Sorgen bereitet den Behörden eine Häufung von Infektionen, die zuletzt im Zusammenhang mit dem Besuch eines infizierten männlichen Besuchers von Bars und Nachtclubs in einem Vergnügungsviertel in der Millionenmetropole Seoul aufgetreten waren. Der Betroffene wurde erst nach dem Besuch der Clubs positiv auf das Virus getestet. Bis zum Freitag wurden 15 Infektionsfälle auf ihn zurückgeführt. Nach Angaben der Behörden kamen am Samstag 14 bestätigte Neuinfektionen in Seoul dazu. Zunächst war unklar, ob sie miteinander in direkter Verbindung miteinander standen.

Corona-Krise:Tourismuswirtschaft warnt vor massivem Jobverlust

6.41 Uhr: Die Tourismusbranche rechnet mit einem massiven Jobverlust, falls Hilfen der Politik gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ausbleiben. „Wir schätzen, dass von den rund drei Millionen Beschäftigten in Tourismus und Gastgewerbe rund eine Million von Arbeitslosigkeit bedroht sind“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Frenzel, der „Welt am Sonntag“. „Rund 70 Prozent erhalten jetzt schon Kurzarbeitergeld.“

Der frühere TUI-Chef pocht auf eine eine Gutschein-Lösung für die Rückerstattungsforderungen der Kunden. Die Bundesregierung wollte es Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern ursprünglich ermöglichen, ihre Kunden in der Corona-Krise nicht mit der Rückzahlung des Kaufpreises für stornierte Leistungen, sondern lediglich mit einem Gutschein zu entschädigen. Die EU-Kommission lehnt eine solche Regelung aber ab und verweist auf das EU-Recht, wonach Verbraucher die Wahl haben, ob sie einen Gutschein akzeptieren oder eine Erstattung bevorzugen.

3.25 Uhr: Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) appelliert, die Öffnung der Grenzen zu den europäischen Nachbarn vorzubereiten. Die anhaltenden Schließungen „belasten Familien, Lebenspartnerschaften und Berufstätige in den Grenzregionen genauso wie den Warenfluss im gemeinsamen Binnenmarkt“, sagte Hofreiter unserer Redaktion. Seehofer müsse „endlich einen Plan für die Grenzregionen vorlegen, der Freizügigkeit und Gesundheitsschutz vereint, damit die Grenzübergänge so bald wie möglich wieder geöffnet werden können“. Statt willkürlicher Grenzschließungen, so der Grünen-Politiker, brauche es jetzt regionale Lösungen und einen funktionierenden Informationsaustausch über Ländergrenzen hinweg.

Dagegen mahnte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) zur Vorsicht. Ziel sei, geschlossene Grenzen nach und nach wieder zu öffnen. Das schaffe Erleichterung für die Pendler und für die Wirtschaft. „Doch die Grenzkontrollen müssen freilich weiter bleiben“, betonte der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende. Notwendig seien vorsichtige Schritte. „Leichtsinn kann sich böse rächen.“

Coronavirus-Pandemie: Entwicklungsminister Müller warnt vor „Katastrophe in Afrika“

1.30 Uhr: Entwicklungsminister Gerd Müller ist alarmiert über die Ausbreitung des Coronavirus in Afrika und hat weitere Hilfen zur Pandemiebekämpfung angekündigt. So werde Äthiopien mit 120 Millionen Euro unterstützt, sagte der CSU-Politiker unserer Redaktion. Dabei handele es sch um zweckgebundene Mittel zur Stabilisierung und dem Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur. Bisher gebe es in dem Land mit seinen 110 Millionen Einwohnern gerade einmal 150 Intensivbetten.

Der Minister verwies zudem auf Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO, wonach sich in Afrika innerhalb eines Jahres 30 bis 40 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infizieren könnten. Deutschland und Europa seien gefordert, „eine Katastrophe in Afrika zu verhindern“, appellierte Müller. „Schon jetzt haben wir eine dramatische Hungersnot in vielen afrikanischen Staaten. Für Millionen Menschen geht es ums blanke Überleben.“ Die Corona-Krise mache Entwicklungserfolge von Jahren zunichte. „Wegbrechende Exporte und Einnahmen bedrohen die Stabilität ganzer Länder.“ Müller: „Wir müssen verhindern, dass ganze Länder bankrott gehen und sich Unruhen und Bürgerkriege entwickeln.“

Samstag, 9. Mai 2020: Corona-Testzentrum im Europaparlament in Straßburg

21.06 Uhr: Ein Rechtsextremer hat laut Polizei am Samstag ein Presseteam in Dortmund angegriffen. Der Mann habe gegen die Kamera der Journalisten geschlagen und eine Person leicht verletzt, teilte die Polizei mit. Der 23-Jährige kam in Polizeigewahrsam. Zuvor habe der Mann auf einer untersagten Versammlung auf dem Alten Markt einen Medienvertreter beleidigt.

Die Stadt Dortmund hatte die für den Samstagnachmittag angemeldete Demonstration gegen Corona-Einschränkungen aus infektionsschutzrechtlichen Gründen verboten. Dennoch erschienen der Polizei zufolge bis zu 150 Menschen, unter ihnen eine Gruppe polizeibekannter Rechtsextremer.

Für welches Medium die Journalisten unterwegs waren, teilte die Polizei nicht mit. In Berlin waren innerhalb weniger Tage am Rande von Corona-Protesten Vertreter von ARD und ZDF attackiert worden.

20.32 Uhr: Bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen vor dem Reichstagsgebäude in Berlin hat die Polizei wegen der Nichteinhaltung von Regeln zur Corona-Eindämmung bis zum Nachmittag etwa 30 Menschen festgenommen. Unter den Demonstranten befand sich auch der kontroverse Koch Attila Hildmann.

Der für seine veganen Rezepte bekannte Hildmann wurde von der Polizei aufgefordert, sich einen anderen Protestplatz zuweisen zu lassen, nachdem sich vor dem Reichstag im Zusammenhang mit der Demonstration „Emotionen hochgeschaukelt“ hätten, wie eine Sprecherin sagte. Er sei aber nicht festgenommen worden und habe den Platz später verlassen.

Reproduktionszahl überschreitet wieder kritischen Wert von 1

20.17 Uhr: Laut Robert-Koch-Institut ist die Reproduktionszahl wieder gestiegen. Am Samstag betrug der Wert 1,1. Am Mittwoch hatte das RKI den Wert noch mit 0,65 angegeben. Seitdem war die Reproduktionszahl stetig gestiegen.

Damit ist die Ansteckungsrate wieder über die kritische Marke 1 gestiegen. Das Institut teilte jedoch weiter mit: Wegen der statistischen Schwankungen, die durch die insgesamt niedrigeren Zahlen verstärkt würden, könne noch nicht bewertet werden, ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetzt - oder es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt. „Der Anstieg des geschätzten R-Wertes macht es erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen sehr aufmerksam zu beobachten“, schreibt das RKI.

19.56 Uhr: Nach zwei weitere positiven Corona-Fällen ist die komplette Mannschaft des Fußball-Zweitligisten SG Dynamo Dresden unter häusliche Quarantäne gestellt worden. Wie der Club aus Sachsen am Samstagabend auf seiner Homepage mitteilte, habe das für die SGD zuständige Gesundheitsamt in Dresden „nach einer intensiven Analyse der Situation noch am Samstag darüber entschieden“.

Die Namen der betroffenen Spieler nannte der Verein mit Verweis auf die Privatsphäre nicht. Durch die Quarantäne-Maßnahme wird Dresden beim geplanten Neustart der ersten beiden Ligen in einer Woche nicht dabei sein können. „Fakt ist, dass wir in den kommenden 14 Tagen weder trainieren noch am Spielbetrieb teilnehmen können“, sagte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

Frankreich meldet 80 Corona-Tote in 24 Stunden – niedrigster Wert seit Wochen

19.33 Uhr: In den vergangenen 24 Stunden hat Frankreich 80 Corona-Tote verzeichnet - das ist der niedrigste Wert seit Wochen. Insgesamt seien seit Beginn der Epidemie 26.310 Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen gestorben, teilte am Samstag das Gesundheitsministerium mit. Am Wochenende sind die Werte häufig niedriger als unter der Woche – häufig werden dann noch Tote nachgemeldet. Der Druck auf die Intensivstationen lässt weiter nach.

17.44 Uhr: Im Europäischen Parlament in Straßburg soll ab Montag ein neues Corona-Testzentrum seine Türe öffnen. Es werde eine Kapazität von 2000 Personen pro Tag haben, teilten die zuständige Präfektur, die Stadt, die Gesundheitsbehörde und das Parlament mit. Im Louise-Weiss-Gebäudesoll kostenlos ein Areal für das Screening-Zentrum zur Verfügung gestellt werden, Einwohner aus dem Département Bas-Rhin und insbesondere aus Straßburg sollen sich dort testen lassen können.

17.30 Uhr: In Indien ist ein Pharmazeut nach dem Trunk eines selbstgemischten vermeintlichen Corona-Heilmittels gestorben. Der Chef des Pharmazeuten, der das Gemisch ebenfalls probiert habe, sei mit einer Vergiftung ins Krankenhaus gebracht worden, sagte der Polizeichef im südindischen Chennai.

Der 47-jährige Pharmazeut K Sivanesan kaufte die Inhaltsstoffe für das Gebräu demnach auf einem Markt und entwickelte das Gemisch nach einer Recherche im Internet gemeinsam mit seinem Chef in einer Wohnung. Es habe sich um eine Mischung aus Stickoxid und Natriumnitrat gehandelt. Beide Männer arbeiteten den Angaben zufolge für ein Unternehmen, das pflanzliche Arzneimittel herstellt, und wollten ihr Gebräu zunächst an sich selbst testen. K Sivanesan war demnach auf der Stelle tot. Sein Chef Rajkumar erhole sich von der Vergiftung, hieß es.

3000 Menschen demonstrieren gegen Corona-Beschränkungen in München

17.14 Uhr: Frankreich fordert künftig eine bessere Zusammenarbeit in Europa im Bereich Gesundheit. „Wir werden dafür sorgen müssen, dass das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten in der Lage ist, beim ersten Anzeichen von Gefahr Alarm zu schlagen, strategische Vorräte an Gesundheitsprodukten und -geräten anzulegen, unsere Forschungsanstrengungen zu bündeln und die Verbindungen zwischen unseren Krankenhausdiensten zu stärken“, hieß es anlässlich des Europatages in einer gemeinsamen Mitteilung von Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian und Europaministerin Amélie de Montchalin.

