Alle wichtigen Informationen zur Astrazeneca-Impfung

Lesedauer: 8 Minuten

Zweitimpfung nach AstraZeneca: Das empfiehlt die Impfkommission

Zweitimpfung nach AstraZeneca: Das empfiehlt die Impfkommission

Seitdem Fälle von seltenen Sinusvenenthrombosen im Zusammenhang mit dem AstraZeneca-Impfstoff beobachtet wurden, wird der Impfstoff seit Mitte März nur noch für über 60-Jährige empfohlen. Diese Impfstoffe werden für die Zweitimpfung empfohlen.

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Berlin.  Der Impfstoff von Astrazeneca wirft bei vielen Menschen Fragen auf. Was Sie zur Impfung mit dem Vakzin wissen sollten, lesen Sie hier.

  • Der Astrazeneca-Impfstoff soll in der Regel nur noch an Über-60-Jährige verimpft werden
  • Hintergrund sind seltene Thrombosen, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen auftraten
  • Vor allem Frauen sind betroffen, in sehr seltenen Fällen auch Männer
  • Lesen Sie hier, was über Todesfälle, Nebenwirkungen, Zweitimpfungen und Wirksamkeit des Vakzins bekannt ist

Kaum ein Corona-Vakzin steht so sehr in der Kritik wie der Impfstoff von Astrazeneca. Das Präparat ist in der EU seit Januar zugelassen – musste seither allerdings mehrmals nachuntersucht und neu bewertet werden. Wir liefern Ihnen die wichtigsten Informationen zu dem Mittel gegen das Coronavirus.

Lesen Sie hier: Alle wichtigen Fragen und Antworten zu den Corona-Impfstoffen und der Impfung.

Astrazeneca: Wie wirksam ist der Corona-Impfstoff?

Laut Robert Koch-Institut beträgt die Wirksamkeit von Astrazeneca bis zu 80 Prozent in allen Altersgruppen. Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit, nach einer Impfung mit dem Vakzin an Covid-19 zur erkranken, ist um bis zu 80 Prozent geringer als bei Ungeimpften. Das Risiko, trotz einer Astrazeneca-Impfung an Corona zu erkranken und in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden ist um etwa 95 Prozent niedriger. Unbekannt ist laut RKI derzeit noch, wie lange der Impfschutz anhält. Lesen Sie dazu: Asthmaspray soll vor schwerem Covid-Verlauf schützen

Corona: Astrazeneca bekommt neuen Namen
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Astrazeneca-Impfung: Können Geimpfte das Virus weiter übertragen?

Aktuell geht das RKI davon aus, dass Geimpfte Sars-Cov-2 übertagen können. Allerdings ist die Virenlast, die Menschen mit vollständigem Impfschutz – ob mit Astrazeneca oder einem anderen Vakzin – ausscheiden stark reduziert. So stark, dass etwa das Land Berlin bereits beschlossen hat: Vollständig Geimpfte bekommen Teile ihrer Grundrechte zurück.

Wie ist der neue Name des Impfstoffs von Astrazeneca?

Während der Entwicklung wurde das Vakzin zunächst als "ChAdOx1", später als "AZD1222" bezeichnet. Ende Januar folgte dann die Zulassung in der EU – unter dem Namen "Covid-19 Vaccine Astrazeneca". Ende März erhielt der Impfstoff dann seinen Markennamen: "Vaxzevria".

Welche Nebenwirkungen sind nach einer Impfung mit Astrazeneca möglich?

Auf der Webseite des Paul Ehrlich-Instituts sind mögliche Impfreaktionen nach der Verabreichung einer Astrazeneca-Dosis aufgelistet. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Grippeähnliche Erkrankung
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Druckempfindlichkeit an der Stelle der Injektion
  • Schmerzen an der Injektionsstelle
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkschmerzen und Übelkeit

Weitere Impfreaktionen finden Sie hier: Corona: Diese Astrazeneca-Nebenwirkungen können auftreten

Wie lange dauert es, bis die Nebenwirkungen nachlassen?

Bei den meisten Nebenwirkungen handelt es sich nur um kurzfristige Impfreaktionen, die nach wenigen Tagen wieder abklingen. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollten sich Geimpfte an ihren Hausarzt wenden.

Löst Astrazeneca Thrombosen aus?

Der Zusammenhang zwischen Thrombosen und einer Impfung mit Astrazeneca ist bislang nicht bewiesen. Bei 1 bis 2 unter 100.000 geimpften jüngeren Frauen traten Hirnvenenthrombosen auf. Auch bei wenigen Männern kam es zu solchen Fällen – jedoch wurden bisher bundesweit 2,5 Mal mehr Frauen das erste Mal mit Astrazeneca geimpft. Zuletzt waren in Deutschland 42 Fälle gezählt worden.

Lesen Sie auch: Astrazeneca – Darum ist der Vergleich mit der Anti-Baby-Pille falsch

Wieso wurden die Astrazeneca-Impfungen zwischenzeitlich gestoppt?

