Amokfahrt in Trier: Täter hatte Munition, aber keine Waffe

Trier/Berlin.  Nach der Amokfahrt in Trier mit fünf Toten ist Haftbefehl wegen Mordes gegen den Verdächtigen erlassen worden. Mehr Infos im Newsblog.

Lesedauer: 28 Minuten
Amokfahrt in Trier: Fünf Tote - Verdächtiger muss vor den Haftrichter

Nach der Attacke mit einem Geländewagen mit fünf Toten und 14 Verletzten steht Trier unter Schock. Das Motiv des mutmaßlichen Täters ist weiter unklar. Er soll nun einem Haftrichter vorgeführt werden.

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  • Am Dienstagnachmittag ist ein Autofahrer durch die Innenstadt von Trier gerast und hat dabei fünf Menschen getötet
  • Gegen den Mann wurde am Mittwoch Haftbefehl erlassen – wegen Mordverdachts
  • Unter den Toten waren auch ein erst neun Wochen altes Baby und dessen Vater
  • Es gibt außerdem zahlreiche weitere Schwerverletzte und Verletzte
  • Der Fahrer war nach der Fahrt festgenommen und verhört worden. Es handelt sich um einen 51-jährigen Deutschen aus der Region Trier, der zum Tatzeitpunkt alkoholisiert war und möglicherweise psychisch krank ist
  • Mit einer Trauerfeier hat Trier am Mittwoch der fünf Toten der Amokfahrt gedacht
  • Am Donnerstag gedachten die Menschen den Toten mit einer Schweigeminute
  • Am Freitag startete die Trierer Polizei einen Zeugenaufruf
  • Der Täter soll Munition, aber keine Waffe dabei gehabt haben
  • Die Zahl der Verletzten ist nach weiteren Meldungen auf 24 gestiegen

In der rheinland-pfälzischen Stadt Trier hat der Fahrer eines SUV am Dienstagmittag in einer Fußgängerzone mehrere Menschen erfasst und zum Teil tödlich verletzt . Fünf Menschen starben, zahlreiche weitere wurden verletzt, zum Teil schwer. Unter den Toten befindet sich auch ein erst neun Wochen alter Säugling und dessen 45 Jahre alter Vater. Die Polizei hatte das Alter des Babys zunächst mit neun Monaten angegeben, die Information später korrigiert. Lesen Sie auch: Große Betroffenheit nach Amokfahrt in der Fußgängerzone

Der Fahrer des Wagens, ein 51-jähriger Mann aus der Region Trier, wurde festgenommen und verhört. Am Mittwoch erließ ein Richter Haftbefehl. Der Mann stand zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss und ist möglicherweise psychisch krank.

Wir berichten über alle Entwicklungen zu dem Vorfall in Trier im Newsblog:

Freitag, 4. Dezember: Mittlerweile 24 Verletzte bei Amokfahrt von Trier

13.15 Uhr: Nach der tödlichen Amokfahrt mit einem Auto in der Trierer Innenstadt am Dienstag hat sich die Zahl der Verletzten auf 24 erhöht. „Es haben sich nachträglich noch Leute gemeldet“, sagte ein Sprecher der Polizei am Freitag in Trier. Dabei handele es sich um Menschen, die nach der Tat nicht in einem Krankenhaus waren und erst später zum Arzt gegangen seien. Die Zahl der Schwerverletzten darunter sei bei sechs geblieben. Zudem gebe es weiterhin fünf Todesopfer, sagte der Sprecher.

Zuletzt war von insgesamt 18 Verletzten die Rede gewesen. Die Polizei bittet mögliche weitere Verletzte, sich zu melden. „Es kann sein, dass es noch mehr werden“, sagte der Sprecher. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte am Freitag bei einer Sondersitzung des Landtagsinnenausschusses von 24 Verletzten gesprochen .

Amokfahrer von Trier hatte Munition, aber keine Waffe dabei

11.25 Uhr: Nach der Amokfahrt in Trier hat die Polizei in dem Auto scharfe Munition gefunden. Es sei aber bislang keine dazu passende Waffe entdeckt worden, berichtete der Polizeivizepräsident von Trier, Franz-Dieter Ankner, am Freitag in einer Sondersitzung des Innenausschusses des rheinland-pfälzischen Landtags in Mainz. Weil sich Kartons in dem Wagen befanden, seien Sprengstoffexperten eingeschaltet worden, die dann aber Entwarnung gegeben hätten. Es gebe weiterhin keine Hinweise auf Mittäter oder Unterstützer für die Tat.