16.46 Uhr: Weitere 164 ausländische Besatzungsmitglieder des Kreuzfahrtschiffs „Mein Schiff 3“ in Cuxhaven haben die Heimreise angetreten. Dazu zählten 83 Menschen aus Tunesien und 69 aus der Türkei, wie Tui Cruises und der Landkreis Cuxhaven mitteilten.

Von den anfangs etwa 2900 Crewmitgliedern an Bord hatten die ersten 190 den Ozeanriesen am Freitag verlassen und waren mit Bussen zum Flughafen nach Hamburg gebracht worden. Allein 824 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten mit drei Charterflügen nach Indonesien gebracht werden. Die „Mein Schiff 3“ hatte auf dem coronabedingten Rückweg nach Deutschland auch Besatzungsmitglieder anderer Tui-Schiffe mitgebracht.

16.20 Uhr: Auf dem Münchner Marienplatz haben rund 3000 Menschen teils unter Missachtung aller Corona-Abstandsregeln gegen die aus ihrer Sicht zu strikten Infektionsschutzbestimmungen in Bayern und Deutschland demonstriert. Die Demonstration sei angemeldet gewesen, allerdings nur für 80 Teilnehmer, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München.

Den Demonstranten sei es um den Schutz der Grundrechte gegangen. Die Polizei habe mit Lautsprecherdurchsagen versucht, auf die Einhaltung der Bestimmungen zu dringen, sagte der Sprecher. Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit hätten die Ordnungshüter die Demonstration laufen lassen und sie nicht aufgelöst. Alle Teilnehmer hätten sich friedlich verhalten. In Frankfurt demonstrierten mehr als 500 Menschen.

Coronavirus-Krise: China räumt Mängel im Gesundheitssystem ein

16.05 Uhr: China hat Schwachstellen in seinem Gesundheitssystem eingeräumt. Der Coronavirus-Ausbruch habe „Mängel bei der Prävention großer Epidemien“ offenbart, sagte der stellvertretende Leiter des nationalen Gesundheitsausschusses, Li Bin. Er kündigte verschärfte Kontrollen und eine bessere Vorsorge an. Die Gesundheitsbehörde werde ein „zentralisiertes, einheitliches und effizientes“ System aufbauen, mit dem schneller auf Krisen reagiert werden könne, sagte Li. Dafür sei der Rückgriff auf künstliche Intelligenz und andere Technologien im Gespräch. Auch die internationale Zusammenarbeit solle verstärkt werden.

15.51 Uhr: Die zum dänischen Königreich gehörenden Färöer-Inseln sind offiziell coronafrei. Es gebe keine aktiven Fälle mehr, teilte die Regierung mit. Die insgesamt 187 mit dem Coronavirus infizierten Menschen seien allesamt genesen. Todesfälle in Verbindung mit dem Virus hatte es auf der Inselgruppe im Nordatlantik nicht gegeben.

Als Nation habe der Archipel das geschafft, was nur wenige Länder geschafft hätten, sagte Ministerpräsident Bárður á Steig Nielsen. „Unser harter Kampf hat sich ausgezahlt.“ Dies sei möglich gewesen, „weil die Menschen, die Familien und Organisationen bereit waren, ihren Alltag zu ändern und unter sehr schwierigen Umständen Verantwortung zu übernehmen“. Schon bald werde das Land so weit wie möglich zur Normalität zurückkehren können. So sollte am Samstag die Fußballliga den Betrieb wieder aufnehmen.

Mehrere Menschen bei Demonstration vor Reichstag festgenommen

15.09 Uhr: Angesichts von Corona-Ausbrüchen unter Mitarbeitern von Schlachtbetrieben werden Forderungen nach schärferen Kontrollen und grundlegend besseren Arbeitsbedingungen laut. Die Gewerkschaften, SPD und Grüne kritisierten langjährige Missstände und verlangten ein Ende des hohen Preisdrucks in der Fleischproduktion.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) mahnte die zuständigen Landesbehörden, Schutzvorgaben wegen der Corona-Epidemie besonders auch in Sammelunterkünften und bei Fahrten streng zu kontrollieren.

15.01 Uhr: Viorel Catarama, Vizepräsident des Rumänischen Roten-Kreuzes, Ex-Politiker und Möbelfabrikant, hat demonstrativ versucht, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Er wolle beweisen, dass die auch in seinem Land geltenden Corona-Vorsichtsmaßnahmen überflüssig seien. Damit handelte er sich ein Strafverfahren ein, berichteten Rumäniens Medien. Catarama habe in dem Dorf Barbulesti einen an Covid-19 erkrankten Mann umarmt und damit gegen das Gesetz zur Verhinderung der Ausbreitung von Seuchen verstoßen, teilte die Staatsanwaltschaft in der Stadt Urziceni mit.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass mir nichts geschehen wird“, schrieb der 65 Jahre alte Catarama bei Facebook. Er werde beweisen können, „dass es ein großer Irrtum war, Rumänien (mit dem Corona-Lockdown) in den Bankrott zu treiben und unsere Grundrechte und Freiheiten zu unterdrücken. Dies werden die Schuldigen früher oder später verantworten müssen“.

14.48 Uhr: Bei einer Demonstration vor dem Reichstag hat die Berliner Polizei mehrere Menschen vorläufig festgenommen. Eine genaue Anzahl konnte eine Polizeisprecherin zunächst nicht nennen. Nach Beobachtungen eines dpa-Fotografen protestierten die Menschen, darunter auch Verschwörungstheoretiker, bei der angemeldeten Kundgebung unter anderem gegen Einschränkungen zum Schutz von Corona-Infektionen.

Die Polizei habe in mehreren Lautsprecherdurchsagen darauf hingewiesen, dass die maximale Teilnehmerzahl von 50 Menschen überschritten sei, berichtete die Sprecherin. Dem sei nicht Folge geleistet worden, daher habe die Polizei eingegriffen. Der Protest sei aber nicht aufgelöst worden, es gebe weiterhin einen Zustrom von Teilnehmenden.

Zahl der positiv getesteten Mitarbeiter in Coesfelder Fleischbetrieb gestiegen

14.06 Uhr: Die Zahl der positiv getesteten Mitarbeiter in einem Coesfelder fleischverarbeitenden Betrieb ist auf mehr als 180 gestiegen. Das sagte ein Sprecher des Kreises Coesfeld. Derzeit würden alle rund 1200 Mitarbeiter des Betriebes getestet. Mehr als 900 Abstriche seien bereits gemacht worden. Die Arbeiter, von denen viele aus osteuropäischen Ländern kämen, wohnten verstreut in zahlreichen Unterkünften, etwa in Coesfeld oder Rosendahl. Die Adressen und Standorte würden noch gesammelt. Die Corona-Fälle in dem Betrieb machen den weitaus größten Teil der Infektionen in dem Kreis im Münsterland aus.

13.42 Uhr: Zur nächsten Demonstration gegen die Coronavirus-Beschränkungen werden am Nachmittag in Stuttgart erneut Tausende Menschen erwartet. Für die als überparteilich bezeichnete Demo auf dem Cannstatter Wasen hatte der Initiator Michael Ballweg ursprünglich 50.000 Teilnehmer angemeldet. Dem schob die Stadt Stuttgart einen Riegel vor: Ballweg erhielt die Auflage, die Versammlung auf maximal 10.000 Teilnehmer zu begrenzen.

13.23 Uhr: Die britische Regierung plant Medienberichten zufolge die Einführung einer zweiwöchigen Quarantäne für Reisende, die nach Großbritannien kommen. Das berichteten unter anderem die „Times“ und die BBC am Samstag. Die BBC berief sich dabei auf ungenannte Quellen bei britischen Fluggesellschaften. Premierminister hinter sich hat, wolle die Maßnahme am Sonntagabend ankündigen, so die Berichte. Damit solle eine zweite Welle Coronavirus-Infektionen in dem Land verhindert werden. Das Innenministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der Verband der britischen Fluggesellschaften Airlines UK hatte bereits Ende vergangenen Monats vor einer solchen Maßnahme gewarnt. „Dieser Vorschlag würde den internationalen Reiseverkehr nach Großbritannien effektiv töten und der Luftfahrtbranche und der weiteren britischen Wirtschaft einen unermesslichen Schaden zufügen“, hieß es in einer Mitteilung.

Hofreiter fordert Null-Toleranz-Politik gegenüber Schlachthöfen

12.05 Uhr: Chinesische Forscher haben das Coronavirus im menschlichen Sperma entdeckt. 38 männliche Coronavirus-Patienten wurden untersucht. Bei 16 Prozent von ihnen konnte das Virus in ihren Samen nachgewiesen worden, wie der Nachrichtensender CNN berichtet.

Dabei handelte es sich zum Teil um bereits genesene Patienten. Unklar sei, ob sich das Virus über das Sperma weiter verbreiten kann. „Wenn in zukünftigen Studien nachgewiesen werden könnte, dass SARS-CoV-2 sexuell übertragbar ist, könnte die sexuelle Übertragung ein kritischer Teil der Prävention der Übertragung sein“, zitiert CNN die Forscher.

11.50 Uhr: Angesichts der Häufung von Corona-Infektionen fordert Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter, Regelverstöße auf Schlachthöfen nicht länger zu tolerieren. „Gesundheitsschutz kommt in der Schlachtbranche schnell unter die Räder, es zählt leider viel zu häufig nur der Profit“, sagte Hofreiter unserer Redaktion.

„Profit auf Kosten der Gesundheit darf unsere Gesellschaft nicht länger hinnehmen. Die Betriebe müssen häufiger kontrolliert und die Hauptverantwortlichen konsequenter zur Rechenschaft gezogen werden können.“ Dazu gehöre auch eine bessere Ausstattung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim deutschen Zoll. Außerdem müssten die Rechte der Arbeitskräfte aus dem Ausland besser geschützt werden. „Nur wer seine Rechte kennt, hat die Möglichkeit sich auch zu schützen.“Neben der mangelhaften Ausrüstung für die Beschäftigten und den langen Arbeitszeiten sei die Massenunterbringung unter miserablen Bedingungen ein Riesenproblem, kritisierte Hofreiter. „Corona verschärft diese unsäglichen Zustände.“

Coronavirus-Krise: Merkel sichert Kulturbranche Unterstützung zu

11.30 Uhr: In Russland steigt die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus weiter rasant: Innerhalb von 24 Stunden wurden mehr als 10.000 neue Ansteckungen gemeldet, wie die Behörden mitteilten. Damit sind nun 198.676 Fälle bestätigt – die fünfthöchste Zahl weltweit. Die offizielle Zahl der Todesopfer bleibt mit 1.827 aber vergleichsweise niedrig.

