Newsblog

Impfstart laut WHO Mitte 2021 – Lockdown in Berchtesgaden

| Lesedauer: 78 Minuten
Wann wird es eine Impfung gegen das Virus geben?

Wann wird es eine Impfung gegen das Virus geben?

Foto: Martin Schutt / dpa

Berlin.  Die WHO rechnet mit einem Impfstart zur Jahresmitte. Der Landkreis Berchtesgadener Land muss in den Lockdown. Alle Infos im Newsblog.

  • Der Berliner Senat hat sich für die Ausweitung einer Maskenpflicht entschieden
  • Angesichts der zugespitzten Corona-Lage in Europa hält Bayerns Innenminister Joachim Herrmann neue Grenzkontrollen für möglich
  • Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen hat sich in Frankreich innerhalb einer Woche verdreifacht
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021
  • Angesichts extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im Landkreis Berchtesgadener Land ab Dienstag um 14 Uhr strikte Ausgangsbeschränkungen
  • Seit Montag kann man sich bei Auftreten von Erkältungssymptomen wieder telefonisch krankschreiben lassen
  • In Deutschland gibt es nach unseren Recherchen mehr als 377.000 registrierte Corona-Infektionen und mehr als 9840 Todesfälle
  • Weltweit wurden mehr als 40,4 Millionen Corona-Infektionen registriert, mehr als 1,1 Millionen Menschen starben mit der Lungenerkrankung Covid-19
  • Wichtiger Hinweis: Dieser Newsticker wurde geschlossen. Alle weiteren Nachrichten finden Sie in unserem neuen Corona-News-Blog. Den Link dazu finden Sie im ersten Beitrag unten.

Ein Alpenidyll ist zum Corona-Hotspot geworden. 272 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zählte zuletzt das Berchtesgadener Land. Nun gibt es strikte Maßnahmen: Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Dienstag, 14 Uhr, nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Diese Ausgangsbeschränkungen gelten vorerst für 14 Tage.

Angesichts der steigenden Zahlen von Neuinfektionen beraten heute mehrere Länder-Kabinette über das weitere Vorgehen. Gleichzeitig dürfte die Debatte um die Beteiligung des Bundestages an Entscheidungen über Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie weitergehen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte gestern den Fraktionen Vorschläge vorgelegt.

Corona-News: Die Zahl der Intensiv-Patienten steigt weiter

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen 6868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Alle aktuellen Zahlen zur Pandemie in Deutschland lesen Sie hier: Aktuelle RKI-Fallzahlen und Corona-Reproduktionszahl

Laut DIVI-Intensivregister werden aktuell 853 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, etwas weniger als die Hälfte der Patientinnen und Patienten wird beatmet. Lesen Sie hier: Das sind alle Corona-Risikogebiete in Deutschland

Dienstag, 20. Oktober: Berlin weitet Maskenpflicht aus

15.43 Uhr: In Berlin soll nach einer Entscheidung des Senats die Maskenpflicht ausgeweitet werden. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Demnach müssen die Menschen in der Hauptstadt zur Eindämmung der Pandemie in bestimmen Bereichen, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, Maske tragen. Dazu gehören besonders belebte Einkaufsstraßen, Shoppingmalls, Wochenmärkte und Warteschlangen.

Lombardei verhängt nächtliche Ausgangssperre

13.41 Uhr: Wir schließen diesen Newsblog. Alle weiteren Nachrichten zur Corona-Pandemie finden Sie in unserem neuen Ticker.

11.09 Uhr: Die norditalienische Region Lombardei verhängt wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus eine nächtliche Ausgangssperre. Ab Donnerstag müssen die Menschen von 23 Uhr bis 5 Uhr zu Hause bleiben, wie die Behörden mitteilten. Ausnahmen sind aus medizinischen oder beruflichen Gründen möglich. Die Maßnahme soll bis zum 13. November dauern, Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza hatte ihr am Montagabend seine Zustimmung erteilt.