Nach Ankners Worten gilt der in Trier geborene 51-Jährige als Einzelgänger . Er sei kinderlos und ledig. Der Deutsche sei nach den bisherigen Erkenntnissen arbeitslos und zuletzt auch ohne festen Wohnsitz gewesen. Er habe offenbar in dem Wagen übernachtet. Es habe keine Einträge in polizeiliche Register oder die des Staatsschutzes gegeben. Der Geländewagen, der für die Tat benutzt wurde, sei dem Mann von einem Bekannten aus Gefälligkeit überlassen worden, sagte der Polizeivizepräsident.

Polizeivizepräsident: Fahrer stellte nach Amokfahrt Auto ab

11.22 Uhr: Nach der Amokfahrt in Trier hat der Täter nach Angaben der Polizei das Auto abgestellt und eine Zigarette geraucht. Polizisten hätten den 51-Jährigen stehend am Heck des Wagens angetroffen, berichtete der Polizeivizepräsident von Trier, Franz-Dieter Ankner, am Freitag in einer Sondersitzung des Innenausschusses des rheinland-pfälzischen Landtags in Mainz. „Dort sah er den Einsatzkräften grinsend entgegen.“ Die Beamten hätten ihn dann überwältigt und festgenommen.

Trierer Polizei startet Zeugenaufruf

11.20 Uhr: Nach der tödlichen Amokfahrt in Trier bittet die Polizei alle möglichen Zeugen und Verletzte, sich zu melden. Bislang seien bei den Ermittlern mehr als 200 Hinweise zu der Tat am Dienstag eingegangen, teilte die Polizei in Trier am Freitag mit. Die Polizei gehe davon aus, dass es noch viele weitere Zeugen und möglicherweise einige weitere verletzte Personen gebe.

Es sei wichtig, dass diese sich meldeten, um Angaben zu den Geschehnissen zu machen. Jede Information bei der Aufklärung der schrecklichen Tat könne von Bedeutung sein, hieß es in einer Mitteilung.

Donnerstag, 3. Dezember: Trier gedenkt den Opfern mit einer Schweigeminute

14.15 Uhr: Die Menschen in Trier haben mit einer Schweigeminute den Opfern der tödlichen Amokfahrt von Dienstag gedacht. Zahlreiche Bürger und Bürgerinnen der Stadt hielten um 13.46 inne, gleichzeitig läuteten die Kirchenglocken in der ganzen Stadt. „Lassen Sie uns zeigen, wie stark und solidarisch die Menschen dieser Stadt sind. Trier steht zusammen“, hatte der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) zuvor an die Bürger appelliert. Er kam mitsamt dem Stadtvorstand vor dem Rathaus zusammen.

An der Porta Nigra am zentralen Trauerort hatten sich nach Stadtangaben rund 500 Menschen versammelt. Auch über Trier hinaus trafen sich Menschen in Rheinland-Pfalz in stillem Gedenken an die Opfer. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die in Trier zu Hause ist, hatte Menschen, Behörden, Betriebe und Schulen im ganzen Land gebeten, sich an der Gedenkminute zu beteiligen.

Trauer-Orte in Trier ziehen Tausende Menschen an

11.57 Uhr: Nach der Amokfahrt mit fünf Toten in Trier sind bereits Tausende Menschen zu Gedenk- und Trauerorten in der Innenstadt gekommen. „Man spürt eine hohe Betroffenheit in der Stadt“, sagte ein Sprecher der Polizei in Trier am Donnerstag. Am zentralen Trauerort an der Porta Nigra hätten Bürger am Mittwoch bis in die späten Abendstunden Kerzen aufgestellt und angezündet.