Die russischen Behörden erklären den massiven Anstieg der Fallzahlen mit den deutlich ausgeweiteten Tests. Mehr als fünf Millionen Virus-Untersuchungen wurden demnach inzwischen vorgenommen. Die Hauptstadt Moskau ist mit mehr als 100.000 Infizierten und mehr als tausend Toten am stärksten betroffen. Die Ausgangssperre war dort zuvor bis Ende Mai verlängert worden.

11.13 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der K ulturbranche weitere Unterstützung in der Corona-Krise zugesichert. Das Ziel sei, dass die breite und vielfältige kulturelle Landschaft auch nach Überwindung der Pandemie weiterexistieren könne, sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.

Es sollten nun Konzepte entwickelt werden, wie mit Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen auch Theater, Konzerthäuser, Opern und andere Kulturstätten wieder öffnen könnten. Für große Konzerte und Festivals werde es noch schwer bleiben. „Aber wir freuen uns, wieder erste Schritte in den Alltag gehen zu können, gerade auch im kulturellen Bereich.“ Merkel betonte, dass das Coronavirus einen tiefen Einschnitt in das gemeinsame kulturelle Leben darstelle. Besonders betroffen seien die vielen Künstlerinnen und Künstler und dabei vor allem Freischaffende. Daher wollten Bund und Länder Künstlern Brücken bauen. „Wir werden auch weiterhin schauen, welche Unterstützungsmaßnahmen auch in den nächsten Monaten für die Kunst von Notwendigkeit sind.“

Juncker kritisiert Grenzkontrollen in Europa

11.02 Uhr: Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat scharfe Kritik an den Grenzkontrollen in Europa geübt. Der europäische Binnenmarkt lebe von offenen Grenzen, sagte Juncker. „Jeder, der sich an den Grenzen vergreift, auch wenn das manchmal dem nationalen Publikum gefällt, der bringt den Binnenmarkt in Gefahr. Insofern sollte man mit Grenzen in Europa sehr behutsam umgehen und nicht den radikalen Zöllner spielen.“

10.44 Uhr: Der frühere SPD-Politiker und Ex-Bundesbank-Vorstand T hilo Sarrazin hat den nach umstrittenen Corona-Äußerungen bei den Grünen zunehmend isolierten Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer in Schutz genommen. „Boris Palmer sagte in etwas gröberer Form etwa das, was Wolfgang Schäuble etwas abstrakter geäußert hatte“, sagte Sarrazin den Zeitungen unserer Redaktion. Offensichtlich sei, dass die Grünen Palmer mehrheitlich schon länger nicht mehr mögen würden. „Jetzt sehen viele einen willkommenen Anlass, in Bezug auf Boris Palmer „reinen Tisch“ zu machen“, sagte Sarrazin.

Ob dies den Grünen nutzen und Palmer schaden werde, halte er für offen. Es zeige sich einmal mehr, dass der öffentliche Kommunikationsraum eine Wildnis mit vielen Fallen sei. „Boris Palmer wünsche ich bei seinen weiteren Äußerungen Fortune und Geschick“, betonte Sarrazin.

Coronavirus-Infektion: Magier Roy Horn gestorben

8.34 Uhr: Wissenschaftler in Hongkong haben eine erfolgreiche Behandlung des Coronavirus mit einem Cocktail aus drei Medikamenten gemeldet. Es habe sich gezeigt, dass die Kombination der verschiedenen Wirkstoffe bei Patienten mit einem milden bis moderaten Krankheitsverlauf die Anzahl der Viren im Körper schnell verringere, schrieb der Mikrobiologe Kwok-Yung Yuen in der im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichten Studie. Es müsse aber noch untersucht werden, ob dies auch bei schwer erkrankten Corona-Patienten der Fall sei.

An der Studie hatten sich 127 Corona-Infizierte in sechs verschiedenen Krankenhäusern in Hongkong beteiligt. 86 von ihnen erhielten den antiviralen Medikamenten-Cocktail bestehend aus dem zur Behandlung von Multipler Sklerose eingesetzte Mittel Interferon beta-1b, der gegen HIV eingesetzten Wirkstoffkombination Lopinavir/Ritonavir sowie dem Hepatitis-Medikament Ribavirin. Die übrigen Studienteilnehmer erhielten nur das HIV-Mittel Lopinavir/Ritonavir. Die Behandlung begann im Schnitt fünf Tage nachdem die Patienten erste Symptome einer Covid-19-Erkrankung zeigten.

7.59 Uhr: Roy Horn, Teil des weltberühmten Duos „Siegfried & Roy“, ist nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Covid-19-Erkrankung des deutschen früheren Showstars war Ende April bekannt geworden. Lesen Sie hier mehr zur Karriere von Roy Horn, der im Alter von 75 Jahren starb.

Coronavirus-Pandemie: Laschet fordert Grenzöffnung zu Frankreich

6.58 Uhr: Großbritannien plant laut Medienberichten die Einführung einer zweiwöchigen Quarantänepflicht für Einreisende aus dem Ausland. Von der Maßnahme ausgenommen werden sollen lediglich Menschen, die aus dem Nachbarland Irland ins Vereinigte Königreich kommen, wie die Zeitung „The Times“ berichtet. Laut dem Sender BBC soll die Quarantänepflicht Ende Mai in Kraft treten.

5.01 Uhr: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat eine rasche Öffnung der Grenze zu Frankreich gefordert. „Wir brauchen dringend eine Öffnung der Grenze zu Frankreich“, sagte der CDU-Politiker der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“: „Dort endet der Lockdown am 11. Mai – das wäre ein guter Zeitpunkt unseren Nachbarn zu signalisieren, dass wir eine gemeinsame europäische Antwort bei der Pandemiebekämpfung anstreben.“ Die Bundesregierung müsse „in diesem Sinne auch mit Österreich reden“. Aus seiner Sicht waren „die vergangenen Wochen zu sehr nationalstaatlich und zu wenig europäisch geprägt“.

In einem gemeinsamen Aufruf haben auch deutsche und französische Parlamentsabgeordnete eine sofortige Öffnung der Grenze zwischen beiden Ländern gefordert. Wegen der sinkenden Zahl von Corona-Infektionen beidseits der Grenze könnten die Beschränkungen „nicht mehr mit Gesundheitsschutz begründet werden“, schrieben die zwölf Abgeordneten des Bundestags und der französischen Nationalversammlung in dem Aufruf.. Die Grenzübergänge müssten „unverzüglich“ wieder geöffnet werden. „Das kann keinen Tag länger dauern!“

4.15 Uhr: Die Zahl der Corona-Todesopfer in Brasilien steigt weiter rasant an. Binnen 24 Stunden seien 751 Coronavirus-Tote gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitagabend mit. Es war die bislang höchste Zunahme der Sterbefälle innerhalb eines Tages. Insgesamt gibt es nach Angaben des Ministeriums inzwischen 9897 Corona-Todesfälle in Brasilien. Die Zahl der bestätigten Infektionen habe sich innerhalb eines Tages um mehr als 10.000 auf gut 145.000 erhöht.

Das größte lateinamerikanische Land könnte sich zu einem neuen Krisenherd der Corona-Pandemie entwickeln. Brasilien verzeichnet inzwischen mehr Sterbefälle als Deutschland und weist die siebthöchste Zahl an Corona-Toten weltweit auf.

Freitag, 8. Mai 2020: EU-Kommission will Einreisebeschränkungen in die EU verlängern

20.32 Uhr: Die EU-Kommission stellt strikte Bedingungen für staatliche Kapitalspritzen oder Teilverstaatlichung von Unternehmen in der Corona-Krise. Dies geht aus geänderten Beihilferegeln hervor, die die Brüsseler Behörde am Freitagabend veröffentlichte. Die Vorgaben könnten auch bei Maßnahmen wie der erwogenen Beteiligung des Bundes bei der Lufthansa von Bedeutung sein. Hintergrund: Coronavirus – Milliarden-Rettungspaket für die Lufthansa?

Die neuen Regeln ließen nun auch Unterstützung durch nachrangige Darlehen zu, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. „Mit dem Fortgang der Krise werden Unternehmen auch Kapital brauchen, um sich über Wasser zu halten. Wenn Mitgliedsstaaten sich entscheiden einzusteigen, werden wir die heutigen Regeln anwenden, um sicherzustellen, dass Steuerzahler ausreichend entlohnt werden und dass ihre Unterstützung an Bedingungen geknüpft ist.“ Dazu zählen unter anderem ein Verbot von Dividenden und Manager-Boni sowie Auflagen gegen Wettbewerbsverzerrung, betonte Vestager.

Unter anderem darf den neuen EU-Regeln zufolge die Hilfe zur Rekapitalisierung nur gegeben werden, wenn es keine andere Lösung gibt und die Maßnahme im öffentlichen Interesse liegt, wenn zum Beispiel große Jobverluste vermieden werden können. Der Umfang muss darauf beschränkt sein, die Überlebensfähigkeit der Firma zu sichern.

19.54 Uhr: Die milliardenschweren Corona-Krisenhilfen aus dem Eurorettungsschirm ESM sollen Ende nächster Woche bereit stehen. Die Eurogruppe einigte sich am Freitag auf die Bedingungen für die Kreditlinien im Umfang von bis zu 240 Milliarden Euro. Doch muss nächste Woche noch der Bundestag zustimmen. Der letzte Schritt wäre dann ein formaler Beschluss des ESM am 15. Mai, wie Eurogruppen-Chef Mario Centeno sagte.

„Die Eurostaaten haben heute ein starkes und solidarisches Zeichen gesetzt, dass sie gemeinsam gegen die Corona-Krise kämpfen wollen“, erklärte Bundesfinanzminister Olaf Scholz nach der Sitzung. Nun sei die Voraussetzung geschaffen, den Rettungsschirm rasch „scharf zu schalten“.

Wegen der dramatischen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie hatten sich die Finanzminister Anfang April auf ein Rettungspaket für Jobs, Firmen und verschuldete Staaten im Umfang von mehr als 500 Milliarden Euro geeinigt. Dazu gehören die speziellen ESM-Kreditlinien, die allen Eurostaaten offen stehen sollen. Sie sind gedacht für direkte und indirekte Gesundheitskosten der Corona-Pandemie und können bis zu zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen.

Coronavirus: Mehr als 30.000 Tote in Italien

19.45 Uhr: Laut dem Robert-Koch-Institut liegt die Reproduktionszahl am Freitag bei 0,83. Damit ist der Wert leicht gestiegen. Am Vortag lag die Zahl bei 0,71, davor sogar bei 0,65.