Bei der nächtlichen Ausgangssperre in der Lombardei handelt sich um die strikteste Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien seit dem Ende des im Frühling verhängten nationalen Lockdowns. Am Freitag waren in Italien mehr als 10.000 Corona-Infektionen registriert worden.

Studie zeigt: Frauen und Männer gehen unterschiedlich mit Corona um

11.05 Uhr: Krankenhäuser sind in der Corona-Krise einem besonderen Stress ausgesetzt. Doch nicht nur der Kampf um die Gesundheit der Patienten scheint derzeit eine große Aufgabe im Medizin-Sektor zu sein. Die Bedrohung durch Daten-Leaks mit der Offenlegung von Patientendatensätzen im Internet habe eine „neue Qualität“ erreicht, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in seinem Jahresbericht 2020. Mehr Infos zum BSI-Bericht erhalten Sie hier: Bundesamt warnt vor Cyberangriffen auf Krankenhäuser

9.57 Uhr: Eine neue Studie mit mehr als 21.000 Teilnehmern in acht Ländern hat Unterschiede beim Umgang mit dem Coronavirus erforscht. Befunde des Mailänder Sozialwissenschaftlers Vincenzo Galasso zeigen: Frauen nehmen die Pandemie ernster. Lesen Sie hier mehr zu den Ergebnissen: Frauen nehmen Coronavirus ernster – und erkranken seltener

Gesamtes Ruhrgebiet gilt als Risikogebiet

9.02 Uhr: Das gesamte Ruhrgebiet gilt seit Dienstagmorgen als Risikogebiet. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist auch die Stadt Oberhausen mit 52,7 über die wichtige Corona-Kennzahl von 50 gekommen. Auf einer Karte des RKI zieht sich ein durchgehender roter Streifen von Aachen bis Bielefeld.

Die Städteregion Aachen, Solingen, Gelsenkirchen und Herne sind sogar dunkelrot markiert – sie liegen über dem Wert von 100 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp unter der 100. Allerdings nahm die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in der Domstadt von Montag auf Dienstag um 22,4 Punkte stark zu.

Spahn verteidigt Corona-Strategie von Bund und Ländern

8.13 Uhr: Jens Spahn hat die Corona-Strategie von Bund und Ländern verteidigt. Er sei nach wie vor davon überzeugt, dass es der richtige Weg sei, die Pandemie mit bundesweit einheitlichen Rahmenbedingungen und Anpassungen auf regionaler Ebene zu bekämpfen – auch wenn dieses Vorgehen auf Bürgerinnen und Bürger bisweilen unübersichtlich wirke. „Ich sehe beispielsweise nicht, dass der französische Zentralstaat erfolgreicher ist“ , sagte der Bundesgesundheitsminister im ZDF-Morgenmagazin im Gespräch mit Moderatorin Dunja Hayali.

Außerdem betonte Spahn im Hinblick auf die Debatte um die Sonderbefugnisse der Regierung in der Pandemie, dass das Kabinett niemals unabhängig vom Bundestag gehandelt habe und dass dieser auch in Zukunft den Handlungsspielraum der Regierung festlege. „Das ist ja nicht irgendwie Willkür oder Zufall, dass es entsprechende Möglichkeiten für den Bund, für den Bundesminister gibt oder für die Länder, sondern das sind gesetzliche Grundlagen, vom Bundestag beschlossene Grundlagen“, sagte Spahn. „Und natürlich muss das auch, und wird es ja auch, im Parlament diskutiert werden, meinetwegen auch gerne noch häufiger“, sagte Spahn.

Zurzeit gibt es Kritik am geringen Einfluss der Parlamente auf die Entscheidungen über Corona-Maßnahmen. Diese Kritik entzündet sich unter anderem daran, dass sich Spahn Sonderrechte verlängern lassen möchte, die ihm der Bundestag im März eingeräumt hatte. Sie sind bislang bis März 2021 begrenzt. In einem Gesetzentwurf heißt es nun, die bisherigen Regelungen sollten – „unter der Voraussetzung, dass dies zum Schutz der Bevölkerung vor einer Gefährdung durch schwerwiegende übertragbare Krankheiten erforderlich ist“ – „verstetigt“ werden.