Auch an anderen Orten, wo bei der Amokfahrt am Dienstag Menschen getötet worden waren, hätten Passanten innegehalten , sagte der Polizeisprecher. „Es waren insgesamt mehrere Tausend, die gekommen sind.“

Trierer Oberbürgermeister ruft zu Gedenkminute auf

6.01 Uhr: Genau zwei Tage nach der tödlichen Amokfahrt in Trier wird es heute eine Schweigeminute für die Opfer und alle Betroffenen geben. Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) ruft für 13.46 Uhr alle Trierer dazu auf, in Gedenken an die Toten und die Verletzten innezuhalten. Auch die Kirchenglocken werden dann in Trier und vielerorts im gesamten Bistum läuten, wie eine Sprecherin des Bistums Trier sagte.

Nach Amokfahrt von Trier: Haftbefehl wegen Mordverdachts

14.07 Uhr: Gegen den 51-Jährigen Tatverdächtigen ist nach der Amokfahrt in Trier Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen worden. Dies entschied der Haftrichter am Mittwoch, wie ein Sprecher der Polizei in der rheinland-pfälzischen Stadt sagte.

Unklar blieb zunächst, ob der Mann bei der Vorführung vor dem Richter auch Angaben zu seinem Motiv machte. Der Polizeisprecher bestätigte einen Bericht der Zeitung „Trierischer Volksfreund“. Im Lauf des Mittwochs sollten weitere Einzelheiten von Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt werden. Im Raum hatte auch gestanden, ob der von der Staatsanwaltschaft als psychisch auffällig beschriebene mutmaßliche Todesfahrer in die Psychiatrie statt in Untersuchungshaft kommt.

Bewegende Trauerfeier für die Toten in Trier

10 Uhr: Die Trierer haben mit einer bewegenden Trauerfeier am Mittwoch der fünf Toten der Amokfahrt vom Dienstag gedacht. „Trier trauert, Trier leidet, Trier resigniert aber nicht“, sagte Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) bei der Gedenkveranstaltung vor der Porta Nigra , dem Wahrzeichen der Stadt. Leibe appellierte an die Bürger, die Solidarität für die kommenden Monate aufrecht zu erhalten.

Zu der Gedenkveranstaltung um 10 Uhr kamen hunderte Menschen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) legte einen Kranz nieder. „Es ist ein furchtbares Ereignis hier in dieser schönen Stadt“, sagte Dreyer. Niemand habe sich vorstellen können, dass in Trier so etwas passiert. Was auch immer den Amokfahrer zu seiner Tat gebracht habe, „nichts, wirklich gar nichts, kann diese brutale und schreckliche Tat rechtfertigen“, sagte die Ministerpräsidentin.

Innenminister Lewentz: Bisher kein Bekennerschreiben gefunden

9.20 Uhr: Bisher ist nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz kein Bekennerschreiben des Amokfahrers von Trier gefunden worden. Bei der Aufklärung komme es nun auf die Vernehmungen und die Bereitschaft des Tatverdächtigen an, seine Motive offenzulegen, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im Deutschlandfunk.

Vielleicht mache der 51-Jährige Angaben, sagte Lewentz. „Wir hoffen es.“ Derzeit gingen die Ermittler davon aus, dass der Amokfahrer ohne jeglichen organisierten Hintergrund gehandelt habe. Es gebe auch weiter keine Hinweise auf ein politisches Motiv .

Lewentz sagte gegenüber dem Deutschlandfunk erneut, dass sich eine solche Amokfahrt kaum verhindern lasse. „Wenn das Auto zur Mordwaffe wird, dann ist es schwierig zu sagen als Staat, das können wir zu 100 Prozent unterbinden. Nein, das können wir nicht“, erklärte der SPD-Politiker. „Wie wollen Sie etwas verhindern, wenn ein Mensch sich entscheidet, sich ins Auto zu setzen und gezielt Menschen anzugreifen.“

Polizei: Absperrung der Trierer Innenstadt wieder aufgehoben

9 Uhr: Nach der Amokfahrt mit fünf Toten in Trier hat die Polizei die Absperrung von großen Bereichen der Innenstadt wieder aufgehoben. „Die Stadt ist wieder frei“, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Es werde zwar noch weitere Ermittlungen in der Stadt geben, dafür seien aber keine Absperrungen mehr erforderlich, so die Polizei. Die Spuren in der Fußgängerzone seien am Dienstag bis in den späten Abend gesichert worden. Danach sei aufgeräumt worden, gegen 1.00 Uhr sei alles wieder frei gewesen.