18.15 Uhr: Italien hat im Zuge der Corona-Pandemie mehr als 30.000 Tote gemeldet. Die Zahl stieg um etwa 240 auf 30 201 Opfer, teilte der Zivilschutz am Freitag in Rom mit. Die Zahl der Neuinfektionen ist aber seit geraumer Zeit rückläufig. Insgesamt haben sich mittlerweile 217.185 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Allerdings weisen Experten immer wieder darauf hin, dass die Dunkelziffer weit höher liegt. Auch deuten Sterbestatistiken darauf hin, dass es wesentlich mehr Tote gibt. Italien ist in der Krise nach Großbritannien in Europa das Land mit den meisten Todesopfern.

Am Montag hat die Regierung angesichts sinkender Fallzahlen die strikten Ausgangssperren etwas gelockert. Allerdings geht manchen Regionen dies nicht weit genug. In Südtirol soll der gesamte Einzelhandel fortan wieder öffnen dürfen. Am Montag dürfen Bars, Restaurants, Friseure, Museen und vieles mehr folgen.

18.11 Uhr: Schleswig-Holstein reagiert auf die vielen Corona-Fälle in einem Schlachthof und lässt die Belegschaften aller großen Betriebe im Land testen. Sollten die Beschäftigten in Werkswohnungen oder ähnlichen privaten Gemeinschaftsunterkünften leben und dort weitere nicht im Schlachthof angestellte Personen wohnen, seien diese ebenfalls zu testen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Kiel mit. Zudem sind weitergehende Tests für Erntehelfer in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern der Kreise und kreisfreien Städte in Vorbereitung. In einem Schlachthof in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) waren zuvor insgesamt 109 Beschäftigte positiv getestet worden.

EU-Kommission: Einreisebeschränkungen bis 15. Juni verlängern

17.38 Uhr: Die Einreisebeschränkungen in die EU sollen aus Sicht der EU-Kommission um weitere 30 Tage bis zum 15. Juni verlängert werden. Das schlug die Behörde am Freitag in Brüssel vor. Zur Eindämmung der Pandemie hatten sich im März alle EU-Staaten außer Irland auf die Beschränkungen geeinigt. Auch die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island waren mitgezogen.

16.55 Uhr: Infolge der gehäuften Neuinfizierungen hat Nordrhein-Westfalen als erstes Land den Corona-Notfallmechanismus aktiviert. Die Infizierungen waren bei den Mitarbeitern eines Schlachthofs im Landkreis Coesfeld aufgetreten. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte am Freitag, die Unterbringung der zumeist osteuropäischen Mitarbeiter in Gemeinschaftsunterkünften sei im Zusammenhang mit der Pandemie ein Problem.

Nun zieht Laumann die Konsequenzen: Die eigentlich ab dem 11. Mai landesweit beschlossenen Lockerungen werden für den Landkreis Coesfeld nicht gelten und auf frühestens 18. Mai verschoben werden, sagte der Politiker. Allein die geplanten Schul- und Kitalockerungen werden beibehalten.

Zudem kündigte Laumann an, den betroffenen Schlachthof vorübergehend vollständig zu schließen. Alle 1200 Mitarbeiter des Betriebs sollen auf das Coronavirus getestet werden. Dies solle auch in allen anderen Schlachthöfen in NRW passieren.

Obergrenze von 50 Corona-Neuinfizierten erstmals im Norden überschritten

16.33 Uhr: Die am Mittwoch von Bund und Ländern festgelegte Obergrenze von 50 Neuinfizierten je 100.000 Einwohner wurde erstmals im Norden des Landes überschritten. Der Kreis Steinburg vermeldete 87 Corona-Infektionen. Auch in NRW und Thüringen war die Obergrenze bereits gerissen worden.

Die stark gestiegene Zahl gehe auf ein lokal begrenztes Ausbruchsgeschehen auf einem Schlachthof zurück, sagte ein Sprecher des schleswig-holsteinischen Gesundheitsministeriums am Freitag. Die ausländischen Mitarbeiter des Schlachthofs seien in einer Kaserne untergebracht und dort unter Quarantäne.

15.15 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) fordert angesichts der Entwicklung in der Corona-Krise eine sofortige Öffnung der Grenzen zu Luxemburg und Frankreich.

„Nach sieben Wochen müssen wir nun alles daran setzen, die Nachbarschaft zu unseren Freunden in Frankreich und Luxemburg wieder im Alltag frei leben zu können“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung mit der Vize-Präsidentin des Europa-Parlaments, Katarina Barley, und dem Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (alle SPD). Als ideales Datum wurde der Europatag am kommenden Samstag genannt.

Jens Spahn warnt vor falschen Schlüssen zur Pandemie

15.05 Uhr: Erste Lockerungen könnten den Anschein erwecken, dass die Corona-Pandemie fast hinter Deutschland liegt – doch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt davor, falsche Schlüsse zu ziehen. Er habe am Donnerstag bei manchen Wortbeiträgen der Bundestagsdebatte den Eindruck gehabt, dass es das Gefühl gebe, mit der Pandemie bereits „durch“ zu sein. „Aber ich will ausdrücklich sagen: Das ist nicht der Fall.“

Die Ausbreitung des Coronavirus sei durch die Maßnahmen zwar verlangsamt worden, so dass das Gesundheitswesen derzeit mit der Zahl der Neuinfektionen gut umgehen könne. „Aber wir werden weiter mit diesem Virus leben müssen“, sagte Spahn am Freitag. Deshalb sei es wichtig, die Ausbreitung gemeinsam zu verlangsamen.

Erhöhen Blutverdünner die Überlebenschancen bei Covid-19?

14.30 Uhr: Eine Studie von Wissenschaftlern des „Hasso Plattner Institute for Digital Health at Mount Sinai“ hat ergeben, dass Covid-19-Patienten, die stationär mit Blutverdünnern behandelt werden, eine bessere Überlebenschance haben. Für die Studie wurden die Daten von 2.773 Patienten ausgewertet, die zwischen dem 14. März und 11. April im Rahmen des New Yorker Mount Sinai Health System behandelt wurden.

Zuvor hatten Forscher festgestellt, dass Covid-19-Erkrankte häufig lebensgefährliche Blutgerinnsel entwickeln, die zu Thrombosen oder Infarkten führen können.

So waren bei vielen gestorbenen Corona-Patienten Thrombosen und Embolien festgestellt worden. Das ist das Ergebnis einer Studie am Institut für Rechtsmedizin des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Demnach seien bei Obduktionen von zwölf Covid-19-Patienten in sieben Fällen verstärkt Thrombosen in den Gefäßen der unteren Extremitäten festgestellt worden. Vier Patienten seien an einer Lungenembolie gestorben, ohne dass es vor ihrem Tod entsprechende Anzeichen gegeben habe.

Das Sars-CoV-2-Virus scheint in den Venen zur Bildung von Blutgerinnseln zu führen, die als sogenannte Lungenembolie in die großen Lungengefäße gelangen und zu einem akuten Herz-Kreislauf-Versagen führen können, heißt es in einer UKE-Mitteilung.

14.07 Uhr: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet aufgrund der Corona-Krise einen Rückgang der deutschen Exporte um mindestens 15 Prozent für das Gesamtjahr. Die Exporte gingen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,9 Prozent zurück. Auch die Importe waren um 4,5 Prozent geringer. Diese vorläufigen Ergebnisse teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.

Österreich rechnet mit baldiger Öffnung der Grenze zu Deutschland

13.23 Uhr: Australien will die wegen der Coronavirus-Pandemie geltenden Einschränkungen bis Ende Juli lockern. Die Regierung in Canberra präsentierte am Freitag einen Drei-Stufen-Plan, der die Rückkehr zur Normalität schrittweise in den kommenden Wochen regeln soll. Wie der Plan konkret umgesetzt wird, können die einzelnen Bundesstaaten entscheiden.

Premierminister Scott Morrison betonte, dass Australien die Pandemie erfolgreich unter Kontrolle bekommen habe. „Es gibt nur sehr wenige Länder in der Welt, die heute einen solchen Plan vorlegen können.“ Landesweit gab es insgesamt nur rund 7000 Infektionsfälle. Hundert Menschen starben an den Folgen von Covid-19.

11.45 Uhr: Österreich rechnet mit einer baldigen Öffnung der Grenze zu Deutschland, wie Kanzler Sebastian Kurz am Freitag in einer Videokonferenz sagte. Er gehe von einer Öffnung „noch vor dem Sommer“ aus. Dieser Schritt sei nicht nur für den Tourismus wichtig, sondern auch für getrennte Familien, Pendler und Geschäftsreisende von essenzieller Bedeutung.

11.10 Uhr: Die Band Rammstein hat ihre Europa-Tournee für 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Der Tourauftakt hätte am 29. Mai in Klagenfurt stattgefunden. Es soll nun geprüft werden, ob die ausfallenden Konzerte an einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden können. Lesen Sie hier: Wacken, Hurricane und Co.: Diese Festivals fallen nun aus

11.02 Uhr: Ikea öffnet in der kommenden Woche 23 weitere Filialen in Deutschland. Dabei handelt es sich um Einrichtungshäuser in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Ein Sicherheitskonzept sieht unter anderem vor, dass es Einlassbeschränkungen sowie Plexiglas-Scheiben an Kassen und Beratungsstellen gibt. Restaurant, Bistro und Kinderbetreuung bleiben vorerst geschlossen.

Deutlicher Anstieg der Sterbefallzahlen in Deutschland

10.43 Uhr: Aufgrund des Coronavirus ist es in Deutschland seit Ende März zu einem deutlichen Anstieg der Sterbefallzahlen gekommen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zu den Vorjahren sind in den vergangenen Wochen deutlich mehr Menschen gestorben. Besonders signifikant zeigten sich Anzeichen für eine Übersterblichkeit in Zusammenhang mit Covid-19 in der zweiten Aprilwoche.

Laut der Sonderauswertung des Statistikamts starben in der 15. Kalenderwoche 2020 mindestens 19.892 Menschen – 2000 Personen mehr als im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Lesen Sie hier: Corona-Glossar: Die wichtigsten Begriffe rund um das Virus

10.27 Uhr: Brasiliens Wirtschaftsminister Paulo Guedes befürchtet einen „wirtschaftlichen Kollaps“ des südamerikanischen Landes. Es könne schon in einem Monat zu schweren Lieferengpässen und teilweise zum Erliegen der Produktion kommen, wie der Minister am Donnerstag verkündete. Es handle sich um einen „ernsthaften Alarmruf“. Staatschef Jair Bolsonaro fügte hinzu, dass er „das Virus-Problem“ verstehe, aber seine Regierung große Sorge über die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt trage.