Söder: Corona-App „ein zahnloser Tiger“

3.41 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Stärkung der Corona-Warn-App gefordert. „Die App ist leider bisher ein zahnloser Tiger. Sie hat kaum eine warnende Wirkung“, sagte der CSU-Chef unserer Redaktion. „Daher braucht es ein digitales Update, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit die Corona App wirksam wird.“

Ökonom Fratzscher: Deutschland ist nicht besser als andere Länder durch Corona-Krise gekommen

2.27 Uhr: Der Wirtschaftsforscher Marcel Fratzscher hat dem Eindruck widersprochen, Deutschland sei bislang gut durch die Corona-Krise gekommen. Natürlich könne man Deutschland mit Italien und Spanien vergleichen, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in einem Interview mit unserer Redaktion. „Tatsächlich hat Deutschland aber mehr Infizierte und Tote pro eine Million Einwohner als die meisten anderen Länder. Die Wirtschaft schrumpft stärker. Und die Einschränkungen des täglichen Lebens sind signifikant.“

Trotzdem empfänden viele Menschen, Deutschland sei glimpflich davongekommen. Fratzscher sieht hier ein „beeindruckendes Maß an Solidarität und Hilfsbereitschaft“ als Ursache. Dies sei eine Stärke Deutschlands. „Die Menschen haben zusammengehalten und die Schwächsten geschützt – auch dank unseres guten Sozial- und Gesundheitssystems“, sagte er unserer Redaktion.

Montgomery: Impfstoff-Verteilung nicht zu früh regeln

2.15 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hat sich dagegen ausgesprochen, schon vor Zulassung des ersten Corona-Impfstoffs im Detail zu entscheiden, wer als erstes geimpft werden soll. „Ich wäre dagegen, jetzt schon eine Subdifferenzierung in immer feinere Verästelungen vorzunehmen“, sagte Montgomery unserer Redaktion.

„Wichtig ist, überhaupt erst einmal Impfstoffe zur Verfügung zu haben.“ Wer dann prioritär geimpft werde, hänge auch davon ab, welches Vakzin zur Verfügung steht. „Da die auf unterschiedlichen pharmakologischen Prinzipien beruhen, wird es welche geben, die zum Beispiel bei älteren Menschen nicht wirken oder nicht so sicher sind wie andere“, sagte Montgomery.

Innenminister Herrmann hält stärkere Grenzkontrollen zur Eindämmung des Coronavirus für möglich

1.47 Uhr: Angesichts der zugespitzten Corona-Lage in Europa hält Bayerns Innenminister Joachim Herrmann neue Grenzkontrollen für möglich. „Die Diskussion um verstärkte Grenzkontrollen könnte wieder aufflammen, falls das Infektionsgeschehen in den Nachbarländern außer Kontrolle gerät“, sagte der CSU-Politiker unserer Redaktion. „Gleichzeitig haben wir die engen wirtschaftlichen Beziehungen mit intensivem Pendelverkehr von Arbeitnehmern, etwa mit Tschechien und Österreich, im Blick.“ Zuvor hatte bereits die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) eine stärkere Kontrolle der Grenzen zur Eindämmung des Coronavirus gefordert.

Ex-Gesundheitsweiser Schrappe rechnet mit mindestens vier Jahre langem Corona-Impfprogramm

1.01 Uhr: Matthias Schrappe, Professor für Klinische Infektiologie und ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrats Gesundheit der Bundesregierung, rechnet damit, dass eine Impfkampagne gegen Corona mehrere Jahre dauern würde. Gemeinsam mit Kollegen sei er in einer Modellrechnung von 60 Millionen Menschen ausgegangen, die geimpft werden müssten, sagte Schrappe unserer Redaktion. „Wenn man es schaffen würde, pro Arbeitstag 60.000 Impfdosen zu verabreichen, würde man 1000 Arbeitstage brauchen, also etwa vier Jahre“, erklärt der Mediziner. „Das ist wahrscheinlich noch zu optimistisch.“