Mutmaßlicher Täter äußert sich zu Amokfahrt in Trier

7.29 Uhr: Der dringend Tatverdächtige hat nach der Amokfahrt in Trier laut Polizei ausgesagt. „Er spricht mit uns“, teilte ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen mit. Zu den Inhalten der Aussage könne man aber keine Angaben machen.

Staatsanwaltschaft stuft Amokfahrt als mehrfachen Mord ein

6.10 Uhr: Die Tat des 51-Jährigen Deutschen aus dem Kreis Trier-Saarburg wird von der Staatsanwaltschaft Trier als mehrfacher Mord, Mordversuch und gefährliche Körperverletzung eingestuft.

Noch an diesem Mittwoch soll der mutmaßliche Täter dem Haftrichter vorgeführt werden. Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise auf eine mögliche psychische Erkrankung bei dem Mann. Die Justizbehörde muss daher noch entscheiden, ob sie Untersuchungshaft beantragt oder die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung.

Getötes Baby erst neun Wochen alt – Auch Vater des Kindes starb bei Amokfahrt

6.02 Uhr: In der Nacht hat die Polizei das Alter des beim Amoklauf in Trier getöteten Babys korrigiert. Es sei nicht neun Monate alt gewesen, sondern ein Säugling von nur neun Wochen . Zu den Opfern zählen neben dem Baby eine 73 Jahre alte Frau, eine 25-Jährige, eine 52 Jahre alte Frau und ein 45 Jahre alter Mann aus Trier.

Bei dem 45-Jährigen handelt es sich nach Polizeiangaben um den Vater des neun Wochen alten Mädchens, das durch die Tat ums Leben gekommen ist. Neben der Ehefrau und Mutter des Kindes sei zudem auch ein eineinhalb Jahre alter Sohn der Familie verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei Trier in der Nacht zum Mittwoch mit.

Dienstag, 1. Dezember: Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz äußert „tiefe Erschütterung“

22.52 Uhr: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz , Georg Bätzing , hat seine „tiefe Erschütterung“ geäußert. „In dieser Stunde von Sprachlosigkeit und Trauer bin ich den Opfern, den Verstorbenen, Verletzten und den Angehörigen verbunden“, teilte er mit. „Und ich denke an all jene, die dieses Verbrechen aus nächster Nähe erleben mussten. Als ehemaligem Trierer lassen die verstörenden Bilder aus der Innenstadt bei mir Wut, Entsetzen und tiefe Traurigkeit zurück.“

Malu Dreyer: „Wir alle wissen kaum wohin mit unseren Gefühlen“

22.06 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat nochmals ihr tiefes Mitgefühl bekundet. „Wir alle wissen kaum wohin mit unseren Gefühlen“, schrieb sie auf dem Twitter-Account der Landesregierung. Dreyer, die in Trier lebt, war bereits kurz nach der Amokfahrt vor Ort.

Stadt Trier trauert mit Opfern und Angehörigen

21.45 Uhr: Die Stadt Trier wird einen Trauerort bei der Porta Nigra, dem Wahrzeichen der Stadt, einrichten. Das teilte sie bei Twitter mit. „Unsere ganze Stadt trauert an diesem tag mit den Opfern dieser Tat und mit den Angehörigen, denen unser tiefstes Mitgefühl gilt.“ Die Stadt dankte außerdem den vielen Einsatzkräften und allen Helferinnen und Helfern.

Auch gut sieben Stunden nach der Tat sind große Teile der Innenstadt immer noch abgesperrt. Die Polizei sichert weiterhin den Tatort, der rund einen Kilometer Strecke durch die Trierer Innenstadt umfasst.

Mehr als 100 Menschen beten im Trierer Dom für die Opfer

21.36 Uhr: Mehr als 100 Menschen haben im Trierer Dom für die Opfer und ihre Angehörigen gebetet. „Ein für Trier schrecklicher Tag geht zu Ende“, sagte Bischof Stephan Ackermann. „Fassungslos und traurig sind wir an diesem Abend hier im Dom und in anderen Kirchen unserer Stadt versammelt.“ Nicht nur Trier stehe unter Schock angesichts der brutalen Gewalttat. Man denke zu allererst an die Toten, die „einer blindwütigen Tat“ zum Opfer gefallen seien. „Und wir denken an ihre Angehörigen“, sagte der Bischof.