Sachsen ermöglicht freiwillige Corona-Tests für Lehrkräfte

10.01 Uhr: In Sachsen können sich Lehrer, die wieder unterrichten müssen, ab 1. Juni freiwillig beim Hausarzt auf das Coronavirus testen lassen. Wie das Kultusministerium am Freitag mitteilte, werden die Kosten vom Freistaat getragen, sofern die Krankenkassen nicht dafür aufkommen. Perspektivisch könnte dieses Angebot auch bald für Kita-Personal in dem Bundesland gelten.

10.00 Uhr: Kaum ein Ministerpräsident hat in den letzten Wochen so polarisiert wie Armin Laschet. Seine Corona-Strategie in NRW ist deutlich lockerer als in den meisten anderen Bundesländern. Im ZDF durfte er seinen Kurs nun erklären, doch Laschet redete sich bei Markus Lanz um Kopf und Kragen.

Um die Lockerungen in Deutschland ging es auch bei Maybrit Illner. Dort trafen Skeptiker auf eine Befürworterin – und schenkten sich kaum etwas bei der Qualität ihrer Argumente. Alle Details zur Sendung gibt es hier: „Maybrit Illner“ zu Corona: Jetzt bloß nicht lockerlassen?

9.31 Uhr: Der erste Landkreis in Nordrhein-Westfalen hat den neu festgelegte Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche überschritten: Im Kreis Coesfeld lag der Wert am Freitag bei 52,7. Zuletzt hatte sich der Virus vor allem in dem fleischverarbeitenden Betrieb Westfleisch ausgebreitet. Nun könnte es neue Beschränkungen in dem Landkreis geben.

Gästeübernachtungen in Deutschland stark zurückgegangen

8.42 Uhr: Die Zahl der Gästeübernachtungen in Deutschland ist im März im Vergleich zum Vormonat um 53 Prozent zurückgegangen. Dies teilte das Statistische Bundesamt mit. Der Tourismussektor ist besonders heftig von den Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie betroffen: Die Übernachtungen ausländischer Gäste verringerten sich im Vergleich zum März 2019 um 67 Prozent. Bei Inlandsreisenden ging die Zahl um 50 Prozent zurück.

7.01 Uhr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat die Bürger aufgerufen, sich stärker gegen Verschwörungstheorien in der Corona-Krise zu wehren. „Wir brauchen einen Widerstand der normalen Leute, das fängt im Bekanntenkreis, in den eigenen WhatsApp-Gruppen an“, sagte der 42-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit versuchten vor allem rechte Gruppen das Land durch Verschwörungstheorien zu destabilisieren.

Sie verbreiteten mit professionellen Videos und Tonnachrichten nachweislich Lügen. „Das ist der organisierte Versuch, zu spalten und zu hetzen“, warnte Klingbeil. „Man darf diese Nachrichten nicht unwidersprochen lassen.“

5.02 Uhr: Der Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat die in den Lockerungsplänen von Bund und Ländern vereinbarte Infektionsobergrenze als viel zu hoch kritisiert. „Wie die Gesundheitsämter damit klar kommen sollen, ist mir ein Rätsel. Das ist nicht zu schaffen“, sagte die Verbandsvorsitzende Ute Teichert dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Die Gesundheitsämter werden ohne dauerhafte Personalunterstützung in die Knie gehen.“

4.21 Uhr: Wegen der weiterhin ungewissen Lage für Schulen und Kitas in der Corona-Krise hat Linksfraktionschef Dietmar Bartsch einen „Kindergipfel“ im Kanzleramt gefordert. Kinder, Frauen und Familien seien die Verlierer der Krise. „Es kann nicht sein, dass Autos höchste Priorität erhalten und unsere Jüngsten aus dem Raster fallen“, fügte er mit Blick auf den jüngsten „Autogipfel“ im Kanzleramt hinzu.

1.40 Uhr: Gleichzeitig mit den Lockerungen werden Forderungen nach einem Konjunkturpaket laut. Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), warnt im Interview mit unserer Redaktion davor, dass die Krise noch nicht vorbei sei. Zu den Details: DIHK-Präsident: „Wir Unternehmer wollen nicht jammern“.

1.20 Uhr: Bei deutschen Verfassungs- und Verwaltungsgerichten sind mittlerweile rund 1000 Eilanträge im Zusammenhang mit den Einschränkungen der Corona-Pandemie eingegangen. Die Gerichtsverfahren betreffen etwa die Maskenpflicht, Versammlungsverbote, Reisebeschränkungen, Gottesdienst-Auflagen oder Regelungen für Geschäftsöffnungen.

„Das deutet darauf hin, dass die allgemeine Akzeptanz für tiefgreifende Corona-Einschränkungen allmählich schwindet und der Wunsch nach Lockerungen wächst“, sagte Richterbund-Geschäftsführer Sven Rebehn unserer Redaktion. Mehr dazu hier: Gerichte – Wo der Staat bei Corona-Verboten zu weit ging

1 Uhr: Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat vor neuen Infektionswellen in der Corona-Pandemie gewarnt. „Die zweite Welle wird mit Sicherheit kommen. Möglicherweise auch eine dritte“, sagte Montgomery unserer Redaktion. Er habe starke Zweifel, dass sich die Menschen noch monatelang an die Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen halten würden.

Die am Mittwoch von Bund und Ländern verabredeten Lockerungen gingen sehr weit. Er erwarte daher, dass es bereits in den kommenden Wochen in Deutschland zu regionalen Ausbrüchen kommen werde. Zweifel äußerte Montgomery mit Blick auf die Reaktion der verantwortlichen Landesregierungen.

„Mit dem gleichen Mut, mit dem die Ministerpräsidenten jetzt die Lockerungen durchsetzen, müssen sie die Lockerungen dann auch wieder zurücknehmen“, forderte der Weltärztepräsident. „Meine große Sorge ist, dass einigen Ministerpräsidenten dieser Mut fehlen könnte.“

RKI zu zweiter Corona-Welle: "Wir haben das alle selbst in der Hand"
RKI zu zweiter Corona-Welle- Wir haben das alle selbst in der Hand

Donnerstag, 7. Mai 2020: Drosten macht Lage im Herbst Sorgen – mehr als 3000 Corona-Tote in Schweden

22.16 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einem Telefonat mit Papst Franziskus über die Corona-Krise beraten. „Beide sprachen sich dafür aus, insbesondere ärmere Länder in der Corona-Pandemie zu unterstützen“, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert nach dem Gespräch am Donnerstag mit. Die Kanzlerin und der Papst hätten die Bedeutung von „Zusammenhalt und Solidarität in Europa und der Welt“ in der Corona-Krise hervorgehoben.

Merkel habe den Pontifex außerdem zu einem Besuch nach Deutschland eingeladen, sobald dies wieder möglich sei.

19.31 Uhr: Allein in diesem Jahr dürfte der Staat aufgrund der Corona-Krise rund 100 Milliarden Euro weniger Steuern einnehmen als bei der Herbst-Schätzung prognostiziert, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Schätzerkreise berichtete.

Der Arbeitskreis Steuerschätzung legt am kommenden Donnerstag seine neue Prognose vor. Das Bundesfinanzministerium ging zuletzt von Mindereinnahmen in Höhe von rund 82 Milliarden Euro aus, davon circa 33 Milliarden Euro beim Bund.

Corona-App soll Mitte Juni in Deutschland verfügbar sein

17.40 Uhr: Die geplante App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten soll in etwa fünf bis sechs Wochen fertig sein. „Mitte Juni ist ein realistischer Zeitraum“, hieß es am Donnerstag aus Regierungskreisen. Zunächst solle die App lediglich ihre „Kernfunktion“ besitzen, mit der Kontaktpersonen von Corona-Infizierten informiert werden sollen. Die Option zur freiwilligen Weitergabe von Daten an das Robert-Koch-Instituts (RKI) soll demnach später hinzukommen.

Die App sei ein „wichtiges Tool“, um Infektionsketten „umfassender zu erkennen“ als bisher, hieß es weiter.

17.26 Uhr: Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, dringt auf eine schnelle Grenzöffnung. So wichtig die Maßnahmen an den Grenzen zu Frankreich und Luxemburg zu Beginn der Pandemie gewesen seien, so wichtig sei es nun, „dass die Grenzschließungen und Grenzkontrollen im Interesse der dort lebenden Menschen aufgehoben werden“, sagte die SPD-Politikerin unserer Redaktion.

„Ich halte erstens das genannte Datum 15. Mai für zu spät und zweitens ist nicht erklärbar, warum die Grenzen zu Luxemburg und Frankreich heute noch anders behandelt werden als die Grenzen zu Belgien und den Niederlanden.“

Virologe kritisiert Lockerung: „Wir wollen zu viel auf einmal“

17.03 Uhr: Bund und Länder haben ihre weitreichenden Lockerungen aus Sicht des Infektionsforschers Michael Meyer-Hermann zu früh getroffen. In den vergangenen Tagen sei die Zahl der Neuinfektionen wieder gestiegen, erläuterte der Leiter der Abteilung System-Immunologie am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Die genauen Ursachen seien noch ungewiss.

Skepsis gibt es auch an der vereinbarten sogenannten Notbremse, wonach ab 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen ein Beschränkungskonzept greifen soll. Der Wert erscheine weit über den derzeitigen Kapazitäten der Gesundheitsämter zu liegen, sagte Rafael Mikolajczyk, Epidemiologe und Institutsdirektor der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg.

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer kritisierte: „Wir wollen zu viel auf einmal.“ Er sagte „hessenschau.de“: „Das kann gewaltig nach hinten losgehen.“ Er habe große Zweifel, ob die Sicherheitsmaßnahmen in der Gastronomie bei allen Bemühungen ausreichend eingehalten werden können. „Beim Essen muss man eben den Mundschutz abnehmen.“

16.30 Uhr: Im Bundestag haben die Abgeordnete Beschlüsse gefasst, die Eltern, Bafög-Empfängern und Gesundheitsämtern durch die Krise helfen sollen. So sollen Mütter und Väter keine Abstriche beim Elterngeld hinnehmen müssen – die Berechnungsgrundlage wird vorübergehend geändert. Wenn jemand wegen der Krise gerade weniger verdient, sollen die betreffenden Monate nun nicht mitgerechnet werden, so dass das Elterngeld nicht niedriger ausfällt.