Impfprogramme in der Vergangenheit – wie gegen Pocken oder Polio – hätten Jahrzehnte gedauert. „Eine Impfkampagne ist nicht die Bereitstellung des Impfstoffes allein“, erklärte Schrappe. „Das ist ein komplizierter gesellschaftlicher Prozess.“ Allein einen Konsens zu finden, wer zuerst geimpft werde, sei schwierig. „Das können nicht Ärzte entscheiden, dass muss die Politik regeln, am besten gesetzlich, über das Parlament.“

Montag, 19. Oktober: Über 2000 Patienten auf Intensivstationen in Frankreich

22.55 Uhr: Im Vergleich zur Vorwoche hat sich die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen in Frankreich um 1441 auf insgesamt 2090 erhöht. Das haben die französischen Gesundheitsbehörden bekannt gegeben. In den vergangenen 24 Stunden starben demnach 146 Menschen an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Zuletzt wurden im Mai mehr als 2000 Menschen auf Intensivstationen behandelt.

Irland verschärft Corona-Maßnahmen drastisch

22.53 Uhr: Irland wird ab kommenden Mittwoch deutlich härtere Corona-Maßnahmen einführen. Dann tritt die höchste von fünf Stufen in Kraft, wie die irische Regierung ankündigte. Besucher fremder Haushalte sind dann in Innenräumen nicht mehr gestattet, Pubs und Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten, die Schulen sollen aber geöffnet bleiben. Die Maßnahmen sollen bis zum 1. Dezember gelten.

Tschechien führt wieder Maskenpflicht im Freien ein

20.46 Uhr: Im Kampf gegen massiv steigende Corona-Zahlen führt Tschechien wieder eine Maskenpflicht im Freien ein. Sie gelte von Mittwoch an innerhalb des bebauten Gebiets von Städten und Gemeinden, gab Gesundheitsminister Roman Prymula nach einer Kabinettssitzung bekannt. Ausnahmen gelten unter anderem, wenn ein Abstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden kann, sowie beim Sport. In Innenräumen ist die Mund-Nasen-Bedeckung ohnehin Pflicht – neuerdings auch im Auto, wenn familienfremde Personen mitfahren.

Trump nennt Gesundheitsexperten Fauci eine „Katastrophe“

20.09 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat den führenden US-Gesundheitsexperten Anthony Fauci Medienberichten zufolge als „Katastrophe“ bezeichnet und ihm Fehler in der Pandemie vorgeworfen. Das sagte Trump nach Berichten des Senders CNN und der „New York Times“ in einer Telefonschalte mit seinem Wahlkampfteam am Montag. „Jedes Mal, wenn er im Fernsehen auftritt, gibt es immer eine Bombe, aber es gibt eine größere Bombe, wenn man ihn feuert. Der Typ ist eine Katastrophe“, sagte Trump nach Angaben der „New York Times“. „Die Leute haben es satt, Fauci und diese Idioten zu hören, all diese Idioten, die Fehler gemacht haben.“

In der Schalte habe der Präsident Fauci auch einen „netten“ Typen genannt. Trump sagte nach Angaben von CNN mit Blick auf Fauci: „Wenn ich auf ihn gehört hätte, hätten wir 500.000 Tote.“ Die Zahl der Toten in den USA nach einer Infektion mit dem Coronavirus liegt derzeit bei rund 220.000.

35 infizierte Mitarbeiter in Hotel am Timmendorfer Strand

19.38 Uhr: In einem wegen Corona-Infektionen in der Belegschaft vorerst geschlossenen Hotel in Timmendorfer Strand im Kreis Ostholstein sind 35 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Acht Testergebnisse stünden noch aus, sagte eine Sprecherin des Kreises am Montag. Das Hotel war bereits am Samstag auf Anordnung der Behörden geschlossen worden, nachdem bei drei der insgesamt 101 Mitarbeiter des Fünf-Sterne-Hauses das Virus nachgewiesen worden war.Wie viele Gäste des Hotels das Angebot des Kreises auf einen Corona-Test angenommen haben, war zunächst nicht bekannt. Die rund 200 Gäste, die sich am Samstag dort befanden, gelten als Kontaktpersonen der Kategorie 2.