Wegen der vereinzelt auftretenden Thrombose-Fällsen setzten im März rund 20 Länder die Impfungen mit Astrazeneca aus, darunter auch Deutschland. Da kein kausaler Zusammenhang festgestellt werden konnte, sprach die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) erneut eine Impf-Empfehlung aus - allerdings mit einem Warnhinweis. Dänemark hat unlängst entschieden, ganz auf das Vakzin zu verzichten.

Neue Regelung: An wen darf Astrazeneca verimpft werden?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat den Impfstoff zuletzt für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder hat zudem den einstimmigen Beschluss gefasst, dass der Impfstoff in der Regel nicht mehr an Unter-60-Jährige verimpft werden soll. Wer jünger ist, darf sich weiterhin mit Astrazeneca impfen lassen, wenn die Entscheidung gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt getroffen wird.

Was ist mit der Zweitimpfung für Astrazeneca-Geimpfte?

Wer älter ist als 60 Jahre, kann weiterhin mit Astrazeneca geimpft werden, wenn die erste Impfung mit Astrazeneca stattgefunden hat. Eine Wahl zwischen verschiedenen Impfstoffen ist in Deutschland nicht möglich. Unter 60-Jährige, die bereits einmal mit Astrazeneca geimpft wurden, sollen für ihre Zweitimpfung in der Regel die Präparate von Biontech oder Moderna erhalten. Lesen Sie dazu: Astrazeneca – Für welche Personen der Warnhinweis gilt

Im Einzelfall soll aber auch eine Zweitimpfung mit Astrazeneca möglich sein. Der Abstand zwischen beiden Impfungen beträgt weiterhin 12 Wochen, in Einzelfällen kann auch nach neun Wochen schon die zweite Spritze verabreicht werden, wenn bereits entsprechend frühere Termine vereinbart sind.

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Gab es nach Astrazeneca-Impfungen bereits Todesfälle?

Das Paul Ehrlich-Institut berichtet aktuell von 42 Thrombose-Fällen. Acht Patienten verstarben, davon waren fünf Frauen und drei Männer. Mit Ausnahme von sieben Fällen waren alle Betroffenen im Alter von 20 bis 63 Jahren.

Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V
Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V

Wie bewertet die EMA den Astrazeneca-Impfstoff?

Die EMA hat den Impfstoff von Astrazeneca erneut bewertet und sich dabei für einen uneingeschränkte Verwendung des Vakzins ausgesprochen. Zwar sieht die Behörde einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca und sehr selten auftretenden Thrombosen bei Geimpften. Doch der Nutzen einer Impfung übersteige das Risiko deutlich. Eine weitere Risikobewertung des Impfstoffes erfolgt derzeit.

Lesen Sie hier: Was sind Symptome und Anzeichen einer Thrombose nach Astrazeneca-Impfung?

Spahn: Würde mich mit Astrazeneca impfen lassen
Spahn: Würde mich mit Astrazeneca impfen lassen

Astrazeneca: Haben auch Männer ein Risiko für eine Thrombose?

Auch Männer haben ein Risiko für eine Hirnvenenthrombose nach einer Impfung mit Astrazeneca. Deshalb hat die Sändige Impfkomission (Stiko) empfohlen, die Impfung geschlechtsunabhängig für alle Menschen unter 60 Jahren in Deutschland auszusetzen.

Hat sich der Bundespräsident mit Astrazeneca impfen lassen?

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich Anfang April mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen lassen. Er betonte, dass er allen in Deutschland zugelassenen Impfstoffen vertraue. "Das Impfen ist der entscheidende Schritt auf dem Weg aus der Pandemie", sagte Steinmeier nach seiner Impfung. Dessen Beispiel folgte unter anderem auch der SPD-Politiker und Virologe Karl Lauterbach. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird sich ebenfalls mit Astrazeneca impfen lassen.

Bundespräsident Steinmeier mit Astrazeneca geimpft
Bundespräsident Steinmeier mit Astrazeneca geimpft

Wirkt Astrazeneca gegen Mutationen?

Grundsätzlich bietet der Wirkstoff von Astrazeneca auch einen Schutz gegen Mutationen des Coronavirus – allerdings mit unterschiedlich hoher Wirksamkeit. Gegen die stark verbreitete britische Corona-Mutante B.1.1.7. wirkt Astrazeneca Experten zufolge gut, gegen die südafrikanische Virus-Mutante dagegen weniger.

Laut Studien der Universitäten Oxford und Johannesburg bietet der Impfstoff hierbei nur einen Schutz von zehn Prozent vor leichten und mittelschweren Krankheitsverläufen. Auch bei der brasilianischen Mutante P1 soll der Impfstoff weniger wirksam sein. Der Hersteller Astrazeneca hat laut eigener Aussage vor, seinen Impfstoff entsprechend anzupassen.

Um was für einen Impfstoff handelt es sich bei Astrazeneca genau?

Anders als die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich bei dem Vakzin des britisch-schwedischen Konzerns um einen Vektorimpfstoff. Im Gegensatz zu mRNA-Impfstoffen enthalten Vektorimpfstoffe gegen Covid-19 genetische Information in Form von DNA. Eine Veränderung der DNA ist allerdings nicht zu befürchten.

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