Wer in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeitet und deswegen gerade keine Elternzeit nehmen kann, darf diese außerdem aufschieben. Für Bafög-Empfänger wird es attraktiver, in der Corona-Pandemie in systemrelevanten Berufen auszuhelfen. Die dort erwirtschafteten Einkünfte sollen nicht auf das Bafög angerechnet werden.

Zudem will der Bund für die bundesweit 375 Gesundheitsämter insgesamt rund 50 Millionen Euro bereitstellen – so soll vor allem die Digitalisierung in den Ämtern gestärkt werden. Beim Robert Koch-Institut soll dauerhaft eine Kontaktstelle für den öffentlichen Gesundheitsdienst mit zusätzlichen 40 Stellen eingerichtet werden.

15.38 Uhr: Die wegen der Corona-Krise schwer angeschlagene Lufthansa verhandelt nach eigenen Angaben mit der Bundesregierung über ein Rettungspaket in Höhe von neun Milliarden Euro. In den Verhandlungen werde auch über eine Beteiligung des Staates in Höhe von 25 Prozent plus eine Aktie gesprochen, teilte die Lufthansa am Donnerstag in Frankfurt am Main mit.

Die Lufthansa betonte, dass die Verhandlungen und der Prozess der politischen Willensbildung noch andauern.

15.22 Uhr: Rettungsdienste in ganz Europa verzeichnen starken Anstieg an Notrufen wegen häuslicher Gewalt. Aus den verschiedenen europäischen Ländern sei im April eine Zunahme von Notrufen von Frauen um bis zu 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gemeldet worden, die von Gewalt durch ihre Partner betroffen seien, sagte der Europa-Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Hans Kluge, am Donnerstag bei einer von Kopenhagen aus geleiteten Online-Pressekonferenz.

Experten zufolge sind Frauen und Kinder während des Corona-Lockdowns in besonderem Maße Misshandlungen ausgesetzt. Laut WHO nehmen Fälle häuslicher Gewalt in Krisenzeiten zu – durch die Eindämmungsmaßnahmen in der Corona-Pandemie habe sich dies noch verschärft. Sollten die Beschränkungen weitere sechs Monate andauern, rechnet der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) mit 31 Millionen weiteren Fällen häuslicher Gewalt weltweit.

Drosten macht die „Winterwelle“ Sorgen

14.34 Uhr: Der Virologe Christian Drosten kann nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen durch Bund und Länder gut schlafen. Die Maßnahmen der Sozialen Distanzierung hätten bei vielen „einen Lerneffekt“ ausgelöst. Im NDR-Corona-Podcast sagte Drosten am Donnerstag: „Man kann ganz hoffnungsvoll sein, dass wir das gut schaffen werden.“

Der Virologe sieht in den Beschlüssen von Bund und Ländern „einen Kompromiss“. Drosten: „Ich sehe das schon als eine gute Situation, in der wir sind, und ich kann auch vielen politischen Entscheidungen zustimmen. Auch wenn ich, wie auch andere Wissenschaftler, mir aus einer rein wissenschaftlichen Sichtweise, ein etwas weiteres Eindämmen gewünscht hätte – bevor man Lockerungen macht.“

Sorgen macht Drosten die Corona-Lage ab dem Herbst: Wenn sich die Menschen dann wieder mehr in engen Räumen aufhalten würden, könne es „doch wieder eng“ werden, so Drosten. Er spricht von einer „Winterwelle“ – und mahnt: „Was passiert, wenn wir in Deutschland sehr glimpflich über den Sommer kommen und wenn wir dann im Herbst noch nicht irgendwas in der Hand haben? Sagen wir mal: ein Medikament, das man umändern kann in seiner Verwendung.“

Der Virologe fürchtet, dass einige der nun vorgeschlagenen Corona-Verhaltensweisen zum Jahresende „wieder in Vergessenheit geraten“ könnten. Die Möglichkeit eines Impfstoffs in diesem Jahr sieht Drosten nicht.

14.23 Uhr: In Schweden sind inzwischen mehr als 3000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Zahl der Todesopfer habe sich binnen 24 Stunden um 99 auf 3040 erhöht, teilte die staatliche Gesundheitsbehörde am Donnerstag mit. Insgesamt seien 24.623 Infektionen nachgewiesen worden.

Schweden hat als Reaktion auf die Corona-Pandemie deutlich weniger Restriktionen verhängt als die meisten anderen europäischen Länder. So gelten keine Ausgangsbeschränkungen und neben Restaurants, Bars und Cafés sind auch Läden sowie die meisten Schulen weiterhin geöffnet. Der schwedische Sonderweg ist allerdings im Land nicht unumstritten. Auch aus dem Ausland gibt es Kritik.

Bundesliga kehrt am 16. Mai aus der Corona-Pause zurück

13.37 Uhr: Die Bundesliga kehrt ohne Freitagsspiel aus der Corona-Pause zurück. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) gab am Donnerstag bekannt, dass am 16. Mai (Samstag) nach rund neunwöchiger Pause der Ball in der Bundesliga und auch der zweiten Liga wieder rollen wird. Der Spielbetrieb war seit Mitte März ausgesetzt.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert teilte zudem mit, dass es in der Fußball-Bundesliga bzw. der 2. Liga zwei weitere positive Covid-19-Ergebnisse gegeben habe. Details oder betroffene Vereine nannte er nicht. In erster Testung waren bei insgesamt 1724 Untersuchungen zehn Coronafälle offenbar geworden, drei davon beim 1. FC Köln.

13.16 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Unterstützung für die deutschen Gesundheitsämter im Kampf gegen die Corona-Epidemie zugesichert. Der öffentliche Gesundheitsdienst sei ein wichtiger Pfeiler in dieser Krise und solle weiter gestärkt werden, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Bundestag. Er verwies auf die jüngsten Beschlüsse vor Bund und Ländern, dass gerade das Nachverfolgen von Kontaktpersonen von Infizierten und das Brechen von Infektionsketten vor Ort in den Kommunen ein ganz entscheidender Punkt sei.

Weitere Unterstützung für die Gesundheitsämter ist Teil eines Gesetzentwurfs, den die große Koalition nun ins Parlament eingebracht hat. Vor allem um die Digitalisierung voranzubringen, will der Bund für die bundesweit 375 Gesundheitsämter insgesamt rund 50 Millionen Euro bereitstellen. Beim Robert Koch-Institut soll dauerhaft eine Kontaktstelle für den öffentlichen Gesundheitsdienst mit zusätzlichen 40 Stellen eingerichtet werden.

12.29 Uhr: In Europa sind bislang bereits mehr als 150.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Damit ist Europa weltweit weiterhin am schwersten von der Corona-Pandemie getroffen. Die meisten Todesopfer innerhalb Europas gab es in Großbritannien (mehr als 30.000), Italien (mehr als 29.600), Spanien (rund 26.000) und Frankreich (rund 25.800).

Russland meldete am Donnerstag eine neue Rekordzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Demnach wurden binnen 24 Stunden 11.231 neue Fälle diagnostiziert. Die Gesamtzahl der bislang in Russland nachgewiesenen Infektionen stieg auf mehr als 177.000 – das Land liegt damit bei der Zahl der Fälle jetzt weltweit auf dem fünften Platz.

Die russischen Behörden erklären die seit einer Woche stark steigenden Infektionszahlen mit einer Zunahme der Tests. Dadurch würden nun auch viele symptomfreie Fälle nachgewiesen. Die Zahl der offiziell angegebenen Corona-Todesopfer ist mit insgesamt 1625 in Russland im internationalen Vergleich relativ niedrig. Die Behörden führen dies auf die schnelle Schließung der Grenzen und großflächige Tests zurück. Kritiker bezweifeln jedoch, dass die offiziellen Zahlen die Realität widerspiegeln.

Lindner fordert Ende der europäischen Grenzkontrollen

12.20 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat ein rasches Ende der Grenzkontrollen in Europa gefordert. Spätestens jetzt seien sie unverhältnismäßig, weil die Epidemie beherrschbar geworden sei und der Warenverkehr nicht länger Schaden nehmen dürfe, sagte Lindner unserer Redaktion. Lindner: „Wir brauchen eine umgehende Normalisierung.“

Es sei fragwürdig, ob innereuropäische Grenzkontrollen überhaupt einen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Epidemie geleistet hätten, fügte der Parteichef hinzu. „Wenn selbst Unionsabgeordnete den Bundesinnenminister auffordern, die deutschen Grenzen wieder zu öffnen, sollte ihm das zu denken geben.“

12 Uhr: Der Blick auf den Sommerurlaub sieht düster aus: Die weltweite Reisewarnung des Außenministeriums macht Auslandsreisen derzeit so gut wie unmöglich. Doch was ist mit Urlaub in Deutschland? Hier erklären wir, welche Reisen in Deutschland derzeit möglich sind.

11.19 Uhr: Die Lufthansa ist in der Coronavirus-Krise in wirtschaftliche Schieflage geraten. Nun hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) das hohe Interesse des Staates an der Rettung des finanziell angeschlagenen Unternehmens in der Sendung „Bild Live“ betont. „Die Lufthansa gehört, wie andere Unternehmen auch, zum Tafelsilber unserer Wirtschaft.“ Man wolle „einen Ausverkauf dieses Tafelsilbers verhindern.“

Der Bund werde der Lufthansa aus dem milliardenschweren Wirtschaftsstabilisierungsfonds „gegen entsprechende Bedienungen und Sicherheiten“ Unterstützung gewähren. Der Minister warnte erneut vor ausländischen Übernahmeversuchen, beispielsweise aus China: „Wir werden uns gegen ausländische Investoren, die glauben, zu Schnäppchenpreisen an bekannte und renommierte deutsche Firmen zu kommen, wehren.“Die Lufthansa verhandelt mit der Bundesregierung über ein Rettungspaket.

Konzernchef Carsten Spohr hatte in den letzten Tagen mehrmals einen erfolgreichen Abschluss in Kürze angekündigt. Laut „Spiegel“ geht es um zehn Milliarden Euro. Umstritten ist in der Politik, ob und wenn ja welche Mitspracherechte der Staat für eine Milliardenhilfe bei der Lufthansa bekommen soll. Spohr selbst hatte vor einem zu großen Staatseinfluss auf sein Unternehmen gewarnt.