WHO: Impfstart wohl Mitte 2021

18.42 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021. Anfang nächsten Jahres sollten die Daten aus den abschließenden Phase-3-Studien vorliegen, sagte eine WHO-Expertin am Montag in Genf. Danach könnten die Entscheidungen zum Impfstart fallen. Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen könnten als erste mit einer Impfung rechnen. Die bisherigen Studienergebnisse seien durchaus ermutigend, was ihre Wirksamkeit speziell bei älteren Menschen angehe, hieß es weiter.

Schäuble wirbt für stärkere Beteiligung des Bundes

18.16 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat den Fraktionen Vorschläge für eine stärkere Beteiligung des Parlaments an Entscheidungen über Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vorgelegt. Die öffentliche Debatte zeige, „dass der Bundestag seine Rolle als Gesetzgeber und öffentliches Forum deutlich machen muss, um den Eindruck zu vermeiden, Pandemiebekämpfung sei ausschließlich Sache von Exekutive und Judikative“, heißt es in einem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden.

Berchtesgadener Land: Ausgangsbeschränkungen ab Dienstag 14 Uhr

18.10 Uhr: Angesichts extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im gesamten Landkreis Berchtesgadener Land ab Dienstag um 14 Uhr strikte Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist dann nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt.

Außerdem müssen Freizeiteinrichtungen aller Art sowie Restaurants schließen. Ausnahmen gibt es nach Angaben von Landrat Bernhard Kern unter anderem für Mitnahme-Angebote in der Gastronomie. Veranstaltungen werden untersagt, mit Ausnahme von Gottesdiensten. Hotels müssen ebenfalls schließen, außer für Übernachtungen für Geschäftsreisende. Dies sind bayernweit die schärfsten Beschränkungen des öffentlichen Lebens seit mehreren Monaten. Auch Schulen und Kitas müssen schließen. Es soll lediglich eine Notbetreuung geben,

Nächtliche Ausgangssperre in Slowenien

17.22 Uhr: Slowenien führt ab diesem Dienstag eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 6 Uhr früh ein. Dies gab Innenminister Ales Hojs bekannt. Hojs begründete die Maßnahme damit, dass Untersuchungen zufolge der Großteil der Corona-Übertragungen bei privaten Zusammenkünften in den Abend- und Nachtstunden erfolge.

Bereits am Montag hatte das EU-Land einen 30-tägigen Pandemie-Notstand ausgerufen. Dieser hatte zunächst keine unmittelbare Konsequenzen, bildete aber die Grundlage für die nun von der Regierung verhängte nächtliche Ausgangssperre. Auch lokale Behörden können nun eigene Einschränkungen anordnen, um die Ausbreitung der Pandemie zu bremsen. Außerdem sind nunmehr Fahrten zwischen den zwölf Regionen des Landes nicht mehr erlaubt, außer es liegen triftige Gründe wie der Weg zur Arbeit vor.

Virologen warnen vor Corona-Kontrollverlust

17.02 Uhr: In einer Stellungnahme warnt die Gesellschaft für Virologie vor einem Corona-Kontrollverlust. In Deutschland sei inzwischen eine exponentielle Ausbreitung des Virus und eine „explosive Infektionsdynamik“ zu beobachten. Es sei daher zu befürchten, dass „ab einer bestimmten Schwelle auch in bisher unkritischen Regionen die Kontrolle über das Infektionsgeschehen verloren geht“. Die Kontaktnachverfolgung sei dann nicht mehr realisierbar, die Gesundheitssysteme würden überlastet. In Deutschland könne dies „allein schon wegen des Mangels an Intensivpflegekräften bereits bei weit unter 20.000 Neuinfektionen pro Tag der Fall“ sein.