Trier: Flaggen in Rheinland-Pfalz auf Halbmast

21.01 Uhr: Nach der Todesfahrt eines Mannes durch die Trierer Fußgängerzone setzt Rheinland-Pfalz alle Flaggen auf halbmast. Das hat Innenminister Lewentz angekündigt. Lewentz verglich den Vorfall mit der Flugtagkatastrophe von Ramstein vor 32 Jahren und sagte der Täter habe vorsätzlich gehandelt. Indes dankte die Polizei Trier der Bevölkerung und „allen, die in diesen schweren Stunden Anteil nehmen.“

Polizei meldet ein weiteres Todesopfer in Trier

20.45 Uhr: Bei der Amokfahrt in der Trierer Innenstadt sind nach neuen Erkenntnissen fünf Menschen getötet worden. Die Polizei informierte bei Twitter über das weitere Todesopfer. Nähere Informationen, wie etwas das Alter des Opfers, sind noch unklar.

Gedenkgottesdienst im Trierer Dom

20.00 Uhr: Für die Opfer der Amokfahrt hat am Abend ein ökumenischer Gedenkgottesdienst im Trierer Dom begonnen. Das Bistum Trier hatte zuvor mitgeteilt: „Der Dom ist geöffnet für Gebet und Gedenken, vor dem Altar steht die Osterkerze; es besteht die Möglichkeit, dort auch Kerzen oder Blumen zum Gedenken aufzustellen oder abzulegen.“

Hunderte Retter in Trier im Einsatz

19.38 Uhr: Nach der Amokfahrt sind rund 300 Helfer von Feuerwehr, Rettungsdiensten und anderen Hilfsorganisationen im Einsatz gewesen. Der Einsatz habe vom Ablauf her sehr gut funktioniert, die Opfer hätten rasch versorgt werden könnten, berichtete der Leiter der Berufsfeuerwehr Trier, Andreas Kirchartz. Die Kliniken in der Stadt hätten sofort auf Notfallbetrieb umgeschaltet, die Patienten hätten unmittelbar dorthin gebracht werden können. Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte, dass außerdem rund 450 Polizisten im Einsatz waren.

Angela Merkel spricht Menschen in Trier ihr Mitgefühl aus

19.35 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl ausgedrückt. „Die Nachrichten aus Trier machen mich sehr traurig“, heißt es in einer Stellungnahme der Kanzlerin, die Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag via Twitter veröffentlichte.

„Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen der Menschen, die so jäh und gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden. Ich denke aber auch an diejenigen, die zum Teil schwere Verletzungen erlitten haben und wünsche ihnen viel Kraft.“

Trier: Pressekonferenz live aus dem Rathaus – Täter war alkoholisiert

19.29 Uhr: Die Polizei hat inzwischen bestätigt, dass vier Menschen bei der Amokfahrt in Trier ums Leben gekommen sind. Bei den Opfern handelt es sich um ein neun Monate altes Baby, eine 25-jährige Frau aus Trier, einen 45-jährigen Mann aus Trier und eine 73-jährige Frau, die ebenfalls aus Trier kam. Die Mutter des verstorbenen Babys liegt offenbar mit Verletzungen im Krankenhaus. Etwa 25 Menschen galten darüber hinaus nach der Tat als traumatisiert.

Beim Täter handelt es sich laut Polizei um einen 51-jährigen deutschen Staatsbürger, der in der Region Trier lebt und auch dort geboren wurde. Die letzten Tage soll er nicht in einer Wohnung, sondern in dem Fahrzeug verbracht haben. Der Staatsanwalt sagte, man habe keine Kenntnisse über Vorstrafen des Täters. Der 51-Jährige war zum Zeitpunkt der Tat alkoholisiert . Die Polizei stellte 1,4 Promille Atemalkohol fest.

Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass der Täter außerdem psychisch krank ist. Der Mann wurde bereits kurz durch einen Arzt des Gesundheitsamts begutachtet, weitere Erkenntnisse soll ein psychiatrisches Gutachten liefern. Es gebe bislang keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund der Tat.

Gegen den Fahrer wird wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in vier Fällen ermittelt. Außerdem werde ihm in zahlreichen weiteren Fällen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Der 51-Jährige soll in Schlangenlinien durch die Fußgängerzone gefahren sein. Dabei habe er eine „Spur der Verwüstung“ hinterlassen, so die Polizei.