Nach Corona-Maßnahmen-Lockerung: RKI mahnt: „Keine Entwarnung“

10.48 Uhr: RKI-Vizepräsident Schaade sprach auch über die Möglichkeit von Großveranstaltungen nach Ende des derzeitigen Verbots, das bis zum 31. August gilt: „Man muss ein Stadium vielleicht nicht mit 50.000 Leuten füllen, sondern vielleicht nur mit der Hälfte der Zuschauer.“ Schaade hält Großveranstaltungen in der Zukunft für realistisch, die sich an Hygiene- und Abstandsregelungen halten.

10.33 Uhr: Schaade warnte in der Konferenz vor einem zu lockeren Umgang mit den noch bestehenden Corona-Maßnahmen: „Die Epidemie ist nicht zu Ende – das Virus ist noch in Deuschland.“ Schaade stellte klar: „Das ist keine Entwarnung.“

Eine weitere Lockerung der Corona-Maßnahmen bringe auch ein gewisses Risiko für eine zweite Infektionswelle. Schaade: „Die Warnschilder sind an allen Stellen aufgestellt worden, und die müssen von allen beachtet werden – auch von der Politik und der Bevölkerung.“

Die von Bund und Ländern am Mittwoch beschlossene Maßnahmen-Lockerung sei jedoch aus seiner Sicht auch „legitim“ und „für die Gesellschaft erforderlich“.

10.27 Uhr: Schaade ging in dem Pressebriefing auch auf die deutschen Testkapazitäten ein: Derzeit seien in Deutschland 964.962 Tests pro Woche möglich - Schaade: „Etwa ein Drittel der Testkapazitäten wurden genutzt.“ Ein Grund dafür seien die sinkenden Fallzahlen in der Pandemie.

10.08 Uhr: RKI-Vizepräsident Lars Schaade erklärte zu Beginn der Pressekonferenz, dass das RKI die regelmäßigen Presse-Briefings stoppt: „Es gibt eine neue Phase in dieser Epidemie.“ Nun wolle man nur noch „anlassbezogen“ über die Coronavirus-Pandemie in Pressekonferenzen berichten.

10.00 Uhr: Am Vormittag stellt das Robert-Koch-Institut seine neuesten Erkenntnisse in der Coronavirus-Pandemie vor. Die Pressekonferenz können sie oben im Livestream mitverfolgen.

Schleswig-Holstein lässt Kitas teilweise ab Juni wieder öffnen

9.56 Uhr: Die Kitas in Schleswig-Holstein sollen ab 1. Juni wieder einen eingeschränkten Regelbetrieb aufnehmen. Dann dürften die Einrichtungen wieder zu 55 Prozent ausgelastet sein, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag im Landtag in Kiel.

9.22 Uhr: In der ARD-Talkshow „Maischberger“ kritisierte SPD-Politiker Karl Lauterbach am Mittwochabend die neuen Corona-Lockerungen. Der SPD-Politiker warnte: „Das ist ein gefährlicher Tag.“ Hier erfahren Sie, was in der Sendung geschah.

8.23 Uhr: Die Lockerungen der Corona-Restriktionen waren gestern Abend auch Thema im Talk von Markus Lanz. Während Kanzlerin Angela Merkel wegen der Alleingänge mehrerer Ministerpräsidenten zuletzt ein Autoritätsverlust angedichtet wurde, bekam sie im ZDF ein großes Lob für ihre Corona-Politik – und das vom früheren SPD-Chef Sigmar Gabriel. Wie der Talk insgesamt verlief, lesen Sie hier: „Markus Lanz“: Sigmar Gabriel lobt Merkels Corona-Politik

6.32 Uhr: Die Vereinten Nationen brauchen für die Versorgung der durch die Corona-Krise schwer getroffenen ärmsten Menschen der Welt weitere Milliardenbeträge. Sie haben den nötigen Betrag seit dem Spendenaufruf im März mehr als verdreifacht. Um Millionen Menschen vor Hungerkatastrophen zu retten, sind nach neuesten Berechnungen 6,7 Milliarden Dollar nötig (6,2 Mrd Euro).

Nothilfe, um die Ärmsten vor Hungersnöten zu retten, sei im Interesse aller Länder, sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock der Deutschen Presse-Agentur. Im Nahen Osten und in der Sahel-Zone in Afrika gebe es bereits Anzeichen für wachsende Terroraktivitäten, sagte er. „Es ist schwierig, Ursache und Wirkung schon klar zu benennen, aber die Corona-Krise bereitet den Boden für größere Probleme.“

Politiker drängen Seehofer zur Grenzöffnung

6.01 Uhr: Zwölf Bundestags- und Europaabgeordnete der Union haben Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) dazu aufgefordert, die wegen der Corona-Pandemie angeordneten Kontrollen an den deutschen Grenzen sofort zu beenden.

„Nach über sieben Wochen muss Schluss sein mit Gitterzäunen und Schlagbäumen im Herzen Europas“, heißt es laut Redaktionsnetzwerk Deutschland in einer Stellungnahme, die unter anderem von Ex-Unionsfraktionschef Volker Kauder und Fraktionsvize Andreas Jung (beide CDU) unterzeichnet ist.

„Deshalb fordern wir jetzt die sofortige Wiedereröffnung aller geschlossenen Grenzübergänge an den Grenzen zur Schweiz, nach Frankreich und nach Luxemburg“, so die Abgeordneten. „Spätestens mit dem 15. Mai müssen alle als Notmaßnahmen befristet verhängten Grenzbeschränkungen dann entfallen.“ Die Parlamentarier forderten zugleich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) auf, die Ausnahmegenehmigung für Grenzkontrollen nicht über den 15. Mai hinaus auszudehnen.

5.46 Uhr: Viele Verbraucher wollen ihr Verhalten im Alltag aufgrund der Corona-Krise ändern: Sie wollen auch nach Abflauen der Pandemie weniger ins Kino oder in Konzerte gehen, seltener reisen und einen Bogen um öffentliche Verkehrsmittel machen. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens McKinsey hervor.

Solange kein Impfstoff gegen das Corona-Virus zur Verfügung steht, wollen rund 40 Prozent der Umfrage zufolge seltener öffentliche Verkehrsmittel wie Busse, Züge oder Flugzeuge nutzen. Stattdessen wollen sie häufiger zu Fuß gehen, oder auf das Fahrrad oder das eigene Auto zurückgreifen.

4.56 Uhr: Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, warnt vor den Langzeitfolgen der Corona-Krise für Kinder suchtkranker Eltern. „Es ist schon klar, dass die aktuellen wie auch die Folgeschäden, die aus diesem Lockdown entstehen, uns über Jahre – auch nach Corona – begleiten werden“, sagte die CSU-Politikerin der „Welt“. So säßen etwa Kinder von Suchtkranken „plötzlich ganz alleine mit dem betrunkenen Vater oder Mutter da – ohne Hilfe von außen im schlimmsten Fall“. Diesen Kindern müsse jetzt geholfen werden. „Hier bin ich mit Vollgas dran.“

Merkel: Kontaktbeschränkungen bis mindestens 5. Juni
Merkel- Kontaktbeschränkungen bis mindestens 5. Juni

Corona-Lockerungen in den Niederlanden

3.01 Uhr: Ebenso wie in Deutschland werden auch in den Niederlanden die Corona-Restriktionen weiter gelockert. Restaurants, Cafés, Museen und Theater dürfen ab dem 1. Juni wieder öffnen, wie Ministerpräsident Mark Rutte ankündigte. Allerdings dürfen sich dort nicht mehr als 30 Menschen gleichzeitig inklusive Angestellten aufhalten. Auch muss ein Abstand von 1,50 Metern zwischen den Menschen gewahrt werden.

2.34 Uhr: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt in Brasilien immer schneller an. Den Daten des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch zufolge wurden erstmals mehr als 600 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden registriert. Demnach lag die Zahl der Gestorbenen „am schlimmsten Tag“, wie das Portal „G1“ schrieb, zwischen Dienstag und Mittwoch bei 615. Das ist die höchste Zahl für diesen Zeitraum seit Beginn der Covid-19-Pandemie. Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 8536 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. 125 218 Infizierte wurden inzwischen registriert.

1.00 Uhr: Nach den Beschlüssen von Bund und Ländern zur Lockerung der Corona-Auflagen dringt der Deutsche Städtetag auf die schnelle Einführung einer Warn-App und die Ausweitung der Tests. „Jetzt ist es wichtig, dass die App bald kommt und die Informationen daraus auch den Gesundheitsämtern vor Ort helfen“, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung unserer Redaktion. „Und richtig ist auch, dass jetzt mehr Menschen auf Corona getestet werden sollen.“ Das ganze Interview mit Burkhard Jung lesen Sie hier: Städtetag-Präsident: „Wichtig, dass die Corona-App kommt“

Mittwoch, 6. Mai 2020: Merkel gibt weitere Lockerungen der Corona-Regeln bekannt

22.44 Uhr: Die für den 10. Mai geplante Präsidentenwahl in Polen wird verschoben. Die Wahl solle an diesem Tag nicht stattfinden - und der Oberste Gerichtshof solle sie anschließend für ungültig erklären, teilte der Vorsitzende der nationalkonservativen Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, laut Nachrichtenagentur PAP am Mittwochabend in einem gemeinsamen Statement mit dem ehemaligen Vize-Ministerpräsidenten Jaroslaw Gowin mit. Danach solle die Parlamentspräsidentin einen neuen Termin festlegen.

22.01 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat die Linie der Bundesregierung bei den Bund-Länder-Gesprächen über die Lockerung der Corona-Auflagen verteidigt. „Wir haben etwas, wie ich finde, sehr Kluges gemacht. Wir haben nämlich gesagt, wir lockern es ja, aber wir knüpfen es an strenge Voraussetzungen“, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der ARD-Talkshow „Maischberger. Die Woche“.

In wesentlichen Fragen hätten Bund und Länder einen gemeinsamen Beschluss gefasst. „Wir haben auch durchgesetzt, dass die Notbremse eingeführt worden ist“, sagte Altmaier. Das sei man den Menschen schuldig gewesen, die auch Angst um ihre Gesundheit hätten. Mit der sogenannten Notbremse sollen Einschränkungen künftig vor Ort umgesetzt werden, wenn Neuinfektionen regional wieder ansteigen sollten.

21.28 Uhr: Auf WhatsApp verbreiten sich Corona-Falschinformationen in Windeseile. Es geistern viele Thesen, Gerüchte und Falschinformationen durch die Sozialen Netzwerke. Ein Faktencheck-Bot soll die Falsch-Info-Pandemie eindämmen. Lesen Sie hier: WhatsApp-Bot bekämpft beliebte Coronavirus-Irrtümer.