Eine „Durchseuchung“ der Gesellschaft, wie sie immer wieder gefordert würde, lehnen die Experten in ihrer Stellungnahme ab. Sie könne Schäden hervorrufen, die in eine „humanitäre und wirtschaftliche Katastrophe“ münden würden. Die Durchseuchung könne „zu einer eskalierenden Zunahme an Todesopfern führen“.

Ferner weist die Gesellschaft für Virologie auf die Frage der Immunität hin. Es sei noch nicht zuverlässig geklärt, wie lange diese nach einer Infektion anhalte. „Es wird zunehmend klar, dass gerade die wenig symptomatischen Infektionen, wie sie bei jüngeren Menschen vorherrschen, keine stabile Immunität verleihen“, heißt es.

Merkel: Föderalismus hat sich in Krise bewährt

16.24 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zurückhaltend auf den Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) reagiert, in der Corona-Krise mehr Kompetenzen an den Bund abzugeben. Der Föderalismus habe sich in dieser Pandemie bewährt, „weil sehr viel spezifischer vor Ort reagiert werden kann“, sagte Merkel am Montag in Berlin nach dem sogenannten Integrationsgipfel. Die Zahlen stiegen in der jetzigen Phase, wenn auch regional sehr unterschiedlich. Daher sei es wichtig, „dass Bund und Länder eng zusammenarbeiten“. Da seien in der vergangenen Woche beim Treffen mit den Länderregierungschefs wichtige Schritte unternommen worden. Viel sei noch zu tun. „Wir können alles zusammenwirkend und ähnlich machen. Daran sollten wir arbeiten, auch bei den nächsten Schritten, die wir gehen müssen.“

Hessen verschärft Corona-Regeln

16.13 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen verschärft Hessen seine Regeln unter anderem für private Feiern deutlich. Damit würden Beschlüsse zwischen Bund und Ländern umgesetzt, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Maßgeblich im angepassten Eskalationskonzept seien jeweils die Zahlen der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Ab einem Wert von 35 wird die Zahl der Teilnehmer bei öffentlichen Veranstaltungen in der Regel von bisher 250 auf 150 reduziert, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Private Feiern in angemieteten oder öffentlichen Räumen dürfen von höchstens 25 Menschen besucht werden (oder Personen aus zwei Hausständen). Für Feiern in privaten Räumen werde die Höchstteilnehmerzahl von 15 dringend empfohlen, sagte Bouffier. Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz auf 50 oder mehr dürfen bei privaten Feiern in angemieteten oder öffentlichen Räumen höchstens zehn Menschen oder zwei Hausstände teilnehmen. Diese Zahl wird dann auch für Feste in der eigenen Wohnung dringend empfohlen. Bei öffentlichen Veranstaltungen wird die Zahl der Teilnehmer in der Regel auf 100 begrenzt. Ab einer Inzidenz von 75 oder bei weiterem kontinuierlichen Anstieg oberhalb der Marke 50 dürfen sich maximal fünf Menschen oder Angehörige von zwei Hausständen in der Öffentlichkeit treffen.

71-Jähriger versprüht Pfefferspray, um Abstand zu wahren

15.58 Uhr: Ein 71-jähriger Mann hat in Aachen ein Gruppe Jogger und zwei Radfahrer mit Pfefferspray eingenebelt, um sie offenbar auf gebührendem Corona-Abstand zu halten. Die Radler konnten nach dem Zwischenfall vom Samstag mit tränenden Augen gerade noch unfallfrei absteigen und die Polizei rufen, wie die diese am Montag mitteilte. Den Beamten sagte der Senior, er habe sich nicht anders zu helfen gewusst. Den Mann erwartet nun ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Die Polizei bat die bislang unbekannten Jogger, sich als Zeugen zu melden.