Beim Tatfahrzeug handelt es sich um einen Geländewagen der Marke Landrover, der nicht auf den Täter zugelassen war. Er hatte das Auto bereits seit längerer Zeit von einem Bekannten ausgeliehen.

Die Pressekonferenz zur Amokfahrt in Trier

Gebet und Gedenkveranstaltungen in Trier

18.47 Uhr: Im Trierer Dom soll es am Abend um 20.00 Uhr ein ökumenisches Gebet für die Toten und Verletzten, Angehörige, Einsatz- und Rettungskräfte und alle anderen Betroffenen geben. Zur gleichen Zeit sollen in allen Trierer Kirchen die Totenglocken läuten, wie das Bistum mitteilte.

Um der Opfer der schrecklichen Ereignisse in der Trierer Fußgängerzone zu gedenken und seine Anteilnahme auszudrücken, findet morgen um 10 Uhr eine Gedenkveranstaltung vor der Porta Nigra statt, wie die Stadt Trier bei Twitter mitteilte.

18.17 Uhr: Für 19.00 Uhr wurde von Stadt, Polizei und Berufsfeuerwehr eine Pressekonferenz im Rathaus Trier angekündigt.

Trier: Polizei bestätigt Tod eines kleinen Kinds

18.08 Uhr: Die Polizei bestätigt auf Twitter den Tod eines Kleinkinds. Es habe mehrere weitere Tote und Verletzte gegeben, mehr könne man bisher nicht bestätigen. Die Einsatzkräfte würden weiterhin mit Hochdruck an der Aufklärung der Hintergründe arbeiten.

Reaktionen der Politik zu Vorfall in Trier

17.40 Uhr: Die Vorsitzende der FDP-Fraktion im Landtag, Cornelia Willius-Senzer, sprach von einem „furchtbaren Anschlag in Trier“. Die Berichte seien schockierend. Die Hintergründe müssten umfassend aufgeklärt werden.

Für die Grünen erklärten Integrationsministerin Anne Spiegel und die Landesvorsitzenden Misbah Khan und Josef Winkler: „In Gedanken sind wir bei den Familien und Freunden der Toten und Verletzten und drücken ihnen unser Beileid und unser tiefstes Mitgefühl aus.“Der Trierer SPD-Landtagsabgeordnete Sven Teuber twitterte: „Ich könnte nur noch heulen.“

Trier: Malu Dreyer spricht von einem Baby unter den Toten

17.36 Uhr: Jetzt äußern sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Landesinnenminister Roger Lewentz (beide SPD) zu den tragischen Ereignissen in Trier. „Es ist ein ganz ganz schlimmer Tag für Rheinland-Pfalz und meine Heimatstadt Trier“ beginnt Malu Dreyer. Sie bestätigt, dass ein Baby unter den Toten ist.

„Unsere Polizei hat sehr schnell und beherzt eingegriffen“, unterstreicht Innenminister Lewentz. Die Sicherheit in der Stadt sei schnell hergestellt worden. „Die Polizei wird wohl die ganze Nacht vor Ort sein und Spuren sichern.“ Der Polizei-Vizepräsident sagte, es gebe nach wie vor keine Hinweise zum Tatmotiv. Die Vernehmung des Täters dauere an.

Nach gegenwärtigem Erkenntnisstand sei das Fahrzeug mit einer Person besetzt durch die Fußgängerzone Triers gerast. Das Fahrzeug habe auf dem Weg „wahllos Menschen angefahren und überfahren“, sagt ein Sprecher der Polizei. Zu Todes- und Verletztenzahlen könne man derzeit noch nichts Gesichertes sagen. Auch die Motivlage sei bislang völlig unklar. Laut Landesinnenminister Lewentz sei der mutmaßliche Täter bereits vier Minuten nach dem bei der Polizei eingegangenen Ersthinweis festgenommen worden.

Auch Trierer Bischof Ackermann zeigt sich bestürzt

17.18 Uhr: Der Trierer Bischof Stephan Ackermann zeigt sich tief getroffen: „Wir wissen noch wenig über die Umstände und Hintergründe, aber der Vorfall erschüttert die Menschen weit über die Stadt Trier hinaus.“ Um 20 Uhr soll ein ökumenisches Gebet im Dom stattfinden. Dann sollen auch im Dekanat Trier die Totenglocken läuten.

