Gehirnentzündung

Borna-Virus: Zwei Tote in Bayern durch seltene Infektion

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Die Geflügelpest breitet sich immer mehr in deutschen Nutztierbetrieben aus. Was das für uns Menschen und vor allem für die betroffenen Standorte bedeutet, zeigt das Video.

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Berlin/München.  Die Bornasche Krankheit endet in fast allen Fällen tödlich. Neue Erkenntnisse liefert eine Studie. Ein Tier spielt eine wichtige Rolle.

In Bayern sind zwei Menschen nach einer Infektion mit sogenannten Borna-Viren gestorben. Das teilte das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit.

Bei Pferden, Schafen und anderen Säugetieren ist die von den Viren ausgelöste Bornasche Krankheit schon sei Langem bekannt. Beim Menschen wurde das Virus BoDV-1 jedoch erst vor zwei Jahren als Ursache zumeist tödlicher Gehirnentzündungen nachgewiesen.

Pro Jahr werden im Schnitt zwei Infektionen in Deutschland bekannt – die Dunkelziffer dürfte jedoch höher sein. In welchem Ausmaß das Virus insgesamt hinter Hirnentzündungen mit unbekannter Ursache steckt, ist unklar.

Lesen Sie hier, wie Hirnentzündungen auch ausgelöst werden können: Die Zecken-Gefahr ist im Sommer 2020 besonders groß.

Borna-Viren-Infektion: Schwerpunkt in Bayern

Anfang des Jahres war eine neue Studie der Universität Regensburg und des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) bekannt geworden, wonach zwischen 1995 und 2019 mindestens 14 Menschen an einer Gehirnentzündung starben, die durch eine Infektion mit Borna-Viren ausgelöst worden war. Alle diese Fälle traten in Bayern auf.

Warum der Schwerpunkt in Bayern liege, sei unklar, so die Ärztin und Epidemiologin Kirsten Pörtner vom Robert Koch-Institut (RKI) . „Möglich ist, dass man in Bayern inzwischen mehr hinschaut und bei einer Hirnentzündung mit unbekannter Ursache inzwischen eher auf das Virus testet.

Erst im Sommer hat das bayerische Gesundheitsministerium eine zentrale Stelle zur Erforschung der klassischen Borna-Viren, den „Borna Focal Point Bayern“ , eingerichtet.

Neue Studie zum Borna-Virus: Feldspitzmäuse übertragen BoDV-1

Für eine am Dienstag vorgestellte Studie über das gefährliche Virus hat Epidemiologin Pörtner die Angehörigen von acht an dem Virus verstorbenen Patienten befragt. Das Ergebnis: Alle lebten auf dem Land, sieben von acht hatten eine Katze. Einziger bekannter Reservoirwirt des Erregers ist die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon), bei der die Infektion keine schweren Symptome verursacht.

Die Spitzmäuse scheiden das Virus in Urin, Kot und Speichel aus – darüber können sich dann andere Säugetiere und in seltenen Fällen auch der Mensch anstecken. „Möglicherweise bringen Katzen durch ihr Jagdverhalten ihre Besitzer mit Spitzmäusen und dem Virus in Kontakt – die Katzen selbst waren unauffällig.“

BoDV-1 kommt in Deutschland in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und angrenzenden Teilen benachbarter Bundesländer vor. Fälle von Bornascher Krankheit bei Tieren gibt es zudem auch in Teilen Österreichs, der Schweiz und Liechtenstein.

So können Sie eine Infektion mit Borna-Viren vermeiden

Eine Infektionswahrscheinlichkeit ist zwar insgesamt gering, dennoch gibt das RKI Tipps, wie Sie das Risiko verringern können – vor allem in den bekannten BoDV-1 Verbreitungsgebieten:

  • Kontakt zu Spitzmäusen und deren Ausscheidungen vermeiden
  • Spitzmäuse eigenen sich nicht als Haustiere
  • Tauchen Spitzmäuse auf, sollte ihre Nahrungsquelle gefunden und beseitigt werden, wie zum Beispiel Hunde- oder Katzenfutter (jtb/dpa)

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