Habeck: Corona-Bekämpfung mehr auf Bundesebene

15.26 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck fordert, den Kampf gegen die Corona-Pandemie wieder verstärkt auf Bundesebene zu verhandeln. Zugleich müssten die Parlamente – also vor allem Bundestag und Bundesrat – mehr mitreden, sagte Habeck am Montag in Berlin. Kommunikation solle „nicht mehr im Hinterzimmer, nicht mehr in Videoansprachen“ erfolgen, „sondern an den Orten, die in einer Demokratie dafür vorgesehen sind.“ Man müsse „weg von einer Verordnung auf Zuruf hin zu einer transparenten Debatte“.„Vorsorge, Verbindlichkeit und Verständlichkeit wären die Gebote der Stunde.“

Krankenhäuser laut Mediziner gut vorbereitet

15.13 Uhr: Trotz steigender Corona-Infektionszahlen halten deutsche Intensivmediziner die Krankenhäuser für gut auf den Winter vorbereitet. „Wir werden das mit Sicherheit schaffen“, sagte Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) bei einer Online-Veranstaltung am Montag. „Panikmache“ bringe überhaupt nichts.

Nach seiner Einschätzung ist eine gute Steuerung der Patienten entscheidend, um „regionale Ballungen“ und Überlastungen zu vermeiden. Wie auch an der Berliner Charité gebe es in Hessen bereits klare Pläne zur Verteilung der Patienten. „Das ist meiner Ansicht nach eine Blaupause für viele andere Bundesländer“, sagte DIVI-Präsident Janssens. Gleichzeitig trage jeder einzelne Verantwortung dafür, Infektionsketten zu unterbrechen. Ziel sei es, das Infektionsgeschehen nicht in die Kliniken zu verlagern, erklärte Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie der Klinik Schwabing in München. Ein „Stresstest“ dürfe nicht provoziert werden.

Südafrika setzt Deutschland auf Liste der Hochrisikoländer

14.58 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat Südafrika auch die Bundesrepublik auf die Liste seiner Hochrisikoländer gesetzt. In einer Erklärung teilte die Regierung in Pretoria mit, für Geschäftsreisende, Investoren oder Experten seien auf Antrag aber ebenso Ausnahmen für eine Einreise möglich wie für Deutsche mit Immobilien im Lande. Südafrika hatte den regulären internationalen Flugverkehr erst Anfang des Monats nach rund sechsmonatiger Sperre wieder für den Reiseverkehr aus dem Ausland geöffnet. Ausgeschlossen sind allerdings weiter Touristen aus Ländern, die als Hochrisikogebiete gelten.

Zweiwöchiger Lockdown in Wales

14.32 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus deutlich zu verlangsamen und einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, hat die Regierung von Wales einen zweiwöchigen Lockdown angekündigt. „Wir haben jetzt die schwierige Entscheidung erzielt, eine zweiwöchige Feuersperre zu verhängen, die am Freitag um 18.00 Uhr beginnt“, teilte der walisische Regierungschef Mark Drakeford am Montag mit. Wenn seine Regierung jetzt nicht handele, werde der nationale Gesundheitsdienst NHS die vielen Covid-19-Patienten nicht mehr angemessen behandeln können, begründete Drakeford die Entscheidung.

Dietmar Bartsch kritisiert Söder für Kurs in Corona-Politik

14.17 Uhr: Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für dessen Kurs in der Corona-Politik scharf kritisiert. „Markus Söder treibt jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf“, sagte Bartsch am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Er warf dem CSU-Chef vor, Corona als Bühne zu missbrauchen und Angst zu verbreiten. „Seine Politik hat immer die Kanzlerkandidatur im Blick, was in dieser Situation unverantwortlich ist.“

Bartsch warf Söder „eine miese Corona-Bilanz“ in seinem Bundesland vor. Das sei Aufgabe genug für ihn. Der Bundestag müsse in der nächsten Sitzungswoche über die Corona-Politik diskutieren und über die Grundrichtung entscheiden.

Hessen schafft Beherbergungsverbot ab

13.48 Uhr: Hessen schafft das Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots ab. Es habe sich nicht als zielführend erwiesen, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zur Begründung. In Hessen galt seit Sommer ein Beherbergungsverbot.

