Corona-Impfstoff: Alle wichtigen Fragen und Antworten

Berlin.  Ein Impfstoff gegen das Coronavirus könnte die Pandemie endlich eindämmen. Alles über Zulassungen, Impfstrategie und Nebenwirkungen.

Corona-Impfstoffe: Diese Nebenwirkungen gibt es
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  • Wie ist der aktuelle Stand bei den Corona-Impfstoffen?
  • Bei den Corona-Impfstoffen geht es weiter voran, zwei Impfstoffe stehen kurz vor der Zulassung
  • In den Vakzinen liegt die Hoffnung, die Pandemie endlich erfolgreich eindämmen zu können
  • Wir zeigen, was Sie alles zu den Corona-Impfstoffen wissen sollten

Mehrere aussichtsreiche Impfstoffe könnten kurz vor der Zulassung in der Europäischen Union stehen. Ein Licht am Ende des Tummels – Experten sind sich schließlich einig, dass ein Impfstoff die eindämmen könnte.

Eine Rückkehr zur Normalität wäre dann zumindest schrittweise möglich. Allerdings sind noch viele Fragen offen: Wann kommen die ersten Impfstoffe? Wer wird zuerst geimpft? Und wie steht es eigentlich um die Nebenwirkungen? Alle Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Corona-Impfstoff.

Corona-Impfstoff-Forschung: Was ist der aktuelle Stand?

Mehrere Unternehmen haben angesichts der weltweiten Coronapandemie im Eiltempo Impfstoffe entwickelt – mit Erfolg:

  • Die Hersteller Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca meldeten im November, dass ihre Vakzine wirksam sind.
  • Biontech/Pfizer und Moderna setzen auf mRNA-Impfstoffe. Beide haben bereits die Zulassung in der EU beantragt, das Verfahren läuft – ein konkretes Datum steht aber noch nicht fest.
  • AstraZeneca hat mit seinem Vektorimpfstoff noch nicht die Zulassung in der EU beantragt.

Sobald einer der Impfstoffe offiziell zugelassen ist, dürfte es schnell zu den ersten Impfungen kommen: Die Europäische Kommission hat sich bereits Impfdosen in Millionenhöhe von allen drei Herstellern gesichert. Auch mit der Tübinger Firma Curevac gibt es schon Verträge, obwohl über die Wirksamkeit des Impfstoffs noch nichts bekannt ist.

Corona-Impfstoff: Gibt es eine Impfreihenfolge? Wer wird zuerst geimpft?

Nach Einschätzungen der Bundesregierung könnten die ersten Impfungen bereits Ende 2020 oder Anfang 2021 erfolgen. In einem Positionspapier haben der Deutsche Ethikrat, die Ständige Impfkommission und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina eine Möglichkeit präsentiert: Sie empfehlen eine bevorzugte Impfung von beruflich oder gesundheitlich besonders gefährdeten Personen.

  • Dazu zählten etwa Bewohner von Alten- und Pflegeheimen oder Beschäftigte im Gesundheitsbereich .
  • Außerdem sollten nach dem Positionspapier Menschen Vorzug erhalten, die in staatlich und gesellschaftlich wichtigen Bereichen arbeiten – so beispielsweise Polizisten und Rettungskräfte, aber auch
  • Lehrer und Erzieher. Lesen Sie dazu : Impfstrategie: Wer wird zuerst gegen Corona geimpft?

Impfungen gegen Corona – Gibt es eine Impfstrategie?

Ja. Die Bundesregierung sieht in ihrer Impfstrategie drei Phasen vor:

  1. In Phase IA („Gezielte, zentralisierte Verimpfung“) ist erst wenig Impfstoff vorhanden, weshalb die Verimpfung stark priorisiert und nur für einen besonderen Personenkreis erfolgen kann. Dabei orientiert sich die Regierung an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, der Leopoldina und des Deutschen Ethikrates, zuerst besonders gefährdete Personen zu impfen.
  2. In Phase IB („Erweiterte, zentralisierte Verimpfung“) hat sich die Lage etwas entspannt: Es gibt zwar inzwischen etwas mehr Impfstoff, aber es findet weiterhin eine priorisierte Impfung für Gefährdete statt.
  3. Erst in Phase II („Breite, dezentrale Routine-Verimpfung“) ist der Impfstoff großflächig und für einen größeren Personenkreis verfügbar.

Die Impfungen sollen zunächst in Impfzentren erfolgen, die zu diesem Zweck neu aufgebaut werden. Diese Maßnahme ist nötig, da einige Impfstoffe besonders kühl gelagert werden müssen. Lesen Sie zu dem Thema : Wie sieht die Corona-Impfstrategie für Deutschland aus?

Wird es eine Corona-Impfpflicht geben?