Trier: Julia Klöckner und Christian Baldauf „schockiert und tief betroffen“

16.40 Uhr: Die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner erklärte zusammen mit dem Fraktionsvorsitzenden Christian Baldauf: „Die Nachrichten aus Trier lassen uns schockiert und tief betroffen zurück. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten vor Ort.“ Beide sprachen von einer „Amokfahrt in Trier“. Jetzt gelte es, die weiteren Ermittlungen abzuwarten.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer „tief erschüttert“ über Vorfall in ihrer Heimatstadt

16.35 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigt sich auf Twitter „schockiert und tief erschüttert“ über den Vorfall in ihrer Heimatstadt Trier . Ihr tiefes Beileid gelte den Angehörigen der Toten. „Allen Verletzten wünsche ich, dass sie bald und schnell genesen. Danke an alle Einsatzkräfte.“ Sie sei gleich vor Ort in Trier.

Bericht: Zahl der Toten in Trier erhöht sich auf Vier – offenbar Kind unter den Opfern

16.11 Uhr: Nach Informationen der Lokalzeitung „Trierischer Volksfreund“ ist die Zahl der Toten inzwischen auf vier gestiegen. Die Polizei habe bestätigt, dass ein Kind unter den Toten ist, über das Alter des Kindes sei jedoch nichts bekannt. Am Hauptmarkt in Trier sei ein Kinderwagen durch die Luft geflogen, berichtet das Blatt unter Berufung auf eine Augenzeugin. Leute hätten geschrien und seien in Panik in die Geschäfte geströmt.

Wolfram Leibe, der Oberbürgermeister der Stadt Trier , sagte im Interview mit „ntv“ er habe neben einer Leiche einen Kinderschuh stehen sehen. Auch gegenüber dem SWR soll Triers Oberbürgermeister den Tod eines kleines Mädchens bestätigt haben. „Es war einfach nur schrecklich“, zitiert der Sender Wolfram Leibe.

Sprecher der Bundesregierung Steffen Seibert äußert sich zu Trier

15.45 Uhr: Sprecher der Bundesregierung Steffen Seibert äußert sich auf Twitter zu dem Vorfall: „Was in #Trier geschehen ist, ist erschütternd. Die Gedanken sind bei den Angehörigen der Todesopfer, bei den zahlreichen Verletzten und bei allen, die in diesem Moment im Einsatz sind, um die Betroffenen zu versorgen.

Polizei Trier: Festgenommener ist 51-Jähriger aus Rheinland-Pfalz

15.29 Uhr: Laut Polizei Trier ist der Festgenommene ein 51 Jahre alter Mann aus dem Kreis Trier-Saarburg.

Trier: Bundesamt veröffentlicht amtliche Gefahrenmitteilung

15.10 Uhr: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe veröffentlichte eine amtliche Gefahrenmitteilung . In Trier herrsche eine „Sonderlage“, der betroffene Bereich sei unbedingt zu meiden.

Trier: Oberbürgermeister spricht von „Amokfahrer“

15.03 Uhr: Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) sprach gegenüber dem SWR von einem „Amokfahrer“. Von Seiten der Behörden lagen zunächst keine Informationen zu den Hintergründen des Vorfalls vor. Mehrere Polizeibehörden baten andere Internetnutzer auf Twitter darum, keine Spekulation zu den Hintergründen des Vorfalls zu verbreiten.

Innenstadt von Trier weiträumig abgeriegelt

14.57 Uhr: Große Teile der Trierer Innenstadt wurden nach dem Vorfall weiträumig abgesperrt. Überall im Zentrum – auch nahe der berühmten Porta Nigra – war am Dienstag Blaulicht zu sehen.

Auto rast durch Fußgängerzone in Trier – laut Polizei mindestens zwei Tote

14.40 Uhr: Laut Polizei von Trier ist ein Autofahrer durch die Fußgängerzone in der Innenstadt gefahren und hat mehrere Menschen verletzt, zum Teil tödlich. Ersten Angaben zufolge gibt es zwei Tote. Der Fahrer des Unfallwagens, ein Geländewagen, sei festgenommen worden, hieß es.

(ba/dpa/afp)

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