20.56 Uhr: Die Deutsche Fußball Liga will die Saison in der 1. und 2. Bundesliga am 15. Mai fortsetzen. Über diesen Beschluss des DFL-Präsidiums seien die 36 Proficlubs am Mittwochabend informiert worden, bestätigte der Dachverband der Deutschen Presse-Agentur.

Fußball-Bundesliga: "Geisterspiele" ab zweiter Maihälfte
Fußball-Bundesliga- Geisterspiele ab zweiter Maihälfte

Reproduktionszahl sinkt laut RKI auf 0,65

19.32 Uhr: Laut Robert-Koch-Institut ist die Reproduktionszahl des Coronavirus auf 0,65 gesunken. Insgesamt gibt es in Deutschland 947 mehr bestätigte Coronavirus-Infektionen als am Vortag.

18.37 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zu hohe Erwartungen an die Corona-Warn-Apps gedämpft. Auch beim Einsatz solcher Hilfsmittel seien weiterhin Menschen nötig, die nachverfolgen, mit wem Infizierte in letzter Zeit Kontakt hatten, um sie zu warnen und in Quarantäne zu bringen, sagte WHO-Expertin Maria van Kerkhove am Mittwoch in Genf. „Solche Apps können nicht die Menschen ersetzen, die Kontakte überprüfen“, sagte sie.

Eine solche App für das Handy soll in Deutschland und vielen anderen Ländern zum Einsatz kommen. Solche Apps erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Sie können dann Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass in ihrer Umgebung eine infizierte Person war. Die Nutzer könnten dann in Quarantäne gehen. Experten nehmen an, dass etwa 60 Prozent der Bevölkerung die App auf ihrem Handy nutzen müssen, damit der Schutz vor Infektionen funktioniert. In Deutschland und den meisten anderen Ländern soll die Teilnahme freiwillig sein oder ist sie bereits. Hintergrund: Tracking-App – So läuft der digitale Kampf gegen das Virus

Giffey fordert Länder auf, zügig Konzepte zur Öffnung ihrer Kitas vorzulegen

17.25 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat die Länder aufgefordert, jetzt zügig Konzepte zur Öffnung ihrer Kitas vorzulegen. Wenn jetzt Geschäfte, Hotels, Restaurants und viele andere Bereiche wieder öffneten und mehr Eltern wieder arbeiten gingen, bräuchten diese auch eine gute Betreuung für ihre Kinder. „Sonst funktioniert das Gesamtsystem nicht“, sagte die SPD-Politikerin nach der Schaltkonferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise am Mittwoch.

Sie appelliere deshalb an die Länder, nun zeitnah Regelungen für die Aufnahme des eingeschränkten Regelbetriebs an den Kitas zu treffen und konkrete Daten zu nennen, wann welche Kinder wieder ihre Kita oder ihre Kindertagespflege besuchen könnten, auch wenn das nur mit Einschränkungen gehen könne.

17.02 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat an die Bürger appelliert, sich auch bei weiteren Corona-Lockerungen an besondere Schutzregeln zu halten. Ohne das „Mitmachen der Menschen“ seien alle Maßnahmen nicht wirksam, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. „Jedes Stück Freiheit, was möglich ist, muss unter diesen Bedingungen des Virus verantwortungsbewusst von jedem einzelnen Menschen genutzt werden.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte: „Die Mutter aller Fragen ist die Kontaktbeschränkung.“ Da es keinen Impfstoff und kein Medikament gebe, bleibe die Kontaktbeschränkung „die einzige echte Antwort“ auf das Virus.

16.25 Uhr: Welche Lockerungen gibt es? Wir bieten in diesem Artikel einen Überblick über die aktuellen Corona-Regeln in den Bundesländern. Wir aktualisieren diesen Artikel fortlaufend.

Coronavirus: Schüler und Vorschulkinder sollen vor dem Sommer einmal in Schule

15.57 Uhr: Jeder Schüler und jedes Vorschulkind soll vor dem Sommer möglichst noch mindestens einmal in die Schule oder in die Kita gehen.

15.50 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in der Pressekonferenz nach der Telefonschalte mit den Ministerpräsidenten der Länder bekanntgegeben, dass Personen in Pflegeeinrichtungen wieder Besuch empfangen dürfen – allerdings nur von einer festen Kontaktperson.

15.38 Uhr: Die Bundesländer sollen über eine schrittweise Öffnung der Gastronomie in der Corona-Krise entscheiden. Darauf verständigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Die Länder sollten in eigener Verantwortung vorgehen – vor dem Hintergrund des jeweiligen Infektionsgeschehens sowie landesspezifischer Besonderheiten.

14.58 Uhr: Die Fußball-Bundesliga darf die derzeit wegen der Corona-Krise unterbrochene Saison ab der zweiten Mai-Hälfte mit Geisterspielen fortsetzen. Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte am Mittwoch, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Sport unter freiem Himmel wieder erlaubt, Kontaktsperre wurde verlängert

14.17 Uhr: Bund und Länder wollen den wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel wieder erlauben. Darauf verständigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihren Beratungen am Mittwoch, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Die Freizeitsportler müssten sich aber an bestimmte Auflagen halten.

14.05 Uhr: Alle Geschäfte in Deutschland sollen unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder verständigten sich am Mittwoch darauf, die bisherige Öffnungsbeschränkung auf eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern aufzuheben.

13.46 Uhr: Bund und Länder haben die coronabedingten Kontaktbeschränkungen in Deutschland grundsätzlich bis 5. Juni verlängert. Allerdings einigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte am Mittwoch auch auf eine Lockerung. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen sollen sich künftig auch Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen.

12.23 Uhr: In Spanien hat die Regierung praktisch im letzten Moment ausreichend Unterstützung für eine weitere Verlängerung des umstrittenen Corona-Notstands erhalten. Man habe dazu Abkommen mit der liberalen Partei Ciudadanos und der baskischen Partei PNV erzielt, teilte die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez am Mittwoch mit.

Das Parlament in Madrid sollte am Abend über die Verlängerung des bereits seit Mitte März geltenden Alarmzustands um weitere zwei Wochen bis zum 23. Mai abstimmen. Spanien gehört mit annähernd 26.000 Toten zu den Ländern, die besonders hart von der Pandemie getroffen sind.

Bundesländer übernehmen Verantwortung für Corona-Lockerungen

12.18 Uhr: Die Bundesländer übernehmen Verantwortung für weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen, müssen aber auch auf mögliche negative Folgen sofort reagieren. Bund und Länder verständigten sich am Mittwoch darauf, dass die Länder sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werden muss. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der Schalte von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder.

12.16 Uhr: Viele geplante Lockerungen wurden bereits vor den heutigen Beratungen von Kanzlerin und Länderchefs von einzelnen Ministerpräsidenten angekündigt. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die betroffenen Länder-Regierungschefs für Alleingänge bei der Lockerung von Corona-Auflagen kritisiert. „Anstatt die heutige Beratung abzuwarten, sind jetzt eine ganze Reihe von Kollegen mit eigenen Öffnungen vorgeprescht“, sagte der Grünen-Politiker dem „Spiegel“. „Unsere Stärke lag bislang im gemeinsamen und behutsamen Vorgehen.“ Diesen Weg solle man nicht verlassen.

Auch unsere Politik-Korrespondentin Kerstin Münstermann sieht das Vorpreschen der Länderchefs kritisch. Lesen Sie hier ihren Kommentar: Politisches Schaulaufen schadet in der Krise

Corona-Krise lässt Wirtschaft in der Eurozone wohl um mehr als 7 Prozent schrumpfen

11.36 Uhr: Die Wirtschaft der Eurozone könnte laut der EU-Frühjahrsprognose wegen der Corona-Krise dieses Jahr um 7,7 Prozent schrumpfen und sich auch im nächsten Jahr nicht vollständig erholen. Die EU-Kommission sprach am Mittwoch in Brüssel bei der Vorlage ihrer Prognose von einer Rezession historischen Ausmaßes. „Europa erlebt einen ökonomischen Schock, wie es ihn seit der großen Depression nicht mehr gegeben hat“, sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni.

Im Einzelnen erwartet die Kommission nach dem drastischen Einbruch in den 19 Ländern der Eurozone dieses Jahr für 2021 neues Wachstum um 6,3 Prozent. Für die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union insgesamt sagt die Prognose für 2020 ein Minus von 7,4 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt voraus und für 2021 ein Wachstum von etwa 6 Prozent.

Der Schock der Pandemie treffe zwar alle EU-Staaten, aber das Minus bei der Wirtschaftsleistung sei unterschiedlich – von rund 4 Prozent in Polen bis zu knapp 10 Prozent in Griechenland. Die Erholung 2021 werde ebenfalls verschieden ausfallen und die Verluste unterm Strich nicht wettmachen, erklärte Gentiloni.

10.59 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat neue Zahlen zur Entwicklung der Pandemie in Deutschland veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen bis heute auf 164.807 gestiegen – ein Plus von 947 seit dem Vortag.

Corona-Krise: Angela Merkel gibt heute Pressekonferenz

10.52 Uhr: Viele Augen richten sich heute wieder einzig und allein auf Angela Merkel. Am Nachmittag wird die Bundeskanzlerin nach Beratungen mit den Länderchefs erneut eine Pressekonferenz zur Lage Deutschlands in der Corona-Krise geben, dabei wohl auch auf weitere Lockerungen eingehen.

Wir haben uns angeschaut, wie die Kanzlerin während der Pandemie zu ihren Entscheidungen findet – und auf wessen Rat sie dabei zählt. Unsere Analyse lesen Sie hier: Wem die Kanzlerin in der Corona-Krise vertraut

10.33 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat nach Wochen im Weißen Haus mal wieder einen Termin außerhalb seines Regierungssitzes wahrgenommen. Bei einem Besuch einer Maskenfabrik im Bundesstaat Arizona plädierte Trump einmal mehr für ein baldiges Hochfahren der US-Wirtschaft. Weitere Infos zur Corona-Krise in den USA lesen Sie hier in unserem US-Newsblog: Trump besichtig Maskenfabrik – ohne Maske

10.13 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich in der Corona-Krise für bundesweit einheitliche Kriterien und gemeinsame Grundsätze ausgesprochen. „Ein zusammenhangloser Flickenteppich schafft Verwirrung“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Gleichzeitig müssten die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus regional angepasst werden, da die Infektionszahlen von Bundesland zu Bundesland verschieden seien.

10.00 Uhr: Alle älteren Nachrichten zur Entwicklung Coronavirus-Pandemie lesen Sie hier in unserem alten Newsblog: Bund will Verantwortung für Lockerungen Ländern überlassen

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