Die Bundesregierung hat sich mehrmals klar gegen eine nationale Corona-Impfpflicht ausgesprochen. Solange es keine offizielle Impfpflicht gibt, kann auch nicht vom Arbeitgeber verlangt werden, dass sich die Beschäftigten einer Impfung unterziehen – ganz egal, ob es sich um ein privatwirtschaftliches oder staatliches Unternehmen handelt.

Gerald Haug, Präsident der Leopoldina, schlägt statt einer Pflicht eine kluge Impfkampagne vor, um möglichst viele Personen zu einer Impfung bewegen zu können.

Corona-Impfstoff neu entwickelt: Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe?

Unter Impfskeptikern hält sich hartnäckig die Annahme, dass mRNA-Impfstoffe das Erbgut verändern können. Dies trifft nicht zu. Die Stoffe ermöglichen es mittels einer mRNA („Boten-RNA“), den Zellen im Muskelgewebe die Information für die Herstellung einzelner Antigene zu übermitteln, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung auf seiner Webseite erklärt.

Dadurch beginne die Zelle mit dem Bau von Proteinen, die dem Immunsystem als Antigene präsentiert werden – eine Immunantwort wird ausgelöst. Das Erbgut bleibt von diesen Vorgängen unberührt. Lesen Sie hier: Das ist die Wirkungsweise von mRNA-Impfstoffen.

Corona: Was sind die Nebenwirkungen der Impfstoff-Kandidaten?

Harmlose Reaktionen oder leichtere Nebenwirkungen nach Impfungen sind ganz normal. Sie treten auch nach gängigen Impfungen wie Tetanus oder Mumps-Masern-Röteln auf.

Dazu zählen:

  • Schwellungen oder leichte Schmerzen an der Einstichstelle sowie
  • Kopf- und Gliederschmerzen oder ein
  • leichtes Krankheitsgefühl.

Von ähnlichen Reaktionen berichteten auch die Probanden aus Studien der drei derzeit aussichtsreichsten Kandidaten Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca.

Über schwere Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen ist bislang nichts bekannt. Mehr dazu finden Sie hier: Corona-Impfstoffe: Das sind die möglichen Nebenwirkungen.

Corona-Pandemie: Was sind die Impfstoff-Kandidaten?

Die derzeitigen Hoffnungsträger sind die Impfstoffe vom Mainzer Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer, dem US-amerikanischen Biotechnologieunternehmen Moderna und dem britisch-schwedischen Konzern AstraZeneca. Alle Details zu den drei Vakzinen : Corona-Impfstoffe: Das sind die großen Hoffnungsträger

Corona-Impfstoff: Wie gut ist die Impfung von Biontech/Pfizer?

Bei dem Impfstoff des Mainzer Biotechunternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer handelt es sich um einen mRNA-Impfstoff mit einer Wirksamkeit von 95 Prozent. Die Schutzwirkung soll eine Woche nach einer zweiten Injektion des Stoffes erreicht werden. Die Zulassung für die Europäische Union ist bereits beantragt. Der Impfstoff muss bei sehr niedriger Temperatur gelagert werden.

Wie wirkt der Impfstoff von Moderna?

Bei dem Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna handelt es sich ebenfalls um einen mRNA-Impfstoff . Er weist eine Effektivität von 94,5 Prozent auf. Anders als der Biontech-Impfstoff hält er sich auch bei niedrigen Kühlschranktemperaturen: mRNA-1273 könnte 30 Tage lang bei einer Temperatur zwischen 2 und 8 Grad wirksam bleiben. Das Zulassungsverfahren in der Europäischen Union läuft.

Was ist über den Impfstoff von AstraZeneca bekannt?

Der Vektorimpfstoff von AstraZeneca wurde gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt. Er bietet eine Wirksamkeit von insgesamt 70 Prozent. Eine Zulassung für die Europäische Union ist noch nicht beantragt.

AstraZeneca unterbricht Tests von Corona-Impfstoff
AstraZeneca unterbricht Tests von Corona-Impfstoff

Für Aufregung hatte im September eine Unterbrechung der Studie mit dem AstraZeneca-Impfstoff gesorgt, nachdem ein Proband an einer Rückenmarksentzündung erkrankt war . Diese soll aber nach Einschätzung einer Expertenkommission nicht mit der Impfung in Verbindung gestanden haben.

Was ist der Impfstoff von Curevac?

Ein weiterer aussichtsreicher Impfstoff könnte der Kandidat des Tübinger Unternehmens Curevac sein. Über die Wirksamkeit des Vakzins ist allerdings noch nichts bekannt. Es handelt sich ebenfalls um einen mRNA-Impfstoff, den Curevac bald auf der Phase-3-Stufe erproben will.

(raer/mit dpa/afp)

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