Söder: Corona-App hat „kaum eine warnende Wirkung“

13.25 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Stärkung der Corona-Warn-App gefordert. „Die App ist leider bisher ein zahnloser Tiger. Sie hat kaum eine warnende Wirkung“, sagte der CSU-Chef unsere Redaktion. „Daher braucht es ein digitales Update, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit die Corona App wirksam wird.“

Berchtesgaden praktisch im Lockdown

13.04 Uhr: Im Kampf gegen die extrem gestiegenen Corona-Infektionszahlen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgaden will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) praktisch einen „Lockdown“ verhängen. Es werde ein Maßnahmenpaket geben, „das einem Lockdown entspricht“, sagte Söder. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) solle gemeinsam mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern die Details ausarbeiten. Im Kreis Berchtesgaden lag die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Montag laut Robert Koch-Institut bei rund 252.

Chemnitz überschreitet Corona-Grenzwert

13.01 Uhr: Die Stadt Chemnitz hat den kritischen Grenzwert für die Einstufung als Corona-Risikogebiet überschritten. In den vergangenen sieben Tagen seien 134 neue positive Fälle aufgetreten, teilte die Stadt am Montag mit. Damit sei der Grenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner mit 53,7 deutlich überschritten. Die Situation sei besorgniserregend.

Die Stadt kündigte eine neue Allgemeinverfügung an, die weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens vorsieht und ab Mittwoch gelten soll. Ansammlungen und Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind dann verboten, Feiern privat oder in Gaststätten künftig nur noch mit bis zu zehn Personen erlaubt. Bei Sportveranstaltungen dürfen keine Besucher anwesend sein. Für Schank- und Gaststätten wird es von 22 Uhr an eine Sperrstunde geben.

Mehr als 12.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag in Belgien

12.50 Uhr: Das von der Corona-Pandemie besonders schwer geplagte Belgien hat an einem einzigen Tag mehr als 12.000 Neuinfektionen verzeichnet. Wie ein Sprecher des Krisenzentrums nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am Montag in Brüssel mitteilte, wurden für den Dienstag voriger Woche (13. Oktober) 12.051 neue Fälle registriert. Zum Vergleich: In Deutschland meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) für diesen Tag 5132 Corona-Neuinfektionen. Deutschland hat mehr als siebenmal so viele Einwohner wie Belgien.

Fitness-Influencer stirbt nach Corona-Infektion

12.43 Uhr: In der Ukraine erregt der Todesfall eines Fitness-Influencers viel Aufsehen. Dmitriy Stuzhuk starb nun im Alter von 33 Jahren an einer Covid-19-Erkrankung, zuletzt hatte er in sozialen Medien noch davor gewarnt, die Krankheit zu unterschätzen. Lesen Sie mehr über den Fall: 33-jähriger Fitness-Influencer stirbt nach Urlaub an Corona

Klöckner: Corona-Hamsterkäufe weiterhin unnötig

12.05 Uhr: Nachdem mehrere Discounter wieder einen Anstieg beim Absatz von Toilettenpapier und anderen Waren des täglichen Bedarfs registrierten, hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) appelliert an die Verbraucher, trotz der steigenden Zahl von Corona-Infektionen keine größeren Mengen einzukaufen als sonst. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Neue Corona-Hamsterkäufe? Nachfrage nach Klopapier steigt

Hamburg zählt nun auch zu Corona-Risikogebieten

11.55 Uhr: Auch Hamburg hat nun die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Die Gesundheitsbehörde gab den Wert für den Stadtstaat am Montag mit 50,6 an. Bund und Länder hatten beschlossen, dass schärfere Regeln greifen müssen, wenn dieser Grenzwert überschritten wird.

Wegen Coronavirus: Krankschreibungen per Telefon wieder möglich
Wegen Coronavirus- Krankschreibungen per Telefon wieder möglich

Beherbergungsverbot wird Thema vor dem Bundesverfassungsgericht

11.32 Uhr: Die umstrittenen Beherbergungsverbote in der Corona-Krise werden zum Fall für das Bundesverfassungsgericht. Kläger aus Tübingen hätten einen Eilantrag gegen die in Schleswig-Holstein geltend